Wie stark beeinflusst Corona die Weddinger Bevölkerung?

Alle Kameras sind auf das Robert-Koch-Institut gerichtet

Seit Ende letzter Woche sind die Weddinger Straßen etwas weniger belebt als gewohnt. Das gute Wetter lockt noch viele Menschen in die Parks, aber spätestens wer Montagmorgen zur Arbeit musste, hat teilweise leergefegte Straßen anstelle der täglichen Rush-Hour erlebt. Wo möglich, wird Home Office angewiesen. Und so schleppten viele nicht nur die vorletzte Packung Klopapier aus der Drogerie, sondern auch die Computerbildschirme aus den Büros in die eigenen vier Wände. Gewappnet für eine eventuelle Ausgangssperre. Bisher bleiben die meisten Leute auf freiwilliger Basis zu Hause – aber abgesehen davon gibt es Berufe, zum Beispiel im medizinischen und pflegerischen Bereich, wo Home Office nicht machbar ist.  Und wer in den letzten Tagen einmal zu späterer Stunde im Drogerie- oder Supermarkt war, kann sich vorstellen, was Verkäufer:innen tagtäglich gerade durchmachen. Wir haben unsere Leserschaft per Facebook-Umfrage gefragt, wo und wie sie heute den beruflich-privaten Tag verbringen.

Fast ein Drittel arbeitet von zu Hause

Ein Hoch auf unsere digitale Welt. Knapp 33 Prozent unserer Leser:innen haben die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten und damit das stark erhöhte Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumlichkeiten zu vermeiden. Wie effektiv sich das Ganze gestaltet, ist wahrscheinlich jedoch sehr abhängig von den individuellen Jobbedingungen und der jeweiligen Situation zu Hause. Denn auch Kitas und Schulen haben geschlossen und Eltern sehen sich gezwungen, ihren Alltag umstrukturieren.

Die Hälfte muss zum Arbeitsplatz

Trotz Krisensituation gibt es Berufe, die unmöglich von zu Hause aus zu erledigen sind. Supermärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Tankstellen, Großhandel, Banken und Poststellen bleiben geöffnet.

Unterstütze deine „Local Heroes“, solange es die Situation zulässt

Auf circa die Hälfte aller, die an unserer Umfrage teilgenommen haben, trifft das zu. Die Hälfte davon wiederum, da sie in systemrelevanten Berufen arbeiten. Die Andere, weil sie es noch müssen oder ihre Jobbedingungen das weiterhin zulassen. So ist der Restaurant- und Cafébetrieb, aber auch der von Friseursalons, bisher unter strengen Auflagen mit eingeschränkten Zeiten erlaubt.

 

(Vorübergehend) arbeitslos durch Corona

Dass es bei der gesamten Corona-Debatte nicht mehr um die Gesundheit des Einzelnen, sondern um das Zusammenbrechen unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systems geht, wird uns immer mehr bewusst. Vor allem für das Gesundheits- und Sozialwesen ist die zu erwartene Vervielfachung der Infektionszahlen kaum stemmbar. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Schließung von Club- und Barbetrieben und allen öffentlichen sowie privaten Kultureinrichtungen wird auch von den betroffenen Beitreiber:innen weitestgehend eingehalten.

Sogar die 24/7 Kneipe „Zum Magendoktor“ muss erstmals in ihrer Geschichte dicht machen

Doch die existenzielle Bedrohung, gerade für Kleinunternehmen, ist groß. Eine Weddingerin beispielsweise rät deshalb vor allem die Gastronom:innen dazu auf, Hilfe beim Jobcenter zu suchen. Sie hat sich vorübergehend arbeitslos gemeldet, da alle Aufträge für ihr Cateringunternehmen abgesagt wurden. Knapp 10 Prozent aller, die an der Umfrage teilgenommen haben, ergeht es wie ihr.  Noch ist völlig unklar, wie lange – und damit auch wie stark – der Coronavirus vor allem Freiberufler:innen, Kunstschaffende und/oder Kleinunternehmen eindämmen und beeinträchtigen kann. Um eben diese bedrohten Betriebe vor einer bevorstehenden Schließung zu schützen, sollten wir die Augen offen halten im Kiez. „Viele Restaurants und Caterings, die noch dürfen, verkaufen gerade ihre Vorräte oder liefern in ihrem Kiez sogar frei Haus oder bieten außer Haus Essen an.“, schreibt sie. 

Freiwillige Quarantäne

Die Kurve der Erkrankten hinkt der Kurve der Infizierten um bis zu zwei Wochen hinterher, da viele Infizierte erst nach zwei bis 14 Tagen Symptome zeigen. In den letzten Tagen fordern viele Initiativen dazu auf, freiwillig zu Hause zu bleiben, um sich selbst, aber vor allem auch alle Mitmenschen zu schützen. Unter dem Hashtag #staythefuckhome machen Tausende mit.

Nicht zuletzt wünschen wir Euch allen, die zur Risikogruppe gehören, erkrankt oder in angeordneter Quarantäne sitzen, alles Gute. Auch, wenn es schwer erscheint, bleibt zu Hause und nehmt die sich fortschreitende Viruserkrankung ernst! Solltet ihr auf Hilfe angewiesen sein, können wir vermitteln. Über eine Facebook- und Telegramm-Gruppe verbindet „Wedding Solidarisch“  Hilfswillige und Hilfesuchende, um gemeinschaftlich durch die Corona-Zeit zu kommen.


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