„Schriftstellerhaus“: Herausholen, was in Leuten steckt

Hereinspaziert! Ingrid Kaech sagt: „Willkommen im Schriftstellerhaus/phase1!“
Foto Maja Schudi

In der Spanheimstraße in Gesundbrunnen gibt es etwas, das es in dieser Art und Weise in Berlin sonst nicht gibt: einen Rückzugs- und Begegnungsort nur für Schreibende. In der Hausnummer 1 existiert eine Austausch- und Arbeitsplattform für schreibende Profis und Amateure gleichermaßen. Die Räume des Schriftstellerhauses befinden sich im Erdgeschoss. Ingrid Kaech, die Leiterin des Schriftstellerhauses, hat vor ein paar Jahren die Räume angemietet und komplett umgestaltet. Sie kümmert sich nun in Eigenregie um sämtliche Belange des Hauses, leitet auch die Seminare und Arbeitsgruppen. Ich treffe mich mit ihr, um mehr über sie und das Schriftstellerhaus zu erfahren.

Weddinger Empfehlungen: 3 besondere Bilderbücher

Émilie Peinchaud vom Buchladen in der Maxstraße. Foto: Totem
Émilie Peinchaud vom Buchladen in der Maxstraße. Foto: Totem

Ab sofort durchstöbert Émilie Peinchaud aus dem Café-Buchladen Totem in der Maxstraße originelle Bilderbücher für Groß und Klein und wählt daraus drei Empfehlungen für unsere Leser. Diesmal hat sie Bücher gefunden, die den Kleinen beim Spracherwerb helfen, die ein Stück Kindheit eingefangen haben und die aus dem Alltag eines Krokodils erzählen.

Ich will vorlesen! Jeden Tag

Lieblingsbuch: Kurzhosengang. Bitte vorlesen, Mama. Foto: Dominique Hensel
Lieblingsbuch: Kurzhosengang. Bitte vorlesen, Mama.

Schlafanzug an, Zähne putzen, zack-zack-zack. Sage ich zum kleinen Weddinger an vielen Abenden. Ich drängle ihn nicht, weil das so im Erziehungsratgeber steht oder weil ich mich auf die Zeit freue, in der er schläft und ich nicht Mama bin. Ich will vorlesen! Jeden Tag. Ich finde die Geschichten spannend und ich kuschle mich gern mit dem kleinen Weddinger zusammen. Am Freitag (18.11.) ist der bundesweite Vorlesetag. Das ist sozusagen mein inoffizieller Feiertag.

Bye bye Bücher: Der stille Abschied der Hugo-Heimann-Bibliothek

biblio_innen
Bilck in die Hugo-Heimann-Bibliothek. Die Bücher, CDs und DVDs ziehen ab Ende April um in die Müllerstraße.

Es hat keine Demonstrationen gegeben, keine Bürgerinitiative, keine Unterschriftensammlung, nicht einmal ein Plakat. Ganz still und leise verabschiedet sich die Hugo-Heimann-Bibliothek aus dem Brunnenviertel. Sie schließt am 27. April. Das Viertel verliert damit einen Treffpunkt und eine wichtige Bildungseinrichtung. Die 37.000 Medien der Bibliothek, die Ende der 70er Jahre gegründet wurde, ziehen perspektivisch in die neu gebaute Schiller-Bibliothek in der Müllerstraße – wenn diese fertig ist. Mit der Schließung der Kinder- und Jugendbibliothek im Brennpunktkiez will der Bezirk Geld sparen.

Lies mal! Wie Schüler Bücher lieben lernen

lesepaten2Es ist Dienstag, viertel vor neun. Dorothea Peichl drückt die Klingel am Tor. „Sekretariat Carl-Krämer-Schule“, schallt es aus der Gegensprechanlage. „Peichl, ich bin zum Vorlesen hier.“ Mit dem Surren öffnet sie die Tür, geht über den Hof und erreicht nach ein paar Treppen den Klassenraum. Die Frührentnerin wird sofort von einigen Kindern umringt, mit fünf Kindern, ausgesucht von der Klassenlehrerin, wird sie heute zwei Stunden Lesen und auch etwas Schreiben üben.