Kameruner Straße Kiez

Kameruner Str.
Ban­tou Vil­la­ge, Kame­ru­ner Str.

Für man­che Zeit­ge­nos­sen, so habe ich jüngst ver­nom­men, endet der Wed­ding bereits jen­seits der See­stra­ße. Dabei ist doch gera­de die geschäf­ti­ge Mül­ler­stra­ße, ihres Zei­chens Haupt­stra­ße im Wed­ding samt Grün­strei­fen, ein schö­ner Stroh­halm, um sich im Wed­ding gen Nor­den in Rich­tung Rei­ni­cken­dorf zu han­geln. Und wer ein­mal in Rei­ni­cken­dorf war, der kommt gern hier­her, zu uns in den Wed­ding zurück. Nicht wegen der Bow­ling­bahn, nicht wegen dem Kino, son­dern der unbe­dingt schö­nen Din­ge wegen.

Der Wedding schläft

Wer das Leben sucht, der wird’s auch fin­den, so haben es schlaue Autoren es mal for­mu­liert. Tags­über, abends, nachts. Im Wed­din­ger Nor­den viel­leicht. Viel­leicht auch in der Kame­ru­ner Stra­ße, dem Zen­trum des Afri­ka­ni­schen Vier­tels, dem Zen­trum in Rand­la­ge. Eine klei­ne Mei­le mit­temang. Zwi­schen Mül­ler- und Togo­stra­ße, zwi­schen Restau­rant und Döner­pa­vil­li­on, zwi­schen Spä­ti und Coif­feur. Min­des­tens drei, wenn nicht gar vier von die­ser Haar­schnei­de­rei­en. Der Lieb­lings-Coif­feur von “Skan­dal­rap­per” Mas­siv sei angeb­lich auch hier.

Marsch­rich­tung Nord. Irgend­wo zwi­schen Mül­ler- und Afri­ka­ni­sche Stra­ße. Wer hier ver­sucht, um 3:00h mor­gens Milch und/oder Bier zu erkau­fen, der wird mer­ken, der Wed­ding ist nicht immer so hell­wach, wie er tags­über vor­gibt zu sein. Nein, nur aus­ge­such­te Spä­tis sind zu spä­ter Stun­de noch geöff­net. Nicht sel­ten hab’ ich einem schla­fen­den Besit­zer das Geld für Kek­se und Brot ein­fach auf die Kas­se gelegt. Nicht immer pas­send, muss ich geste­hen, aber wer schläft, den weckt man lie­ber nicht. Das hat schon mei­ne Groß­mutter mich gelehrt.

Paul-Gerhardt-Stift: Zentrum für alle

Das Wort Kiez ist ver­mut­lich sla­wi­schen Ursprungs und wird vor allem in Ber­lin posi­tiv gebraucht. Ein Kiez ist eine über­schau­ba­re Insel im Oze­an der Mil­lio­nen­stadt. Die Men­schen, die dort mit einem zusam­men­le­ben, sind idea­ler­wei­se gute Nach­barn.  Das tra­di­ti­ons­rei­che Paul Ger­hardt Stift hat schon vor eini­ger Zeit einen Pro­zess ange­sto­ßen, um sich sei­nen Nach­barn – im Pla­n­er­deutsch heißt die­ses Umfeld „Park­vier­tel“ – zu öff­nen. Vor­läu­fi­ger Abschluss die­ses Pro­zes­ses ist die Eröff­nung des Stadt­teil­zen­trums am 30. Novem­ber. Wir haben uns mit Ste­fan Kurz­ke-Maas­mei­er vom Paul Ger­hardt Stift dar­über unter­hal­ten, was die­se neue Zen­trum für den Kiez bedeutet.