Zusammen gegen die „großen Drei“

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Es ist Samstagnachmittag, das Wetter ist nasskalt. In einer Weddinger Seitenstraße stehen die Mieterinnen einer Weddinger Wohnung vor dem Haus mit einer mobilen Kochplatte und trinken Glühwein, essen Spekulatius und hören Weihnachtsmusik. Parallel dazu warten sie auf vorbeikommende Mieter, die genau wie sie und wir wissen: Es sind mittlerweile viele, die von ihren Vermietern über den Tisch gezogen werden. Sei es durch zu hohe Nebenkosten, durch Nichtreagieren auf Schadensmeldungen, oder die vielleicht gerade von einer der „großen Drei“ Akelius, Deutsche Wohnen oder Vonovia aufgekauft wurden.

„Der Wedding ist da, aber ich bin weg“

Steigende Mieten, fehlender (sozialer) Wohnraum und Verdrängungsdruck. Kaum ein Thema beschäftigt die Berliner Stadtgesellschaft aktuell so sehr wie der überlastete Wohnungsmarkt sowie die Hürden und Schikanen beim Finden und Behalten einer Wohnung. Obwohl davon unterdessen weite Teile der Bevölkerung betroffen sind, ist der Zugang zu Wohnraum trotzdem nicht für alle gleich. Für einen Stadtrundgang namens „Der Wedding ist da, aber ich bin weg“ hat sich das Projekt „grenzgänger I berlin“ mit dem Thema Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt auseinandergesetzt. Wen betrifft sie besonders, welche Mechanismen stecken dahinter und was können Betroffene eigentlich dagegen unternehmen?

Mieter bei Vonovia im Wedding verbünden sich

Liebenwalder Str. 5

Im Wedding schließen sich nun Vonovia-Mieter zusammen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Denn auch hier geschieht, was bundesweit berichtet wird. Vonovia-Mieter haben es nicht leicht. So hat der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff bei RTL das „System Vonovia“ unter die Lupe genommen. Auch deshalb glauben immer mehr Menschen, dass es bei der Wohnungsgesellschaft Vonovia nicht immer mit rechten Dingen zugeht. Auch „Spiegel Online“ fragte sich bereits: Bereichert sich Vonovia an seinen Mietern? Im Wedding wehren sich jetzt Mieter.

AmMa65: Vorkaufsrecht des Bezirks ist jetzt gefordert

Hausgemeinschaft AmMa65 vor dem Haus
Foto: AmMa65

Wir hatten vor zwei Wochen über die Bemühungen der Mieterinnen und Mieter des Eckhauses Amsterdamer / Malplaquetstraße berichtet, den Verkauf ihres Hauses abzuwenden und selbst gemeinschaftlich als Käufer aufzutreten. Nun ist das Haus verkauft worden. Der Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) hatte sich im Vorfeld dafür ausgesprochen,  erstmals das Vorkaufsrecht des Bezirks anzuwenden. Doch dafür drängt die Zeit, wie der Verein der Hausbewohner AmMa65 mitteilt.

AmMa65: Herz statt Profit

AmMa65 Haus
Foto: AmMa65

„Zunächst leben wir. Und das nicht irgendwo – nein, wir leben in unserem geliebten Kiez, dem Wedding 65. In den Eckhäusern der Amsterdamer Straße 14 und Malplaquetstraße 25. Für uns ist es die schönste Ecke der Welt – na gut, vielleicht auch nur die schönste Ecke, die wir kennen.“ Das schreiben die Hausbewohner, die sich im Verein AmMa65 organisiert haben. Denn sie haben ein Ziel: ihr Haus selbst kaufen, damit es nicht zum Spekulationsobjekt Anderer wird.

Anmerkung der Redaktion: 
Wir vom Weddingweiser verzichten auf die übliche Wochenschau und machen Platz für den Aufruf, mit dem die wehrhafte Hausgemeinschaft an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Mieter bei der Deutschen Wohnen nervös

In der Friedrich Ebert Siedlung bröckelt der Putz. Foto Mietergruppe.
In der Friedrich Ebert Siedlung bröckelt der Putz. Foto Mietergruppe.

„Wir saßen zwölf Tage im Kalten“, klagen Mieter der Friedrich-Ebert-Siedlung. Ihre Heizung war ausgefallen. Auch wenn die Heizung nun wieder funktioniert, die Mietergruppe ist aufgebracht: „Die Friedrich-Ebert-Siedlung verfällt“, sagen sie. Dagegen sagt die Vermieterin, die Deutsche Wohnen, zum konkreten Fall: „Heizungsausfälle kommen bei allen Wohnungsunternehmen vor.“ Ein Fall von lautstarken Mietern oder eines still und leise einsparenden Vermieters?

Neue Vermieter. Neue Methoden. Was ist los im Brunnenviertel?

Mietverhältnis: eine Tür, die sich nicht mehr bewegen lässt. - Foto: Andrei Schnell.
Mietverhältnis: eine Tür, die sich nicht mehr bewegen lässt. – Foto: Andrei Schnell.

Mieter im Brunnenviertel, die einen Verwalterwechsel von der Degewo auf die Universa hinter sich haben, klagen seit längerem hinter vorgehaltener Hand. Nun haben sich einige Mieter an den Weddingweiser gewandt, um ihre Erfahrungen mit der Hausverwaltung Universa öffentlich zu machen. Was passiert, wenn die privaten Eigentümer die Regie übernehmen, darüber berichten Mieter zumindest auf dem Weddingweiser erstmals.