Zwei Weddinger Jungs machen Tatkraft

Andreas Altvater und Süleyman Mazanli
Andreas Altvater und Süleyman Mazanli machen gutes Design. Foto: Andrei Schnell

Süleyman Mazanli und Andreas Altvater lieben rauhen Stahl. Im März 2016 haben die beiden jungen Männer das Unternehmen Tatkraft gegründet. Sie wollten ein Bett mit rauer Schale und weichen Kern erschaffen. Man könnte sagen: ein Bett, das so sein sollte wie sie selbst. Weil es ein solches Bett nicht gab, haben sie es entworfen, geplant, geschweißt. Seit gut einem Jahr verkaufen sie es in einem Online-Laden mit bislang nur einem Produkt: dem Bett Ion. Die beiden Unternehmer kennen sich seit ihrer Kindheit im Brunnenviertel und wohnen auch heute wieder Tür an Tür. Dieses Mal im Brüsseler Kiez. Das ist die Geschichte zweier Weddinger Jungs mit Tatkraft.

Bunte Spuren im grauen Weddinger Winter

Foto: Annika KeilenMit grimmigem Gesicht schlage ich mich durch die Massen, die mit eiligen Schritten aus der S-Bahn huschen. Ihre Gesichter verstecken sich hinter Wollmützen und dicken Schals. Der Winter ist da. Nicht irgendein Winter, sondern der gefürchtete Berliner Winter –  grau und endlos. Von meinem Fenster am Nettelbeckplatz aus konnte ich genau verfolgen, wie die letzten Blätter ihre bunte Farbe verloren und in eine braune Biomasse übergingen. Übrig blieben Matsche, nackte Bäume und Hoffnung. Hoffnung auf die ein oder andere Oase, die es hilft auch bei eisigen Temperaturen den Weddinger Winter zu überleben. Am Nettelbeckplatz spreche ich eine Dame mittleren Alters an und frage sie nach farbenfrohen Orten im Wedding. „Ick kenn keenen bunten Ort hier. Hier is allet trüb. Aber viel Glück noch.“ Trotz dieser nicht so erfolgsverheißenden Antwort setzte ich meine Suche fort.

Weihnachtsschnee

Ohne Schnee tut Weihnachten weh
wie ein blauer Fleck.
Doch davor schützt der Winterspeck –
vom Kopf bis zum kleinen Zeh.

Mit dem Besen kommt der Weihnachtsmann
streut statt Schnee Konfetti.
So wird auch nun die Landschaft weiß –
und macht die Kinder happy.

Autor: Jakob Hensel (9 Jahre), Wedding

Ein Abend im Späti: Zwischen Feinwaschmittel und Seelsorge



Späti, so nennen gerade die Berliner liebevoll die Anlaufstelle Nummer Eins, wenn die Sonne untergegangen ist.
 Egal ob morgens oder nachts, der Spätkauf ist nirgendwo mehr wegzudenken.
 Schon lange ist es nicht mehr einfach nur ein kleiner Laden, um auf die Schnelle Bier, Zigaretten oder Knabberkram zu kaufen. Vielmehr ist es über die Jahre eine Mischung aus Mini-Supermarkt, Internetcafe, Copyshop, Treffpunkt und Infobörse geworden.


BND: Impuls für die Müllerstraße?

Der BND  zieht jetzt tatsächlich in die Chausseestraße

Elf Jahre nach Baubeginn soll jetzt der Umzug des Bundesnachrichtendienstes aus dem bayerischen Pullach in sein neues Dienstgebäude in der Chausseestraße beginnen. Knapp 400 Mitarbeiter werden noch dieses Jahr dort einziehen, im kommenden Sommer und Herbst soll das Gebäude in zwei Wellen vollständig bezogen werden:  Rund 4.000 Beschäftigte würden dort in einem Jahr arbeiten. In den  letzten dreieinhalb Jahren hat hier lediglich eine »Vorhut« mit etwa 170 Mitarbeitern die Stellung gehalten.

Warum AmMa65 am Ende jeden angeht

 

Amma65 © Andaras Hahn

Überall werden momentan Häuser verkauft, oftmals auch die Mieter vertrieben – sei es durch bewusste Schikane oder das legale Einsetzen von Mietsteigerungen. Meist hört man Fälle aus Kreuzberg, doch jedes Baugerüst vor einem Haus in unserem Wedding ruft in mir ein komisches Gefühl hervor.
Der aktuell prominenteste Fall ist der bevorstehende Verkauf des Eckhauses Amsterdamer/Malplaquetstraße, kurz AmMa65. Am Sonntag lud das Haus zum Adventsumtrunk in die Montagehalle ein.

Weddingmelder-Wochenschau #50/17

Die letzte Wochenschau in diesem Jahr bietet noch einmal das Themenspektrum auf, das den Wedding ausmacht. Wettermäßig ist es natürlich im Dezember kalt. Nicht eiskalt, aber kalt genug, um zu frieren. Vor allem, wenn wie in der Stralsunder Straße die Heizungen wochenlang ausfallen. Die Weddinger Mieter müssen ja schon so einiges hinnehmen, aber eben doch nicht alles, wie ein Urteil des Bundesgerichtshofs ergab. Und was ist sonst so los? Es steht in der Wochenschau.

Gut „behütet“ im Afrikanischen Viertel

Es riecht noch nach Farbe vom Renovieren und ein wenig nach Strohsteife in Angela Klöcks Hut–Werkstatt. Das Erste, was sofort im Schaufenster auffällt, ist die bunte Vielzahl an verschiedenen Hütten und Kappen, die auf verschieden hohen Metallständern zur Schau gestellt sind und sehr neugierig machen.
 Ruhiges, aber emsiges Treiben herrscht im Laden. Am Arbeitsplatz, konzentriert am Abstecken und Beschneiden einer neuen Wollfilzkappe, sitzt Inhaberin und Hutmacherin Angela Klöck und erzählt von ihrer Passion.