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Jahresrückblick in vier Teilen (4):
Darüber redete der Wedding von Oktober bis Dezember

Im letzten Vierteljahr ging es im Wedding auffällig oft darum, wie Geschichte im Alltag sichtbar wird. Außerdem wurde der Wedding vom Flughafen-Express (FEX) abgehängt.

Ein Thema waren Umbenennungen und Erinnerung im Stadtraum: Nach langen Debatten wurden im Herbst neue Gedenkstelen aufgestellt, die den Hintergrund kolonial geprägter Straßennamen und die Motive der Umbenennungen verständlicher machen sollen. Parallel bekam auch der bisherige Nettelbeckplatz einen neuen Namen: Seit dem 12. Oktober heißt er offiziell Martha-Ndumbe-Platz. Die Umbenennung wurde öffentlich begangen, verbunden mit dem Anspruch, Erinnerungskultur nicht nur auf Tafeln zu delegieren, sondern mitten im Kiez zu verankern.

Auch bei der Mobilität war zum Jahresende Bewegung drin – mal als Fortschritt, mal als Rückschritt. Der U-Bahnhof Pankstraße ist nach langem Umbau nun komplett stufenlos nutzbar, was den Wedding auf der „inneren Barrierefrei-Karte“ wieder ein Stück weiterbringt. Gleichzeitig brachte der Dezember-Fahrplanwechsel für den Norden eine spürbare Verschiebung: Mit der Inbetriebnahme der Dresdner Bahn änderte sich die Flughafenanbindung, und der gewohnte direkte Halt des Flughafenexpress am Gesundbrunnen fiel weg. Inmitten dieser aktuellen Debatten passte ein Rückblick, der fast nostalgisch wirkte: 30 Jahre Straßenbahn-Comeback im Wedding – ein Verkehrsmittel, das inzwischen so selbstverständlich ist, dass man erst bei Sperrungen und Ersatzbussen merkt, wie sehr es fehlt.

Am Leopoldplatz standen im Herbst und Winter wieder die großen Fragen von Sicherheit, sozialer Arbeit und Finanzierung im Raum. Nach erheblicher Verunsicherung kam politisch die Kehrtwende: Mittel aus dem Sicherheitsgipfel-Topf sollen auch in den kommenden Jahren weiter zur Verfügung stehen, sodass laufende Maßnahmen fortgeführt werden können. Dazu kam eine eher symbolische, aber im Kiez sichtbare Ebene: die Weihnachtsbeleuchtung als Signal für Zusammenhalt und für die Idee, den Platz nicht nur als Problemort zu erzählen.

Zwischendurch tauchten auch leisere, fast ländliche Töne auf: Das Bezirksamt prüfte eine Beweidung von Flächen in den Rehbergen und am Plötzensee mit Schafen und kam grundsätzlich zu einem positiven Ergebnis – wenn Finanzierung, Organisation und Begleitung stimmen. Und wie immer gehörten im Wedding zum Jahresende auch Kultur, Ehrenamt und Orte, an denen sich Nachbarschaft festmacht: Eine Mauerfallparty an der Bornholmer Straße brachte Kleingartenanlagen dies- und jenseits der früheren Grenze zusammen, der Weddingweiser bekam mit seiner App eine Auszeichnung im Lokaljournalismus, und bei einer Institution wie dem Buchladen BELLE-ET-TRISTE mischten sich Abschiedsstimmung und die Hoffnung auf einen Neustart durch eine mögliche Nachfolgerin. Ausblick auf 2026 gab es ebenfalls schon: Am Leopoldplatz ist ein neuer Flohmarkt angekündigt, der im Januar starten soll – als Versuch, das Samstagsbild am Leo zu erneuern, ohne den Charakter des Marktes total aufzugeben.

Damit endet der Jahresrückblick in vier Teilen. Das ganze Weddingweiser-Team wünscht euch einen guten Rutsch (hoffentlich unfallfrei!) und einen guten Start ins neue Jahr.

weddingweiserredaktion

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Die ehrenamtliche Redaktion besteht aus mehreren Mitgliedern. Wir als Weddingerinnen oder Weddinger schreiben für unseren Kiez.

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