bi’bak: Über das Schicksal der Kofferkinder

Screenshot von der Webseite des bi'bak-Projektraums.
Screenshot von der Webseite des bi’bak-Projektraums.

Sie heißen Kofferkinder, Pendelkinder oder auch Eurowaisen. Es handelt sich dabei um Kinder, die mindestens ohne ein Elternteil aufwachsen oder von ihren Tanten und Großeltern großgezogen werden, weil die Eltern im Ausland arbeiten. Der Projektraum bi’bak in der Prinzenallee 59 befasst sich im Februar mit einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Zurückgelassen, entwurzelt, versteckt: Eltern- und Kinderschicksale der Arbeitsmigration“ mit den Schicksalen der Gastarbeiter und ihren Kindern. In fünf Filmen und drei Lesungen (in Anwesenheit von Regisseuren und Betroffenen) werden Geschichten von zerrissenen Familien beleuchtet.

 

Weddingwoche #41: Einig Weddingland

Jüngst forderten die Autoren Özlem Topçu und Bernd Ulrich in einem Zeit-Artikel von der neuen Bundesregierung, Deutschland zu einem echten Einwanderungsland zu machen. Deutschland, so heißt es darin, wird jährlich 400 000 Einwanderer benötigen, um sein wirtschaftliches Niveau halten zu können. Gefordert wird ein gesellschaftlicher Klimawandel, der Migration nicht als Problem betrachtet, sondern als Chance. Es lohnt sich, die Frage zu stellen, welche Rolle der Wedding in diesem veränderten Deutschland künftig spielen kann. Gerade Stadtteilen wie dem Wedding, wo rund die Hälfte der Bevölkerung einen Migrationshintergrund besitzt, könnte mittelfristig ein Modell- und Vorbildcharakter für das restliche Land zukommen. Der erste Schritt wäre auch hier, den Wedding nicht als einen Problembezirk zu betrachten, sondern als hoffnungsvolle Chance auf ein neues deutsches Selbstverständnis.

 

Unsere Kolumne “Weddingweisers Woche” erscheint jeden Samstag in der Bezirksausgabe Wedding des Berliner Abendblatts.