Himmelbeet – Aktivität – Solidarität

Foto: Himmelbeet

Save the Date! Am 1. Mai startet der erste Pflanzenverkauf von 11-19 Uhr im Eingangsbereich vom himmelbeet. Wenn ihr noch auf der Suche nach Pflanzen für den Balkon oder das eigene Beet seid, solltet Ihr die zwei Termine diese Woche nicht verpassen. Wer am Freitag keine Zeit hat, kann sich auch den Sonntag, 3. Mai von 11- 19 Uhr vormerken. Zu den Abstands- und Hygieneregeln wird es Infos zum genauen Ablauf am Gartentor geben. Und auch sonst gibt es Neuigkeiten zum Himmelbeet in Corona-Zeiten.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Foto: Samuel Orsenne

Im Moment wird unser aller Leben ganz schön durcheinandergewirbelt. Schließlich gibt es kaum noch andere Nachrichten als die, die sich um die Auswirkungen des Shutdowns in Berlin drehen. Scheibchenweise wird das öffentliche Leben heruntergefahren, Eltern mit Kindern in die Wohnungen verbannt und das Geschäftsleben auf das Notwendigste reduziert. Für Gastronomen ist jetzt die Umstellung auf Take-away und Lieferservice angesagt.

Home Sweet Home – Kindheitstraum

Ich muss es ja zugeben – ich habe es als Kind genossen, wenn die Schule geschlossen war. Ich habe mir oft vorgestellt, zu Hause unterrichtet zu werden, wie in diesem Fernsehfilm, der von einer Familie in den Bergen handelte. Nun habe ich seit insgesamt 13 Jahren zwei Kinder in der Schule, was im Klartext bedeutet, dass ich seit 13 Jahren in mehreren Schulen Elternvertreterin bin, Hausaufgaben kontrolliere, Vokabeln abfrage, versuche knifflige Matheaufgaben zu erklären, Ordner erstelle und mir von den verschiedensten Lehrern an Elternsprechtagen in meine Erziehung reinreden lasse. Als nun die Anordnung kam, die Schulen zu schließen, war das natürlich bedrückend, beängstigend und erst mal ein Schock. Wer rechnet denn schon damit, von einem Virus überrumpelt zu werden? Aber nachdem man einige Tage Zeit hatte, sich mit Homeschooling abzufinden, schlich sich bei mir etwas Vorfreude ein.

Kita zu – und jetzt?

Cem Erkisi wohnt im Soldiner Kiez. Er ist Erzieher in einer kommunalen Neuköllner Kita, befindet sich derzeit selbst in Elternzeit. Wir haben ihn gefragt, wie er die Schließung der Kitas einschätzt und was er betroffenen Eltern empfiehlt. Laut unserer Facebook-Umfrage sind immerhin über die Hälfte unserer Leser:innen heute durch einen Elternteil oder Familienmitglied mit der Kindererziehung abgedeckt, doch bei einigen läuft Home-Office und Kinderbetreuung parallel.

Sag zum Abschied leise Prost

Bier und Suppe, dafür stand das ResOtto. Foto: Ramona Gamradt

Wir hatten uns irgendwie daran gewöhnt: Die gastronomische Landkarte des Wedding ist über die Jahre vielfältiger geworden. Auf einmal scheint das aus und vorbei zu sein – so kommt es einem im Moment zumindest vor. Denn innerhalb weniger Wochen ist der Wedding schlagartig um ein paar beliebte Namen ärmer geworden. Dafür gibt es viele persönliche Gründe der Betreiber; die unübersehbare Gentrifizierung ist dabei wohl gar nicht entscheidend gewesen. Und dennoch fällt eine gewisse Häufung auf. Wir haben zusammengefasst, wo schmerzliche Lücken entstanden sind.

Die Müllerhalle: Ende eines Trauerspiels, Beginn des Kommerzes

Ja, sie ist hässlich, und ihr Quasi-Leerstand trägt nicht zur Schönheit dieser traditionsreichen Markthalle bei. Ihren herben Charme (und den ihrer Stammgäste) haben die Macher des Magazins „Die Müllerstraße“ im Jahr 2011 noch einmal fotografisch dokumentiert. Doch nun steht fest: die Baugenehmigung wird für diesen Monat erwartet und im Mai 2012 wird die Müllerhalle abgerissen. An ihrer Stelle wird ein Neubau errichtet, der schon im September 2013 eröffnet werden könnte (3).

Tristesse in grau: die Müllerhalle

»Die alte Markthalle kann an dieser Stelle nicht wieder belebt werden«, erklärte der baden-württembergische Investor Holger Merz im März 2011 vor der BVV Berlin-Mitte . »Solche Konzepte können heutzutage nur noch in Top-1a-Lagen funktionieren.«(1) Die nördliche Müllerstraße habe nicht die nötigen Standort- Erfolgsfaktoren wie innerstädtische Haupteinkaufslage oder hohe Passantenfrequenz, so die Investoren. (3)

Nun wird es also etwas ganz Originelles geben: ein Einkaufszentrum! Dabei wird den Großteil des Erdgeschosses eine offene Parketage mit 200 Stellplätzen ausmachen, mit Einfahrten an der Müller- und an der Kongostraße. Im rückwärtigen Teil soll die Anlieferung stattfinden.

Ein neuer „Ankermieter“ soll sich dann im Obergeschoss der künftigen Halle auf ca. 4.500 Quadratmetern – das entspricht in etwa der Fläche der heutigen Markthalle – ausbreiten. Offiziell wurde nun auch bekanntgegeben, dass die Firma „Kaufland“ dieser Ankermieter sein und das Obergeschoss in Beschlag nehmen wird (3).  Im Obergeschoss sind dann noch weitere 950 qm für den kleinteiligen Einzelhandel und im Erdgeschoss entlang der Müllerstraße 550 qm vorgesehen.

Die Architektur soll „hochwertig“ sein – das Konzept für den klar strukturierten Baukörper sieht großzügige geschlossene Flächen in dunkelgrauem Klinker und Schaufenster zur Müllerstraße vor. Damit soll die Müllerstraße in ihrem oberen Teil optisch aufgewertet werden – keine große Herausforderung angesichts der Trostlosigkeit der alten Halle. Das Baukollegium der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat sich die Architektur noch einmal näher angeschaut, damit das Allerschlimmste verhindert wird. Das vorgestellte Werbekonzept untersagt Neonwerbung auf der Fassade und schreibt stattdessen auf den Glasflächen liegende Schriftzüge mit Einzelbuchstaben vor. Farbige Firmenlogos dürfen nur von Innen an den Scheiben befestigt werden. Einen schmalen halböffentlichen Durchgang, zur hinter der Halle gelegenen Wohnbebauung kritisierten das Baukollegium und der Bezirk. Hier entsteht ein ”Angstraum”.  Der Eigentümer, die Merz Objektbau und sein Hauptmieter haben die Anregungen des Baukollegiums, das markante Fassadenkonzept auch in den Details umzusetzen und für einen schmalen Durchgang, einem potentiellen Angstraum, eine andere Lösung zu suchen, aufgenommen.(2)

Die letzten Mieter sind nun gekündigt und sehen einer ungewissen Zukunft entgegen. „Klar ist, dass nicht alle zurückkehren werden“, erklärte der Mitarbeiter von Merz Objektbau schon im März 2011. Es gebe Mieter, die unbedingt bleiben wollen und andere, die für sich keine Zukunft an dem Standort sehen. (3) Wieder andere, wie der Suppen-Treff, haben schon jetzt an einem neuen Standort neu angefangen.

Die Geschichte der Müllerhalle ist übrigens ziemlich schillernd. An diesem Standort befand sich bis 1928 eine Tierarztpraxis mit Hundefriedhof, wo bis zu 400 Hunde bestattet waren (1). Nur böse Zungen dürften nun behaupten, dass in der Müllerhalle der Hund begraben liegt….

Quellen: (1) Sanierungszeitschrift Ecke Müllerstraße, (2) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, (3) Berliner Woche