Schule zu Hause – braucht Disziplin!

Tausende „Privatschulen“ sind im Wedding entstanden – aber unfreiwillig. Seit der Schließung der Schulen sind Zehntausende Weddinger Kita-Kinder und Schülerinnen und Schüler zu Hause. Die Nutzung digitaler Lernplattformen wie Lernraum Berlin haben noch nicht alle Schulen vor Ausbruch der Corona-Krise veranlasst. Daher gibt es je nach Schule unterschiedliche Formen der Betreuung durch das Lehrpersonal. Manchmal per Mail, manchmal per Aufgaben, die digital zur Verfügung gestellt werden. Aber zumindest für den Sportunterricht gibt es eine pfiffige Idee.

Kita zu – und jetzt?

Cem Erkisi wohnt im Soldiner Kiez. Er ist Erzieher in einer kommunalen Neuköllner Kita, befindet sich derzeit selbst in Elternzeit. Wir haben ihn gefragt, wie er die Schließung der Kitas einschätzt und was er betroffenen Eltern empfiehlt. Laut unserer Facebook-Umfrage sind immerhin über die Hälfte unserer Leser:innen heute durch einen Elternteil oder Familienmitglied mit der Kindererziehung abgedeckt, doch bei einigen läuft Home-Office und Kinderbetreuung parallel.

Arbeitstag von Kita-Erziehern: „Wertvoll für uns alle“

Bunt bemalter Tisch von obenWir geben unsere Kinder in ihre Obhut, verlassen uns darauf, dass sie alle Rahmenbedingungen vorfinden, um die Kinder betreuen zu können – hinter die Kulissen schauen wir bei Kita-Erziehern aber lieber nicht. Die „Lerngeschichten-Erzählerin“ hat einmal eine Erzieherin aus dem Wedding beobachtet. Einen ganzen Tag lang. Hier geben wir ihre Beobachtungen wieder.

Wedding 2033: Wird Klein-Pauline im Wedding bleiben?

Kinder auf Laufrädern. Foto: Andreas Oertel
Zwei Kleinkinder auf Laufrädern Foto: Andreas Oertel

In jungen Jahren fiel es mir nicht leicht zu sagen: „Ich wohne im Wedding!“ Bei manchen Menschen entstand eine unangenehme Sprechpause. Andere versuchten erfolglos etwas Positives über den Stadtteil zu sagen: Da sei es ja so schön multikulti oder im Wedding sind die Mieten noch niedrig. Wenn mir ein Unternehmen eine Absage erteilte, vermutete ich, dass es meine proletarische Herkunft anhand der Postleitzahl erkannt hat. Für mich stand fest: Wenn ich groß bin, ziehe ich weg! Nun bin ich hier geblieben. 

Kitamangel: Klagt und habt Ansprüche! Eine andere Perspektive

Deutsch-Französische Kita Wedding
Berlin-eigene Kita im Wedding

Letzte Woche gab es auf unseren Pinnwänden und im Blog zu dem Kommentar über fehlende Kita-Plätze viele Diskussionen. Dieser Beitrag ist keine Antwort, sondern zeigt vielmehr eine andere Perspektive auf das gleiche Problem.

Ich hatte mich geärgert, und zwar nicht, weil der Autor eine andere Meinung hat als ich, sondern weil ich mich unverstanden und fast beleidigt fühlte. In eine abwertende Schublade voller Vorurteile hatte man mich gestopft. Die Kita-Situation, so wie ich sie sehe, sieht nämlich ganz anders aus!

Kitamangel? Hört auf zu klagen!

Schlange, Anstehen
Kitaplätze – der Andrang ist groß. Foto: Andrei Schnell

Kommentar Selten sind sich alle so einig wie beim Kitamangel. Doch auch wenn alle ins gleiche Horn stoßen, wird noch lange nicht die richtige Melodie gespielt. Statt das Klagelied anzustimmen, ist es Zeit für einen Zwischenruf: Ansprüche runter, liebe Eltern! Ihr nehmt immer mehr für selbstverständlich. Wo bleibt die Bereitschaft, selbst etwas zu tun? Dieser Kommentar stellt sich in vier Punkten quer zur aktuell üblichen Litanei:

Wohin mit der Kita Zwergenschule?

Die Kita Zwergenschule und das Wettbüro sind seit zwei Jahren Nachbarn.
Die Kita Zwergenschule und das Wettbüro sind seit zwei Jahren Nachbarn. Foto: Hensel

Die Sommerferien haben begonnen, für die meisten hat eine Zeit der Erholung und Entspannung angefangen. Das gilt nicht für Ilknur Wilke von der Kita Zwergenschule in der Brunnenstraße 70/71. Die Kitaleiterin geht mit Sorgen und einem großen Problem in die Sommerschließzeit. Am Montag musste sie den Eltern der 38 Kinder, die hier betreut sind, sagen, dass die Kita schließen wird. Das Haus wurde verkauft, der neue Eigentümer hat der Einrichtung gekündigt.