Schlagworte: Jobcenter

Kommentar: Falsch verstandener Denkmalschutz

Warum die „Beamtenlaufbahn“ weg kann

wp-1460131102890.jpegSie wird nicht mehr gebraucht, und sie stört: Der Verbindungsgang zwischen dem Rathaus Wedding und dem jetzigen Jobcenter, ironisch „Beamtenlaufbahn“ getauft, blockiert die Blickachse zwischen Müllerstraße und dem Campus der Beuth-Hochschule für Technik.

Er zerschneidet die Limburger Straße, die in den 1960er Jahre noch erfahrbar am Rathaus Wedding in die Müllerstraße mündete – bis zwischen 1964 und 1966 der Rathausneubau samt Verbindungsbrücke gebaut wurde, die Mitarbeitern und Besuchern einen einfachen Übergang zwischen Alt- und Neubau gewährleistete.

Diese Brücke ist jetzt nicht mehr erforderlich. Ein Abriss wäre nur konsequent, auch weil der öffentliche Raum, den der Gang zerschneidet, derzeit neu geordnet und gestaltet wird. Das „Bildungsband“, das sich vom Zeppelinplatz über den Platz am Rathaus (»Elise-und-Otto-Hampel-Platz«) bis zum Leopoldplatz ziehen soll, wird hier unterbrochen. Für die Entfernung dieser Barriere plädierten nicht nur die Landschaftsarchitekten, die die Planungen für das neue Rathausumfeld entwickelten, sondern auch die meisten Bürger, die an den Workshops und Informationsveranstaltungen teilnahmen.

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Verhandlungen zum Platznamen enden mit Arbeitsauftrag

Elise und Otto Hampel - Grafik: SPD Abteilung 16
Elise und Otto Hampel – Grafik: SPD Abteilung 16

Der namenlose Platz vor dem ehemaligen Rathausturm hat auch nach einem Treffen zwischen Namensgeber und Platzeigentümer keinen Namen erhalten. Walter Frey, von der Stadtteilvertretung mensch.müller kämpfte letzten Mittwoch, 26. August, wortreich für den Vorschlag Elise-und-Otto-Hampel-Platz. Sven Lemiss, Geschäftsführer der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement hielt dagegen. Die klaren Fronten weichten am Ende der Verhandlung ein klein wenig auf. Die Namenskämpfer hoffen nun, ihr Ziel erreichen zu können, wenn es ihnen gelingt das Bezirksamt zu einer eindeutigen Stellungnahme zu bewegen. Weiterlesen

Kommentar: Beschämend – wer benennt Straßen und Plätze?

Simit Evi vor dem Rathaus WeddingSoso. Die BIM (Berliner Immobilienmanagement GmbH) hat also offenbar keine anderen Probleme als zu verhindern, dass der Platz neben dem Rathaus Wedding einen würdigen Namen erhält, nämlich „Elise und Otto Hampel-Platz“. Elise und Otto Hampel waren ein Weddinger Arbeiter-Ehepaar, die nach dem Tod ihres einzigen Sohnes im Zweiten Weltkrieg mutigen Widerstand gegen die Nazis leisteten, mit schlichtesten Mitteln. Sie verteilten heimlich handgeschriebene Postkarten gegen den Krieg, bis die Gestapo sie nach langer Suche verhaftete. Beide wurden von den Nazis hingerichtet. Hans Fallada widmete ihnen seinen weltberühmten Roman „Jeder stirbt für sich allein“. Weiterlesen

Schiller-Bibliothek: Winterschlaf für ausgeliehene Bücher

Ehem. BVV-Saal und Rathausturm
Ehem. BVV-Saal und Rathausturm

Im Frühjahr 2015 erhält der Ortsteil Wedding endlich wieder eine Bibliothek mit ausreichend Platz. Darum bleibt ab Montag, dem 8. Dezember die Schiller-Bibliothek im Rathaus Wedding bis zur Eröffnung der neuen Mittelpunktbibliothek im Frühjahr 2015 geschlossen. Hintergrund für die Schließung ist die Vorbereitung des Umzuges in den Neubau am Leopoldplatz.

Die jüngere Geschichte des Büchertempels ist sehr bewegt: 2006 schloss die Schiller-Bibliothek an der oberen Müllerstraße ebenso wie die Postfiliale ihre Pforten (das Gebäude machte dann einer Lidl-Filiale Platz) und zog in den ehemaligen Sitzungssaal der Weddinger Bezirksverordneten am Leopoldplatz. Dieser 1962 eröffnete denkmalgeschützte Bau war 2002 nutzlos geworden, nachdem der Bezirk Wedding in Berlin-Mitte aufgegangen ist. Der Gebäudekomplex des Rathauses ist übrigens von Fritz Bornemann, dem Architekten der Amerika-Gedenkbibliothek entworfen worden. Tatsache ist aber: die Nutzfläche der Bibliothek war für einen Ortsteil mit immerhin 70.000 Einwohnern viel zu gering, nur knapp 40.000 Medien fanden Platz. Anspruchsvollere Bücherfreunde konnten allenfalls auf die Bibliothek am Luisenbad in Gesundbrunnen ausweichen. Weiterlesen

Kombiniere: Saucen im veganen „Falafel Dream 2010“

Falafel Dream 2010 - VerkaufswagenAlle Speisen sind jetzt vegan in Wael Thibs Imbisswagen an der Müllerstraße neben dem Jobcenter Wedding. Vemüse, Valafel, Vöfte und Vöner – hier fängt jetzt alles mit einem „V“ für vegan an. Falafel gibt es zwar an jeder Ecke. Aber in diesem Imbiss macht die Sauce den Unterschied.

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Weddingwoche #34: Treffpunkt Jobcenter

Das neue Jobcenter im ehemaligen Rathausturm als Treffpunkt für Müßig- und andere Spaziergänger auf und an der Müllerstraße? 

Rathausvorplatz WeddingNein, das ist kein Witz, das soll bis 2015 Realität werden. Das zumindest besagt der Entwurf von Annabau, einem Berliner Büro für Landschaftsgestaltung und Architektur, das den landschaftsplanerischen Wettbewerb für das Rathausumfeld gewonnen hat. Zum Projekt gehört unter anderem ein Lesegarten, der direkt vor der neuen Stadtteilbibliothek entstehen soll. Ziel der 2,1 Millionen teuren Maßnahme ist es auch, den Platz und das Gelände bis zur Beuth Hochschule als attraktiven Treffpunkt für alle Weddinger umzugestalten.

Eine tolle Idee! Auf diese Weise können die im Turm residierenden Jobcenter-Agenten ihre Schäfchen in Zukunft zur Weiterbildung in den Lesegarten schicken, lockerleicht die Anwesenheit kontrollieren und bei Bedarf und per Zuruf ins Büro zitieren.

Hat hier irgend jemand noch Befürchtungen, der neue Rathausplatz würde kein durchschlagender Erfolg werden?

Autor: Ulf Teichert

Unsere Kolumne „Weddingweisers Woche“ erscheint jeden Samstag in der Bezirksausgabe Wedding des Berliner Abendblatts.

Mehr zum Entwurf

Job-Center Müllerstraße: Einst das bekannteste Arbeitsamt Deutschlands

Fast jeder kennt dieses Bild: das große rote „A“ an einem Betonbau. Die „Tagesschau“ der ARD machte das Arbeitsamt in der Müllerstraße zum bekanntesten seiner Art in ganz Deutschland, indem sie über Jahrzehnte symbolisch dieselbe Ansicht des Gebäudes zeigte – immer, wenn es um Arbeitsmarktthemen ging.

Agentur für Arbeit Müllerstr.
frühere Agentur für Arbeit Müllerstr.

Ein Grund für die Verwendung eines Bildes jenes Bauwerks könnte sein, dass es ein typisches Beispiel der schlichten Nachkriegsarchitektur der Zeit des westdeutschen und Westberliner Wirtschaftswunders ist. Auch der Lebensweg von Bruno Grimmek, der das Gebäude entwarf, ist typisch für diese Zeit. Grimmek, der Ende der 1920er Jahre sein Architektenausbildung abschloss, entwarf später unter Albert Speer (Hitlers Architekt für den Ausbau der Reichshauptstadt) Verwaltungsgebäude für Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete Grimmek – nun im Auftrag der West-Berliner Bauverwaltung tätig – die wenige Kilometer von der Müllerstraße entfernte Gedenkstätte Plötzensee, an jenem Ort, wo über 2500 Gegnern des Nazi-Regimes ermordet worden waren. Und wählte hierfür die Architektursprache des von den Nationalsozialisten errichteten Olympiastadions. In den 1950er Jahren wechselte Grimmek dann schnell zur Architektur der Nachkriegsmoderne. Zu seinen Werken gehören u.a. die U-Bahnhöfe Amrumer Str. und Rehberge sowie der U-Bhf. Leopoldplatz (U 9-Bahnsteig) im Wedding. Besonderes Merkmal sind die zum Bahnsteig hin gewölbten „Schmetterlingsdecken“.

Anders als bei den Verwaltungsgebäuden des Landes Berlin, bei deren Gestaltung Grimmek viel Freiheit genoss, gab es in den 1950er Jahren beim Arbeitsamt strenge Vorgaben durch die zuständige Bundesagentur für Arbeit. Festgeschrieben war beispielsweise die Errichtung der Gebäude auf einem Eckgrundstück, ebenso wie die damals übliche Trennung der Warteräume für Männer und Frauen. Kostenbeschränkungen führten außerdem dazu, dass nicht teurer Naturstein, sondern schlichter Putz sowie pastellfarbene Kacheln an der Fassade eingesetzt wurden. Dem aufmerksamen Beobachter sind im letzten Jahr sicher die Veränderungen im einstigen Arbeitsamt aufgefallen. So verschwanden die schönen Geranien, die im Sommer vom Balkon der Hausmeisterwohnung am rechten Gebäudeteil herunter rankten. Das „JobCenter“ hatte als neuer Eigentümer des Hauses bei der Gebäude-Übernahme erst einmal dem dort langjährig tätigen Hausmeister gekündigt.

Dass das Arbeitsamt in der „Tagesschau“ nun nicht mehr erscheint, ist jedoch nicht seinem Funktionswechsel zum „Jobcenter am Standort Wedding“, wie es jetzt offiziell genannt wird, geschuldet. Vielmehr hatte die zuständige Bildredakteurin der Tagesschau beim NDR in Hamburg einen Fotografen beauftragt, neue Bilder zur Arbeitsagentur und zum JobCenter zu machen. Begründung: In der heutigen Zeit der Serviceorientierung sollen keine Bauwerke mehr gezeigt werden. Auf den Bildern über solche Einrichtungen sollen vielmehr deren „zufriedene Kunden“ zu sehen sein.

Autor: Eberhard Elfert

zuerst erschienen in der „Ecke Müllerstraße“

Das Umfeld des Rathauses verändert sich

In den nächsten Jahren wird sich der Schwerpunkt der städtebaulichen Entwicklung des Aktiven Zentrums Müllerstraße an das Rathaus Wedding verlagern. Nachdem die Neugestaltung des Leopoldplatzes weitgehend abgeschlossen ist – es fehlt nur noch der Abschnitt vor der Alten Nazarethkirche –, wird nun der Platz um das denkmalgeschützte Hochhaus in Angriff genommen: Entlang der Brandwand auf der südlichen Seite wird eine neue bezirkliche Mittelpunktbibliothek entstehen, das Hochhaus wird saniert und zum Jobcenter werden. Und schließlich soll auch der Platz selbst neu gestaltet werden.

Noch in diesem Jahr wird dazu ein Wettwerb für Landschaftsarchitekten ausgelobt. Auf einem Planungsworkshop am 13. September hatten Anwohner und Anrainer die Gelegenheit, ihre Interessen darzulegen und so die Wettbewerbsbedingungen zu beeinflussen. Gekommen waren unter anderem die Präsidentin der Beuth-Hochschule, Monika Gross, und ihr Stellvertreter Hans W. Gerber. Sie traten entschieden für eine stärkere Anbindung der Hochschule an die Müllerstraße ein, die am Rathausplatz städtebaulich umgesetzt werden könne. Angstfreie Wege und freie Sichtachsen zum Campus der Beuth-Hochschule über den Platz hinweg waren ihre Hauptforderung, gegen die auch keiner der Anwesenden Widerspruch erhob. So sprachen sich fast alle für den Abriss des Übergangs zwischen Rathaus- Altbau und Hochhaus über die ehemalige Limburger Straße aus, denn die sogenannte »Beamtenlaufbahn« blockiert die Sichtachse. Auch der Leiter der künftigen Jobcenter-Dependance, Max Bischoff, schloss sich dieser Meinung an: der Übergang werde vom Jobcenter nicht gebraucht, das keine Räume im Altbau des Rathauses beansprucht.

Ideal für das Jobcenter wäre zudem eine Gestaltung des Platzes in seinem Eingangsbereich, die es ermöglicht, hier Aktionen wie Infobörsen von Arbeitgebern durchzuführen. Persönlich bedauerte Bischoff in diesem Zusammenhang, dass der ehemalige Weddinger BVV-Saal nach dem Umzug der Schillerbibliothek in die neue Mittelpunktbibliothek nach den gegenwärtigen Planungen des Jobcenters nur als Aktenarchiv genutzt werden soll – eine repräsentativere Nutzung etwa für solche Infobörsen hält er persönlich für sinnvoller.

Özlem Özmen-Eren, die Betreiberin des Cafés »Simit Evi« im Pavillon an der Müllerstraße, gab sich offen für eine Neuordnung des Platzes. Sie kann sich vorstellen, den Außenbereich ihres Cafés zum Beispiel zur Bibliothek hin zu öffnen, um zur Belebung dieses Platzteiles beizutragen.

Der Bereich vor der künftigen Mittelpunktbibliothek sollte nach den Vorstellung der Leiterin der Schiller-Bibliothek, Corinna Dernbach, möglichst ansprechend für Jugendliche gestaltet werden, wie z.B. durch eine »Halfpipe« für Skater oder Skateboarder.

Durchblick: Neues Rathaus und Neue Nazarethkirche
Durchblick: Neues Rathaus und Neue Nazarethkirche

Weniger klar waren die Vorstellungen zum hinteren Rathausplatz Richtung Genter Straße. Hier befinden sich Grünanlagen, aber auch ein Parkplatz. Wenn in der Genter Straße Querparken eingeführt wird, könnte der zugunsten einer attraktiveren Platzgestaltung aufgegeben werden. Bernd Gellesch, der Betreiber des Wochenmarktes an der Genter Straße, erhob keine grundsätzlichen Einwände. Der Markt läuft derzeit sehr gut, ist voll und gilt in Berlin als Geheimtipp. Gellesch beabsichtigt aber nicht, ihn zu erweitern. Die angrenzenden Parkplätze seien zwar nützlich, vor allem für Kunden aus dem Gastronomiebereich, die auf dem Markt größere Mengen einkauften, aber für den Betrieb nicht unbedingt notwendig. In einer Verlegung des Marktes etwa auf die ehemalige Limburger Straße entlang des Rathaus-Altbaus konnte er keinen Vorteil erkennen: Das würde zu Konflikten führen, etwa wenn das Jobcenter hier eine Aktion durchführen wolle. Eine Verlegung in den Bereich unmittelbar hinter dem Hochhaus dagegen wäre akzeptabel, genauso wie ein Umzug in die Ostender Straße.

Das Aktive Zentrum wird nun einen Architektenwettbewerb zum Rathausplatz durchführen. Ähnlich wie beim Wettbewerb zum Neubau der Bibliothek wird es vor der Entscheidung der Jury, an der auch die Stadtteilvertretung beteiligt sein wird, noch einmal eine Veranstaltung mit Bürgerbeteiligung geben. Alle eingegangenen Architektenentwürfe werden dabei anonymisiert vorgestellt, die Anrainer und Anwohner erhalten die Gelegenheit, der Jury ihre Meinung zu den Entwürfen in offener Diskussion kundzutun.

Christof Schaffelder

Diesen und andere interessante Artikel finden Sie in der Sanierungszeitschrift Ecke Müllerstraße. Diese erhalten Sie in Geschäften und Institutionen an der Müllerstraße oder zum Download auf dieser Website

Flughafen Tegel: Vom Abfertigungs- zum Hörsaal

Flughafengebäude in Tegel
Flughafengebäude in Tegel

Die rot-schwarz Koalition in Berlin hat die Landesmittel für die Beuth-Hochschule auf 70 Millionen Euro angesetzt. Das sei als Anschubfinanzierung für den Teilumzug der Hochschule auf den Flughafen Tegel gedacht, wie die Bild-Zeitung berichtet. Dort soll die frühere Technische Fachhochschule mit rund 1 500 Studenten vom Wintersemester 2015/2016 an im derzeit noch als Terminal genutzten Hauptgebäude angesiedelt werden. Die Beuth-Hochschule im Wedding  hat eigenen Angaben zufolge das größte ingenieurwissenschaftlichen Studienangebot in Berlin und Brandenburg. Dort sind rund 10.000 Studenten eingeschrieben und 300 Professoren tätig. Die Hochschule hat mehrere Außenstellen in der Stadt.

Endlich kein Platzmangel mehr

Neubau der Beuth-Hochschule
Neubau der Beuth-Hochschule

Die Beuth-Hochschule erhofft sich durch den geplanten Teilumzug eine Lösung ihres Platzproblems. Einer Nutzung des leerstehenden Rathausturms im Wedding wurde im letzten Winter eine endgültige Absage erteilt, wie berichtet wurde. Statt dessen wird dort das Jobcenter Berlin-Mitte einziehen. „Uns fehlen etwa 15.000 Quadratmeter. In Tegel sollen wir diese Fläche bekommen“, sagte Hochschulsprecherin Monika Jansen. Nach dem Willen der  SPD und der CDU soll Reinickendorf ab 2015 erstmals Standort einer Hochschule werden. Die von Raumnot geplagte Beuth-Hochschule selbst sieht die Pläne erst einmal sehr positiv. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagte Jansen. Tegel liege nur etwa dreieinhalb Kilometer vom Hauptcampus in Wedding entfernt. Und zu diesem Standort bekennt sich die Hochschule weiterhin.

Vor allem die Zukunftstechnologien Erneuerbare Energien, Gartenbau und Landschaftsplanung sollen am neuen Standort Berlin-Tegel gebündelt werden. Platz für Teststrecken und modernste Labore soll ausreichend vorhanden sein. Auch die Gründerwerkstatt soll nach Tegel ziehen.

Website der Hochschule

Beuth-Hochschule bekennt sich zum Standort Wedding

Als sich im Dezember 2011 herauskristallisierte, dass die Beuth-Hochschule (ehemals TFH) nicht in den leerstehenden Hochhausturm des Rathauses Wedding ziehen würde, da das Job-Center Mitte den Zuschlag erhalten hatte,  schien fraglich, ob der überregional bedeutende Hochschulstandort im Wedding zu halten sei. Nun äußerten sich die Präsidentin Prof. Monika Gross und der Erste Vizepräsident Prod. Hans W. Gerber im Interview mit der Sanierungszeitung „Ecke Müllerstraße“ zur Standortfrage nach der Entscheidung gegen den Rathausturm.

„Die ganze Hochschule wird nicht nach Tegel umziehen, nur einige Bereiche“, gab Prof. Gross zu verstehen – der Hauptcampus bleibt im Wedding. Etwas anderes sei auch aus Kostengründen (ca. 500 000 Euro) nicht möglich. Die Beuth-Hochschule hat inzwischen 11.000 Studierende, Tendenz steigend, und ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Kiez zwischen Leopoldplatz und der Amrumer Straße. „Natürlich hat die Entscheidung auch Spuren hinterlassen“, sagt Prof. Gross im Interview, „wir fragen uns schon, wie verlässlich die Aussagen der Bezirkspolitik sind.“

Beuth HochschuleDie Stadtteilvertretung Müllerstraße war nicht nur über die Vergabe des Turms an das Job-Center verwundert, sondern auch über die Art und Weise, wie die Beteiligung dieses gewählten Bürgergremiums „vergessen“ wurde. In einem Brief an den Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, der ebenfalls in der Zeitung „Ecke Müllerstraße (1/2012)“ veröffentlicht wurde, verliehen die Bürgervertreter ihrem Ärger Ausdruck. Dabei sind im Vorfeld der Entscheidung alle Beteiligten, auch der Bezirk, davon ausgegangen, dass die Stärkung des Hochschulstandorts durch das Gebäude direkt an der Müllerstraße auch positive Effekte auf das Sanierungsgebiet Müllerstraße gehabt hätte.

Nun steht zwar fest, dass die Beuth-Hochschule nicht ganz das Handtuch wirft und dem Wedding den Rücken kehrt. Dafür liegen die heutigen Liegenschaften einfach zu zentral. Trotzdem ist viel Porzellan zerschlagen worden: zwischen Bürgern und der Hochschule auf der einen und der Landespolitik auf der anderen Seite.