Ungewöhnliche Sportarten im Wedding (Teil 2)

Radballspieler: Ungewöhnliche Sportarten
Foto: Rad­sport­ver­ei­ni­gung Ber­lin Nord

Anfang Okto­ber hat­ten wir Euch unge­wöhn­li­che Sport­ar­ten im Wed­ding vor­ge­stellt, dar­un­ter Lacros­se, Cri­cket, Disc Golf und Ame­ri­can Foot­ball. Von Kiez­Sport­Lot­sin Susan­ne Bür­ger wur­den wir sofort dar­auf hin­ge­wie­sen: Es gibt noch mehr davon! Des­halb haben wir sie gleich um einen Gast­bei­trag gebe­ten. Und jetzt erfahrt ihr alles über Korb­ball, Rad­ball und vie­les mehr. 

Korbball

snater.com, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org

Die Spiel­idee wur­de 1896 als eigen­stän­di­ge deut­sche Vari­an­te des Bas­ket­balls ent­wi­ckelt. Die Kör­be ste­hen jedoch frei im Spiel­feld, es gibt kein Ziel­brett. Zwei Mann­schaf­ten ver­su­chen, den Ball so oft wie mög­lich in den geg­ne­ri­schen Korb zu wer­fen und Tref­fer in den eige­nen Korb zu ver­hin­dern. Jeder Korb wird dabei von einer Korb­hü­te­rin bewacht, die nicht grö­ßer als 1,78 Meter sein darf. In Deutsch­land wird Korb­ball als Wett­kampf­sport aus­schließ­lich von Frau­en und Mäd­chen gespielt.

In Ber­lin ist Korb­ball nur durch den Sport­ver­ein „Ber­li­ner Tur­ner­schaft“ ver­tre­ten. Trai­nings­ort ist die Sport­hal­le der Gott­fried-Röhl-Grund­schu­le (Ungarn­stra­ße 75). Im Som­mer wird auch drau­ßen im Schil­ler­park gespielt.

Radball

Foto: Rad­sport­ver­ei­ni­gung Ber­lin Nord

Die Sport­art ist 1883 von Kunst­rad­fah­rern erfun­den wor­den. Gespielt wird Rad­ball mit einem spe­zi­el­len Fahr­rad, erkenn­bar am hohen Len­ker mit lan­gen gebo­ge­nen Len­ker­hol­men und der lan­gen waa­ge­rech­ten Sat­tel­stüt­ze. Der Sat­tel befin­det sich ganz weit hin­ten, dort wo auf einem nor­ma­len Rad der Gepäck­trä­ger wäre. Durch die star­re Nabe ist das Ste­hen im Tor erst mög­lich, der Spie­ler kann auch rück­wärts­fah­ren. Der Ball ist aus Stoff und wiegt 500 bis 600 Gramm.

Beim Zwei­er-Rad­ball besteht eine Mann­schaft aus zwei Spie­lern, dem Tor­wart und Feld­spie­ler. Der Tor­hü­ter darf im Feld spie­len und umge­kehrt. Der Ball darf nur gespielt wer­den, wenn Hän­de am Len­ker sind und Füße auf den Peda­len ste­hen. Kopf­bäl­le sind erlaubt.

Bei der Rad­sport-Ver­ei­ni­gung Nord Ber­lin e.V. wird im Wed­ding in der Sport­hal­le der Eri­ka-Mann-Grund­schu­le (Utrech­ter Stra­ße 25 ‑27) trai­niert, außer­dem noch in Moa­bit in der Sport­hal­le der Hein­rich-von-Ste­phan-Gemein­schafts­schu­le (Neu­es Ufer 6, 10553 Berlin).

Faustball

Faustball Wedding-Cup, Schillerpark, (c) privat
Faust­ball Wed­ding-Cup, Schil­ler­park, © privat

Das Spiel sieht ein biss­chen so aus wie Vol­ley­ball. Wich­tigs­ter Unter­schied: Der Ball darf nach jeder Ball­be­rüh­rung auf dem Boden auf­pral­len. Je Spiel­zug wird der Ball meist drei­mal von einem Team gespielt (Annah­me, Zuspiel, Angriff). Statt eines Net­zes gibt es ein rot-wei­ßes brei­tes Band in zwei Metern Höhe.

Ein Team besteht aus fünf Feld­spie­lern. Das Spiel­feld ist 20 x 25 Meter groß, die Spie­ler lau­fen zum Teil wei­te Wege, um den Ball zu errei­chen. Ziel ist es, den Ball so über das Band zu spie­len, dass das geg­ne­ri­sche Team den Ball nicht zurück spie­len kann.

Im Wed­ding ist die Sport­art durch den Wed­ding-Cup bekannt, das welt­größ­te Tur­nier, das von der Faust­ball­ab­tei­lung der Ber­li­ner Tur­ner­schaft im Schil­ler­park ver­an­stal­tet wird. Der 35. Wed­ding-Cup ist für das Wochen­en­de 17./18.04.2021 geplant.

Die Trai­nings­or­te von „BT“ lie­gen alle­samt im Wed­ding: Sport­hal­le der Gott­fried-Röhl-Grund­schu­le (Ungarn­stra­ße 75), nur im Som­mer auf dem Han­ne-Sobek-Sport­platz (Oslo­er Str. 42 – 62), nur im Win­ter Sport­hal­le des OSZ Gesund­heit (Schwy­zer­str. 8) und ganz­jäh­rig in der Loui­se-Schroe­der-Hal­le (Loui­se-Schroe­der-Platz).

Wasserball

Foto: Schwimm-Club Wedding

Wer erfolg­rei­cher Was­ser­ball­spie­ler wer­den möch­te, muss sehr gut und mög­lichst schnell schwim­men kön­nen. Die bevor­zug­ten Tech­ni­ken sind Krau­len und Was­ser­tre­ten. Was­ser­ball wird in einem abge­grenz­ten Feld im Was­ser gespielt. Zwei Mann­schaf­ten ver­su­chen, den Ball durch geschick­tes Tak­tie­ren und Abspie­len in das geg­ne­ri­sche Tor zu wer­fen. Ziel des Spie­les ist es, mehr Tore als die geg­ne­ri­sche Mann­schaft zu erzie­len. Im Spiel­feld schwim­men sechs Feld­spie­ler und ein Tor­hü­ter, dazu kom­men sechs (oder acht) wei­te­re Aus­wech­sel­spie­ler. Jeder Spie­ler muss eine Kap­pe mit einer Num­mer tra­gen, die Kap­pe des Tor­hü­ters ist rot. Es darf belie­big oft gewech­selt wer­den. Ein Spiel dau­ert vier­mal acht Minuten.

Der Schwimm-Club Wed­ding Ber­lin hat eine Jugend­ab­tei­lung für Was­ser­ball (7 – 13 Jah­re), das Män­ner­team spielt in der zwei­ten Was­ser­ball-Liga, Hash­tag #nur­der­kiez. Trai­nings- und Spiel­ort ist das Hal­len­bad des Kom­bi­bad Seestraße.

Synchronschwimmen

Synchronschwimmerin
Foto: Schwimm-Club Wedding

Beim Syn­chron­schwim­men zei­gen die Schwim­me­rin­nen Cho­reo­gra­fien mit anmu­ti­gen und akro­ba­ti­schen Figu­ren im Was­ser, syn­chron zur Musik und alle gleich­zei­tig. Die Sport­art kann als Solo, Duett oder in der Grup­pe aus­ge­führt werden.

Beherrscht wer­den müs­sen Ele­men­te aus dem Boden­tur­nen und Tan­zen, vie­le Figu­ren wer­den unter Was­ser geschwom­men. Das macht Syn­chron­schwim­men zu einer sehr kräf­te­zeh­ren­den und anspruchs­vol­len Sport­art. Die Bewe­gun­gen mit Armen und Bei­nen sind sehr kom­plex. Für Sprün­ge und Flug­fi­gu­ren dür­fen die Schwim­me­rin­nen unter Was­ser zum Bespiel nicht den Boden des Schwimm­be­ckens berüh­ren. Die Sport­art ist sehr leistungsorientiert.

Syn­chron­schwim­men – ursprüng­lich eine Män­ner­sport­art – wird heu­te fast aus­schließ­lich von Frau­en betrie­ben. 2015 gab es eine Regel­än­de­rung, die auch Män­nern die Teil­nah­me an inter­na­tio­na­len Wett­be­wer­ben erlaubt.

Beim Schwimm-Club Wed­ding Ber­lin kön­nen Mäd­chen ab 6 Jah­ren Syn­chron­schwim­men ler­nen, müs­sen min­des­tens den Frei­schwim­mer haben. Trai­niert wird im Hal­len­bad des Kom­bi­bad See­stra­ße, jedoch auch im Stadt­bad Mär­ki­sches Vier­tel und in der Schö­ne­ber­ger Sportschwimmhalle.

Rollkunstlauf

RollschuheKunst­vol­le Sprün­ge, Pirou­et­ten und Schritt­fol­gen kön­nen auch auf Roll­schu­hen aus­ge­übt wer­den. Rollkunstläufer*innen tra­gen jedoch beson­de­re Roll­schu­he. Sie bestehen aus einem Schuh (oder Stie­fel), einem Gestell, vier Rol­len und einem Stop­per. Jeder Bestand­teil wird nach unter­schied­li­chen Anfor­de­run­gen, je nach Dis­zi­plin, für ver­schie­de­ne Boden­ar­ten und je nach Emp­fin­den sowie Leis­tungs­ni­veau des/der Läufer*in ausgewählt.

Beim WERC – dem Wed­din­ger Eis­lauf- und Roll­sport-Club kön­nen Anfänger*innen im Frei­zeit­sport die Grund­la­gen des Roll­schuh­lau­fens erler­nen und mit Ele­men­ten des Roll­kunst­laufs „auf­pep­pen“. Alle, die mehr wol­len, kön­nen beim WERC auch Leis­tungs­sport mit Leis­tungs­nach­wei­sen und Wett­kämp­fen betreiben.

Trai­nings­or­te sind die Sport­hal­le der Albert-Gutz­mann-Schu­le (Schöns­tedt­stra­ße 4, 13357 Ber­lin-Gesund­brun­nen) sowie die Roll­sport­an­la­ge in Moa­bit (Lehr­ter Stra­ße 59, 10557 Ber­lin) und die Hal­le Turm­stra­ße 86 (10551 Berlin-Moabit).

Eine Ände­rung der Trai­nings­zei­ten kann sich jedoch dem­nächst erge­ben: Die Sport­hal­le des OSZ KIM (Koloniestraße/Osloer Stra­ße) wur­de umfang­reich saniert. Sie ver­fügt über spe­zi­el­le Mar­kie­run­gen auf dem Hal­len­bo­den (Grund­krei­se und Schlin­gen), damit Figu­ren gelau­fen wer­den kön­nen. Der WERC wird sicher­lich Trai­nings­zei­ten in die­ser Sport­hal­le bekom­men und dafür ande­re Zei­ten abgeben.

Eisstockschießen

Sportarten wie Eisstockschießen
Stö­cke und eine Dau­be, Foto: WIki­me­dia Commons

Eis­stock­sport wird ganz­jäh­rig betrie­ben, im Win­ter auf Eis, im Som­mer auf ande­ren Bah­nen wie Asphalt oder Kunst­stoff. Die Lauf­soh­len des „Stocks“ sind aus­tausch­bar (Som­mer- und Win­ter­lauf­soh­len). Je wei­cher die Beschich­tung der Plat­te ist, des­to lang­sa­mer glei­tet der Eis­stock. Ein „Stock“ wiegt zwi­schen 2,73 und 3,83 Kilogramm.

In der Win­ter­sai­son könnt ihr Eis­stock­schie­ßen beim Ber­li­ner Schlitt­schuh-Club im Eri­ka-Heß-Eis­sta­di­on im Wed­ding aus­pro­bie­ren. Gäs­te sind will­kom­men – unter Beach­tung des – und Hygie­nekon­zepts des Deut­schen Eisstock-Verbands

Nachtrag

In Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie ist alles anders. Die Regeln, unter denen der Sport­be­trieb in den Sport­ver­ei­nen statt­fin­den darf, sind immer wie­der anders und unter­schei­den sich je nach Sport­art. Wäh­rend die­ser Arti­kel geschrie­ben wur­de (Novem­ber 2020), waren z. B. alle Sport­hal­len, Eis­hal­len und Schwimm­bä­der behörd­lich geschlos­sen. Der Ama­teur­sport ruh­te wei­test­ge­hend. Nur Pro­fi­sport darf statt­fin­den und Kin­der bis 12 Jah­ren dür­fen in fes­ten Grup­pe zu 10 Per­so­nen trainieren.

Ob alle die­se unge­wöhn­li­chen Sport­ar­ten auch wei­ter­hin im Wed­ding betrie­ben wer­den kön­nen, hängt davon ab, wie die Sport­ver­ei­ne die­se Zeit über­ste­hen. Des­halb: Bleibt euren Ver­ei­nen treu und unter­stützt sie weiterhin!

Autorin: Susan­ne Bür­ger, Kiez­Sport­Lot­sin für den Bezirk Mit­te (bwgt e.V.)

Teil 1 der Serie

Gastautor

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