Wiesenburg: Dornröschen, aufgewacht

wiesenburg-festivalWenn eine Ruine zuwuchert und aus dem Bewusstsein der Nachbarn verschwindet, redet man gern vom Dornröschenschlaf. Wenn das Bild auch bei der Wiesenburg zutreffen sollte, so darf das wildromantische Gelände jetzt endgültig als wachgeküsst gelten. Anders ist das große Publikumsinteresse beim ersten Wiesenburgfestival an diesem so verwunschen wirkenden Ort mitten im Wedding, an der Panke, nicht zu erklären.

Uferstudios öffnen sich durch „Ausufern“

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Quelle: Jiska Morgenthal

Über die eigenen Grenzen hinausgehen: Das ist das Ziel einer neuen interdisziplinären Sommer-Programmreihe namens AUSUFERN, die im Juli startet. Damit sollen Kunstprojekte angestiftet werden, die in besonderem Maße in den gesellschaftlichen Raum hineinwirken. Das ist auch räumlich gemeint: AUSUFERN soll auch den Dialog der Uferstudios vor allem mit der Nachbarschaft und Realität im Gesundbrunnen suchen. Die Uferstudios GmbH will so dem dringenden Wunsch aller Partner am Standort nach einer stärkeren Öffnung der Uferstudios nachkommen.

„Atlas“: Jeder könnte einer von hundert Darstellern sein

ATLAS_by Vasco Celio-129„Schon der erste Tag, wenn sich alle gegenseitig vor 50 weiteren Personen vorstellen, ist sehr berührend. Was erzählt man da über sich selbst?“ So beschreibt Andre Urba, ein portugiesischer Tänzer das Gefühl, wenn sich wildfremde Menschen beim ersten Theater-Workshop des „Atlas“-Projektes kennenlernen. „Nach zwei Stunden hat man schon das Gefühl, in das Leben von so vielen unterschiedlichen Menschen hineingeschaut zu haben. Und dann erst bei den Aufführungen das Gefühl, mit 100 Menschen als Gruppe auf der Bühne zu stehen! Da hat man das Gefühl, etwas bewegen zu können!“ Die Performance, die 2011 in Lissabon uraufgeführt wurde und in Warschau, Gent, Mailand, Budapest, Lausanne, Athen, Montpellier und Sao Paolo aufgeführt wurde, kommt jetzt auch in die Uferstudios in Berlin-Gesundbrunnen. Dafür werden 100 Darstellerinnen und Darsteller gesucht. Bühnenerfahrung müssen sie nicht mitbringen, denn die Teilnehmer spielen sich selbst und stellen keine Rolle dar. In keiner Stadt ist die Performance  gleich. Obwohl sie als Ausgangspunkt einer simplen Struktur folgt, hängt sie doch sehr von den Mitspielern und deren Lebenswelten und Ideen ab.