Wandern rund um den Wedding (Teil 1)

… und auf grünen Wegen mitten durch die Stadt! Denn dass der Wedding nicht überall ein tristes Häusermeer ist, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Jede Menge Gewässer, Parks, Grünzüge und Kleingärten durchbrechen das Straßen- und Gebäudegewirr. Verbindet man die vielen grünen Wege zu einem 12 Kilometer langen Rundwanderweg, kann der Wanderer mitten in der Großstadt erstaunlich viele ruhige Ecken entdecken.

Kartenbasis: Openstreetmap
Kartenbasis: Openstreetmap

Klar, wir befinden uns in einer Großstadt. Deshalb ist es an der ein oder anderen Stelle grau in grau, aber im Großen und Ganzen verfügt der Wedding über recht viele Querverbindungen, die die Parks und Grünzüge zusammenbringen. An den mit einem Stern gekennzeichneten Stellen könnt ihr gut einkehren.

Im Uhrzeigersinn

Wir haben einmal den Pekinger Platz* im Sprengelkiez als Startpunkt für eine Umrundung gewählt. Hier folgt das Nordufer dem Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts trennt er Wedding und Moabit. Wer mag, kann hier direkt ans Ufer hinabsteigen, denn dort ist der frühere Treidelpfad auf weiten Teilen begehbar. Wer dem Nordufer* nach Westen folgt, kommt am Robert-Koch-Institut, am Virchow-Klinikum und am gegenüberliegenden Westhafen vorbei. Bis zum Wäldchen am Eckernförder Platz ist der Weg gut ausgebaut, dann muss die verkehrsreiche Seestraße überquert werden.

See, Parks, Kleingärten

Ole von Voßkuhl hat’s mit dem PlötzenseeGeradeaus geht es hinab zum Uferweg am Plötzensee, doch wer sich nach 100 Metern schräg rechts hält, kommt nach Überquerung des Dohnagestells in den Goethepark. Dieser kleine Park ist hinter der Transvaalstraße mit dem Volkspark Rehberge verbunden, den wir an seinem Rand streifen. Nach einer kleinen Anhöhe geht es geradeaus zum Möwensee, einem natürlichen wildromantischen See, an dem man sich nicht mehr in der Großstadt wähnt.

Rathenaubrunnen Rehberge

Der Uferweg endet am Freiluftkino*, und nach rechts geht es zwischen Möwensee und Sperlingsee weiter auf die Petersallee. An der Ecke Nachtigalplatz überquert man die Afrikanische Straße, geht für 100 Meter in die Togostraße und biegt gleich links in die Kleingartenanlage Togo e.V. An der Müllerstraße kommt links schon der Eiffelturm vor dem Centre Francais* in Sicht – auf dem kleinen Weg vor der Holzkonstruktion gelangt der Wanderer zur Themsestraße und biegt dann in die Edinburger Straße ein. Diese führt bald zum Schillerpark. Egal, auf welchem Weg man diesen durchstreift, in jedem Fall ist die Barfusstraße zu überwinden.

Vom Schillerpark zum Pankeufer

Der Schillerpark

Ein schmaler Streifen Schillerpark zieht sich auf der Höhe von der Bastion mit dem Schillerdenkmal bis zur Brienzer Straße. Wer in diese links einbiegt, gelangt auf einem Abstecher bald zum kreisrunden Schäfersee, der schon zu Reinickendorf gehört. In der anderen Richtung umrundet man auf der Ungarnstraße und der Armenischen Straße das Kombibad. Die Verkehrsschneise Seestraße lässt sich auf Höhe Armenische Straße dank einer Fußgängerampel überqueren. Die Iranische Straße beginnt als kleiner Fußweg und führt schnurgerade vorbei am Jüdischen Krankenhaus. Nun gilt es, gar nicht grün, die Exerzierstraße bis zu der Badstraßenbrücke* über die Panke zu überwinden, doch ab jetzt wird es wieder parkartig.

Immer an der Panke lang

Entlang der Gropiusstraße geht es hinter dem imposanten Amtsgerichtsgebäude entlang, und ab der Schönstedtbrücke* man kann auf beiden Seiten des Flüsschens flanieren. An der Wiesenstraße befindet sich ein Gedenkstein in Form eines großen Findlings. Weiter geht es über die Pankstraße und unter der hässlichen Betonbrücke der Ringbahn hindurch. Dann geht es windungsreich zwischen Industriedenkmälern entlang – links das ehemalige Obdachlosenasyl der „Wiesenburg„, rechts eine ehemalige Wäschefabrik. An der Gerichtstraße weitet sich wieder der Blick, und der Flusswanderweg führt durch einen in den 1950er-Jahren mit Hilfe des Marshall-Plans angelegten Grünzug. Am Ende stoßen wir auf die Liesenstraße im Südpankepark, wo ein Denkmal direkt am Mauerverlauf an die deutsche Einheit erinnert.

Zurück am Kanal

Foto: D_Kori

Nun heißt es scharf rechts in die Chausseestraße abbiegen. In der Boyenstraße müssen wir bis zur Straße An der Kieler Brücke gehen und in diese einbiegen. Hier, am imposanten Abspannwerk Scharnhorststraße, stürzt die Panke in ein Vorbecken, das man an seinem Rand auf einer Brücke überquert. Hier treffen wir wieder auf den Schiffahrtskanal. Den ursprünglichen Zweck des Nordhafens kann man heute nur noch erahnen, aber direkt unterhalb der Sellerstraßenbrücke gemahnt eine Metallplatte an den Standort eines Ladekrans. Der Park am Nordhafen wurde 2015 neu gestaltet und fällt sanft zum Wasser ab. Nun muss man noch einmal die Fennstraße überqueren, die Tegeler Straße* entlanggehen und in die Lynarstraße abbiegen, um wieder zurück an den Pekinger Platz* zu kommen.

Und unser Fazit: der Wedding ist nicht rot, sondern blau und grün!

Weglänge: 12,5 Kilometer (ohne Abstecher zum Schäfersee)

Die Strecke zum Download: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=vqtkjxzvkaawnhgy
„*“ = Cafés, Restaurants zum Einkehren vorhanden

Hier geht es zum Teil 2 rund um den Bahnhof Gesundbrunnen


5 Kommentare
  1. Schöne Route! Und auch nett geschrieben…

  2. Tolle Strecke. Gibt es einen Link zur OpenStreetMap-Route?
    Danke für den super Tipp, Michael

  3. Ich fühle mich trotz im Gesundbrunnenwohnend seit der blöden Gebietsreform….wohne in d Neuen Hochstr.immer noch zum WEDDING zugehörig….wenn man doch mehr wanderungswillig ist:den HUMBOLDTHAIN mit einschlieesen!!!!!!!!der wurde aussen vorgelassen.Wedding bleibt Wedding-auch „Gesundbrunnen“

    1. Das verstehen wir total. Wir arbeiten noch eine zweite Tour aus: Humboldthain – Franzosenbecken – Mauerweg

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