Weddinghelfer: Gegen Isolation im Alter

Am Küchentisch sitzt ein älterer Mann auf Abstand mit seiner Enkeltochter, welche zusammen traditionelle Pfannkuchen (Berliner) gebacken haben und diese in die Kamera zeigen

In die­sem Coro­na-Win­ter haben wir von der ehren­amt­li­chen Wed­ding­wei­ser-Redak­ti­on beschlos­sen, uns im Rah­men unse­rer Akti­on “Wed­ding­Hel­fer” the­ma­tisch mit der Iso­la­ti­on älte­rer Men­schen zu beschäf­ti­gen. Ins­be­son­de­re möch­ten wir gezielt einen Ver­ein unter­stüt­zen, der sich in der Sied­lung Schil­ler­park dafür enga­giert, für ein bes­se­res Mit­ein­an­der von jun­gen und alten Nach­barn zu sorgen. 

Schlüsseldienst vs. Nachbarschaft: Was wirklich hilft, wenn man sich ausschließt

Symbolbild Türschloss Rot: Wenn man sich ausschließt
© Til­man Vogler

Stell dir vor, du schließt dich aus. Im Grun­de erge­ben sich drei Mög­lich­kei­ten. Eine kann schnell sehr teu­er wer­den, die zwei­te nützt über­haupt nichts und die drit­te kos­tet etwas Über­win­dung. Was wür­dest du tun?

Wie ich es am Ende geschafft habe, den Schlüs­sel­dienst und das Heu­lend-auf-den-Boden-schmei­ßen zu umge­hen und nach eini­gen Stun­den wie­der in mei­ne eige­nen vier Wän­de ein­keh­ren konnte.

Corona: zwischen Panik und berechtigter Sorge

Momen­tan herrscht wohl nicht nur im Wed­ding abso­lu­te Ahnungs­lo­sig­keit, wie genau wir mit den Fol­gen der stei­gen­den Infek­ti­ons­zah­len mit dem Coro­na­vi­rus umge­hen müs­sen. Hams­ter­käu­fe, die gesell­schaft­lich und wirt­schaft­lich vie­les auf den Kopf stel­len und durch eine media­le Panik­ma­che beför­dert wer­den, sind jeden­falls nicht die Lösung. Doch: Wer krank ist, soll­te auf jeden Fall zu Hau­se blei­ben. Eben­so älte­re Men­schen mit schwä­che­rem Immun­sys­tem sowie alle, die Kon­takt mit posi­tiv-getes­te­ten Per­so­nen hat­ten. Letz­te­res führt momen­tan sogar zur min­des­tens 14-tägi­gen Qua­ran­tä­ne. Wie die­ser Zustand aus­se­hen kann, berich­tet Wed­din­ge­rin Ines auf unse­rem Blog im Qua­ran­tä­ne-Tage­buch. Unter ande­rem beschreibt sie dar­in, wie Freun­de und Nach­barn ihr Lebens­mit­tel vor die Woh­nungs­tür brin­gen. Unse­re Lese­rin Nina möch­te Betrof­fe­nen wie Ines im Wed­ding hel­fen und star­te­te einen Auf­ruf auf unse­rer Face­book Sei­te “Wed­ding­wei­ser Pinn­wand”. 

Zusammen feiern beim Tag der Nachbarn

Herbstfest in der Grüntaler Promenade. Foto: gruppe F
Foto: grup­pe F

Am Tag der Nach­barn am Frei­tag, 24. Mai stei­gen Tau­sen­de klei­ne und gro­ße Nach­bar­schafts­fes­te in ganz Deutsch­land, für mehr Gemein­schaft, weni­ger Anony­mi­tät und eine Nach­bar­schaft, in der wir uns zu Hau­se füh­len. Auch im Wed­ding und in Gesund­brun­nen gibt es eini­ge pri­va­te Fes­te, Floh­märk­te oder Ver­an­stal­tun­gen, die von sozia­len Trä­gern orga­ni­siert wer­den. Wir haben ein paar Höhe­punk­te aus dem Wed­ding für euch herausgesucht.

Eine Community so bunt und lebendig wie der Stadtteil: die Weddingweiser Pinnwand

Wir fei­ern 10.000 Mit­glie­der in der Face­book-Grup­pe “Wed­ding­wei­ser Pinnwand”

„Seit ich vor vier Jah­ren in den Wed­ding gezo­gen bin, habe ich immer wie­der die Pinn­wand genutzt. Ich fin­de die Idee der gegen­sei­ti­gen Hil­fe toll, das hat mich dem Kiez gegen­über geöff­net“, sagt Car­la Weigt. Nicht nur die Ange­bo­te zum Ver­kauf, zum Tau­schen und zum Ver­schen­ken hel­fen den Mit­glie­dern, bei ihr habe es ganz kon­kret dazu bei­getra­gen, im Wed­ding anzu­kom­men. Für die gebür­ti­ge Lucken­wal­de­rin sind es aber nicht nur die Ange­bo­te, die die Pinn­wand reiz­voll machen: „Ich fin­de gut, wenn man eine Fra­ge stellt, und es immer jeman­den gibt, der aus­kunfts­freu­dig ist“, betont Car­la. Auch die prak­ti­sche Lebens­hil­fe macht die Lek­tü­re span­nend, wie bei­spiels­wei­se die Ant­wort auf die Fra­ge: Was tun, wenn die Nach­barn zu laut sind?