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Schönster Ort im Wedding:
Abriss der Fischerpinte – Bootsverleih am Plötzensee am Ende?

14. April 2026
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Ein Abriss der Fischerpinte ist nach dem Tod des bisherigen Pächters realer als je zuvor. Und das Bezirksamt lässt in den Aussagen auf unseren Fragenkatalog mitschwingen, dass unser Autor daran eine Mitschuld habe, so seine Empfindung. Aber der Reihe nach.

Block vom Plötzensee auf die Fischerpinte
Blick vom Plötzensee auf die Fischerpinte

Ostermontag. Spaziergänger starren auf das ausgeblichene Schild „Bootsverleih am Plötzensee“. Vor dem verschlossenen Gitter der Fischerpinte stehen drei weitere Menschen. Eigentlich sind es sogar vier, den Säugling unter der Jacke übersieht man schnell. Eine Radfahrerin hält an. „Das wäre ja so typisch und so unnötig“, sagt sie, nachdem ich erwähnt habe, dass es abgerissen werden soll.

100 Jahre Idylle

Seit rund 37 Jahren war Wolfgang Düring Pächter der Fischerpinte. Ein Weiterbetrieb nach dem Tode oder Verkauf an andere wurden irgendwann im Pachtvertrag ausgeschlossen, das Areal, auf dem die Hütte steht, gehört dem Bezirksamt. Das Gute: Kein dubioser Schicki-Micki-Investor mit viel Geld im Koffer konnte diesen Ort kaufen. Andererseits: Stirbt Herr Düring, stirbt die Pinte. So die Haltung des Bezirkamtes. Eine öffentliche Ausschreibung, wie andernorts üblich, sollte ebenfalls nicht ermöglicht werden. Bei Geschäftsaufgabe Rückbau auf eigenen Kosten, im Falle des Todes müssten die Erben ran.

Nun ist Herr Düring verstorben.

Zeitsprung. Die Geschichte der Pinte beginnt in den 1920er Jahren. Auf Fotos von damals ein Steg mit Booten zu erkennen, auf Karten von 1931 ein Gebäude an der heutigen Hausnummer eingezeichnet und laut Branchenbuch von 1946 befindet sich Bootshaus an derselben Adresse. Auf einer Postkarte, wahrscheinlich aus den 1950er Jahren ist die Fischerpinte eindeutig zu erkennen. Die gesamte Szenerie erinnert in Teilen an heute.

Die Jahre vergingenerst einmal.

Zwischen 1922-1929 wurde der Volkspark Rehberge angelegt. Hauptziel war es, für die in viel zu kleinen Wohnungen lebende, von hohen Mieten geplagte Weddinger Bevölkerung einen Ort der Erholung zu schaffen – im Verbund mit dem Plötzensee und dem benachbarten Goethepark.

Die Jahre vergingen – die Pinte stand.

1953 dann wurden Teile der Rehberge und des Plötzensees unter Landschaftsschutz gestellt. So entstand das LSG-06 Volkspark Rehberge.

Die Jahre vergingen – viele Jahre.

Karte des Landschaftschutzgebietes Rehberge. Mit dazu gehören Bereiche neben dem Plötzensee.
Das LSG. Unten der Plötzensee, daneben Goethepark und Rehberge darüber. Link zum Geoportal Berlin

Der erste Warnschuss

Die Pinte wechselte in all den Jahren ab und zu den Besitzer. Die Mauer fiel, das Grundstück ging vom Senat an den Bezirk über und kurz zuvor kam Herr Düring als neuer Pächter auf den Plan. Viel mehr tat sich nicht. Die Fischerpinte fristete unbehelligt ihr Dasein.

2022 dann verstarb Dürings Frau Monika. Für viele war sie die „Chefin der Pinte”, war sie doch täglich „unten am See” präsent. Mit Sauerstoffgerät neben dem Tisch, Zigarette in der Hand und Berliner Freundlichkeit auf den Lippen. Doch laut Pachtvertrag war sie nicht die Chefin, sonst wäre 2022 abrupt Schluss gewesen.

Wir titelten damals voller Sorge: Älter als Groß-Berlin: Bootsverleih Fischerpinte am Plötzensee darf nicht verschwinden! Und es tat sich was. Tagesspiegel, BZ, Morgenpost, Berliner Kurier, RTL und der rbb waren am Steg.

Die Pinte hatte die Aufmerksamkeit, die sie nie wollte, aber so dringend benötigte. Es kam zur Abstimmung in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte: Bootsverleih Düring am Plötzensee erhalten (Antrag Linksfraktion): Ergebnis: JA – keine Nein-Stimme, keine Enthaltung. Seltene Einigkeit.

Das Bezirksamt wurde durch den Antrag aufgefordert, die Weichen für einen Weiterbetrieb zu stellen.

Plötzlich Hoffnung

In den Jahren 2022 und 2023 suchte ich Kontakt zur damaligen Stadträtin. An der Pinte fand ein Ortstermin mit dem Amtsleiter und der Stadträtin statt und man war sich zumindest einig, dass dieser Ort womöglich erhalten bleiben kann. Details gab es zwar nicht, aber eine grobe Richtung wurde seitens des Bezirksamts angedacht: Die Idee der „Naturpinte“ war geboren. Fischerpinte erhalten, dazu Umweltbildung. Die Zeitungen titelten euphorisch: „Fischerpinte“ soll als Naturschutzstation weiterleben (Morgenpost); Berliner Bootshaus vor Abriss gerettet: „Fischerpinte“ soll Naturschutzstation werden (Tagesspiegel)

Da ein Ort aber auch „totgerettet“ werden kann, ließ ich sicherheitshalber in der BVV nachfragen, ob sich Feierabendbierchen und Umweltbildung vertragen. Einen Konflikt sah man nicht. Also alles wie immer. Fischerpinte bleibt, Umweltbildung obendrauf. „Pinte neu denken”. Der Bootsverleih dagegen werde weiterhin kritisch gesehen, er werde aber geprüft: „Es gibt Berichte, dass Boote der Fischerpinte genutzt werden, um die geschützten Uferbereiche zu erreichen”, hieß es damals.

Die Monate vergingen. Bis jetzt.

Nachdem ich das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) sowie das Umwelt- und Naturschutzamt über den Tod von Herrn Düring informiert hatte, war nach anfänglich positiven Austausch plötzlich nicht mehr von einem Fortbestand die Rede. Das Erbe war zu dem Zeitpunkt bereits ausgeschlagen. Hieß es doch 37 Jahre lang Rückbau und Abriss auf Kosten der Erben. Denn schriftlich, oder rechtsverbindlich Garantien gab es trotz der Bemühungen in den Jahren zu vor bisher nicht. Verständlich also. Aber: Sobald die Hütte wieder in den Besitz des Bezirks übergeht, muss abgerissen werden, hieß es nun.

Fragen an das Bezirksamt

Nach dem negativ gehaltenen Feedback haben wir uns nochmal direkt an Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger und die Pressestelle das Bezirksamts gewandt. Alle Antworten sind unten auch in voller Länge zum Ausklappen am Ende des Artikels nachlesbar.

Antworten zusammengefasst und gekürzt. (Das + Symbol zum ausklappen nutzen.)

01) Hat es einen Sinneswandel im BA gegeben; wenn ja, woher kommt dieser?
Nein. Eine Neuverpachtung wurde stets aus Umweltschutzgründen ausgeschlossen. Zwar bestand nach dem BVV-Beschluss 2022 politischer Wille zum Erhalt, doch das Bezirksamt teilte lediglich mit, beide Aspekte ‚berücksichtigen‘ zu wollen. Der Kontakt zu Herrn Düring sei erfolglos geblieben, eine weitere Planung daher nicht möglich gewesen.

02) Wieso wird nicht nach anderen Lösungen gesucht, den Weiterbetrieb der Pinte zu ermöglichen?
Die damalige Bezirksstadträtin tauschte sich vor Ort mit Ihnen, Andaras Hahn, über die Zukunft der Fischerpinte aus. Sie sollten eine Positionierung des Pächters zur möglichen Nutzungsübergabe einholen. Das Bezirksamt hatte auf eine baldige Rückmeldung gehofft, um noch zu Lebzeiten des Pächters eine Lösung zu finden.

Dazu später mehr.

Auch ein Bootsverleih mit gastronomischer Nutzung ist im Landschaftsschutzgebiet nicht mit dem Umweltschutz vereinbar.

Bei einer Umweltschutzbetrachtung hat diese Abwägung keine Priorität.

Die Bezirksbürgermeisterin ist fachlich nicht zuständig. Der zuständige Bezirksstadtrat prüft derzeit die vertraglichen Optionen nach dem Erbfall. Es geht um eine Abwägung zwischen urbaner Lebensqualität und Naturschutz im Landschaftsschutzgebiet. Das Umwelt- und Naturschutzamt plädiert eindeutig gegen einen weiteren Betrieb — auch weil Wildbaden die Ufer- und Brutbereiche geschädigt habe. Es sei bekannt gewesen, dass eine Lösung zu Lebzeiten von Herrn Düring hätte gefunden werden müssen.

Eine kurzfristige Lösung ohne den Erben sei unwahrscheinlich. Das Amtsgericht prüfe den Erbverzicht. Die Vertragslage sei eindeutig.

*Alle Antworten sind am Ende des Textes in voller Länge nachzulesen.


Schwer zu verstehen

All das ist für Menschen, die bisher nicht in den Strukturen eines Amtes denken mussten, kaum greifbar. Es werde geprüft, es sei eindeutig, es wurde ausgeschlossen, es wird abgewogen, es sei nicht vereinbar. Die Bezirksbürgermeisterin ist nicht zuständig (das war nicht die Frage) und hat offiziell keine Meinung dazu, so die Pressestelle.

Aber vor allem ein Vorwurf trifft mich: Der Kontakt zum Pächter wurde nicht hergestellt, es gab keine Rückmeldung und ich, also der Autor und Initiator, hätte für keine baldige Rückmeldung des Pächters gesorgt. Wohl wissend um die zeitliche Relevanz. Nun war’s das eben. So wirken diese Antworten auf mich.

Das stimmt – aber nur teilweise. Nach dem Ortstermin 2022 mit der damaligen Stadträtin und dem Amtsleiter an der Pinte hatte ich Herrn Düring ,wie vereinbart, kontaktiert. Wir trafen uns in seiner Stammkneipe. Nach einigen Bieren und einem langen Abend war ich meinem persönlichen Abriss näher als die Pinte ihren. Ich fragte zuvor die finanziellen Eckpfeiler ab, denn die Pinte war nicht nur sein Geschäft, sie war auch seine Rente und sein Lebensunterhalt, auch wenn er selbst schon lange nicht mehr vor Ort war. Ebenso war Thema, was er sich unter einer Abstandszahlung vorstelle. Die Daten benötigte ich nicht, sondern das Bezirksamt für mögliche weitere Planungen. Nach der Übermittlung dieser Informationen kam der Hinweis, Herr Düring solle am besten zum Sozialamt gehen und sich beraten lassen, welche Leistungen ihm zustünden.

Dies war bei einem mittlerweile über 80-jährigen, sturen Geschäftsmann, der Ämtern ohnehin nicht traute, nahezu unmöglich. Zumal wir in keinerlei familären Beziehung standen. Und so tat sich nichts. Eine spätere E-Mail vom Bezirksamt, ob es Neuigkeiten gebe, blieb von mir leider unbeantwortet. So weit, so zutreffend.

Was nicht erwähnt wurde

Es stimmt aber auch – und das wurde nicht erwähnt –, dass ich mich einige Zeit später, als die damalige Stadträtin nicht mehr im Amt war, erneut erkundigte, ob das Thema noch einmal aufgegriffen und irgendetwas für den Erhalt schriftlich fixiert werden könne. Die Aussage daraufhin: Man kann sich keine politische Konstellation vorstellen, bei der es wirklich zum Abriss komme. Eine vorzeitige Ausschreibung sei aktuell fraglich und im Fall des Falles ganz schnell umsetzbar. Eine mögliche Abstandszahlung? Nein, das stand natürlich außer Frage.
Außerdem werde sich der Ort (Fischerpinte) noch mal bei Gelegenheit (ohne mich) angeschaut. Schriftlich gebe es aktuell nichts. Der Bezirk Mitte sei so groß, die Pinte so klein im Verhältnis, dass aktuell keine Mitarbeitenden damit beauftragt werden, den Vertrag anzufassen, sofern es keinen akuten Handlungsbedarf gebe. Wenn es so weit sei, bekomme man das schnell hin.

Weshalb mir das so im Gedächnis ist? Im Glauben, dass der Bezirk schon wisse, was er tue, hatte ich diese Informationen damals zufrieden an Freunde weitergegeben. Schriftlich. Wird ja alles gut ausgehen für den Wedding. Dachte ich damals.

Nun ist der akute Handlungsbedarf eingetreten. Und die Pinte bleibt zu.

Sonnenuntergang auf dem Plötzensee

Sonnenuntergang auf dem Plötzensee

Was den Plötzensee wirklich rettet

Der Nutzungsdruck auf den See wird weiter zunehmen. Zu Recht werden die sensiblen Uferbereiche mit höheren Zäunen geschützt. Nicht die Badenden im See sind das akute Problem, sondern jene Menschen, die die geschützten Ufer betreten und dadurch Erosion verursachen, hieß es noch letztes Jahr beim Spaziergang mit dem Bezirksamt um den Plötzensee.

Auch aus diesem Grund wird das Baden an der Steintreppe ganz offiziell geduldet — das Sitzen am 100 Jahre alten Steg der Fischerpinte soll dagegen ganz offiziell ein Ende finden.

Eine wachsende Stadt, überhöhte Mieten und enge Wohnungen. Im Jahr (1926) 2026 einen Ort aufzugeben, der wie kein anderer für die Verbindung von Mensch und Natur stehen könnte, ist ein Fehler. Die kleine Pinte hat sich in den letzten 100 Jahren so unauffällig in die Landschaft eingefügt, dass selbst langjährige Weddinger sich hin und wieder fragen, wieso sie diesen Ort bisher übersehen haben.

Man stelle sich vor: Infotafeln erklären, warum im Plötzensee kaum noch Frösche quaken, welche Rolle die Waschbären dabei spielen und warum diese vielleicht doch nicht so cool sind, hinter ihrer Maske. Eine weitere, warum das Ufer besonders geschützt werden muss und was Sediment- oder Wassereintrag bedeuten. Eine weitere Tafel, wieso hier jederzeit Schildkröten ihren Hals aus dem Wasser recken könnten oder warum der Plötzensee überhaupt seinen Namen trägt. All das auf niedrigschwellige, sichtbare und vor allem erlebbare Weise.

Steg der Fischerpinte (2025)

Egal, ob Touristen, Familien mit kleinen und großen Kindern oder Studierende, die am Steg Kniffel spielen. Aufklärung über und Verständnis für Natur. Dazu weht einem ein kühler Wind um die Nase, während in Hörweite die meistbefahrene Straße Deutschlands, die A100, verläuft. An der Pinte ist all das vergessen und möglich zugleich. Willkommen im Landschaftschuzgebiet.

Vormittags dürfen Schulklassen die Boote nutzen, um die Umgebung zu erkunden, oder Kindergruppen starten von hier aus ihre Exkursionen und nehmen Wasserproben. Alles ist denkbar und machbar. Es gibt mehr als eine Idee und mehr als eine Möglichkeit, den Ort neu zu denken. Durch einen Abriss würde man keinen Naturraum schaffen, sondern eine Lücke hinterlassen.

Pseudoargumente wie „Die Boote wurden benutzt, um das Ufer illegal anzusteuern“, verlieren ihre Wirkung, wenn man nach konkreten Zahlen fragt. Bereits 2023 hieß es auf Nachfrage, dass nicht bekannt sei, ob es sich um Leihboote der Fischerpinte oder um die überall erhältlichen aufblasbaren Boote (23,37 € bei Lidl) handelt. Auch Zahlen lagen nicht vor. Gegen ein solches Verhalten gibt es mittlerweile auch technische Lösungen, wenn man denn möchte. Und dass so etwas in 37 Jahren mal passiert sein wird: ja, bestimmt.

Die Fischerpinte liegt nicht nur am Fernradweg Berlin-Kopenhagen und ist somit ein Einstieg in das urige Berlin, sondern auch an einem der 20 Grünen Hauptwege durch Berlin. Wir haben mittlerweile zwar super Radwege im Wedding, aber bald keine Orte mehr, an denen man anhalten kann.

Biene von der Fischerpinte mit Fernglas
Biene von der Fischerpinte mit Fernglas (2022)

Wie soll ein Uferschutz an der südlichen Stelle des Plötzensees möglich sein, wenn eine Kontrollinstanz wie die Crew der Fischerpinte nicht mehr anwesend ist? Die Antwort der Pressestelle erschließt sich mir nicht.

Fotomontage

Was trägt mehr zum Umweltverständnis bei? Einen gewachsenen und verwachsenen Ort abzureißen oder den bestehenden Ort zu schützen und durch einfache Maßnahmen aufzuwerten?

Und gerade weil das Grundstück dem Bezirk gehört, ist es eine der wenigen Möglichkeiten, mit einer öffentlichen Ausschreibung das Beste für diesen Ort rauszuholen. Umso unverständlicher, diese Chance nun zu vernichten. Eine vorübergehende Nutzungserlaubnis, um diese Saison zu retten, wäre doch denkbar — so dass man in Ruhe an die Zukunft denken und alles rechtlich vorbereiten kann.

Mir ist bewusst, dass wir uns in einem Landschaftsschutzgebiet befinden. Aber: Politik und Verwaltung sollten nicht nur regieren, sondern auch reagieren und gestalten.

Wenn aktuelle Gesetze oder Verordnungen jedoch aus der Zeit gefallen zu sein scheinen, hilft es nicht, sich damit abzufinden. Es bedarf einer Überarbeitung, Lösungsansätzen, Verfügungen oder anderer Mittel vonseiten der Politik. „Die Welt besteht nicht nur aus Einsen und Nullen“, sagte der derzeitige Stadtrat vergangenes Jahr bei einem Ortstermin zum Thema „Baden im Plötzensee“.

Genau hier wäre es möglich, dies zu zeigen.


Ende:

Nach 100 Jahren soll nun Schluss sein. Während die Pinte sich als Naturpinte neu erfinden wollte, bleibt die Politik in starren Mustern stecken.
Die Pinte mag auf der großen Karte von Berlin-Mitte nur wie ein kleiner Punkt erscheinen. Doch Kommunalpolitik ist das, was den Bezirk im Innersten zusammenhält. Und hier zerbricht gerade etwas. Politik und Einwohner entfernen sich immer weiter voneinander. Ausgerechnet an einem so unscheinbaren Ort wie der Fischerpinte könnte man sich wieder näher kommen. Mensch, Politik und am Ende die Natur – so wie es einst geplant war. 1920 und jetzt, über 100 Jahre später.

Meine Hoffnung: Amt und Politik rappeln sich nochmal auf und erfinden sich ebenfalls neu. Genau wie die Pinte es geplant hatte. Der Wedding hilft auch mit.


Anbei die Antworten in voller Länge:

Es hat keinen Sinneswandel gegeben. Bisher hat das Bezirksamt vergeblich versucht über Sie und den von Ihnen vorgeschlagen Kontaktweg Kontakt zu dem Pächter herzustellen.

Leider erfolglos.

Eine Neuverpachtung oder Untervermietung wurde auch in der Vergangenheit aus Umweltschutzgründen als nicht möglich erachtet (siehe Große Anfrage 0382/VI aus Juni 2022)

Gleichwohl bestand ein breiter zivilgesellschaftlicher und politischer Wille, die „Fischerpinte“ mitsamt Bootsverleih als authentische Weddinger Institution zu erhalten.

In der Beantwortung des BVV-Beschlusses hat das Bezirksamt Ende 2022 lediglich mitgeteilt, dass es versucht bei seinen weiteren Planungen, beide Aspekte zu berücksichtigen.

Leider hat uns von Herrn Düring keine Rückmeldung erreicht, die eine weitere Planung möglich gemacht hätte.

Die seinerzeit zuständige Bezirksstadträtin hat sich mit Ihnen, Andaras Hahn, vor Ort darüber ausgetauscht, wie die Zukunft der Fischerpinte gestaltet werden könnte. Hierbei wurde an Sie auch der Wunsch herangetragen, als Grundlage für weitere Überlegungen oder Verhandlungen eine entsprechende Positionierung des Pächters einzuholen, wie eine Nutzungsübergabe aus seiner Sicht gestaltet werden kann. Auch im Anschluss hat es noch einen schriftlichen Austausch gegeben. Das Bezirksamt hatte hier auf eine baldige Rückmeldung gehofft, um noch zu Lebzeiten des Pächters eine gute Lösung finden zu können.

Auch auf Nachfrage hat es aber nach unseren Erkenntnissen keine substanziierten Rückmeldungen gegeben, so dass die bilateralen Überlegungen leider nicht vorangehen konnten.

Auch ein Bootsverleih mit gastronomischer Nutzung ist im Landschaftsschutzgebiet nicht mit dem Umweltschutz vereinbar.

Bei einer Umweltschutzbetrachtung hat diese Abwägung keine Priorität.

Die Bezirksbürgermeisterin ist fachlich nicht zuständig. Der zuständige Bezirksstadtrat hat aber bereits das Bezirksamt gebeten, die vertraglichen Optionen in Folge des Erbfalls zu prüfen.

Letztendlich geht es um eine Abwägung zwischen urbaner Lebensqualität, der idyllischen Lage des Bootsverleihs und den Ansprüchen des Umwelt- und Naturschutzes, welchem hier im

Landschaftsschutzgebiet besondere Bedeutung zukommt. Das Umwelt- und Naturschutzamt müsste bei einer Fortführung des Betriebs einer Ausnahmegenehmigung zustimmen.

Problematisch ist, dass in den letzten Jahren der Uferbereich und die Nist- und Brutplätze durch das Wildbaden stark gelitten haben. Das Umwelt- und Naturschutzamt plädiert daher

aus fachlicher Sicht eindeutig dafür, keinen weiteren Betrieb zuzulassen.

Es war auch Ihnen bekannt, dass alternative Lösungsoptionen zu Lebzeiten von Herrn Düring gemeinsam mit ihm hätten gefunden werden müssen.

Ohne den Erben wird eine kurzfristige Lösung nicht für wahrscheinlich gehalten. Das Amtsgericht hat nun zu prüfen, wie mit dem kolportierten Erbverzicht umzugehen ist.

Zudem ist die Vertragslage eindeutig.


Bilder aus 2022 – Fotos: Andaras Hahn @siehs_mal


Andaras Hahn

Andaras Hahn

Schreibt assoziativ, weiß aber nicht, was das heißt und ob das gut ist. Macht manchmal Fotos: @siehs_mal
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36 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Hier mal die wichtigsten Kernaussagen vom heutigen Abend:

    Der Stadtrat findet den Zugang zum Plötzensee „nicht schön“. Ich wiederhole es gerne: Er findet den Zugang zum Park „nicht schön“. Die Vermüllung und die exzessive Partynutzung rund um den See, aber auch im Park selbst, scheinen hingegen kein Problem zu sein.

    Der Stadtrat scheint eine ungefähre (oder sogar genaue) Vorstellung vom Nachfolgeprojekt zu haben: öffentlicher Pier, Bistro, 24 Stunden zugänglich, gemeinnütziger Betreiber. Gleichzeitig soll das Ganze aber ausgeschrieben werden (???). Wahrscheinlich wird das Projekt über den Bezirk subventioniert werden müssen. Zahlen dürfen also alle dafür. Möglicherweise hat der Bezirk sogar bereits einen bevorzugten Betreiber im Blick, was Fragen hinsichtlich der Ausschreibung aufwerfen würde.

    Einerseits sagt der Stadtrat, das Wildbaden solle aus Gründen des Umweltschutzes verhindert werden. Andererseits würde mit dem Pier gerade ein neuer Hotspot für das Wildbaden entstehen und das Ökosystem vermutlich stärker belastet werden als bisher. Diesen Widerspruch konnte der Stadtrat nicht auflösen.

    Fraglich ist auch, ob ein solcher öffentlicher Pier nicht gegen den Pachtvertrag mit dem Strandbad Plötzensee verstoßen könnte, etwa wenn dadurch die Einnahmen des Pächters erheblich beeinträchtigt würden.

    Der Stadtrat sprach davon, dass die neue Anlage 50 Jahre halten solle. Wenn man ihn ernst nimmt, dürften also wahrscheinlich über Jahrzehnte Kosten für das Land Berlin entstehen. Anstatt das Gelände weiterhin privat zu verpachten und damit Arbeitsplätze zu sichern, soll dort nun ein öffentlich finanziertes Projekt entstehen.

    Dann warf der Stadtrat den Gästen vor, sie würden dem Staat misstrauen. Hm, warum nur?

    Außerdem sagte der Stadtrat, er wolle alles transparent machen – Verträge, Ausschreibungen, E-Mail-Austausch und Gerichtsakten.

    Natürlich waren sich auch wieder einige bekannte Mitglieder der BVV nicht zu schade, ihre 5 Minuten Statements abzugeben (anstatt Fragen) – insbesondere Personen von der Linken in Mitte. Dadurch blieb weniger Zeit für die Wortbeiträge der anwesenden Bürger. Ich frage mich ehrlich, warum manche BVV-Mitglieder bei solchen Veranstaltungen offenbar das Bedürfnis haben, selbst ausführlich zu sprechen, statt den Bürgern möglichst viel Raum zu geben. Ich dachte immer, Bürgerbeteiligung hätte Vorrang.

    Der letzte Redner hatte übrigens das beste Statement: Im Park ist vom Naturschutz faktisch kaum noch etwas übrig. Nicht einmal den Eichenprozessionsspinner bekommt das Amt in den Griff. Wildbaden, Müll und andere Probleme bestehen bereits. Warum also kann die Pinte nicht bleiben? Keine Antwort.

    Danke an die Kirche, schade um die schlechte Moderation. Entweder ganz Bürgerdialog oder Parteiveranstaltung. Letzteres wollen die Leute, wohl eher nicht.

  2. Vielleicht könnte eine Online-Teilnahme bei der Versammlung für Freitag 18.30 Uhr zum Thema in der Kapernaum-Kirche eingerichtet werden. Abgesehen von der Geschichte des Plötzensees und der Bootsvermietung kann bei letzterer kaum von einer Umweltgefährung gesprochen werden. Die Vermietung beschränkte sich auf Tret- und Ruderboote, hielt sich im Rahmen und war erschwinglich. Ganz andere, für die Umwelt belastende Dinge (z.B. häufige akkustische Belastung aus dem nahegelegenen Freibad, Feuerwerke im Umkreis) werden ja hingenommen.

  3. Danke für diesen sehr informativen Artikel und die Fortsetzung. Falls jemand (wie ich zuerst) nur den Artikel hier gesehen hatte, hier auch die Info:
    „Am Freitag, dem 12. Juni um 18:30 Uhr findet ein moderiertes Bürgergespräch in der Kapernaumkirche, Seestraße 35, statt. Der amtierende Stadtrat Christopher Schreiber, Initiativen, der Verein Fischerpinte Plötzensee und die gesamte Öffentlichkeit sind eingeladen, um sich in einem moderierten Rahmen mit dem Bezirksamt über die Zukunft der Fischerpinte auszutauschen.“

    Da kann ich leider nicht, wünsche mir aber eine sachliche und gut informierte Diskussion. In den Kommentaren hier fällt mir schon eine gewisse Einseitigkeit auf und das wird dann nicht zum Erfolg führen.

  4. Meine Meinung dürfte Ihnen missfallen Herr Hahn , aber rein rechtlich dürfte kaum eine Chance für den Weiterbetrieb bestehn.

    „Und hier zerbricht gerade etwas. Politik und Einwohner entfernen sich immer weiter voneinander.“

    Genau, aber nicht wegen dem Bezirksamt, sondern weil viele in der BVV das Thema politisch ausschlachten, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
    Die werden morgen ihre Vorträge halten. Sie werden zuhören. Sie werden vielleicht hoffen. Aber realpoltisch wird nichts passieren. Und der Grund ist der, dass die BVV Landesgesetze nicht aushebeln kann und auch nicht der Bezirk. Deswegen, schauen Sie bitte alle, wenn Sie im September im Bezirk wählen und bewahren Sie sich davor Ihre Energie aufgrund falscher Versprechen zu verpulvern.

    Und natürlich, da haben Sie vollkommen recht Herr Hahn. Die Art und Weise wie Ihnen das Bezirksamt geantwortet hat ist ungangemessen. Dafür ist der Bezirk aber schon bekannt.

      • Das ist der Wahlkreis des direkt gewählten Abgeordneten Sven Rissmann (CDU) und des über die Liste gewählten Abgeordneten Mathias Schulz (SPD).

        • Ich darf versichern, aus einer gut unterrichteten, glaubwürdigen Quelle, dass der „Weddingwegweiser“ das Büro von Sven Rissmann (CDU) angefragt, und trotz Osterfeiertage eine umfangreiche Antwort erhalten hatte. Zudem wurde zusätzlich ergänzend über die Anfragen der CDU-Fraktion in der BVV informiert. Leider wurden diese Sachverhalte nicht in den Berichtdes „Weddingwegweiser“ berücksichtigt.

          • in diesem Bericht wurde gar keine Partei erwähnt, weil der eh schon so lang war. Was übrigens auch so kommuniziert wurde, dass nicht klar ist.ob, politische Statementes den Weg in den Artikel finden.

            Es gibt ja den Nachfolge-Artikel, dort wurden alle Parteien erwähnt.

  5. Es ist wirklich frustrierend zu sehen, wie hier wieder einmal Entscheidungen getroffen werden, die offenbar komplett am Willen der Weddinger vorbeigehen. Die Fischerpinte ist seit Jahrzehnten ein gewachsener Ort der Erholung und gehört für viele einfach zum Kiez dazu – und trotzdem wird sie jetzt unter Verweis auf starre Vorgaben geopfert, ohne ernsthaft nach Lösungen zu suchen.

    Gerade weil es laut Artikel ja sogar politischen Willen zum Erhalt gab, wirkt es umso unverständlicher, dass am Ende doch einfach der Abriss als „alternativlos“ dargestellt wird. (Weddingweiser) Dieses typische Behörden-Argumentieren mit Zuständigkeiten und Vorschriften löst kein Problem – es schiebt es nur weg.

    Was hier fehlt, ist der echte Wille, gemeinsam mit den Menschen vor Ort Lösungen zu entwickeln. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass Verwaltung und Politik in ihren eigenen Strukturen feststecken, während ein Stück gelebter Kiezkultur verschwindet.

    Ich hoffe wirklich, dass sich jemand findet, der die Zeit und Energie hat, eine Initiative auf die Beine zu stellen – vielleicht auch mit einer Unterschriftenaktion. Denn wenn von politischer Seite nichts kommt, muss der Druck eben von unten wachsen.

    Politik sollte endlich anfangen, mit den Menschen zu arbeiten – und nicht über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden.

    Viele Grüße von einem Urweddinger

  6. Geht wohl auch im Weddingweiser immer nach dem Motto – ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!

    Zur Erinnerung… das ist das gleiche Amt, dessen unsägliche Polleritis hier immer und ausgiebig goutiert wird!
    Geliefert, wie bestellt!
    Radwege, Poller überall UND Fischerpinte weg – aber bitte kein CherryPicking!
    Zumindest kann ich sagen: Ich habe die nicht gewählt!

    • Die Verkehrsberuhigungsmaßnamen sind demokratisch legitimiert. Sie werden seit Jahren von Anwohnenden gefordert und wurden in abgeschwächter Form vom Bezirk umgesetzt. Demokratie heißt nicht dass jeder seinen Willen kriegt.

      • dass nicht jeder SEINEN Willen kriegt, gilt ja dann auch für Anwohner, wenn jedes Leben erstickt wird. und das passiert gerne mit der Legitimation durch Rettung der Um-Welt. was der Demokratie auch eventuell den Rest gibt, ist dass, immer wenn der Wille des Wählers berücksichtigt wird, man sich den passenden Wähler aussucht, der dann im Willen zu dem eigenen Willen passt, und die anderen mit dem Argument, es ist rechtfertigt zur Einschränkung durch das Mandat, wie man sagt, abspeist. nicht jeder der mitredet hat die Kenntnisse und wir leben in einer Großstadt da muss man sich damit abfinden das andere vor der Haustür mal fahren oder sich mal erholen wollen an einer Fischerhütte wo ringsum dann entsprechend Naturschutz betrieben werden kann. nur vom Naturschutz kann eine Gesellschaft nicht leben, da pervertiert sich das grüne denken. ob es immer Menschenfreundlichkeit im Sinne der Menschheit ist, der zu umweltschützenden Maßnahmen führt, das bezweifle ich nun schon sehr oft

  7. hat da jemand was von Grünem Reich gesagt? da gibts nur noch Bäume, Naturschutz, Poller, usw 🤣🤣🤣

    Menschen mit ihren niedrigen Bedürfnissen stören

  8. Die Linke-Berlin-Mitte veranstaltet diesen Freitag den 17.04.2026 ab 16:00 einen Infostand vor der Fischerpinte,, um mit den Nachbar*innen vor Ort in den Austausch zu kommen. Vielleicht ist das ja eine Möglichkeit sich zu vernetzen.

  9. WIR müssen also gemeinsam die Initiative ergreifen. Wie macht man so etwas konkret?
    Andaras Hahn hat ja schon sher viel unternommen. Sollten wir alle uns am Wochenende an der Fischerpinte treffen?
    Petition/Unterschriften sind das eine, aber die Umsetzung (Umweltschutzprojekte, neue Betreiber – viellleicht auch ohne Bootsverleih? usw.), da braucht es Leute oder eben eine der Umweltorganisationen mit Knowhow, Beziehungen und Geld, oder?
    Sonntag, 19.04., 13 Uhr an der Fischerpinte?

    • Und was war mit der umfangreichen Aktion der Kleingärtner am Charles-Corcelle-Ring? Als hunderte Parkplätze wegfielen?
      Oder gibt es hier zwei unterschiedliche Maßstäbe?
      Am überheblichen Verhalten von Schriener und Remlinger kann man ablesen, wie die Mehrheitsmeinung der Wähler den Verantwortlichen egal ist, bzw. wie dem Urnenpöbel das eigene, links-grüne Denken aufgestülpt wird!

  10. Ich bin entsetzt, da ich mich schon so darauf gefreut hatte bald wieder dort gemütlich zu sitzen, bei Kaffee und Kuchen. Dieser Ort darf nicht verloren gehen, durch Entscheidungen von Leuten die keine Ahnung haben…

  11. Etwas, dass sich 100 Jahre für die Menschen in Berlin bewährt hat bedarf Schutz und nicht Abriss, menschenfreundliche Politik und nicht behördliche Willkür. Danke für die ausführliche Information.

  12. Hey, danke für diesen Artikel. Ich verfolge das Thema schon seit einigen Jahren und bin wirklich sehr traurig darüber. Dieser Ort bedeutet mir viel und sollte unbedingt erhalten bleiben. Mich würde auch interessieren, ob es bereits eine Petition gibt. Falls nicht, sollten wir unbedingt gemeinsam eine starten.

  13. Danke für den Artikel und die Einblicke in das Denken & Handeln der politisch Verantwortlichen im BA Mitte. Die Arroganz, die aus den Antworten seitens der Verwaltung unter Remlinger und Schriner spricht ist mir als Anwohnerin von Mitte leider nur allzu bekannt.

    In den 1970er und 80ern war ich als junge Weddingerin mit Freund/innen oft und gerne am Steg der Fischerpinte, später dann auch hin und wieder mit den Kindern, die inzwischen herangewachsen sind und den Ort ebenso lieben wie ich. Heute komme ich seltener dort vorbei, würde mir aber tatsächlich wünschen, dass dieses Berliner Kleinod für Entspannung und Umweltbildung erhalten wird.
    Wenn es eine entsprechende Petition gibt, dann bin ich dabei.

  14. Dass ausgerechnet „Pinten“-Besucher zu Spaziergängen am Ufer entlang aufbrechen, obwohl es von der Pinte aus gar nicht betretbar ist? Oder dass die Bootsfahrer in Ufernähe auf Grund laufen und dann ins Wasser gehen, um das Ufer zu betreten — beides ist an den Haaren herbeigezogen. – Ich könnte schreien über die jahrelange Ignoranz des Bezirksamts!

    Ich bin selber Naturschützer und Naturschwimmer und kenne die Verhältnisse am und im Plötzensee sehr gut. Mit seinem Plakaten über die Horrorstory vom getöteten Schwan hat das Bezirksamt die rationale Auseinandersetzung verlassen und bis heute nicht zu ihr zurückgefunden.

    Die Probleme entstanden, weil das städtische Freibad für die Jugend des Wedding und Moabits in eine Partylounge mit Seeblick für gut betuchte Auswärtige umgewandelt wurde. In dem Party- und Longdrinkbetrieb sind weder Feierabendbiere noch Schwimmer vorgesehen Dieses Bad schreckt Schwimmer durch seine Preise und Öffnungszeiten ab. Zum Beispiel gibt es keine Jahreskarte. – Aber das Bezirksamt hält um jeden Preis an dieser Partynutzung = Zweckentfremdung des Freibads fest. Es schadet damit der Gesundheit und dem Glück der Weddinger und der Moabiter.

    In fachlicher Sicht hat die „Fischerpinte“ mit alledem wenig zu tun, jedoch das Bezirksamt hat sich in seine Rechthaberei verrannt und kommt da nicht mehr heraus.

      • Wenn sich jetzt eine INITIATIVE bildet und Druck macht, müssen die Bezirkspolitiker Farbe bekennen! Denn im September wird die Bezirksverordnetenversammlung des Bezirks Mitte (BVV) neu gewählt, zugleich mit der Abgeordnetenhauswahl.

        Ich denke, es geht vor darum, die Privatisierung des Freibads rückgängig zu machen. Sie ist Ursache der Badeverbote und der Folgeprobleme.

        • Am Samstag (12:00-18:00) findet ein Kiezfest mit Politiker:innen der Linken am Manga-Bell-Platz statt. Vielleicht bietet sich das als Ort zur Vernetzung an?!

  15. Früher habe ich den Plötzesee geliebt. Jetzt ist er für mich Symbol von starrköpfiger Bürokratie und es macht keine Freude mehr hinzugehen. Die einzige Nutzung ist nur noch über das extrem teure Strandbad möglich. Für mich als Student keine Option. Dieser See sollte für die Bewohner nutzbar sein. Hohe Zäune, Infotafeln und Abriss. Was bleibt gefällt nur kalten Menschen.
    Hier den Naturschutz über das Erholungsbedürfnis der Stadtbewohner zu stellen wird zu einem andauerndem Kampf zwischen Natur und Bewohnern führen. krank. Hier sieht man doch wie Kompromisse aussähen.

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