Halbherzige Lösung für Fußgänger um Schillerpark

AKTUALISIERT AUGUST 2016: Im SchillerparkEin Ärgernis seit seiner Eröffnung im Jahr 1913: der Schillerpark ist durch die Barfusstraße in zwei Hälften geteilt. Für Parkbesucher bedeutet dies, dass sie bei einem Spaziergang vom Nord- in den Südteil – und umgekehrt – eine Straße mit Auto- und Busverkehr überqueren müssen. Das wird in Zukunft ungefährlicher für die Fußgänger werden. Zu verdanken ist dies unserem Leser Daniel. Er hat sich deshalb an den Bezirksbürgermeister, die Fraktionen in der BVV, den RBB und die Lokalzeitungen gewandt. Das Ergebnis ist nur eine halbherzige Lösung, dennoch ist das Engagement des Anwohners vorbildlich. „Ich bin überzeugt, dass der Schillerpark endlich eine Lobby verdient hat. Zu Unrecht fristet er ein Dasein am Rande von Mitte“, findet Daniel.

„Der Park ist, abgesehen von dem benachbarten Volkspark Rehberge, einer der Anziehungspunkte für Erholungsuchende, Spaziergänger, Sportler und Kindergartengruppen. Obwohl es an den Kreuzungen mit der Edinburger Straße und der Bristolstraße jeweils eine Ampel gibt, ist für Parkbesucher der am stärksten genutzte Übergang bisweilen ein gefährliches Unterfangen: Dort, wo die natürliche Verbindung der zwei Parkhälften besteht, genau in der Mitte zwischen den beiden Ampelanlagen, überqueren die meisten Parkbesucher die Straße.

Davon ausgehend, dass der Schillerpark und die umliegenden Wohnstraßen, spätestens mit der Schließung des Flughafens Tegel, zu einem noch attraktiveren Wohngebiet avancieren werden, würde eine fußgängerfreundliche Verbindung der beiden Parkhälften, diesen wieder zu einer Einheit bringen. Derzeit besteht eher die Situation, dass durch die Schneise der Barfusstraße zwei getrennte Parks bestehen.

An Fußgänger denken

Schillerpark

Zum einen wäre auf dem Teilabschnitt zwischen Edinburger Straße und Barfusstraße eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 sinnvoll. Dies könnte durch Schilder als auch durch auf den Straßenbelag aufgebrachte Hinweise umgesetzt werden und würde wahrscheinlich die kostengünstigste Variante sein.

Zum anderen, dazu ergänzend, könnte an der Fußgängerüberquerung in der Parkmitte ein Zebrastreifen entstehen, welcher dann nicht nur symbolisch eine Verbindung der zwei Parkhälften schaffen würde – und eine wesentlich sicherere Querung der Barfusstraße ermöglichte.“

Hauptstraße bleibt Hauptstraße

Nach Daniels Initiative hat auch die Verkehrslenkung Berlin (VLB) die unbefriedigende Situation geprüft. Leider ohne ein Ergebnis, das den Fußgängern Vorrang gibt.  „Es wird weder einen Zebrastreifen noch eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 geben, weil die Barfusstraße eine übergeordnete Hauptstraße ist“, teilt uns Daniel im August mit. Vielmehr will der Bezirk eine Mittelinsel schaffen, um das Überqueren zu erleichtern.

Eine halbherzige Lösung für das Problem der Straßenquerung, darauf also dürfen die Weddinger nun hoffen, denen der Park am Herzen liegt. Denn bei der Diskussion auf der Weddingweiser-Facebookseite zu dem Beitrag zeigte sich: überquellende Mülltonnen, die große Zahl an Kaninchen, jahrelange Vernachlässigung von Gebäuden und Denkmälern beschäftigen viele Weddinger, wenn sie an die beliebte Grünanlage denken. Nach über hundert Jahren hätte der Schillerpark in der Tat wieder eine größere Aufmerksamkeit verdient.

 


5 Kommentare
  1. Das Überqueren der Barfusstraße zwischen den Ampeln halte ich für einigermaßen gefährlich, da dort häufig Lastwagen parken und so die uneingeschränkte Sicht auf die gebogene Straße versperren.

    Wie wäre es mit einer schicken (kinderwagentauglichen) Fußgängerbrücke?

  2. Inzwischen gab es auch eine Reaktion der BVV Mitte: Einem entsprechenden Antrag der Linksfraktion, die Barfusstraße im Schillerpark auf Tempo 30 zu beruhigen und einen Fußgängerübergang zu schaffen, schlossen sich alle anderen Fraktionen an. Der Antrag wurde am 19.5.2016 in der BVV einstimmig angenommen – was mir der Vorsitzende der Linksfraktion per Mail mitgeteilt hat.
    Außerdem bekam ich Post von der Verkehrslenklung Berlin (VLB): Auch dort wird ein entsprechender Antrag geprüft und bearbeitet.
    Zusammen mit dem Votum der BVV stehen die Chancen auf Erfolg also gar nicht so schlecht! Ich bin angenehm überrascht, dass tatsächlich BVV und die Verkehrslenkung Berlin auf diese Weise auf meinen Vorschlag reagiert haben.
    Neben dem Weddingweiser hat zudem noch die Berliner Morgenpost am 19.5.2016 im Lokalteil einen Artikel über die Situation des Schillerparks veröffentlicht.
    Umso größer wird die Freude sein, wenn das Projekt tatsächlich umgesetzt wird!

  3. Sorry, aber das ist doch vollkommen unnötig. Ich bin seit Jahren sehr regelmäßig im Schillerpark unterwegs (und zwar in beiden Hälften). Das queren der Barfußstr. ist auch mittig vollkommen unproblematisch, zum einen ist das Verkehrsaufkommen auf dieser Straße im Normalfall relativ gering, zum anderen gibt es ja in kurzer Distanz in beide Richtungen Ampeln.

    In 90% der Fälle kann man über die Straße einfach rüberlaufen ohne überhaupt warten zu müssen.

    1. Stimmt mit dem Verkehr, höchstens zu Pendelzeiten wird es enger.

      Aber meine Erfahrung nach wäre gerade für Kinder und auch Ältere, die nicht mehr so schnell die Straße überqueren, ein durchgängiger Park sehr viel besser.
      Und gerade weil ja so wenig Verkehr die Barfußstraße langfährt, überwiegt der Gewinn für die Fußgänger / Parkbesucher in meinen Augen die Nachteile deutlich auf.

      Was ich mir wünschen würde:
      – Kein Parken mehr entlang der Straße, nur kurzes Halten erlaubt. So ist die Sicht für Fußgänger frei, aber man kann noch jemanden abholen oder kurz den Picknick-Korb auspacken. Parkplätze gibt es entlang der anderen angrenzenden Straßen am Park genug, besonders Ungarnstraße ist fast immer viel frei!

      – Breiter Zebrastreifen, oder eine Bedarfs-Ampel für Autofahrer, die auf grün schaltet wenn einAuto kommt, oder auf einen „normalen“ Betrieb bei viel Verkehr, damit es für alle zügig weiter geht.

      – Straße optisch verschmälern: Breite Haltezone mit flach-bepflanzten Kübeln o.ä. unterbrochen – wenig Umbauen nötig, aber Park sieht zusammengehöriger aus, die Pflanzkübel bieten „gefühlte Sicherheit“ für Fußgänger und Abgrenzung zur Straße, aber man verschwindet nicht dahinter wie bei parkenden Autos, und für Autofahrer wird klar: Achtung, vorsichtig fahren. Die breite Haltezone macht das Halten komfortabler und sicherer (Kinder aus dem Auto aussteigen lassen, den Pciknick-Tisch mit genügend Platz und Abstand zur Straße auspacken etc.).

      – und Tempo 30 oder weniger wären immer noch die Kirsche auf der Sahne für mich 😉

  4. Ein großer Zebrastreifen, das habe ich schon so oft gedacht…toll zu sehen, dass sich eventuell etwas tut.

    Angesichts des Sportplatzes an der Barfußstraße wäre Tempo 30 oder weniger die Kirsche auf der Sahne.

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