Neue Verkehrsführung im Sprengelkiez

04.09.2019 “Ende September wird die Tegeler Straße geschlossen!” – “Was? Wie?” So oder ähnlich könnten Gespräche im Sprengelkiez derzeit beginnen, denn: Ende September wird die Tegeler Straße endlich wirklich gekappt, und zwar an der Stelle, wo bereits jetzt die Eisenbahnbrücke (der sogenannte Overfly) hoch über die Straße führt, hinter dem Spielplatz an der Ecke Lynarstraße. Geschlossen heißt: Keine Autos, keine Fahrräder, keine Menschen zu Fuß kommen noch durch, der gesamte Verkehr wird dann über das neue Nordufer umgeleitet.

Liegt der Himmel am Kanal?

Das himmelbeet ist derzeit in der Müllerstraße – allerdings nur als Foto und nur vorübergehend. Doch wo soll es in Zukunft sein? Foto: Dominique Hensel

17.08.2019 Seit mehreren Jahren schwebt die Gartenschließung über dem himmelbeet. Auf dem Gelände, auf dem sich der Gemeinschaftsgarten befindet, soll ein Fußballbildungszentrum entstehen. Die Suche nach einer Ersatzfläche für das beliebte und engagierte Gartenprojekt gestaltete sich schwierig. Doch jetzt, ein Jahr bevor die Gärtner das Gelände in der Ruheplatzstraße räumen müssen, gibt es Hoffnung. Über den aktuellen Stand zur Zukunft des himmelbeet – ein Gastbeitrag von den Aktiven des Gartenprojekts.

Bau Stück-Umzug: „Schwingt die Schrauber!“

(C) Bau Stück
(C) Bau Stück

„Eine gefühlte Ewigkeit standen die Akkuschrauber still, aber dieses Wochenende gibt es nochmal was zu tun“, so die Aufforderung von Kajetan Skurski an die Freunde der Aktion „Bau Stück Wedding„. Bei diesem Projekt haben im Spätsommer viele Hände geholfen, einen verwahrlosten Spielplatz an der Tegeler Straße/Mettmannplatz zu entrümpeln und einen Holzpavillon aufzubauen. Bis zum 10. Oktober konnte die provisorische Bühne von den Anwohnern genutzt werden. „Das Projekt ist nun beendet und der Pavillon müsste entsorgt werden, was natürlich viel zu schade ist“, sagt Kajetan. Doch ein neuer Standort für die Mini-Open-Air-Bühne ist im Gemeinschaftsgarten Himmelbeet gefunden worden. Rein optisch passt das Holzobjekt gut ins Himmelbeet mit seinem Gartencafé aus Europaletten, aber auch für die Idee der nachhaltigen Weiterverwendung an anderen Stelle ist das Ökoprojekt der ideale Ort im Wedding. Dafür muss aber der Pavillon gemeinschaftlich abgebaut und im Himmelbeet wieder aufgebaut werden. Dies soll am Samstag, den 22. November ab 10 Uhr passieren. „Wenn ihr noch Akkuschrauber mitsamt Bits mitbringt, so haben wir das gute Stück sicherlich relativ schnell demontiert“, hoffen Kajetan und die anderen Aktiven des Projekts.

Die Bauaktion findet parallel im Himmelbeet-Garten (Schulstr./Ruheplatzstr.) und am Mettmannplatz statt.

Alle Beiträge über das Bau Stück

Samstag, 22. November

ab 10 Uhr

Die Kolumne: Der Platz und das Amt

Bau Stück AufräumaktionDieser Platz hatte es fast geschafft. Kaputtes Spielgerät, Müll… Über dem Mettmannplatz am Rand des Sprengelkiezes lag der schwere Mantel der Verwahrlosung. Im Wissen, dass hier nicht all zu viele Anwohner gegen diese Zustände aufbegehren, war sich das Grünflächenamt seiner Sache so gut wie sicher, diesen Platz in Vergessenheit geraten lassen zu können. Bis ein junger Theatermensch mit seiner Truppe auftauchte und dem Mettmannplatz mit einem Projekt namens Bau Stück neues Leben einzuhauchen. Bis Mitte November gilt die Erlaubnis, diesen Ort zu bespielen. Mal sehen, was dem Amt einfällt, die Plagegeister wieder los zu werden …

Autor: Ulf Teichert

Die Kolumne erscheint ebenfalls jeden Samstag im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Bau Stück Wedding: eine Spielwiese für alle Einwohner

Bau Stück Musik 2Ein nicht-profitorientierter und ein nicht-elitärer Kulturort für den Wedding? Die Idee war zwar schon geboren, aber Kajetan Skurski hatte keine Ahnung, ob sie genügend Mitstreiter mobilisiert. „Ich wollte ausprobieren, ob jemand kommt, ob sich überhaupt jemand dafür interessiert und ob der Ort funktioniert.“ Er funktioniert. Nach der Generalprobe am 9. August mit 200 Mithelferinnen und Mithelfern können der 23-jährige Wahl-Weddinger und sein Projektteam hochzufrieden sein.

Die Kolumne: Noch ’ne Überraschung

Foto: Bau Stück
Foto: Bau Stück

Vor ein paar Wochen erfuhr ich von der Initiative namens Bau Stück Wedding (http://weddingweiser.wordpress.com/2014/06/13/bau-stuck-wedding-stadt-selber-machen/). Die Idee zu diesem Kunst- und Kulturprojekt hatte der Wahlweddinger Kajetan Skurski. Den es ziemlich überrascht hat, wie schnell er engagierte Mitstreiter fand, die mit ihm an dem Begegnungszentrum für Kreative und Nachbarn planen und organisieren. Inzwischen interessiert sich nicht nur die Rektorin der Beuth Hochschule für das Projekt. Die Conrad Stiftung sicherte finanzielle Unterstützung zu, der Bezirk wird wohl den ehemaligen Spielplatz auf dem Mettmannplatz als Ort des Geschehens genehmigen. Jetzt kommt es nur noch auf die Weddinger an. Denn die dürfen und sollen sich bei http://www.startnext.de/bau-stueck registrieren und Bau Stück Wedding ideell und finanziell unterstützen. Mal sehen, ob Kajetan Skurski noch einmal zu überraschen ist…

Autor: Ulf Teichert

Termin

Am Samstag, den 9. August ab 15.00 Uhr gibt es die Gelegenheit, die Generalprobe von Bau Stück und die Initiatoren kennenzulernen

Ort: Mettmannplatz, an der Tegeler Straße

Alle Infos https://www.facebook.com/baustueckwedding

Die Kolumne erscheint jeden Samstag im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Die S 21 wird gebaut – Weddinger Straßen werden neu geführt

Am linken Bildrand wird die S 21 ans Tageslicht kommen, um dann Y-förmig in die Ringbahn einzufädeln (Bildmitte)

AKTUALISIERT IM NOVEMBER 2016

Berlin hat ebenfalls sein „S 21“ – Projekt. Allerdings handelt es sich hier um eine S-Bahn-Linie, für die bereits 2009 die ersten Vorbereitungen begonnen haben. Die Baustelle scheint derzeit fast stillzustehen, doch die neue Berliner Landesregierung fordert das zügige Ende des ersten Bauabschnitts. 

Mitte Oktober 2012 begannen die ersten echten Bauarbeiten dieser neuen Strecke, die das Berliner S-Bahnnetz nur um einen neuen Bahnhof bereichern wird. Dabei handelt es sich um eine unterirdische Station unter dem Hauptbahnhof. Zunächst war an der Perleberger Brücke ein Bahnhof geplant, der große Teile des mit Schnellbahnen unterversorgten Ostteil Moabits angebunden hätte.

Die neue Strecke wird jedoch zwei Enden am Nordteil der Ringbahn haben: Westhafen und Wedding. Dort, wo auch der Fernbahntunnel endet, erreicht die S-Bahn vom Hauptbahnhof kommend das Tageslicht. Die S-Bahn-Trasse, die zunächst in einem Trog liegt, wird zwischen den Gleisen der Fernbahn und zwei Gleisen, über die Güterzüge vom Nordring aus Westen kommend zum Güterbahnhof des Westhafens sowie zum Kraftwerk Moabit rangiert werden, geführt. Die Verbindung bis zum S- und U-Bf. Westhafen erfolgt ebenerdig, denn in den 90er Jahren hat man bei der Wiederherstellung des S-Bahn-Nordrings in den 1990er Jahren ein Tunnelportal als Vorleistung mitgebaut.

S 21 (Grafik: DB Projektbau)
S 21 (Grafik: DB Projektbau)
Fernbahnbrücke zwischen Wedding und Hauptbahnhof (Tegeler Straße)
Unter dieser Fernbahnbrücke wird die neue Brücke entlangführen (Tegeler Str.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erheblich aufwändiger wird dagegen der Bau der östlichen Strecke zum S- und U-Bf. Wedding. Hinter dem Ende des Hauptbahnhof-Tunnels steigt die Trasse an. Sie wird als Spannbetonbrücke mit einer Länge von 265 m fortgeführt. Die Perleberger Brücke wird als Stabbogenbrücke überbrückt, die Anfang 2015 eingehoben wurde. Die S-Bahn wird dann das Friedrich-Krause-Ufer und den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal als 154 Meter lange Spannbetonbrücke überqueren. Am Nordufer erreicht die Strecke die Doppelpfeiler des Fernbahn-Overflys, die sie durchquert. Dort führt die Strecke bergab und fädelt auf der Höhe der Tegeler Straße zwischen dem Overfly und der Brücke des Nordrings in ein ebenfalls in den 90er Jahren erstelltes Tunnelportal ein. Damit wird der Hauptbahnhof mit der S-Bahn direkt aus beiden Richtungen des Nordrings erreichbar sein. Da die S 21 wohl auf Dauer am Hauptbahnhof enden wird, hält sich der Nutzen dieser Linie für den Wedding in Grenzen, für ganz Berlin ist er hingegen ziemlich fragwürdig.

Auf das Straßensystem in diesem Bereich hat dieser Knoten aus Brücken, Rampen, Überwerfungsbauwerken und Tunnelstrecken erhebliche Auswirkungen. Die Tegeler Straße wird durch die fast ebenerdig ankommende S-Bahn-Strecke unterbrochen und somit beidseitig zur Sackgasse. Damit Pkw, Lkw und Busse trotzdem durchkommen, wird das Nordufer bis zur Fennstraße durchgängig für den Straßenverkehr ausgebaut. Noch in diesem Jahr werden Bäume und Sträucher für den Straßen- und Brückenneubau am Mettmannplatz gerodet, damit es  mit den Bauarbeiten losgehen kann. Erst wenn das neue Nordufer fertiggestellt ist, wird die Tegeler Straße unterbrochen.

S 21 Brücke Fennstr
Die Brücke steht schon mal – im Winter 2014/15

Im Februar 2015 wurde bekannt, dass das Projekt wieder auf der Kippe stehen könnte. „Es hat sich herausgestellt, dass die vorbereiteten Bauwerke für die geplante S21 zum Teil nicht den erforderlichen Anforderungen entsprechen“, teilte die Bahn mit. Die beim Bau des Hauptbahnhofs erbrachten Vorleistungen für die künftige Decke der S-Bahn-Station sind unzureichend. Der Bund übernimmt übrigens 60 Prozent der Kosten, die anderen 40 Prozent muss das Land finanzieren. Im Koalitionsvertrag der Rot-rot-grünen Landesregierung aus dem November 2016 fordert das Land von der Deutschen Bahn,  die S 21 zügig fertigzustellen, insbesondere den Baubeginn für den zweiten Bauabschnitt zeitnah anzugehen und die Planungen für den dritten Bauabschnitt rasch voranzubringen. Sie setzt sich auch für den Bau eines zusätzlichen Bahnhofs Perleberger Brücke ein. Dieser würde erhebliche Fahrgastpotenziale in der neuen Europa-City Heidestraße, in Moabit und auch im Weddinger Sprengelkiez abschöpfen.

In diesem Flyer der DB wird das Projekt beschrieben

Grafik DB Projektbau GmbH
Grafik: DB Projektbau GmbH