Das Wichtigste der Woche im Wedding

Foto: D. Hensel

07.09.2019 Wer hätte das vor zehn Jahren für möglich gehalten? Tausende Menschen, jung und alt, schlendern die Panke entlang und genießen die Events auf dem Wasser (Entenrennen, siehe Foto) und am Wasser (Konzertinseln): Der Panke-Parcours gehört zum festen Repertoire des Wedding und zieht immer mehr Besucher an. Zu Recht! So auch letzten Samstag. Und auch dieses Wochenende ist voller Veranstaltungen.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

31.08.2019 Wichtig an diesem Samstag ist der Panke Parcours, ein ganz besonderes Musikfestival im Wedding. Der Weg entlang der Panke verwandelt sich zum bereits sechsten Mal in eine große Outdoorbühne. 13 Bühnen von Musik über Tanz oder Film und Führungen laden ein. Eintritt frei. Auf und ab schlendern erwünscht. Und bald steht auch schon wieder das nächste Festivals ins Haus: 2 Tage Wedding!

Kultur pur: „2 Tage Wedding“ zum Dritten!

Konzert vorm Kakadu in der Soldiner Straße. Foto: Patrick Albertini
Konzert vorm Kakadu in der Soldiner Straße. Foto: Patrick Albertini

Das Kulturfestival 2 Tage Wedding, eine unabhängige Kultur – und Gewerbeinitiative, geht in sein drittes Jahr. Über 40 Aktive tragen am Wochenende (8./9.9.) dazu bei, einen Kontrapunkt zur bezirklich gesteuerten Kulturpolitik zu setzen und zeigen, dass Vernetzung und Eigeninitiative keine leeren Worte sein müssen. 

Weddingwoche #46: Netzwerk nimmt neuen Anlauf

Kulturfestival 2013 (Quelle: KFWM, g+g)

Es war ein Schnellschuss und dennoch ein guter Anfang. Das „Kulturfestival Wedding Moabit“ brachte vom 13. bis 15. September hunderte Künstler und Kulturschaffende auf die Beine, lockte zigtausende Berliner in Kieze, die sie bis dahin nur vom Hörensagen kannten. Und manch „Ureinwohner“ rieb sich verwundert die Augen ob der kreativen Vielfalt, die sich für ihn hier plötzlich und vor seiner Haustür auftat. Und dennoch: Dass hier etwas zusammenwuchs, was schon immer zusammengehört – dieses Gefühl, diese Gewissheit wollte sich partout nicht einstellen. Wie auch angesichts der immens kurzen Vorbereitungszeit und einer über alle Maßen schwammigen Ausschreibung.

Weddingwoche #30: Die Mauer muss weg!

Wegweiser Richtung WeddingJetzt haben wir den Salat! Da richten wir uns über Jahre in unserem kuschlig-kaputten Wedding ein, beginnen sogar, ihn wirklich ganz doll zu mögen und entdecken immer mehr auch seine liebenswerten Seiten. Die wir natürlich für uns behalten, damit nicht noch mehr gentrifizierendes Fremdvolk diesen einmaligen, schaurig-schönen Bezirk überrollt. Und nun das: Es wird ein Kulturfestival geben, das den Wedding und Moabit für drei Tage im September vereinen soll. Fundamentalisten auf beiden Seiten werden aufheulen und den Tag verfluchen, an dem im Bezirksamt Mitte dieser perfide Plan von einem gemeinsamen Kulturfest ausgeheckt wurde. Mir jedoch gefällt gut, was ich da in der Amtsmitteilung lesen konnte. Dass unter anderem mit dem Stattbad und dem Kulturnetzwerk ausgewiesene Wedding-Enthusiasten ans organisatorische Werk gehen, dass durchs Festival Stadt, Kultur und Nachbarschaft miteinander verbunden werden. Ich bin mir sicher: Wenn gelingt, was da geplant wird, wird’s ein fröhlicher Septemberanfang. Mit alten neuen Nachbarn, die wir danach besser kennen und verstehen. Also: Auf in die Turmstraße…!

Autor: Ulf Teichert

Unsere Kolumne gibt es auch an jedem Wochenende im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Ente gut – alles gut

Da hatte der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, gut lachen: er durfte dem Gewinner des Entenrennens den Hauptpreis überreichen. Ulrich Wirth kann sich über zwei Übernachtungen im Holiday Inn in Dresden freuen. Was er dafür getan hat? Er hat auf’s richtige Pferd gesetzt – oder besser gesagt auf die richtige Ente.

Enten zu Wasser gelassen (Foto: Bürgerstiftung Wedding i.G.)
Enten zu Wasser gelassen (Foto: Bürgerstiftung Wedding i.G.)

Sonderbehandlung für Förderer (Foto: D.Hensel)
Sonderbehandlung für Förderer (Foto: D.Hensel)

Beim Entenrennen am 23. September hatten Jung und Alt viel Spaß. Bei strahlendem Sonnenschein zog es etwa 500 Besucherinnen und Besucher an die Panke zwischen der Pankstraßenbrücke und der Gerichtstraße. Nachdem die beiden Veranstalter, die Bürgerstiftung Wedding, vertreten durch Daniel Gollasch und Birgit Thomsmeyer und panke.info, vertreten durch Thorsten Haas, das Rennen eröffnet hatten, setzten sich zunächst die großen Gummienten der Sponsoren in Bewegung. Dann kamen die Förderenten dran, die außer Konkurrenz liefen. Und dann war es soweit: aus großen Tüchern wurden die übrigen 500 Enten in die Panke gelassen, wo sich sogleich ein gelber Teppich aus gelben Quietscheentchen bildete. Die 300 Meter lange Rennstrecke war von neugierigen Kindern und Erwachsenen gesäumt. Die meisten hofften, dass ihre Ente die schnellste sein würde. Die anderen Zaungäste hatten einfach Spaß an dem gelben Spektakel auf Weddings Stadtfluss, der an diesem Tag so sehr im Mittelpunkt stand wie nur selten zuvor. Aussichtsplätze gab es mit den drei Brücken an der Rennstrecke zwar genug, doch an den Brücken- und Ufergeländern war jeder Platz innerhalb kürzester Zeit von mitfiebernden Entenlosbesitzern belegt.

Zieleinlauf mit Schwimmhilfe

Viel zu sehen (Foto: D.Hensel)
Viel zu sehen (Foto: D.Hensel)

Enten am Ziel (Foto: D.Hensel)
Enten am Ziel (Foto: D.Hensel)

Zum Finale stellte ein Anwohner Boxen an seinen Balkon, und das Quietscheentchen-Lied von Ernie und Bert begleitete die Enten akustisch beim Zieleinlauf. Die letzten Meter bestanden aus Schwimmnudeln, die in V-Form aufeinander zuliefen und die Enten dadurch abbremsten. Am Ende konnten auf diese Weise alle Enten aus dem Wasser gefischt werden – wobei die ersten hundert Enten ihre Besitzer zu Gewinnern machten. Auf der Bühne des Wedding Kulturfestivals auf dem nahen Nettelbeckplatz überreichten dann Vertreter der Bürgerstiftung Wedding (in Gründung) und Ralf Wieland (SPD-Abgeordneter) die Hauptpreise. Beeindruckend war, wie viele Kiez-Akteure und Unternehmer aus dem Wedding das Entenrennen mit Preisen, Losverkäufen und Werbung unterstützt hatten. Dazu kamen 27 Freiwillige, die bei der Ausrichtung des Entenrennens geholfen – und sich zum Teil auch nasse Füsse geholt – haben!

Bei panke.info können die Losbesitzer nachsehen, ob sie etwas gewonnen haben

Das war 2011 im Wedding

Seit 150 Jahren, also seit 1861, gehört der Wedding zur Stadt Berlin. Gesichtslos und belanglos ist der Wedding dadurch nicht geworden: Noch immer kennzeichnen den Ortsteil einige Besonderheiten, die ihn im Berliner Stadtraum von anderen Bezirken unterscheiden.

Im Jahr 2011 zeichneten sich einige Veränderungsprozesse in Berlin-Wedding ab. Die Müllerstraße steht durch das Programm „Aktive Stadtzentren“ im Fokus der Stadt- und Verkehrsplaner. Mit einem Geschäftsstraßenmanagement wird versucht, den schleichenden Niedergang der Straße, der sich auch 2011 fortgesetzt hat, aufzuhalten. Außerdem soll die Attraktivität der Müllerstraße als Einkaufsstraße erhöht werden. Die Betonkübel sind schon verschwunden. Die ersten Umbaumaßnahmen im Straßenverkehr werden 2012 starten, allerdings nur im Bereich der südlichen Müllerstraße. Immerhin: die Firma Karstadt ist gerettet, und auch der Standort am Leopoldplatz soll nicht geschlossen werden. Das C&A-Kaufhaus hingegen hat nach 32 Jahren geschlossen – mit noch nicht absehbaren Folgen für die übrige Geschäftswelt im Wedding. Auch der Umbau des Leopoldplatzes schreitet voran: die Trinkerszene wurde in einen sichtgeschützten Bereich zwischen den beiden Kirchen verlagert. Promenaden und Spielplätze haben eine Runderneuerung erfahren.

Im September fand das erste Wedding-Kulturfestival statt. Ein ganzes Wochenende lang konnten Einwohner und Besucher die ganze kulturelle Vielfalt des Ortsteils kennenlernen.

Schlagzeilen hat der Schillerpark im Jahr 2011 gemacht: im August explodierte eine Rohrbombe in einer Plastiktüte und verletzte einen Spaziergänger schwer. Sechs Wochen später wurde ein 44-jähriger dringend Tatverdächtiger aus dem Wedding festgenommen, der auch weitere Sprengsätze im Ortsteil gelegt haben soll. Positiv fiel der Schillerpark auch auf: im September wurde die Kinderplansche im neu wiederhergestellten Nordostteil des Parks an der Bristolstraße eingeweiht.Das Weltkulturerbe Siedlung Schillerpark hat nicht nur ein würdigeres Entrée, sondern endlich auch Gastronomie bekommen: im ehemaligen Toilettenhäuschen an der Dubliner Straße befindet sich jetzt ein Park-Café.

Zu erwähnen ist noch, dass in diesem Jahr die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Berlin-Mitte neu gewählt wurde. Der bisherige Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke von der SPD ist auch der neue – er wurde mit den Stimmen der CDU wiedergewählt.