Ach, Reinickendorf!

Reinickendorf! Du fängst an, wo der Wedding aufhört. Und bis zur Berliner Landesgrenze kommst nur du. Auch wenn der 1920 gebildete Bezirk in Wirklichkeit aus vielen früheren Dörfern wie Tegel, Heiligensee, Hermsdorf oder Wittenau besteht. Du heißt als Bezirk so wie das Dorf, das als einziges direkt an die Stadt Berlin grenzte. Später hatten wir Weddinger sogar etwas gemeinsam mit Dir: Wir bildeten den französischen Sektor und standen beide für den eher uninteressanten Teil West-Berlins. Bei uns wohnten eben die Arbeiter (Wedding) und bei Dir die Vorstadtspießer (Reinickendorf).

Kutschi: Einflugschneise in den nördlichen Wedding

Dieser wichtige Verkehrsknotenpunkt liegt zwar nicht im Wedding, aber so dermaßen haarscharf an der Bezirksgrenze, dass auch viele Weddinger dort umsteigen, einkaufen oder essen gehen. Klar, dass wir vom Weddingweiser den Kurt-Schumacher-Platz in Reinickendorf nicht ignorieren können. Seit jeher verkürzen die Berliner seinen sperrigen Namen zu Kutschi. Klingt ein bisschen schnoddrig und ein wenig lieblos. Aber es sagt bereits alles darüber, wie dieser Platz wahrgenommen wird.

Mein TXL. Warum ich den Flughafen Tegel liebe

Flughafen Tegel. Foto: Michael F. Mehnert/ CC BY-SA 3.0
Flughafen Tegel. Foto: Michael F. Mehnert/ CC BY-SA 3.0

Meinung „Natürlich liebe ich Tegel – ich wohne im Wedding“. Dieser Satz hat schon viele Freunde und Bekannte in der Nachbarschaft in Aufruhr versetzt. Denn dort, wo die Flieger häufiger über die Dächer düsen, gibt es einige, die sich auf eine Schließung des Flughafens freuen. Doch ich gehöre nicht dazu, ganz im Gegenteil!

Noch nicht vom Winde verweht: die Sanddüne Wedding

Irgendwie will diese eigenartige Landschaft nicht an diesen Unort passen. Auf der einen Seite liegt die Sprint-Tankstelle am Bauhaus-Baumarkt, davor ein Geschäftshaus und nebenan ein paar Mehrfamilienhäuser. Mit Hilfe von Freiwilligen ist es in den letzten Jahren gelungen, die Düne wieder als ein deutschlandweit einmaliges innerstädtisches Naturschutzgebiet erlebbar zu machen.

„Papadam“: Indisch essen in der Vorstadt

Bathura und indisches EssenDas Papadam ist in mancherlei Hinsicht eine Überraschung. Als Erstes wäre da der Standort an einer lauten Kreuzung zwischen Bürogebäuden, Tankstellen und Vorstadtwohnblocks. Unerwartet ist auch der mutige Einsatz von Farben, der die frühere Eckkneipe in ein erstaunlich stilvolles Restaurant verwandelt hat. Und am Ende ist es natürlich das Essen, das den Unterschied macht.

Flugzeugegucken in Tegel

Flugzeug Tegel (C) Simone Lindow Häufig wird mir mitgeteilt, dass eine gewisse Geräuschkulisse mit dem Leben im Bereich des Flughafens Tegel einhergeht. Zugegebenermaßen wird die dorfgleiche Ruhe auf meinem Balkon in der Tat hie und da unterbrochen. Ich nenne die Ursache liebevoll Subwoofers, im Volksmund heißen sie Flugzeuge. Es war nun also Zeit, der Ursache auf den Grund zu gehen und das Nest anzusehen, das die Subwoofers birgt…

Raus aus’m Wedding: Flughafensee und Schäfersee

FlughafenseeWer sich am Plötzensee sattgesehen hat und bereit ist, Weddinger Gefilde kurz zu verlassen, kann mühelos andere Seen erreichen. Zum Beispiel im Nachbarbezirk Reinickendorf. Der Flughafensee ist in mancher Hinsicht ein ganz besonderes Gewässer. Mit seiner Größe von 30 Hektar allein wäre er im seenreichen Berlin sicher kein Rekordhalter. Dafür ist der 1953 – 1978 durch den Abbau von zwei Millionen Tonnen Kies entstandene Baggersee aber das tiefste Gewässer Berlins – 34 Meter geht es unter der Wasseroberfläche in den Abgrund. Ungeplant ist hier ein Naturschutzgebiet entstanden, das aber gleichzeitig unzählige Badestellen bietet – ganz in der Nähe des Wedding…