3 Konzepte für den Weddingplatz

Im Rahmen des Gutachterverfahrens zum Weddingplatz haben 3 Bürogemeinschaften aus Landschaftsplaner:innen und Verkehrsplaner:innen 3 Konzepte erstellt. Diese werden am 10. Juni im Rahmen der Gutachtersitzung bewertet und ein Konzept zur Umsetzung ausgewählt. Die stimmberechtigten Gutachter:innen setzten sich aus externen Fachleuten sowie Vertretenden der Stadtteilvertretung „mensch müller“, des Bezirksamt Mitte und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zusammen.

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Diesterweg
Das ehemalige Schulhaus des Diesterweg-Gymnasiums. Foto: Weddingweiser

Im Brunnenviertel gibt es mal wieder Aufregung um das alte Diesterweg-Gymnasium. Abriss oder Neubau. Vielleicht auch Wohnungen in Zusammenarbeit mit dem Projekt pswedding – vielleicht aber auch nicht – pswedding hatte bereits vor langer Zeit vom Bezirk die Zusage für sein Wohn-Projekt bekommen, welche ihnen dann wieder entzogen wurde.

Umfrage zum Weddingplatz

Im Krieg zerstört, im Schatten der Mauer lieblos wieder aufgebaut – der Weddingplatz ist alles andere als ein Aushängeschild. Nun soll er wieder zu einem attraktiven Ort umgestaltet werden.

Damit möglichst viele Anregungen in die Umgestaltung einfließen, werden alle Weddingerinnen und Weddinger zum Auftakt des Verfahren herzlich eingeladen, an der Umfrage zum Weddingplatz teilzunehmen.

Max-Josef-Metzger-Platz und Weddingplatz: Stand der Arbeiten

Der neu gestaltete Max-Josef-Metzger-Platz nimmt deutlich Form an. Das neue Klettergerüst an der nördlichen Spitze des dreieckigen Platzes zwischen Gericht- und Müllerstraße weckt jedenfalls bereits die Neugier der Kinder – auch der neue Spielplatz gegenüber dem ehemaligen Krematorium zeigt bereits, mit welchen Gerätschaften er aufwarten wird.

Reinickendorfer Straße: Viel Charakter

Eine glanzlose, nicht ganz geradlinige Straße wie die Reinickendorfer verdient – wie so viele Weddinger Straßen – einen zweiten Blick. Die einzige Bundesstraße des Wedding (B 96) durchzieht unseren Stadtteil von Nord nach Süd genau an der 2001 recht willkürlich gezogenen Grenze zwischen Wedding und Gesundbrunnen. Doch gerade diese vermeintlich nichtssagende Straße ohne Sehenswürdigkeiten ist typisch für die Weddinger Mischung und erzählt viel vom Charakter unseres dichtbesiedelten Stadtteils.

Brand am Bahnhof Wedding: Was bald verschwinden könnte

Brand am S-Bahnhof Wedding (Foto: Anna Herc)
Leserfoto vom Brand, eingesandt von Anna Herc

Am  21. Dezember  2014 brannten die Flachbauten an der Müller- Ecke Lindower Straße lichterloh. 100 Feuerwehrleute bekämpften den Brand, der viele kleine Gewerbebetriebe betraf.  Schon ist der Wunsch nach Abriss der Bebauung zu hören. Ein „Schandfleck“ soll verschwinden, der baulicher Ausdruck einer heruntergekommenen Einkaufsstraße zu sein scheint. Doch es wäre nicht das erste Mal, dass ohne Rücksicht auf die Geschichte dieses Teils des Weddings gehandelt würde. 

Müllerstraße: Der „Ku’damm des Nordens“

Ralf Schmiedecke, Autor von inzwischen 13 Büchern über die Historie diverser Berliner Stadtteile sowie der Berliner Feuerwehr,  lebt seit seiner Geburt im Wedding. Der Hobby-Historiker arbeitet als Sicherheitsingenieur bei der BSR. Seine Freizeitbeschäftigung ist eher eine Leidenschaft: Er sammelt historische Ansichtskarten, Fotos und Firmenrechnungen. Die meisten Exponate stammen dabei aus dem alten Bezirk Wedding. Über den hat er bereits drei Bildbände zusammengestellt – und das vierte Buch ist schon in Arbeit.

Weddingplatz: Entsorgte Geschichte

Der einstmals pulsierende Platz, am südlichen Ende der Müllerstraße, mit seinen vielen hochwertigen Einzelhandelsgeschäften, großen Lichtspieltheatern und der ehrwürdigen Dankeskirche hatte im Laufe der Zeit herbe Schicksalsschläge hinzunehmen. Gerade deswegen steht dieser Ort, mit seinen Bausünden der 1970er Jahren, symbolisch für die Geschichte und die aktuellen Entwicklungen im Wedding.

Warum ist die Triftstraße so breit?

Einst eine wichtige Verkehrsader im Sprengelkiez – heute wieder für den Fahrradverkehr von Bedeutung

Das Leitbild der »verkehrsgerechten Stadt« in den 1950er und 60er Jahren und die Teilung Berlins degradierten die einstmals stolze Triftstraße zur Nebenstraße.

Ursprünglich hatte alles sehr bescheiden begonnen. Der Begriff »Trift« beschreibt die einstige Funktion der Straße: nämlich die eines Feldweges, über den das Vieh von der Weide in den Stall getrieben wurde. Immerhin war dieser Weg 1820 bereits befestigt und als solcher in den Stadtplänen verzeichnet. Eine großstädtische Bebauung ließ allerdings noch einige Jahrzehnte auf sich warten. Auf dem Gelände des späteren Virchow-Krankenhauses sorgte damals eine Abdeckerei, in der unter staatlicher Kontrolle Tierkadaver beseitigt wurden, mit ihren Talgschmelzen, Knochenmühlen, Seifensiedern und Gerbereien für erheblichen Gestank. Nach deren Umzug in die Müllerstraße 81 (am jetzigen U-Bahnhof Afrikanische Straße) wurde zwischen 1899 und 1906 das damals modernste Krankenhaus Europas aufgebaut, damit begann auch der Aufbau des Sprengelkiezes. Die ca. 35 Meter breite Triftstraße bildete über die Gericht- und Ackerstraße die Verbindung des Virchow-Krankenhauses mit dem Berliner Zentrum. Im Jahr 1925 ratterte hier alle 7 1/2 Minuten die Straßenbahnen der Linie 9 zum Weddingplatz, wo man in sieben weitere Tramlinien und eine U-Bahnlinie umsteigen konnte. Weiter ging es über Volta- und Watt- in die Bernauer Straße und dann (entsprechend des Verlaufs der heutigen M10) zur Warschauer Brücke. 1938 führten gar drei Straßenbahnlinien über den einstigen Feldweg. Da der Wohnungsbau im Ersten Weltkrieg zum Erliegen kam, blieben der größte Teil der nördlichen Seite der Triftstraße und viele Flächen der heutigen Beuth-Hochschule unbebaut. Hier entstanden in den krisengeschüttelten 1920er Jahren Kleingärten zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln.

Eine Veränderung stellte sich erst Jahrzehnte später im Kalten Krieg ein, als sich der Bahnhof Zoologischer Garten als das neue Zentrum für Westberlin herausbildete, das neu errichtete Hansaviertel erschlossen werden sollte und 1953 durch die teilweise Sperrung der U-Bahn im Ostteil der Stadt deutlich wurde, dass Westberlin eine eigene und unabhängige Verkehrsführung benötigt.

Die Stadtväter im Rathaus Schöneberg beschlossen, mit großem Aufwand eine von Steglitz über den Zoo bis zur Osloer Straße führende U-Bahnlinie »G«, die spätere U9, sowie die parallel dazu führenden Straßenzüge anzulegen.

Dabei wurde die Luxemburger Straße durch das Gelände der Laubenpieper geführt, die Schulstraße verbreitert, das Zentrum des Weddings vom Weddingplatz an den Leopoldplatz verlegt und dort später auch das Warenhaus Karstadt errichtet. So gelangten viele bedeutende Straßenzüge des Weddings quasi in den Hinterhof – auch die Triftstraße, die nun lediglich die Laderampe eines Gewerbebetriebes und das Parkhaus der Beuth-Hochschule erschließt. Aber der aufmerksame Betrachter, der heute mit dem Fahrrad entlang des mehrfach verriegelten Straßenzuges von Trift- über Gericht- und Ackerstraße bis zur Museumsinsel fährt, kann hier interessante Details der Berliner Stadtgeschichte entdecken.

Autor: Eberhard Elfert

Wichtiges Ziel in der Triftstraße 67 (Hinterhof) sind der Braukeller und der Biergarten der Hausbrauerei Eschenbräu