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Otto Nagel über das Weddinger Milljöh

Buchcover
Cover des Eröffnungsbandes „Das nasse Dreicke“ von Otto Nagel. Grafik: promo

Bei den so genannten ewigen Fragen, die die Menschheit immer beschäftigt hat und immer beschäftigen wird, denkt man heutzutage an Liebe, an Trennung oder ans Erwachsenwerden. Davon handeln die Pop-Songs, die Hollywoodfilme und die Bücher der Center-Buchhandlungen. Dabei gibt es auch andere „ewige Fragen“. Zum Beispiel: Wie verhält sich eine Gesellschaft zu den Ärmsten unter ihnen? Walter Frey hat in diesem Jahr Otto Nagels Roman „Die weiße Taube oder Das nasse Dreieck“ neu aufgelegt. Dieses Buch spielt während der Weltwirtschaftskrise 1928 in einer Spelunke an der Panke.

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Lucas Vogelsang: „Im Wedding sind die Menschen echter“

Foto: QIEZ.de, Ralph Penno

Mit seinem Buch „Heimaterde“ gehört der Berliner Lucas Vogelsang zu den großen Newcomern der Leipziger Buchmesse. Der gebürtige Spandauer redet mit uns über Heimatgefühle, seinen Kumpel Ken Duken und warum Berlin die beste Stadt ist, um arbeitslos zu sein. Weiterlesen

Der Wedding – so sicher wie Abraham Lincolns Schoß

Clint Lukas
Clint Lukas liest aus seinen Texten, wenn er nicht gerade Briefmarken sortiert. Fotos: Andrei Schnell

Clint Lukas, der Mann mit Helm unter Menschen geht, outet sich als Briefmarkensammler und freut sich, wie sicher es im Wedding ist:

Also, die Lage ist folgendermaßen: Ich sitze am Küchentisch in meiner Sprengelkiez-Wohnung und sortiere die Briefmarkensammlung. Draußen im Treppenhaus ist noch immer Radau. Vier Polizeibeamte drängen sich um die Tür meines Nachbarn. Das hab ich vor fünf Minuten durch den Spion beobachtet. Einer der Polizisten bollert mit einer Art Rammbock gegen das Holz unterhalb des Türschlosses, wieder und wieder. Ich nehme an, dass mein Nachbar seinen Schlüssel verlegt hat. Die freundlichen Beamten wollen ihm wohl nur behilflich sein.

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Inmitten der verstrahlten Bohemiens vom Leopoldplatz

Statue "Betender Junge" und das Kaufhaus

Poet, Slamer, Dichter und Gastautor beim Weddingweiser Clint Lukas fühlt sich wohl am Leopoldplatz:

„Als ich früher im Brunnenviertel gewohnt habe, bin ich immer nur wegen des Bürgeramts zum Leopoldplatz gefahren. Ich weiß noch, wie ich aus der U-Bahn kam und sie da stehen sah, zwischen BURGER KING und der Haltestelle des 120er Busses: Arbeiter ohne Arbeit, Sprittis, Junkies, alle keine Kinder von Traurigkeit. Und ich dachte jedes Mal, Herrgottsakra, hier muss ich wirklich nicht wohnen. Inzwischen wohne ich hier und bin täglich am Leo. Weiterlesen

Clint Lukas ist der letzte der Cowboys

Nie wieder Frieden. Buch von Clint Lukas. Grafik Verlag Periplaneta.
„Nie wieder Frieden“. Buch von Clint Lukas. Grafik: Verlag Periplaneta

Clint Lukas kann gut schreiben. Clint Lukas kann auf der Lesebühne gut seine Texte vorlesen. Clint Lukas kann gut zeichnen. Die Zeichnungen entdeckt man nicht, wenn er mittwochs ab 21 Uhr bei den Mauerseglern liest. Die findet man in seinen Büchern. Zum Beispiel in „Nie wieder Frieden“. Erschienen ist das Buch im Frühjahr 2016 im Periplaneta-Verlag. In diesem Werk bekennt er, ein Cowboy zu sein. Wir blättern mal durch seine Texte.

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Paul Bokowski: Auf ’ne Made in den Wedding

Paul Bokowski
Paul Bokowski

Mehr oder weniger zufällig ist der Autor und „Brauseboy“ Paul Bokowski im Kiez rund um die Müllerstraße gelandet und dem Wedding seitdem treu geblieben. Mit uns hat der aufmerksame Berlin-Beobachter über seine Lieblingsorte, Nachtrodeln in den Rehbergen mit Freunden und einen Madenautomaten gesprochen. Weiterlesen

Bibliothek am Luisenbad: Jérôme Boateng präsentiert Biografie

Am 1. Juni 2012 war viel los in der Bibliothek am Luisenbad in Gesundbrunnen. Kein geringerer, als Fußballnationalspieler Jérôme Boateng, der im benachbarten Fußballkäfig an der Panke das Kicken gelernt hat, war zu Gast, um seine Biografie „Die Brüder Boateng“ vorzustellen. Gut einhundert Nachwuchskicker und auch einige Erwachsene wollten den Star aus der Nähe sehen. Auch wenn es nur knapp die Hälfte auf die paar Dutzend Plätze des Puttensaales schafften, war  allen die Freude, „ihren“ Star einmal aus der Nähe zu sehen, deutlich anzumerken. Als der Fußballprofi dann nach 45 Minuten in Richtung EM-Vorbereitung und damit zum Flughafen aufbrechen musste, gab es kein halten mehr. Schließlich wollte jeder noch ein Autogramm auf das mitgebrachte Trikot, Ball oder Foto haben.

Autor Michael Horeni las einige Passagen aus dem Buch, welches seit Ende April für 18,95 € in den Buchläden zu haben ist. Wichtigste Erkenntnis: Im Wedding braucht es mehr zum Erfolg, als zu den Besten zu gehören. Wessen Talent erkannt und früh gefördert wird, der hat die Chance zum großen Durchbruch. Ein Glück, was wohl nicht jeder der Nachwuchskicker in der Bibliothek am Luisenbad haben wird.

Jérômes Bruder George wird übrigens nicht mit zur Europameisterschaft fahren, wie viele andere hat er Angst vor rassistischen Übergriffen. Am Mittwoch wird es zu dieser Thematik eine Veranstaltung in der Fabrik Osloer Straße geben, der Weddingweiser berichtet.

(Text und Bilder: Daniel Gollasch)