Musik aus dem Wedding :
Vagabund: Musiker vereinen sich mit Brauern

Ein Lebensstil. Musik. Und Bier aus dem Wedding.

Kicker Dibs. Foto: Tobi­as Schult

Das Vaga­bund­sein ist ein Lebens­stil, der auch im Wed­ding einen Platz fin­det. Die Band Kicker Dibs ver­öf­fent­lich­te am 21. Mai 2021 ihr Debüt­al­bum ‚Vaga­bund‘ in Koope­ra­ti­on mit der Wed­din­ger Braue­rei Vaga­bund

Seid ihr schon mal auf einen ech­ten Vaga­bun­den getrof­fen? Oder seid ihr viel­leicht selbst einer? Für die­je­ni­gen, die mit die­sem Begriff nichts anfan­gen kön­nen: Ein Vaga­bund ist ein nicht-sess­haf­ter Mensch, er oder sie ist immer in Bewe­gung und lässt sich nir­gends für län­ge­re Zeit nie­der. Damit iden­ti­fi­zie­ren sich heu­te beson­ders vie­le jun­ge Men­schen, für sie ist das Vaga­bund­sein schon fast zu einem Lebens­stil gewor­den.

Und genau über die­sen Lebens­stil ver­öf­fent­lich­te die Band Kicker Dibs am 21. Mai ihr ers­tes Album, pro­du­ziert von Man­fred Faust. „Nicht jeder Track han­delt von dem Vaga­bun­den­da­sein, aber es ist schon das Haupt­the­ma, das sich wie ein roter Faden durch das Album zieht“, erzählt Niki, der Front­mann der Band. Er selbst hat auch das Vaga­bund­sein im wei­te­ren Sin­ne gelebt, denn inner­halb von Ber­lin sei er schon durch vie­le Bezir­ke gezo­gen, bis er schließ­lich im Wed­ding ange­kom­men sei – hier füh­le er sich am wohls­ten. Auch die ande­ren Band-Mit­glie­der ver­kör­pern das Gefühl. Die Jungs ken­nen sich mitt­ler­wei­le seit 15 Jah­ren; 2016 haben sie auch schon eine EP zusam­men her­aus­ge­bracht und im Lau­fe der Jah­re vie­le Sin­gles, doch zu einem kom­plet­ten Album sei es erst jetzt gekommen. 

Wer sich jetzt fragt, wel­ches Gen­re die Band bedient und wel­chen Sound das Album hat, den wird die Ant­wort zunächst nicht befrie­di­gen: „Die Leu­te wol­len einen immer in Schub­la­den packen, aber wir mögen es, einer­seits auf die Kacke zu hau­en und ande­rer­seits mögen wir auch den Moment dazwi­schen, wenn es ruhi­ger wird.“, erzählt Niki. Das Album sei eine Mischung aus Rock und Indie, die Tex­te lyrisch und poe­tisch, aber auch mit einem Hang zur Pop-Musik. 

Ich fin­de, dass das auch zum Vaga­bund­sein passt. Denn ein Mensch, der stän­dig in Bewe­gung ist, der sam­melt Ein­drü­cke und Inspi­ra­tio­nen aus den ver­schie­dens­ten Tei­len der Welt – und das hat eben Ein­fluss auf die Musik, die dar­aus ent­steht. Den­noch sei der der Sound ver­dich­tet und folgt einer Linie, sodass die acht Tracks ein run­des Ding ergeben. 

Bier und Musik 

Wir im Wed­ding haben aber noch eine ande­re Ver­bin­dung zum Vaga­bund­sein, näm­lich die Braue­rei Vaga­bund mit ihren zwei Bars. Auch die drei ame­ri­ka­ni­schen Betrei­ber haben den Lebens­stil gelebt, bis sie „den Weg nach Deutsch­land gefun­den haben“ oder genau­er: in den Wed­ding. Und wie der Zufall – oder das Schick­sal – es so will, war Niki im Ent­ste­hungs­pro­zess des Albums eines Abends bei Vaga­bund und an dem Abend ist auch die Idee für eine Koope­ra­ti­on ent­stan­den: ein hel­les Indie­rock-Bier, mit einem Bild der Band­mit­glie­der als Eti­kett, wel­ches bei Vaga­bund vor Ort oder online zu erwer­ben ist. Die Idee kam bei den Betrei­bern sofort sehr gut an, denn sie selbst sind eben­falls musik­be­geis­tert; jedes ihrer Bie­re hat eine eig­ne Play­list auf Spo­ti­fy, mit Lie­dern, die zu dem Bier pas­sen. Und weil das Kick Dibs Album zusätz­lich mit den Wor­ten Tan­zen­ge­hen, Frei­heit und Freund­schaft zu beschrei­ben ist, passt es per­fekt zum Kon­zept der Wed­din­ger Brauer.

Das Album ist aber natür­lich auch seit dem 21. Mai auf alles Strea­ming-Platt­for­men erhält­lich und dar­über hin­aus plant die Band eine Tour im Früh­jahr 2022 mit 20 (!) Ter­mi­nen in Deutschland.

„Das Album schließt einen Abschnitt ab und wir sind schon an der Arbeit für das zwei­te Album.“, teasert Niki zum Schluss. Es scheint, als hät­te die Band mit die­sem Debüt­al­bum das Eis durch­bro­chen, sodass wir uns in Zukunft auf mehr freu­en können.

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