Der unterirdische Koloss von der Bellermannstraße

Baugrube der Wasserbetriebe in der Bellermannstraße
Foto: @alengpeng

Antike Ausgrabung, ein unbekannter U-Bahnhof, ein Ufo, der Bierkeller der benachbarten Eckkneipe „Beim Dicken“ – als wir ein aus der Höhe geschossenes Bild der Baustelle Bellermannstraße/Grüntaler Straße veröffentlichten, kamen zahlreiche ernste und weniger ernste Kommentare unserer Leser. Fragen über Fragen. Wir haben ganz einfach bei der Stelle nachgehakt, die wegen Kanalarbeiten auf den Bauschildern genannt ist: den Berliner Wasserbetrieben (BWB).

Fête de la Musique 2019 im Wedding

Achtung Musik! Hier bei der Fête de la Musique im Wedding 2012. Foto: S. Sallmann
Achtung Musik! Hier bei der Fête de la Musique im Wedding 2012. Foto: S. Sallmann

Der längste Tag des Jahres steht bevor und damit auch die längste Musiknacht. Am Freitag, den 21. Juni findet die Fête de la Musique statt. Umsonst und draußen gibt es dann wieder unzählige Konzerte, auch im Wedding. Hier ist die Fête de la Musique 2019 im Wedding – von A-Z sortiert.

Nicht nur für Kids da: das Musikstudio Shiro

junge Frau singt

Ein wenig unauffällig und auch etwas versteckt liegt das kleine Musikstudio im Ortsteil Gesundbrunnen in der Gartenstadt Atlantic.
Der Filmemacher und Musiker Enkidu rankX hat es 2012 ins Leben gerufen und betreut es seitdem. Vor allem Kinder und Jugendliche können sich hier musikalisch ausprobieren und werden dabei professionell begleitet.

Das Malör – Crêperie und Kaffeekeller

Blick ins Malör. Foto: Sandy Stöckel
Blick ins Café. Foto: S. Stöckel

Dank einer Taube fand eine der französischsten Erfindungen seit dem Croissant Einzug in den Wedding. Die herzhafte Version von Crêpes – sogenannte Galettes – markieren einen neuen kulinarischen Lichtblick im Bellermannkiez.  Mit dem Malör ist ein DIY-inspiriertes Cafe in die Straße gezogen, das sich von außen durch seine aufmerksam zusammengeschusterte Holz-Deko hervortut.

Das pakistanische Restaurant Shalimar – Ein Geheimtipp

Das Shalimar: Außenansicht. Foto: Betreiber Shalimar
Das Shalimar: Außenansicht. Foto: Betreiber Shalimar

Es ist eins der ältesten Restaurants im Wedding und kann sich mit Stolz das Prädikat „Qualität aus Tradition“ geben. Das Shalimar öffnete bereits 1987 seine Pforten in der Bellermannstraße am Gesundbrunnen und ist seinem Konzept, Gästen eine neue Art der pakistanischen Küche zu bieten, bis heute treu geblieben. Jetzt soll es sogar noch erweitert werden.

„Shalimar“: seit Jahrzehnten ein pakistanischer Farbtupfer im Kiez

Taj Grill indisches EssenEchte Kenner lassen sich vom unauffälligen Äußeren und dem ziemlich spartanischen Inneren nicht abschrecken. Denn beim Shalimar handelt es sich um ein schlicht eingerichtetes, dafür aber gastronomisch überzeugendes Imbissrestaurant. Das eigentlich Erstaunliche ist, dass es schon seit 1987 am gleichen Standort in Gesundbrunnen zu finden ist. Für viele Fans der indisch-pakistanischen Küche ist das Shalimar aus dem Kiez nicht mehr wegzudenken, was natürlich an der Qualität des Essens und dem überaus freundlichen Personal liegt. Wie so oft bei Restaurants mit Speisen aus diesem Teil der Welt gibt es eine große Auswahl an vegetarischen Gerichten. Im Ortsteil Gesundbrunnen ein unumgänglicher Ort, wenn es um indisch-pakistanisches Essen geht!

ShalimarBellermannstr. 17, 13357 Berlin,

Tel. 030 4944028

Montag bis Sonntag

12:00 -16:00 Uhr

17:00 -23:00 Uhr

Wedding ist…

…wenn eine Menschentraube vor der Kirche steht und kaum Einer die gleiche Sprache des Anderen spricht.

Wie jeden Sonntag laufe ich auf dem Weg zum türkischen Bäcker an der katholischen St. Petrus Kirche in der Bellermannstraße vorbei, der Gottesdienst ist gerade vorüber. Also schlängele ich mich durch die Menschentraube auf dem Gehweg hindurch und höre in den Gesprächen der Gläubigen mindestens fünf verschiedene Sprachen.

Wenig später beiße ich daheim genüsslich in mein geliebtes Croissant und lese dabei die Sonntagszeitung. Doch schon auf der Titelseite vergeht mir der Appetit. Wie kann es sein, dass unser Bundespräsident in seiner Gedenkrede zur entsetzlichen Progromnacht am 9. November 1938 immer noch das fordern muss, was in ganz Deutschland selbstverständlich sein sollte: „Wir wollen ein Land sein, das offen ist“. Wie kann es sein, dass 75 Jahre nach den Gräueltaten der Nazis an den Juden rechtes Gedankengut in ganz Europa zunimmt und der Artikel mit dem Satz endet: „Es ist kalt geworden in unserer Gesellschaft“.

Doch dann erinnere ich mich an die bunte Menschentraube vor der roten Backsteinkirche um die Ecke. Lächelnd genieße ich mein türkisches Croissant weiter und denke: Hier im Wedding bin ich Mensch, hier darf ich und Jeder es sein.

Das war der erste Beitrag unserer neuen Serie „Wedding ist…“. Zukünftig werden Weitere folgen und das Lebensgefühl von Menschen im Wedding beschreiben. Wir freuen uns über eure Beiträge zur Serie „Wedding ist…“ an [email protected]