4 Parks für Weddinger, Teil 1

An Grünflächen sind wir im Wedding insgesamt nicht unterversorgt. Gerade deswegen sollten wir aber auch wissen, welche Parks sich wofür eignen und wohin sich ein Spaziergang ganz besonders lohnt. Im ersten Teil schauen wir uns im westlichen Teil des Wedding um. Bis zu fünf Punkte vergeben wir für jede Kategorie.

Weitläufig und voller Dinge zum Entdecken: Rehberge/Goethepark

Die größte Ansammlung von Grün- und Wasserflächen im Wedding ist eindeutig der Volkspark Rehberge als Landschaftspark, mit dem angrenzenden Goethepark, der Uferpromenade am Plötzensee, etlichen aufgegebenen oder noch betriebenen Friedhöfen und ausgedehnten Kleingartenanlagen. Das westliche Drittel des Ortsteils Weddings besteht also aus Wasser oder Grün – ein Pluspunkt, der dem gängigen Wedding-Klischee von trostlosen Mietskasernen total widerspricht.

für Kinder 3 Punkte (Rodelbahn, Wildschweingehege, Kinderplansche am Dohnagestell, kleine und nicht so spannende Spielplätze)

für Aktive 5 Punkte (Joggingstrecke, Freibad, Bootsverleih, Sportplätze, Tennisplätze, Trimm-Dich-Geräte)

für Entdecker: 5 Punkte (Seepromenade, Möwensee, Tanzring, Freiluftkino, Carl-Leid-Weg mit Rathenaubrunnen)

Gesamtwertung: 13 Punkte

 


Doppelt schön: der Schillerpark

1909 wurde dieser Park auf dem Gebiet der sandigen Wurzelberge angelegt, zum Teil auf Müllhalden. Zu Ehren des 150 Jahre zuvor verstorbenen Dichters wurde der Name Schillerpark gewählt – die Schillereiche erinnert noch heute daran. Neu war, dass die Wiesen als Spiel- und Liegewiesen genutzt werden konnten. Leider ist dieser 1913 eingeweihte Park zweigeteilt, denn die Barfusstraße zerschneidet ihn genau in der Mitte. Das Schillerdenkmal auf der Terrasse ist ein Nachguss des Begas-Denkmals am Gendarmenmarkt. Dafür wurde 1941 der ursprüngliche Rathenaubrunnen eingeschmolzen.

für Kinder 3 Punkte (Kinderplansche, Spielplätze Bristolstraße, große Spielwiese)

für Aktive: 4 Punkte (Joggingstrecke, große Spielwiese)

für Entdecker: 4 Punkte (Schillerdenkmal mit Bastion, Schillereiche)

Gesamtwertung: 11 Punkte

 


Sprengelpark: Eine kleine Welt mit Kiezatmosphäre

Auf dem freigeräumten Gelände einer früheren Flugzeugfabrik zwischen der Kiautschou- und der Sprengelstraße wurde bis 2007 unter Beteiligung von Anwohnern ein phantasievoller 10.000 qm kleiner Park angelegt. Hier wimmelt es von verschlungenen Wegen, kleinen Plätzen, überdachten Treffpunkten und kleinen Hügeln. Ideal für kleine Kinder.

für Kinder 5 Punkte (großer Spielplatz, Sandkasten, Bewegungsgeräte)

für Aktive: 3 Punkte (Basketballkorb)

für Entdecker: 2 Punkte (sehr klein, schöne Atmosphäre, Nähe zum Kanal)

Gesamtwertung: 10 Punkte

 


Park am Nordhafen: Nah am Wasser gebaut

Kanalblick im Park am Nordhafen

In den 1950er Jahren wurde an der Stelle, wo der Schiffahrtskanal zu einem Hafenbecken aufgestaut und viele Güter auf dem Wasserweg per Kran umgeladen wurden, ein Park am Rande des BAYER-Firmengeländes angelegt. Inzwischen wurde der Park ausgelichtet und umgestaltet. Er gehört zu einer langen Promenade am Kanal, die über den Sellerpark und den Invalidenfriedhof bis zur Spree führt. Am sanft abfallenden Hang bieten sich zu jeder Jahreszeit reizvolle Blicke auf das Hafenbecken.

Benotung: für Kinder 1 Punkt (kein Spielplatz, zwei Schaukeln an der nahegelegenen Sellerstraße)

für Aktive: 3 Punkte (lässt sich gut in Jogging– oder Fahrradstrecke einbinden)

für Entdecker: 3 Punkte (Picknick mit schönem Blick auf Wasser, interessante Geschichte als Hafen, Nähe zur Innenstadt)

Gesamtwertung: 7 Punkte


In Teil 2 geht es um:

  • Park am Nordbahnhof
  • Humboldthain
  • Mauerpark
  • Franzosenbecken

2 Kommentare
  1. ist der trend der zeit, erst verkommen lassen dann neu gestalten.landschaftsarchitekten wollen auch leben, Beispiel zeppelinplatz,rathausvorplatz,park am nordhafen.park am nordhafen super Beispiel pflege beschränkte sich auf rasen mähen einmal im jahr,kaum waren ein paar Jahrzehnte vergangen wird die Neugestaltung bejubelt.hat die nicht bayer bezahlt?

  2. Leider wird der Schillerpark viel zu wenig gepflegt. Scheint so als habe der Bezirk es aufgegeben. Insbesodere das Schillerdenkmal bedarf einer Renovierung und Neugestaltung. Im Sommer ist der Schilerpark fast schon übernutzt. Daran erkennt man, wie wichtig diese Parks für die Nachbarschaft sind.

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