Vor 100 Jahren entstanden: Der Bezirk Wedding

Panorama Prinzenallee Pankstraße St. PaulskircheVor 100 Jahren, 1920, entstand Groß-Berlin. Schon 1861 waren die Vorstädte Wedding und Gesundbrunnen eingemeindet worden und selbst zu dichtbesiedelten Stadtteilen mit Einwohnerzahlen einer Großstadt herangewachsen. 1920 kamen dann 7 Städte, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke dazu, wodurch sich die Einwohnerzahl des neuen Berlin verdoppelte. Für den Wedding und Gesundbrunnen änderte sich auch einiges, denn sie bildeten einen der 20 neuen Bezirke, in die Groß-Berlin gegliedert wurde. Da der neue Bezirk Berlin-Wedding nicht auf eine schon zuvor bestehende Kommune zurückging, gab es lange Zeit nicht einmal ein Rathaus – zehn Jahre lang musste fortan improvisiert werden, bis der Rathausbau an der Müllerstraße fertig war.

Stadtteilvertretung fordert: Ein Rathausvorplatz für alle!

Die Stadtteilvertretung ‚mensch.müller‘ zeigt sich entsetzt über die Beschilderung des neu gestalteten Rathausvorplatzes. Auf mehreren Infostelen wird die neue Platzordnung angezeigt – die vor allem durch die vielen Verbote auffällt. Wir hatten im Juli schon einmal darüber berichtet.  Wir geben hiermit die Stellungnahme der Stadtteilvertretung wieder.

Die Geschichte des Rathauses Wedding

Klassische 1920er Jahre am Rathaus-Altbau
Rathaus Wedding

Durch das Gesetz „Über die Bildung einer Stadtgemeinde“ vom 26. April 1920 wurden 8 Stadt-, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke zu der Stadtgemeinde Berlin in 20 Verwaltungsbezirken zusammengeschlossen. Der „3. Verwaltungsbezirk“ war der Wedding. Dringend benötigt wurde der Bau eines Rathauses, das an der Müllerstraße 146 nach den Plänen des Magistratsoberbaurat Hellwig entstehen sollte.

„Rathausvorplatz“: Alkoholkonsum und Fahrradfahren verboten

Rathausvorplatz Wedding22.7.2019 Nach mehr als zwei Jahren Verwaltungsverfahren ist die „Platzordnung Müllerstraße 147, 149“ durch einen Bezirksamtsbeschluss vom 2. April 2019 in Kraft gesetzt. Darin sind auf dem Platz acht Verhaltensweisen „insbesondere untersagt“, darunter Alkohol zu konsumieren und Fahrrad zu fahren.

Das preisgekrönte Rathausumfeld gefällt nicht jedem

Fußweg
Der Fußweg zwischen Lesegarten und Bibliothek

Die Neugestaltung des Platzes am Elise-und-Otto-Hampel-Weg („Rathausumfeld Wedding“) hat eine Auszeichnung in der Kategorie „Landschaftsarchitektur im Detail“ des Landschaftsarchitekturpreises 2019 des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) erhalten. Die Gestaltung des Platzes gefällt aber nicht allen Weddingern.

Widerstandskämpfer werden mit Weg geehrt

Am 8. April diesen Jahres jährte sich der Todestag Elise und Otto Hampels zum 75. Mal. Das Ehepaar aus der Amsterdamer Straße 10 wurde 1943 in Plötzensee wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ und „Vorbereitung zum Hochverrat“ hingerichtet. Zur Erinnerung an das Weddinger Arbeiterehepaar soll der Teil der Limburger Straße neben dem Rathaus Wedding nach ihnen benannt und dort eine Gedenkstele errichtet werden.

Der „Elise-und-Otto-Hampel-Platz“ kommt ein Jahr später

Baustelle, Schillerbibliothek, Foto: Joachim Faust
Baustelle des zukünftigen Elise- und Otto-Hampel-Platzes

Die Neugestaltung des Platzes zwischen der neuen Schiller-­Bibliothek und dem alten Rathaus Wedding wird rund ein Jahr länger in An­spruch nehmen als ursprünglich geplant. Statt zu Ende diesen Jahres wird die Fertigstellung erst Ende 2017 erwartet. So sollte der erste Bauabschnitt, die Neugestaltung des Platzteiles vor dem jetzigen Jobcenter, eigentlich schon im Januar abgeschlossen sein. Jetzt ist er, wenn alles gut geht, zu Jahresende fertig.