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Tiere im Wedding: Jerry, das Hausschwein

Hausschwein JerryBewohner des Afrikanischen Viertels sind ihm bestimmt schon einmal begegnet und haben zwei Mal hinschauen müssen, was da für ein Tier an der Leine läuft: “Das Hausschwein aus der Otawistraße gehört meiner Freundin und wurde wegen einer Haustierallergie angeschafft”, schreibt uns eine Leserin. Sie kann aus eigener Anschauung bestätigen: Jerry lebt gemeinsam mit zwei Frauen, einem Hund und zwei Katzen¹ im Wedding wie Gott in Frankreich – ihm geht es besser als jedem anderen Schwein in der Landwirtschaftshaltung. Und wenn die schöne Jahreszeit angebrochen ist, lässt sich der 65 Kilo schwere Jerry die Sonne am liebsten in der Gartenkolonie auf den Bauch scheinen…

Hausschwein (C) Pamela Herhold
C) Pamela Herhold

Das Halten von Tieren, abgesehen von bestimmten geschützten Arten, wozu das gemeine Hausschwein nicht zählt, ist in Deutschland übrigens nicht verboten, soweit es artgerecht erfolgt und keine Belästigung für die Allgemeinheit davon ausgeht. Artgerechte Haltung geht eigentlich ab drei Tieren los, da Schweine sehr soziale Wesen sind. Aber dafür versteht sich das “Wiesenauer Mini-Schwein” Jerry ja umso besser mit seinem besten Hundefreund…

Es gibt auch wilde Tiere im Wedding…

¹ http://www.bild.de/regional/berlin/haustiere/jerry-lebt-in-berliner-drei-zimmer-wohnung-44558952.bild.html

Afrikanisches Viertel: Lehrreicher Stadtspaziergang

Im Wedding spazieren gehen und etwas über die deutsche Geschichte lernen. Das klappt jetzt mit einem neuen Audiowalk, der per App direkt auf das Handy kommt. In insgesamt 20 Audiodateien werden Straßennamen erklärt, Gedichte vorgetragen und die deutsche Kolonialherrschaft in Afrika dargestellt. Was bietet die App?

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“Müller Ecke Afrika”: die beste Story gibt’s gleich nebenan…

Manchmal muss man zwei Mal hinschauen, um das Besondere in einem Weddinger Viertel zu entdecken. Ein Dokumentarfilmer lässt Menschen im Afrikanischen Viertel einfach ihre Geschichte erzählen – und legt damit auch die Geschichte des ganzen Kiezes frei. Weiterlesen

FLOP Bar: Oase in der Kulturwüste

FLOP Bar KonzertWer eine Konzertbar in einem Wohngebiet eröffnet, muss mit Unverständnis der Anwohner rechnen. Doch die Art, wie Barbetreiber Bakri damit umgeht, sagt sehr viel über seine Vorstellung, wie er das unscheinbare Viertel bereichern möchte: mit einer neuen Begegnungsstätte.

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GESCHLOSSEN: Eisenwaren Mehler: Nicht nur für Nostalgiker, sondern auch für Praktiker

„Gehen Sie doch zu Eisen-Karl“, so warb früher eine Baumarktkette (die mit den drei Buchstaben). Nur dass es eben wegen solcher Baumärkte den Eisenwarenhändler an der Ecke gar nicht mehr gibt. Gar nicht mehr? Stimmt nicht, denn an der Otawistraße 13/ Ecke Lüderitzstr. hat ein besonders schönes Exemplar überlebt: Otto Mehler. „Wir sind billiger als der Baumarkt, der mit 20 % Rabatt wirbt“, sagt Inhaberin Yvonne Hanusch, während sie geduldig in einem dicken Katalog nach einem sehr speziellen Artikel sucht, nach dem sich ein 9jähriger Junge erkundigt. Gerade jetzt, wo der Praktiker-Baumarkt wenige hundert Meter weiter seine Pforten für immer schließt, ist man doch froh über einen solchen Laden…

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Aber so hat man beim Warten genügend Zeit, den Blick schweifen zu lassen: wunderschöne alte braune Holzschubfächer, aus denen sich Schrauben und Nägel noch einzeln erwerben lassen, zieren die hintere Wand des Eckladens. Die sind noch aus der Zeit um die Jahrhundertwende und dutzende Male übermalt worden. Und was es sonst noch alles gibt: Geschirr und Haushaltswaren, Kleinelektrogeräte, alles für den Garten und natürlich auch Farben und Lacke. Wie ein Relikt aus der gar nicht so lange zurückliegenden Vergangenheit hat dieser Laden seine Nische bewahrt.  Allein vom Verkauf einzelner Schrauben kann der Laden heute keinen Profit mehr abwerfen, statt dessen betreiben die Besitzer noch einen Großhandel. Das mindert nicht die Freude an diesem wunderbar kramigen altmodischen Geschäft mit einer Beratungsgarantie. Dafür lohnt sich selbst eine weite Anreise!

Für die Zeitschrift “Ecke Müllerstraße” hat sich Christof Schaffelder im Frühjahr mit der Inhaberin Yvonne Hanisch unterhalten:

“In diesem Jahr feiern wir 120jähriges Jubiläum. Im Jahr 1893 gründete Otto Mehler die Eisenwarenhandlung, ursprünglich in Schöneberg am Winterfeldtplatz. Mein Vater hat sie später übernommen. In den 80er Jahren wurde die Gegend, in der zuvor viele Hausbesetzer und Punks wohnten, luxussaniert. Wir wollten die hohen Mieten aber nicht zahlen und haben dann den Laden hier in der Otawistraße gefunden. Der hatte auch den Vorteil, dass hier Kleingärten in der Nähe sind, wir verkaufen ja auch Gartengeräte, vor allem jetzt im Frühling. Außerdem führen wir auch Haushaltsgeräte, im Winter gehen Schneeräumgeräte, Schlitten und Ofenzubehör gut.

Ich übernahm dann im Januar 1996 den Laden von meinem Vater. Da musste ich erst mal ein paar Monate hier im Laden bleiben und lernen. Ich wollte nicht auf den Baustellen ausliefern und wirken wie Püppi, die von nichts eine Ahnung hat und nicht mal weiß, wie die Werkzeuge richtig heißen. Inzwischen liefere ich aber sehr gerne aus. Damals lief das Geschäft aber noch besser als jetzt. Wir liefern ja auch an Baustellen und an Kunden aus dem Handwerk, an Hausverwaltungen und Behörden, etc. In der Baubranche sind die Zeiten inzwischen deutlich härter geworden: lauter Subunternehmer von Subunternehmern. Einige unserer besten Kunden aus diesem Bereich sind in die Insolvenz gegangen oder wurden aufgekauft und anschließend abgewickelt. Die persönlichen Kontakte lassen sich dann nicht wieder so einfach herstellen.

Aber bekannt sind wir nach wie vor: »Fahr zu Mehler, da kriegste alles!« Den Tipp, so hat es mir gerade ein Kunde erzählt, hat er von einem alten Polier bekommen. »Mehler, unsere letzte Rettung!« – auch solche Sprüche hören wir öfter. Wir haben tatsächlich vieles vorrätig und wenn nicht, dann können wir es besorgen. Und auch preislich können wir mithalten, wir werden ja bei unseren Lieferanten als langjährige gute Kunden geführt und bekommen deshalb ordentliche Rabatte. Nicht nur bei Kleinteilen sind wir oft sogar deutlich billiger als die Baumärkte. Wir verkaufen Kleinteile ja auch einzeln und zudem schlagen die Baumärkte oft auch richtig unverschämte Gewinnspannen auf.

In Berlin gibt es nur noch sehr wenige Eisenwarenhandlungen wie unsere, im Norden weit und breit überhaupt keine andere. Auf Messen wie beispielsweise von unserem Einkaufsverband haben die Berliner früher immer gleich einen ganzen Tisch gebildet – heute bin ich da allein. Steigende Mieten, fehlende Nachfolger im Geschäft, die Konkurrenz durch die Baumärkte: Die meisten haben inzwischen aufgegeben. Ich glaube aber, dass sich die Zeiten wieder ändern und der Fachhandel wieder eine Chance bekommt. Wir können ja nicht nur fachlich gut beraten, was das Internet eben nicht kann. Sondern wir haben auch Angebote, die sonst kaum noch einer macht: So kann man bei uns auch Messer und Werkzeuge schleifen lassen. Das machen nicht wir, sondern ein Schleifermeister, der sie bei uns abholt und geschliffen wieder zurückbringt. Die sind dann wieder wie neu!

aufgezeichnet von Christof Schaffelder,

erschienen in der “Ecke Müllerstraße” April/Mai 2013

Eisenwaren Mehler

Otawistraße 13 Ecke Lüderitzstraße

Mo-Fr 9-18 Uhr

Sa 9-13 Uhr

Tel. 030/  451 50 56

Werkkunstgalerie: Kunst zeigen!

Jochen G. Schimmelpenninck wagt im etwas kleinbürgerlichen Nordwesten des Wedding einen Spagat. Mit seiner “Werkkunstgalerie” in der Otawistraße und mit ungewöhnlichen Ideen trägt er dazu bei, die Gegend kulturell zu beleben. 

Jochen G. Schimmelpenninck
Jochen G. Schimmelpenninck

Der 64-jährige ist nach Berlin zurückgekehrt, wo er nach seinem Kunststudium in München schon einmal gewohnt hat – bis 1976. Nach einer Zwischenstation in Paris verbrachte er zwanzig Jahre als Maler in der Nähe von Rom. “Dort habe ich fast den Kontakt mit Deutschland verloren”, sagt Schimmelpenninck, “irgendwann kennt dich keiner mehr.” Doch 1994 ereilte den Künstler der Ruf an die Akademie für Gestaltung in Köln, wo er bis 2011 angehende Produktdesigner unterrichtete. Schimmelpenninck hat sein Berufsleben der Kunst gewidmet, und da war es nur folgerichtig, dass er vor zwei Jahren wieder nach Berlin zurückkehrte: “Viele Galerien sind im Laufe der letzten Jahre aus der früheren Kunstmetropole Köln in Richtung Berlin abgewandert”, erklärt der Galerist. Und da er der rheinischen Metropole Köln und insbesondere dem Karneval nichts abgewinnen konnte, fiel ihm die Entscheidung nicht schwer.

Das Ladenlokal in der Otawistraße, die bislang nicht gerade als Kunststandort bekannt war, erwies sich für Schimmelpenninck als Glücksfall. Zwischenzeitlich hat er das freigewordene benachbarte Lokal der Gewerkschaft ver.di übernommen und wohnt heute darin. “Damit liege ich ganz im Trend”, sagt der Maler und Galerist schmunzelnd, “die Parterrewohnungen erleben nämlich gerade ein Comeback als seniorengerechte Wohnungen!”

Jochen G. Schimmelpenninck stellt in seiner Galerie Werke anderer Künstler aus – doch was den Galeristen auszeichnet, ist die Offenheit neuen Ideen gegenüber. Zum Beispiel geschah es, dass ihn ein arabischer Nachbar ansprach, der eine Unterstellmöglichkeit für seine wertvollen Musikinstrumente suchte. Daraus entstand das Projekt, dass die Musikschule Zeriab die Räumlichkeiten der Galerie nutzen kann – und dafür bei Vernissagen arabische Musik gespielt wird.

Und schon verändert sich der ganze Kiez

Die Otawistraße und ihr Grünstreifen
Die Otawistraße und ihr Grünstreifen

Die vernachlässigte Grünanlage auf der gegenüberliegenden Straßenseite forderte den Künstler Schimmelpenninck ebenfalls heraus: “Warum sollte man dort nicht eine Skulpturenmeile anlegen?” fragt sich der Galerist, der so etwas schon in Bayern realisiert hat. Die Otawistraße ist zwar nicht gerade der erste Ort im Wedding, der einem dafür einfallen würde. Aber schließlich steht am Beginn dieses Grünstreifens auch die Informationstafel über die Geschichte des Afrikanischen Viertels – ganz so kulturlos ist die Straße also schon heute nicht mehr.

Schon durch die Galerie verändert die Straße, die bislang von leer stehenden und verrammelten Läden geprägt war, ihr Gesicht. Auch um die Ecke, in der Lüderitzstraße 76, tut sich was: das “Werkkunststudio” ist als Außenstelle der Galerie ein Arbeitsraum. “Hier wird das gemacht, was Dreck macht”, sagt Jochen Schimmelpenninck. Derzeit arbeitet dort ein junger Siebdrucker. Und das leerstehende Lokal direkt daneben wird auch noch wiederbelebt: der Galerist hat über seine Kontakte zu den arabischen Musikern angeregt, dass dort in Kürze ein syrisches Café entsteht.

In diesem Viertel “Kunst zeigen”, so der Beiname der Galerie – das ist schon ein kleines Wagnis. Jochen G. Schimmelpenninck geht es gerne ein. Manchmal reicht eben ein Mensch, um einen Kiez um eine Perspektive zu bereichern und dadurch zu verändern.

Werkkunstgalerie – Kunst zeigen

Otawistr. 9

13351 Berlin

U Rehberge
Öffnungszeiten:
regulär Di. Mi. Do.: 16 – 19,  So. 14 – 18 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung 0173 40 57 212

Die aktuellen Ausstellungen und Öffnungszeiten auf der Website

7.2. – 10.3.13: Kurt Mühlenhaupt , Malerei – Skulptur – Keramik, aus der Sammlung H. Schulz

“Zadar”: gut gegrillt ist halb gewonnen

Belebt Konkurrenz immer das Geschäft? Gleich drei kroatische Restaurants, die man früher der Einfachheit halber “Jugo” nennen konnte, befinden sich recht nah beieinander in einem gastronomisch ansonsten eher leblosen Kiez. Aus der Tatsache, dass alle drei ihr Stammpublikum zu haben scheinen und noch keines die Rolläden herunterlassen musste, kann man schlussfolgern, dass die Menschen im Afrikanischen Viertel im Nordwesten des Wedding besonders gerne kroatisch essen.

Das "Zadar" in einem Ecklokal
Das “Zadar” in einem Ecklokal

Ein Bekannter von mir nennt die in diesen Restaurants gebotene Kost schlicht und einfach “Beton-Essen”. Liegt vielleicht schwer im Magen, aber wenigstens wird man satt. Aber manchmal gibt es diese Tage, an denen man richtig hungrig ist. Mich überkam am Mittag die Lust auf ein gutes, gegrilltes Stück Fleisch. Ich entschied mich für eines der drei Restaurants, das “Zadar”. Denn hier kann man im Sommer sehr schön an der Straßenecke sitzen – das Restaurant befindet sich seit sechs Jahren an der ruhigen Kreuzung Lüderitzstraße / Otawistraße. Unter dem Sonnenschutz kann man das Straßenleben genießen, ohne dass man von all zu vielen Autoabgasen eingenebelt wird. Außerdem erspart einem der Aufenthalt an den Tischen vor dem Lokal den Anblick des rustikalen und etwas angestaubten Interieurs – darin unterscheiden sich alle kroatischen Restaurants nur sehr selten.

Pljeskavica auf dem Tisch...
Pljeskavica auf dem Tisch…

Erst einmal wundert man sich über die umfangreiche Speisekarte, die bei Nicht-Vegetariern keine Wünsche offen lässt. Die Bedienung ist sehr aufmerksam – ein älterer Herr, der noch von der “alten Schule” zu sein scheint und das Wort Service sehr ernst nimmt. Es dauerte auch nicht lange, bis dann die von mir bestellte gefüllte Pljeskavica (Hacksteak mit Schafskäsefüllung) duftend auf dem Tisch stand. Es hätte standardmäßig noch eine Suppe gegeben, aber dafür war es an diesem Nachmittag einfach zu heiß.Es war einfach alles gut daran, das Fleisch genau richtig gebraten, die Pommes frites nicht zu fettig, der Salat lecker. Vor allem ist der “Zadar”-Grill preiswert und trägt so dazu bei, dass die Preise im Weddinger Norden nicht abheben wie die Flugzeuge, die man im Hintergrund aus Tegel hört.

Otawistr. 11, 13349 Berlin
Telefon: 030 45027355
Geöffnet: Mo – So: 12:00 – 23:00

Die anderen kroatischen Restaurants in der Nähe: Opatija-Grill, Müllerstraße 70 Ecke Dubliner Str. (ebenfalls sehr zu empfehlen), Zagreb-Grill, Nachtigalplatz Ecke Afrikanische Str. (eher meiden).

Togostraße: Vom Großstadttrubel bis in die Vorstadt

Die Togostraße ist eine zwei Kilometer lange Straße, die direkt vom lauten Großstadttreiben in die Peripherie führt.

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“Sole Mio”: Wie vor zwanzig Jahren

Sole mio (Foto: stefblog.de)
Sole mio (Foto: stefblog.de)

Das Restaurant ist fast schon ein Urgestein im nördlichen Wedding und wirbt – noch nicht mal völlig zu Unrecht – mit “Preisen wie vor 20 Jahren”. Überhaupt muss man sagen, dass im Sole mio die Zeit vor 25 Jahren stehen geblieben zu sein scheint: Interieur, Angebot, die musikalische Hintergrundbeschallung – alles wirkt so, als hätte sich seit Eröffnung in den späten 1980ern dort nicht viel geändert. Und das ist keinesfalls als Kritik zu verstehen, sondern eher im Gegenteil – der 1980er-Charme könnte wunderbar als Geschäftskonzept durchgehen.

Das Angebot ist nicht üppig aber vollkommen ausreichend, auf großartige Experimente moderner Küche wird verzichtet, aber alles, was man dort zubereitet, ist absolut schmeckig! Der Service ist aufmerksam und freundlich, ein kleiner Appetithappen vor und ein Gläschen Hochprozentiges nach dem Essen wird aufs Haus serviert, und wenn die – im Sommer sehr begehrten – Plätze draußen alle belegt sind, schleppt der Kellner auch bereitwillig extra Tische und Stühle aus dem Restaurant auf die Straße. Und wenn in Kürze der Flughafen in Tegel schließt, dürfte das Draußensitzen noch wesentlich angenehmer werden.

Nun würde ich ja gerne an dieser Stelle auf die Webseite oder zumindest den Qype-Auftritt verweisen, allein nichts davon gibt es – im Web ist das Sole mio quasi inexistent. Aber offensichtlich können sie sich mit ihren Stammkunden auch so problemlos seit vielen Jahren über Wasser halten.

Autor: Stef
Ristorante Pizzeria Sole mio, Otawistr. 5 , U-Bhf Rehberge

Öffnungszeiten 12-22 Uhr, täglich außer dienstags. Alle Speisen auch zum Mitnehmen.

 

“Kichererbsen” – Lust auf Werkeln in der Küche

Zwei lachende grüne Kuller über der Eingangstür, ein helles, von Grüntönen dominiertes Ladengeschäft – ein solches Ambiente ist ungewöhnlich in diesem Teil von Berlin-Mitte. Doch bei näherer Betrachtung entpuppt sich der aufwändig gestaltete Raum als Kochstudio, die „Kichererbsen“.

“Je früher man etwas über Ernährung lernt, desto besser – und am besten schon als Kind!”

Petra HellmichDie ErnährungspyramidePetra Hellmich erlebt es immer wieder, wie neugierig Kinder jeden Alters darauf sind, Essen selbst zuzubereiten. Die Ernährungsberaterin und Diätassistentin muss sich dabei nur an ihre eigene Kindheit zurückerinnern: “Ich hatte schon mit fünf Jahren meinen kleinen, voll funktionierenden Elektroherd”, erzählt die 44-jährige Berlinerin. “Meine Mutter ließ mich schon früh alleine kochen, und auch von meiner Oma habe ich viele Rezepte gelernt.” Die gute Hausmannskost wie süß-saure Linsen mit Kartoffeln gehört für Petra Hellmich zu den Kindheitserinnerungen. Ebenso wie auch die frischen Zutaten aus Omas Garten in Reinickendorf. Nach dem Abitur war für sie klar: auch beruflich sollte es um’s gute Essen gehen. Einfach nur Köchin sein hätte Petra Hellmich aber nicht gereicht, daher entschied sie sich für eine Ausbildung zur Diätassistentin. 15 Berufsjahre folgten, im Krankenhaus und als Dozentin an der Krankenpflegeschule – gleichzeitig bildete sich Petra Hellmich an der Charité zur Ernährungsberaterin weiter.  “Als mein Job gekündigt wurde, ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf und verwirklichte meinen Traum”, erzählt Petra Hellmich. Im Afrikanischen Viertel, wo sie aufgewachsen und zur Schule gegangen ist und noch heute wohnt, verwandelte sie einen leeren Laden in die Lehrküche mit Gastraum, als die sich die “Kichererbsen” heute zeigen.

Das Konzept klingt einfach: Petra Hellmich möchte Firmen, Erwachsene und Kinder statt mit grauer Theorie lieber mit Kocherlebnissen ansprechen.

“Ich lege Wert auf Qualität, und die zeige ich den Kursteilnehmern. Ganz nebenbei, mit viel Freude, kann man auch als Erwachsener noch eine Menge über die Lebensmittel lernen.”

Für die Kinder greift die Ernährungsberaterin gerne auf Handpuppen zurück – die beiden Kichererbsen aus Stoff zeigen, wie wichtig gutes Essen ist. Bei den Kichererbsen können Kindergruppen auch im Rahmen von privaten Geburtstagsfeiern kochen und das zubereitete Essen gemeinsam verzehren. Da kann es auch schon mal passieren, dass plötzlich Sterne in die Suppe gezaubert werden – “aus Möhren, die ich vorher ausgestochen habe”, erzählt Petra Hellmich lachend.

Im Gastraum ist genug PlatzGranatapfel statt KichererbsenDas, was die “Kichererbsen” ausmacht, ist die ansteckende Lust der Inhaberin, ihr Wissen über Lebensmittel und Kochen weiterzugeben, Anregungen zu geben und Kursteilnehmer jeden Alters für’s Nachmachen zu begeistern. Persönlich liegt Petra Hellmich viel daran, ihre Arbeit genau an dieser Stelle im Wedding auszuüben – schon als Schülerin am Lessing-Gymnasium war sie oft im (inzwischen geschlossenen) Eiscafé in der Otawistraße direkt neben ihrem heutigen Kochstudio. Ernährung muss für Sie vor allem Spaß machen und darf gerne auch ein Gemeinschaftserlebnis sein. Nicht dogmatisch, trotzdem aber gesund. Genau dafür stehen die frischen grünen Kichererbsen im Logo.

Kichererbsen Berlin

Kochkurse, Ernährungsberatung, Angebot für Familienfeste und Kindergeburtstage

Otawistr. 1 / Ecke Müllerstraße

U-Bahnhof Rehberge

Tel.86434430

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