Mietenwahnsinn bringt alle auf die Straße

Am Samstag gingen Zehntausende auf die Straße, um ein Zeichen gegen den Verknappung des Wohnraums, die unbezahlbar werdenden Mieten  von Wohnungen und die unerbittliche Verdrängung von Bestandsmietern aus der Innenstadt zu setzen. Für manche war es sogar die erste Demo ihres Lebens, und so kamen Menschen aus allen Schichten und Stadtteilen zusammen. Auch Initiativen aus dem Wedding waren natürlich auf dieser Demonstration vertreten, die am Potsdamer Platz startete. Unser Autor Andaras Hahn hat Impressionen mit der Kamera eingefangen.

Zur Demo gegen Mietsteigerungen

Ein Plakat am ExRotaprint. Foto: D. Hensel
Genau das Thema: Ein Plakat am ExRotaprint. Foto: D. Hensel

Meinung Das sagen wir wirklich selten, aber jetzt muss es sein: Geht mal raus aus dem Wedding! Am Samstag findet eine Demonstration gegen Mietsteigerungen am Potsdamer Platz statt. Denn die Mieten steigen auch bei uns, viele Menschen haben Angst, irgendwann finanziell nicht mehr mithalten zu können. Auch im traditionell armen Wedding sorgen sich inzwischen immer mehr Mieter, Vereine, Kreative. Am Samstag werden auch viele Initiativen von hier dem Aufruf folgen und mit dem Marsch unter dem Motto „Mietenwahnsinn widersetzen“ ein Zeichen setzen.

Weiter unverblümt durch den Wedding

Swing Workshop vorm Kugelblitz. Foto: georg+georg
Swing Workshop vorm Kugelblitz. Foto: georg+georg

Gute Nachrichten für alle Freunde der unverblümt Kulturexpeditionen: Die beliebte Kultur- und Konzertreihe wird drei weitere Jahre vom Quartiersmanagement Pankstraße gefördert und so werden schon sehr bald wieder unverblümte Karawanen mit Pauken, Trompeten und einer satten Portion Kultur durch den Pankstraßen-Kiez ziehen. Veranstalter ist weiterhin die Weddinger Agentur georg+georg in Kooperation mit den Kollegen 2,3. Der erste Termin in diesem Jahr ist der 26. April.

Was, wann, wo im Wedding: Rund um Ostern in den Kirchen

Im Wedding leben viele Menschen zusammen. Nicht nur die Herkunft und Sprache, sondern auch ihr Bekenntnis zu einer Religion oder zum Atheismus unterscheidet sie häufig voneinander. Für alle, die hier leben, sind Karfreitag und Ostermontag gesetzliche Feiertage, in denen das öffentliche Leben eingeschränkt ist. Für die Christen unter den Weddingern ist die Zeit vor und an Ostern die wichtigste Zeit des Kirchenjahres. Heute, am Gründonnerstag, gedenken sie des letzten Abendmahls von Jesus Christus.  Am „stillen Tag“, dem Karfreitag, steht die Kreuzigung von Jesus Christus im Mittelpunkt des Gedenkens; dabei gibt es neben dem Gottesdienst am Morgen auch die Variante einer Gedenkfeier am Nachmittag. In einigen Weddinger Kirchengemeinden beginnt das Osterfest am frühen Morgen des Ostersonntags mit einer Feier, teilweise mit einem Gang über den Friedhof, und anschließendem Frühstück. Dabei werden mancherorts auch Osterfeuer entzündet, eine ursprünglich heidnische Tradition. In den katholischen Kirchen findet oft auch eine Speisensegnung nach polnischer Tradition statt. Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Gottesdienste, Feiern, Osterfeuer und Konzerte* im Wedding.

Kommt in unsere Kieze, wir beißen nicht!

Nicht gerade um die Ecke: das Rathaus Mitte in der Karl-Marx-Allee. Foto: Hensel
Nicht gerade um die Ecke: das Rathaus Mitte in der Karl-Marx-Allee. Foto: Hensel

Meinung Der Bezirk hat wieder Geld und kann Investitionen planen. Deshalb können nun auch einige Straßen und Gehwege saniert und umgestaltet werden. Im Wedding und in Gesundbrunnen stehen Baumaßnahmen in der Swinemünder Straße, in der Koloniestraße und in der Ungarnstraße an. Das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) hat gut zu tun, denn es plant und beauftragt diese Investitionen. Dabei soll das Amt auch noch die Bürger mitnehmen – offenbar keine leichte Aufgabe.

Wo ist die Weddinger Zeit geblieben?

Uhr
Uhr an der Kreuzung Osloer Straße und Prinzenallee. Foto: Hensel

Armbanduhren sind ein wenig aus der Mode gekommen. Die Zeit trägt der moderne Mensch auf dem Smartphone umher. Taschenuhren? Nur für Nostalgiker! Schaut eigentlich noch jemand auf die großen Zeitmesser, deren Zeiger sich seit ewigen Zeiten im öffentlichen Raum beharrlich im Kreise drehen? Ein kurzer Blick auf die Uhren im Stadtteil zeigt: ja, sie sind zumindest noch da. So tickt der Wedding!

Alte Karten und Stadtpläne beim Geschichtscafé

Historische Stadtpläne und Karten
Historische Pläne werden beim Geschichtscafé besprochen. Foto: Anno erzählt

Auf einer Karte und von oben betrachtet, ist das Brunnenviertel lediglich eine kleine Ausbuchtung des Weddings. Dieser Zipfel lag in den zurückliegenden 150 Jahren aber ganz und gar nicht am Rande. Mit historischen Stadtplänen will der Historiker Niklaas Görsch bei einem Geschichtscafé den kleinen Kiez am Humboldthain als Teil der großen Verkehrsgeschichte vorstellen. Am Sonntag, den 25. März nimmt er die Gäste  mit auf eine Zeitreise von den sandigen Anfängen des Stadtteils bis hin zur Gegenwart. Er schaut dabei besonders auf Schienen, Straßen und Linien.

Weddingmelder-Wochenschau #11/18

Der Plan zu Straßenumbenennungen im Afrikanischen Viertel soll die nächste Hürde nehmen. Grüne und SPD haben gerade verabredet, welche Namen sie favorisieren. Die Bezeichnungen  „Familie Bell“, „Anna Mungunda“ und „Cornelius Fredericks“ sollen kommen, der Nachtigalplatz, die Lüderitzstraße und die Petersallee sollen gehen. Der Vorschlag, den Platz umzuwidmen, so dass ein Vogel Namensgeber wäre, dürfte aktuell wenig Chancen haben. Und auch der Name des Widerstandskämpfers Hans Peters, nach dem die Petersallee benannt ist, bietet offenbar keinen leicht zu nehmenden Ausweg mehr. Abgestimmt wird in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) voraussichtlich am 22. März unter Tagesordnungspunkt 14.27 . Es steht nicht zu erwarten, dass die Mehrheit von Grünen und SPD sich im letzten Augenblick für einen anderen Weg der Dekolonisierung entscheidet. Anschließend soll der Kulturausschuss ab April die beschlossenen Namen auf die drei Straßen verteilen.   –  Und sonst? Es steht im Weddingmelder.