NochMall – Indoor-Flohmarkt in schick

Nicht ganz im Wed­ding, aber nur einen Stein­wurf ent­fernt in Rei­ni­cken­dorf hat die BSR ein ganz beson­de­res Kauf­haus ein­ge­rich­tet. Auf zwei Eta­gen wer­den in moder­nem, sty­li­schem Ambi­en­te Waren ver­kauft, die nicht nur preis­wert sind, son­dern ein zwei­tes Leben suchen. Wer gern stö­bert, ist in der „Noch­Mall“ auf jeden Fall rich­tig. Und für alle ande­ren bie­tet die­ses beson­ders nach­hal­ti­ge Kauf­haus eini­ge Fea­tures, die den Besuch eben­falls lohnen.

Radtour zu den Pferdekoppeln in Lübars

Kirche LübarsPro­biert ein­mal die­se Stre­cke aus, die euch von der Innen­stadt, zu der auch der Wed­ding gehört, bis auf die Fel­der und Wie­sen eines ech­ten Bau­ern­dor­fes führt. In nur 30 Minu­ten und nach nur 10 Kilo­me­tern, von denen die meis­ten über ruhi­ge Stra­ßen und grü­ne Wege füh­ren, gelangt ihr ins Grü­ne. Wir zei­gen euch, wie ihr hinkommt.

Ach, Reinickendorf!

Rei­ni­cken­dorf! Du fängst an, wo der Wed­ding auf­hört. Und bis zur Ber­li­ner Lan­des­gren­ze kommst nur du. Auch wenn der 1920 gebil­de­te Bezirk in Wirk­lich­keit aus vie­len frü­he­ren Dör­fern wie Tegel, Hei­li­gen­see, Herms­dorf oder Wit­ten­au besteht. Du heißt als Bezirk so wie das Dorf, das als ein­zi­ges direkt an die Stadt Ber­lin grenz­te. Spä­ter hat­ten wir Wed­din­ger sogar etwas gemein­sam mit Dir: Wir bil­de­ten den fran­zö­si­schen Sek­tor und stan­den bei­de für den eher unin­ter­es­san­ten Teil West-Ber­lins. Bei uns wohn­ten eben die Arbei­ter (Wed­ding) und bei Dir die Vor­stadt­spie­ßer (Rei­ni­cken­dorf).

Kutschi: Einflugschneise in den nördlichen Wedding

Die­ser wich­ti­ge Ver­kehrs­kno­ten­punkt liegt zwar nicht im Wed­ding, aber so der­ma­ßen haar­scharf an der Bezirks­gren­ze, dass auch vie­le Wed­din­ger dort umstei­gen, ein­kau­fen oder essen gehen. Klar, dass wir vom Wed­ding­wei­ser den Kurt-Schu­ma­cher-Platz in Rei­ni­cken­dorf nicht igno­rie­ren kön­nen. Seit jeher ver­kür­zen die Ber­li­ner sei­nen sper­ri­gen Namen zu Kut­schi. Klingt ein biss­chen schnodd­rig und ein wenig lieb­los. Aber es sagt bereits alles dar­über, wie die­ser Platz wahr­ge­nom­men wird.

Die Seestraße: Rauschen, aber kein Sandsturm mehr

Genug Platz für Autos, Trams und Mittelpromenade an der Seestraße
Genug Platz für Autos, Trams und Mittelpromenade

Drei Kilo­me­ter führt die See­stra­ße durch den Wed­ding. Wenn eine Stra­ße die Bezeich­nung Ach­se ver­dient, dann die­ser brei­te Bou­le­vard mit dem grü­nen Mit­tel­strei­fen, der sogar für Ber­li­ner Ver­hält­nis­se aus­ge­spro­chen groß­zü­gig ange­legt wur­de. Ihren Namen erhielt die Stra­ße erst 1827. Doch an einen See denkt man am aller­we­nigs­ten, wenn man heu­te auf ihr fährt oder sie über­quert. Statt vom Wind, der über den namens­ge­ben­den Plöt­zen­see streicht, kommt das Rau­schen eher vom stän­dig flie­ßen­den Ver­kehr, denn die See­stra­ße ist Teil des Stra­ßen­rings rund um die Ber­li­ner Innen­stadt. An ihrem west­li­chen Ende wird sie, kaum dass sie den Plöt­zen­see seit­lich lie­gen lässt, ohne auch nur einen Knick zu machen, gar zur Stadt­au­to­bahn. Bei einer Fahrt auf der See­stra­ße kann man allen­falls noch einen kur­zen Blick auf den tief ein­ge­schnit­te­nen See erha­schen, bevor dann der Ber­lin-Span­dau­er-Schiff­fahrts­ka­nal über­quert wird. Es gab auch ein­mal einen Klei­nen Plöt­zen­see (auf Höhe der Syl­ter Stra­ße). Die­ser wur­de aber 1848 zuge­schüt­tet, als der Kanal ange­legt wurde.

Wann entstand die schnurgerade Seestraße?

Foto: D_Kori
Foto: D_Kori

Im frü­hen 18. Jahr­hun­dert hat­te man wohl von bei­den Enden der See­stra­ße einen Schlös­ser­blick. Im Wes­ten auf Schloss Char­lot­ten­burg, im Osten auf Schloss Schön­hau­sen. Der ers­te König Preu­ßens, Fried­rich I., ließ den Weg anle­gen, um die Schlös­ser direkt mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Denn das Pro­jekt, einen schiff­ba­ren Was­ser­weg zwi­schen bei­den Resi­den­zen zu schaf­fen, war nie fer­tig­ge­stellt wor­den- so blieb der Pan­ke Schiffs­ver­kehr erspart. Der Weg ver­lief damals noch weit außer­halb der Mau­ern Ber­lins durch die san­di­ge und bewal­de­te Jung­fern­hei­de. Die Kreu­zung mit der Mül­ler­stra­ße, damals eine der ers­ten Chaus­se­en Preu­ßens, gab es damals schon. Doch bis 1900 stand kaum ein Haus an der kar­gen Hei­de­land­schaft, deren loser Sand den Anwoh­nern in die Häu­ser­rit­zen geflo­gen wäre. Legen­där war das von Ida Hop­pe am Eckern­för­der Platz eta­blier­te Aus­flugs­lo­kal – zumin­dest das wäre an die­sem heu­te noch immer unbe­bau­ten grü­nen Fleck­chen immer noch denk­bar. Anders das öst­li­che Ende: statt wie heu­te am Kom­bi­bad abzu­kni­cken, führ­te die alte See­stra­ße durch die heu­ti­ge Reginhard­stra­ße über Schön­holz, um dann am Park Schön­hau­sen zu enden.

Die Seestraße wird zum Teil einer Ringstraße

Prachtvolles Boulevardhaus an der Seestraße
See­str. Ecke Lüderitzstr.

Die Stadt rück­te der See­stra­ße immer mehr auf den Pelz – 1861 wur­de der Wed­ding nach Ber­lin ein­ge­mein­det. Ab dem Ende des 19. Jahr­hun­derts änder­te die See­stra­ße ihr Gesicht in vie­ler­lei Hin­sicht – sie wur­de zum Teil des Stra­ßen­rings, wie wir sie heu­te ken­nen. Zuerst ent­stan­den ab 1890 For­schungs­in­sti­tu­te, zehn Jah­re spä­ter die Kran­ken­haus­stadt des Virchow-Kli­ni­kums. Zuletzt ent­stand ein Labor­ge­bäu­de des Robert-Koch-Insti­tuts und führt die For­schungs­tra­di­ti­on die­ses Teils des Wed­dings wei­ter. Seit 1901 endet die Stra­ße am heu­ti­gen Loui­se-Schroe­der-Platz, knickt nach Osten ab und geht als Oslo­er bzw. Born­hol­mer Stra­ße in Rich­tung Prenz­lau­er Berg. 1957 wur­de dann aus dem abge­schnit­te­nen Stück See­stra­ße die Reginhardstraße.

Grün trotz Straßenbahn
Grün trotz Stra­ßen­bahn: die Seestraße

Vor allem die Brei­te der See­stra­ße war aus­schlag­ge­bend für die (zag­haf­te) Rück­kehr der Stra­ßen­bahn in den West­teil Ber­lins. Dort war das ver­meint­lich unmo­der­ne Ver­kehrs­mit­tel 1967 abge­schafft wor­den. In zwei Etap­pen wur­de auf ihrer gesam­ten Län­ge im Mit­tel­strei­fen bis 1997 eine zwei­glei­si­ge Schnell­stra­ßen­bahn­stre­cke ange­legt, die mit einer Wen­de­schlei­fe am Eckern­för­der Platz endet. Seit­her rasen hier die Trams in Rich­tung Osten am Dau­er­stau vor­bei – und manch’ einen unvor­sich­ti­gen Fuß­gän­ger hat die schnel­le Bahn schon das Leben gekostet.

Pralles Leben an der Ecke Müllerstraße

Die Ecke schlechthin, mit dem Kino Alhambra, Müllerstraße Ecke Seestraße
Die Ecke schlechthin

Genau in der Mit­te der 3,2 Kilo­me­ter lan­gen See­stra­ße liegt auch der gleich­na­mi­ge U‑Bahnhof. Die U‑Bahn führt seit 1923 unter der Mül­ler­stra­ße hin­durch. Die See­stra­ße war bis 1956 End­punkt der Nord­süd-U-Bahn, wo man in die Stra­ßen­bah­nen in Rich­tung Nor­den umstei­gen muss­te. Nach Tegel geht es heu­te mit der U‑Bahn wei­ter, doch auch wer an der See­stra­ße aus­steigt, bekommt hier noch das pral­le Leben: Restau­rants, Geschäf­te und das tra­di­ti­ons­rei­che Mul­ti­plex-Kino Alham­bra sor­gen an der bekann­tes­ten Ecke des Wed­dings dafür, dass an der See­stra­ße 24 Stun­den lang Leben ist – und nicht nur das Rau­schen des Verkehrslärms.

Mein TXL. Warum ich den Flughafen Tegel liebe

Flughafen Tegel. Foto: Michael F. Mehnert/ CC BY-SA 3.0
Flug­ha­fen Tegel. Foto: Micha­el F. Mehnert/ CC BY-SA 3.0

Mei­nung “Natür­lich lie­be ich Tegel – ich woh­ne im Wed­ding”. Die­ser Satz hat schon vie­le Freun­de und Bekann­te in der Nach­bar­schaft in Auf­ruhr ver­setzt. Denn dort, wo die Flie­ger häu­fi­ger über die Dächer düsen, gibt es eini­ge, die sich auf eine Schlie­ßung des Flug­ha­fens freu­en. Doch ich gehö­re nicht dazu, ganz im Gegenteil!

Der Schäfersee, eine tote Schönheit

Unmit­tel­bar hin­ter der Gren­ze zu Rei­ni­cken­dorf befin­det sich der kreis­run­de Schä­fer­see mit dem ihn umge­ben­den Park. In einer kürz­lich her­aus­ge­ge­be­nen Bro­schü­re erfährt man die viel über die Geschich­te des Sees, die Tier­welt und die äußerst pro­ble­ma­ti­sche öko­lo­gi­sche Situa­ti­on des Gewässers. 

Noch nicht vom Winde verweht: die Sanddüne Wedding

Irgend­wie will die­se eigen­ar­ti­ge Land­schaft nicht an die­sen Unort pas­sen. Auf der einen Sei­te liegt die Sprint-Tank­stel­le am Bau­haus-Bau­markt, davor ein Geschäfts­haus und neben­an ein paar Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser. Mit Hil­fe von Frei­wil­li­gen ist es in den letz­ten Jah­ren gelun­gen, die Düne wie­der als ein deutsch­land­weit ein­ma­li­ges inner­städ­ti­sches Natur­schutz­ge­biet erleb­bar zu machen.