Auf die Kufen Wedding!

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Das Mitführen großer Taschen wird mit einem schrillen Triller aus der Pfeife des Chefs vom Dienst bestraft. Sicher ist sicher. Niemand soll aufgrund von Übergepäck auf der Eisfläche stürzen oder andere Eisläufer zu Fall bringen. Sicher ist sicher. Da hätte bestimmt auch die „Mutter des Wedding“ genannte Namenspatronin zugestimmt. Im 1967 erbauten und 1987 nach der ehemaligen Bezirksbürgermeisterin Erika Heß benannten Anlage wird nicht eines Taschen-Ungleichgewichtes wegen gestrauchelt und auf dem Hosenboden umhergerutscht! Im Erika-Heß-Eisstadion in der Müllerstraße haben unzählige Weddinger das sichere Laufen auf zwei Kufen erlernt. Und auf der Eisfläche ist in dieser wie in jeder Saison jede Menge los.

hess3Die Eislaufsaison auf der Freiluftfläche hat in diesem Jahr bereits Mitte Oktober begonnen und geht bis Mitte März des Folgejahres. In dieser Zeit ist hier in der Weddinger Müllerstaße unabhängig von der Wettervorhersage immer Winter und fast immer Eislaufzeit. Die Eislaufbahn ist stets gut besucht, am Eingang stehen die Weddinger Schlange. Immer einer halbe Stunde vor der Laufzeit beginnt der Einlass. Auf dem Eis: viele Jugendliche, Familien, Anfänger und geübte Eisläufer. Hier ist Alt und Jung auf den Beinen, mit selbst gestrickten Pudelmützen, dicken Jacken und warmen Wollschals. Selbst die Kleinsten finden hier genug Platz für erste Laufversuche. Dazwischen drehen die Profis, natürlich rückwärts, ihre Runden – ganz cool im kurzen T-Shirt und ganz ohne Mütze oder Schal.

Für 3,30 Euro (Kinder: 1,60 Euro) können alle, die die Stadionordnung achten, auf der Eisfläche zur Musik im Oval schlittern. An vier Abenden die Woche gibt es Spätlaufzeiten, zwei Mal können sich Frühaufsteher ab 7.30 Uhr über eine freie Bahn freuen. In der Woche ist immer von 12 bis 14 Uhr die Eisfläche in der Halle geöffnet, allerdings nur für Erwachsene. In den Berliner Schulferien, also auch in den bevorstehenden Herbstferien, können Kinder dort auch mitlaufen.

hess4Wer keine eigenen Kufen griffbereit hat, kann Schlittschuhe ausleihen. Die eigenen Schlittschuhe werden auf Wunsch geschliffen. Einen kleinen Imbissstand gibt es auch. Was es nicht gibt, sind Schränke zum Einschließen der Straßenschuhe. Oder der nicht mitzuführenden großen Taschen. Wie im Theater gibt es aber eine richtige Garderobe mit Garderobiere. Pro Person muss man für diesen Service in der Winterzeit 1 Euro bezahlen. Dafür muss man wirklich keinen Anpfiff riskieren.

Mo 9-12 Uhr + 15-17.30 Uhr
Di 7.30-9 Uhr + 9-12 Uhr + 15-17.30 Uhr
Mi 9-12 Uhr + 15-17.30 Uhr + 19.30-21.30 Uhr
Do 7.30-9 Uhr + 9-12 Uhr + 15-17.30 Uhr + 19.30-21.30 Uhr
Fr 9-12 Uhr + 15-17.30 Uhr + 19.30-22 Uhr
Sa 9-12 Uhr + 15-17.30 Uhr + 19.30-22 Uhr
So + Feiertag 9-12 Uhr + 14-17 Uhr

hess2Laufzeiten nur für Erwachsene in der Halle (in den Berliner Ferien dürfen auch Kinder mitlaufen): Mo-Fr 12-14 Uhr

Text und Fotos: Dominique Hensel

Müllerstr. 185, U Reinickendorfer Str.

Tel. 030 200945555

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