Im Spätsommer heißt es wieder „Ausufern!“

Tänzer proben auf dem Hof der UferstudiosDie vierte Ausgabe der Programmreihe AUSUFERN verwandelt von August bis Oktober den neu sanierten Heizhauskomplex am Eingang der Uferstudios in einen neuen Veranstaltungsort für interdisziplinäre künstlerische Praxis. Fünf Veranstaltungen finden vom 1. bis 3. August, vom 8. bis 15. September, am 27. und 28. September sowie am 5. und 6. Oktober statt.

AUSUFERN 2019 ist in diesem Jahr Auftakt für den Heizhauskomplex als künftigen Ort, der das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft auch mit Blick auf den umliegenden Kiez befragt. Seit Herbst 2018 unterliegt der Heizhauskomplex der Uferstudios umfassenden Bauarbeiten, die sowohl einen Erweiterungsbau umschließen als auch die Ertüchtigung des Altbestands.

Die diesjährigen AUSUFERN-Projekte, die sich dem Leitthema „Transformationen“ widmen, verstehen das Gebäude des Heizhauses als architektonischen Körper, den die beteiligten Künstlerinnen und Künstler in unterschiedlichen Formaten untersuchen, bewegen, befragen, gestalten und folglich transformieren.

Ausufern im August

Den Auftakt bildet am 1. und 2. August „Menstrual Metal“ von Choreographin und Performerin Jule Flierl, welches das historische Format des Bewegungschores aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts aufgreift. Der Bewegungschor Menstrual Metal erweitert die historische Form dieses Chores um die Stimmen der Performerinnen und eignet sich musikalische und inhaltliche Strategien des Black Metal an, um ihre gewalttätige Ideologie durch eine feministische Haltung zu verdrehen und zu hinterfragen.

Als Teil der Erarbeitung von Menstrual Metal fanden  Menstrual Metal Workshops statt, in denen Jule Flierl ihre Recherche zum tanzenden Körper als Musikinstrument öffnete.

Am 2. und 3. August erzählen Schriftsteller*in Göksu Kunak und Komponist*in Laure M. Hiendl die Geschichte der berühmten Arabesk-Sängerin Bergen, die durch einen Säureanschlag ihres Ehemanns halbseitig erblindete. Arabesk ist ein Musikgenre aus der Türkei, das in Slums entstanden ist, um die Qualen der Unterschicht auszudrücken. Das Performance- und Musiktheater „BERGEN“ erzählt jedoch nicht nur von den Qualen der Sängerin, sondern auch von Morden an Frauen und Transfrauen in der Türkei.

www.uferstudios.com

Vorschau auf September und Oktober

In ihrer Videoskulptur „LET´S TAKE ____ OUR SPACE“, die vom 8. bis 15. September zu sehen sein wird, reinszeniert die Bildende Künstlerin Yvon Chabrowski gemeinsam mit fünf Performer*innen Körperhaltungen und Bewegungsmustern, die sie im öffentlichen Raum und bei der Betrachtung von Medienbildern gesammelt hat. Die Arbeit entsteht in Referenz und Wertschätzung der Arbeit „Let’s take back our space: Weibliche und männliche Körpersprache als Ergebnis von patriarchalen Strukturen“ von Marianne Wex aus den 1970er Jahren. Am 8. September nehmen die Uferstudios zudem am Tag des Offenen Denkmals teil.

„Symphonie des Bauens“ von Felix Mathias Ott, das am 27. und 28. September zu erleben sein wird, ist eine Weiterentwicklung Otts letzter Arbeit Klavierstück. Die körperliche wie musikalische Auseinandersetzung mit dem Innenleben des Heizhauses, wird von der Suche nach Harmonien, Bild- und Klangwelten des Bauens begleitet. Nach einer Probezeit als Bauhelfer auf der Baustelle des Heizhauses komponiert Felix M. Ott eine Symphonie in vier Sätzen, in der Werkzeuge zu Instrumenten werden und die Geräusche des Bauens zur Musik.

Zum Abschluss von AUSUFERN 2019 lädt vom 5. bis 6. Oktober die Gruppe „PSR“ (Performance Situation Room) mit künstlerischen Aktionen und illustren Gästen zur Eröffnung in ihr neues Zuhause ein.  HouseHeating ist ein 24-stündiges performatives Happening, bei dem Situationen geschaffen werden, die sich auf ganz unterschiedliche Weisen der Erzeugung von Wärme widmen. Künstler*innen und Praktizierende aus verschiedenen Bereichen, wie Tanz, Theorie, bildende Kunst, Neue Medien, Kampfkunst und Musik laden in aufeinander folgenden Zeitblöcken dazu ein, ihre Faszination für die Sichtbarmachung von Unsichtbarem, für Poetisches, Essbares, für gemeinsame Bewegung und für Rituale zu teilen. Die Praktizierenden werden die ganzen 24h über anwesend sein. Die Besucher sind herzlich eingeladen, zu kommen, zu verweilen oder zu gehen, so lange wie es jedem beliebt.

Programmleitung: Eva Maria Hoerster

Produktionsleitung: Inge Zysk


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