GESCHLOSSEN „Zadar“: gut gegrillt ist halb gewonnen

Restaurant von außenBelebt Konkurrenz immer das Geschäft? Gleich drei kroatische Restaurants, die man früher der Einfachheit halber „Jugo“ nennen konnte, befinden sich recht nah beieinander in einem gastronomisch ansonsten eher leblosen Kiez. Aus der Tatsache, dass alle drei ihr Stammpublikum zu haben scheinen und noch keines die Rolläden herunterlassen musste, kann man schlussfolgern, dass die Menschen im Afrikanischen Viertel im Nordwesten des Wedding besonders gerne kroatisch essen.

Immer wieder Sonntag: „Tatort“ im Wedding

Glaubt man der Boulevardpresse, ist der ganze Wedding ein einziger Tatort. Die Polizeiberichte und Kurzmeldungen sind voll von Notizen, in denen Delikte aller Art auf Weddings Straßen vermerkt werden. Da verwundert es, dass sich Weddinger auch noch freiwillig versammeln, um sich die Produkte von Drehbuchautoren anzusehen. Wie in anderen Orten in ganz Deutschland ist hier das gemeinsame „Tatort“-Schauen beliebtes Ritual für den Sonntagabend, ob im Familienkreis oder in der Kneipe.

Lacrosse-Bundesliga-Spiel im Wedding

Herrenmannschaft Victoria LacrosseAbseits des Fußballstandardprogramms geht es am Samstag, den 14. März im Spitzenspiel zwischen Victoria Lacrosse & Dresden Braves um die Meisterschaft der 2.Bundesliga Ost im Lacrosse!

Was, bitteschön, ist Lacrosse? Die Geschichte dieser kanadischen Nationalsportart, die als schnellstes Mannschaftsspiel auf zwei Beinen gilt, geht  auf die indianischen Ureinwohner Nordamerikas zurück .Auf eine gute Reaktion kommt es an, denn Lacrosse vereint die Eigenschaften so schneller Sportarten wie Eishockey, Basketball und Feldhockey. Dabei hat das Lacrosse-Feld die Größe eines Fußballfeldes. Die Tore sind so weit ins Spielfeld eingerückt, dass die Spieler um sie herum laufen können. Der Ball selbst besteht aus Gummi, hat einen Umfang von 20 cm und wiegt etwa 140 Gramm. Den an Schmetterlingsnetze erinnernden Schlägern, mit denen die Spieler den Ball fangen, werfen oder auch über den Platz tragen können, verdankt die Sportart übrigens auch ihren Namen. Denn einen in Kanada wirkenden Jesuitenmissionar, der Indianer 1634 bei diesem Spiel beobachtete, erinnerten die Schläger an Bischofsstäbe – auf französisch „la crosse“.

GESCHLOSSEN: Eisenwaren Mehler: Nicht nur für Nostalgiker, sondern auch für Praktiker

„Gehen Sie doch zu Eisen-Karl“, so warb früher eine Baumarktkette (die mit den drei Buchstaben). Nur dass es eben wegen solcher Baumärkte den Eisenwarenhändler an der Ecke gar nicht mehr gibt. Gar nicht mehr? Stimmt nicht, denn an der Otawistraße 13/ Ecke Lüderitzstr. hat ein besonders schönes Exemplar überlebt: Otto Mehler. „Wir sind billiger als der Baumarkt, der mit 20 % Rabatt wirbt“, sagt Inhaberin Yvonne Hanusch, während sie geduldig in einem dicken Katalog nach einem sehr speziellen Artikel sucht, nach dem sich ein 9jähriger Junge erkundigt. Gerade jetzt, wo der Praktiker-Baumarkt wenige hundert Meter weiter seine Pforten für immer schließt, ist man doch froh über einen solchen Laden…

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Aber so hat man beim Warten genügend Zeit, den Blick schweifen zu lassen: wunderschöne alte braune Holzschubfächer, aus denen sich Schrauben und Nägel noch einzeln erwerben lassen, zieren die hintere Wand des Eckladens. Die sind noch aus der Zeit um die Jahrhundertwende und dutzende Male übermalt worden. Und was es sonst noch alles gibt: Geschirr und Haushaltswaren, Kleinelektrogeräte, alles für den Garten und natürlich auch Farben und Lacke. Wie ein Relikt aus der gar nicht so lange zurückliegenden Vergangenheit hat dieser Laden seine Nische bewahrt.  Allein vom Verkauf einzelner Schrauben kann der Laden heute keinen Profit mehr abwerfen, statt dessen betreiben die Besitzer noch einen Großhandel. Das mindert nicht die Freude an diesem wunderbar kramigen altmodischen Geschäft mit einer Beratungsgarantie. Dafür lohnt sich selbst eine weite Anreise!

Für die Zeitschrift „Ecke Müllerstraße“ hat sich Christof Schaffelder im Frühjahr mit der Inhaberin Yvonne Hanisch unterhalten:

„In diesem Jahr feiern wir 120jähriges Jubiläum. Im Jahr 1893 gründete Otto Mehler die Eisenwarenhandlung, ursprünglich in Schöneberg am Winterfeldtplatz. Mein Vater hat sie später übernommen. In den 80er Jahren wurde die Gegend, in der zuvor viele Hausbesetzer und Punks wohnten, luxussaniert. Wir wollten die hohen Mieten aber nicht zahlen und haben dann den Laden hier in der Otawistraße gefunden. Der hatte auch den Vorteil, dass hier Kleingärten in der Nähe sind, wir verkaufen ja auch Gartengeräte, vor allem jetzt im Frühling. Außerdem führen wir auch Haushaltsgeräte, im Winter gehen Schneeräumgeräte, Schlitten und Ofenzubehör gut.

Ich übernahm dann im Januar 1996 den Laden von meinem Vater. Da musste ich erst mal ein paar Monate hier im Laden bleiben und lernen. Ich wollte nicht auf den Baustellen ausliefern und wirken wie Püppi, die von nichts eine Ahnung hat und nicht mal weiß, wie die Werkzeuge richtig heißen. Inzwischen liefere ich aber sehr gerne aus. Damals lief das Geschäft aber noch besser als jetzt. Wir liefern ja auch an Baustellen und an Kunden aus dem Handwerk, an Hausverwaltungen und Behörden, etc. In der Baubranche sind die Zeiten inzwischen deutlich härter geworden: lauter Subunternehmer von Subunternehmern. Einige unserer besten Kunden aus diesem Bereich sind in die Insolvenz gegangen oder wurden aufgekauft und anschließend abgewickelt. Die persönlichen Kontakte lassen sich dann nicht wieder so einfach herstellen.

Aber bekannt sind wir nach wie vor: »Fahr zu Mehler, da kriegste alles!« Den Tipp, so hat es mir gerade ein Kunde erzählt, hat er von einem alten Polier bekommen. »Mehler, unsere letzte Rettung!« – auch solche Sprüche hören wir öfter. Wir haben tatsächlich vieles vorrätig und wenn nicht, dann können wir es besorgen. Und auch preislich können wir mithalten, wir werden ja bei unseren Lieferanten als langjährige gute Kunden geführt und bekommen deshalb ordentliche Rabatte. Nicht nur bei Kleinteilen sind wir oft sogar deutlich billiger als die Baumärkte. Wir verkaufen Kleinteile ja auch einzeln und zudem schlagen die Baumärkte oft auch richtig unverschämte Gewinnspannen auf.

In Berlin gibt es nur noch sehr wenige Eisenwarenhandlungen wie unsere, im Norden weit und breit überhaupt keine andere. Auf Messen wie beispielsweise von unserem Einkaufsverband haben die Berliner früher immer gleich einen ganzen Tisch gebildet – heute bin ich da allein. Steigende Mieten, fehlende Nachfolger im Geschäft, die Konkurrenz durch die Baumärkte: Die meisten haben inzwischen aufgegeben. Ich glaube aber, dass sich die Zeiten wieder ändern und der Fachhandel wieder eine Chance bekommt. Wir können ja nicht nur fachlich gut beraten, was das Internet eben nicht kann. Sondern wir haben auch Angebote, die sonst kaum noch einer macht: So kann man bei uns auch Messer und Werkzeuge schleifen lassen. Das machen nicht wir, sondern ein Schleifermeister, der sie bei uns abholt und geschliffen wieder zurückbringt. Die sind dann wieder wie neu!

aufgezeichnet von Christof Schaffelder,

erschienen in der „Ecke Müllerstraße“ April/Mai 2013

Eisenwaren Mehler

Otawistraße 13 Ecke Lüderitzstraße

Mo-Fr 9-18 Uhr

Sa 9-13 Uhr

Tel. 030/  451 50 56