Ein Auf und ab: Das Jahr 2017 im Wedding

Bunter Wedding: Farbbeutel fliegen auf neue Fassaden. Lebendiger Wedding: Ob Droschkenpferde, ein Designmarkt oder Honigbienen, alles ist bei uns in Bewegung. Glanzvoller Wedding: Die Berlinale, der neue Zeppelinplatz oder ein Kulturfestival, unser Stadtteil braucht sich nicht zu verstecken. Schließlich scheint der Rathausvorplatz, der weiterhin keinen Namen haben wird, noch vor dem BER fertig zu werden.

Wedding-Jahresrückblick Dezember 2014: Komm mit ins Weddinger Abendland

Alle zwei Tage öffnet sich hier im Weddingweiser ein satirisch-literarisches Monatstürchen in das vergangene Jahr mit der Weddinger Lesebühne Brauseboys. Alle Texte werden nach Erscheinen auf der Seite „Weddingrückblick“ gesammelt.

DEZEMBER 2014 

Komm mit ins Weddinger Abendland (von Heiko Werning)

Die Friedensbewegung steht jetzt Seit‘ an Seit‘ mit Antisemiten, Rechtspopulisten und Verschwörungsspinnern als Querfront, Friedenswinter und vor allem natürlich bei Montagsdemos vor dem Brandenburger Tor herum, um die Ausführungen von Ken Jebsen zu bejubeln: „Mein Vorbild ist die Natur! Im Wald gibt es keinen Krieg, der Wald produziert keinen Müll! Und die Zugvögel, die schaffen es jedes Jahr nach Afrika! Wenn die das demokratisch organisieren würden, kämen sie nur bis Sylt! Nein, die kommen bestens ohne Demokratie zurecht.“

Wedding-Jahresrückblick November 2014: Sichere Landung

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NOVEMBER 2014 

Sichere Landung (von Frank Sorge)

Nach der spektakulären Landung auf einem Kometen hat die europäische Weltraumbehörde ESA am Donnerstagmorgen wieder Kontakt zum Landegerät „Gitte II“ bekommen. An Bord Ralph Schluppke aus der Turiner Straße, Berlin-Wedding, sowie ein kühlschrankgroßer… Kühlschrank.

Wedding-Jahresrückblick Oktober 2014: Reden ist Silber

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OKTOBER 2014 

Reden ist Silber (von Paul Bokowski)

Obgleich 25 Jahre nach dem Mauerfall alle Spuren des ehemaligen innerdeutschen Grenzübergangs an der Bösebrücke städtebaulich längst beseitigt wurden, ist die Bezirksgrenze zwischen Prenzlauer Berg und Wedding zumindest akustisch noch hervorragend erfahrbar. „Isch geb‘ dir in die Fresse, du Hurensohn“, sagte die junge Dame mit Kinderwagen und Kleinkind an der Hand, als sie lautstark telefonierend die M13 betrat. Endlich hatte das Bestreben, die Geschlechtergleichstellung auch in der gesprochenen Sprache zu etablieren die bildungsfernen Schichten der Bevölkerung erreicht: „Isch fick dein Leben, du beschissene Arschfotze!“

Wedding-Jahresrückblick September 2014: Wunsch und Wahn

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SEPTEMBER 2014 

Wunsch und Wahn (von Robert Rescue)

Gespräch im ALDI

»Wenn du geboren wirst, bist du automatisch in der AOK.«
»Echt? Ich bin aber bei der BARMER.«
»Dann ist da was schiefgelaufen. Vielleicht bist du unehelich geboren und so Leute kommen zu der BARMER.«
Achselzucken.

Wedding-Jahresrückblick August 2014: Einladung von Schmidtski

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AUGUST 2014 

Einladung von Schmidtski (von Frank Sorge)

Endlich wieder ein Brief vom Jobcenter, er duftet nach Lavendel. Es widerstrebt mir, beim Öffnen das erlesene, handgeschöpfte Papier aufzureißen. Nehme den Brieföffner aus Elfenbein und ziehe mir Handschuhe aus Seide über, um keine Fettflecken auf den Dokumenten zu hinterlassen. Eine Einladung, lese ich mit leuchtenden Augen, von Lord Schmidtski, meinem Herzog der Arbeit, zu vertraulichem Gespräche am Rande der üblichen Sommerfestivitäten, „…erlauben unterwürfigst, sich meiner Anwesenheit zu versichern.“

Wedding-Jahresrückblick Juli 2014: Turnierverlauf

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JULI 2014 

Turnierverlauf (von Heiko Werning)

1)
Fußball interessiert mich gar nicht. Wie mich generell kein Sport interessiert. Aktiv schon mal gar nicht, ist ja klar. Aber auch dem Zuschauen kann ich nicht viel abgewinnen. Allerdings, und darauf lege ich Wert, nicht, weil ich Sport minderwertig finde oder primitiv oder doof, sondern aus demselben Grund, warum ich mich nicht für bildende Kunst, Architektur oder Molekularchemie interessiere – interessiert mich halt nicht, so faszinierend und komplex all diese Felder auch sein mögen. Wenn man sich dafür interessiert. Mach ich aber nicht.

Aber die Gesellschaft interessiert mich. Und da ist, man kann es nicht leugnen, Fußball ein nicht ganz unwichtiger Teil. Und wenn ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung gleichzeitig auf den Fernseher guckt und die gleichen Bilder sieht, dann faszinieren mich diese Bilder schon deshalb. Und schon ist man in der Falle. Denn Fußball, zumindest die großen Turniere, sind wie große Opern. Oder Seifenopern. Egal. Man kennt bald die Akteure, die lustigsten Schiedsrichter, die gemeinsten Blutgrätscher, die tragischsten Ballvertändler, ständig gibt es große Emotionen, auf dem Platz, auf der Straße, man kann sich dem nicht entziehen.

Wedding-Jahresrückblick Juni 2014: Der Weddinger Psychologe

Alle zwei Tage öffnet sich hier im Weddingweiser ein satirisch-literarisches Monatstürchen in das vergangene Jahr mit der Weddinger Lesebühne Brauseboys. Alle Texte werden nach Erscheinen auf der Seite „Weddingrückblick“ gesammelt.

JUNI 2014 

Der Weddinger Psychologe, den ein Fußballspiel an sein Tourette erinnerte (von Volker Surmann)

Angeblich ist er Psychologe. Ein schwuler Psychologe, der zum WM-Gucken ins Vereinslokal kommt. Dass er Psychologe ist, merkt man sehr schnell, doch spätestens nach dem 2. Hefeweizen ahnen wir, dass er zudem an einer Art alkoholindizierten Therapeutentourette leidet.