Was wir über die neue City-S-Bahn S 21 zum Hauptbahnhof wissen

Lassen wir mal alle Probleme beim Bau der als S 21 / City-S-Bahn bezeichneten neuen S-Bahn-Linie außen vor, die zu Planungsänderungen, Bauzeitverlängerungen und provisorischen Zwischenlösungen geführt haben. Der Bau schreitet jetzt jedenfalls weiter voran und wir können uns auf eine neue S-Bahn-Verbindung vom und zum Hauptbahnhof freuen. Diese wird am Ende eine gute Milliarde Euro gekostet haben und könnte Ende 2020 eröffnet werden.

S-Bahn-Projekt S 21 in Trippelschritten

Blick über das künftige EuropaviertelAktualisiert Die 21 als Bezeichnung für Verkehrsprojekte zu nehmen, birgt offensichtlich Risiken. Das wissen interessierte Menschen spätestens seit der umstrittenen Tieferlegungsaktion Stuttgart 21. Doch während dort mit viel Getöse ums Für und Wider gekämpft wurde und wird, scheint sich in Berlin das Projekt mit der Nummer 21 ganz im Stillen und von ganz allein zu versenken. Und das im wortwörtlichen Sinne. Die Rede ist vom Bau der S-Bahnlinie 21, die spätestens Ende 2017 den nördlichen Ring mit dem Hauptbahnhof, später einmal sogar mit dem Potsdamer Platz verbinden sollte. Inzwischen steht fest, dass aus diesem Termin nun wohl nichts mehr wird. Auch die Kosten laufen mit 320 Millionen Euro aus dem Ruder. Im Februar hieß es, dass Grundwasser in die Baugrube eindringt. Jetzt gibt es Probleme mit einer undichten Schlitzwand (Stand: Juli 2017)

Unendliche Geschichte: die S 21 und der Sprengelkiez

Stand Februar 2015
Stand Februar 2015

Auf Moabiter Seite wachsen die Brückenbauwerke für die neue S-Bahn-Linie über die Fennstraße und in Richtung Hauptbahnhof sichtbar in die Höhe. Ursprünglich sollte die Strecke Ende 2017 eröffnet werden. Doch auf Weddinger Seite passiert an der Baustelle: nichts. Die Piraten-Fraktion im Abgeordnetenhaus hat daher die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt im Rahmen einer schriftlichen Anfrage¹ gebeten, den aktuellen Sachstand zu erläutern. Bleibt der Sprengelkiez durch die geplante neue Straßenführung vom Durchgangsverkehr verschont? Das Wichtigste zuerst: der verkehrsberuhigte Pekinger Platz bleibt für Autos gesperrt.

Die südliche Müllerstraße wird moderner – für Radfahrer und Fußgänger

Klar ist: die Müllerstraße ist unattraktiv für Fußgänger und Radfahrer. Jahrelang wurden Konzepte zur Steigerung der Attraktivität der Weddinger Einkaufsmeile entwickelt und Maßnahmen geplant. Jetzt wird es am ersten Teilstück konkret: auf dem südlichen Abschnitt, zwischen Sellerstraße und dem S- und U-Bahnhof Wedding, sollen noch im Jahr 2012 die Baumaßnahmen beginnen.

2012 endlich Radstreifen auf der südlichen Müllerstraße

Am 5. Januar stellte der beauftragte Verkehrsplaner vom Ingenieurbüro IVAS Dresden bei einer Sitzung der Stadtteilvertretung Müllerstraße das erste Maßnahmenbündel vor. Insbesondere für Radfahrer wird sich das Gesicht dieses am stärksten belasteten Abschnitts der Müllerstraße verändern. Heute schon bestehende Radwege werden zurückgebaut. Statt dessen zeigen neue Markierungen auf der Straße dem motorisierten Verkehr, welcher Verkehrsraum den Radfahrern vorbehalten ist. Neue Abstellmöglichkeiten sollen durch mehr Fahrradbügel geschaffen werden. Autofahrer müssen sich wohl nicht wesentlich einschränken – nur Rechtsabbieger in die Fennstraße müssen geradeausfahrende Radfahrer vorbeilassen. Für Fußgänger interessant ist die Verbreiterung des Zugangs zum U-Bahnhof Reinickendorfer Straße zwischen Fenn- und Sellerstraße. Die Geländer in der Straßenmitte werden dafür entsprechend versetzt. Die Firma Bayer soll an diesem Projekt beteiligt werden – schließlich betreffen die Maßnahmen in erster Linie ihre Mitarbeiter am Weddinger Unternehmensstandort.

Was passiert wann am mittleren und nördlichen Abschnitt der Müllerstraße?

Untere Müllerstr BayerWeil zwischen dem Bahnhof Wedding und der Seestraße erheblich mehr Eingriffe in die Verkehrsführung als am südlichen Abschnitt geplant sind, müssen mehr Prozesse miteinander abgestimmt werden. Auch die Stadtteilvertretung Müllerstraße, die die Infoveranstaltung ausgerichtet hat, soll dann noch einmal in die Schlussplanung eingebunden werden. In diesem mittleren Abschnitt erfolgt die Realisierung vermutlich erst 2013/2014. Dann werden auch der Mittelstreifen der Müllerstraße und die Bushaltestellen ihr Gesicht verändern. Der nördliche Abschnitt zwischen Seestraße und Barfus-/Transvaalstraße kommt erst 2015/2016 dran – wenn dann noch Geld vorhanden ist.

Zumindest einen Radstreifen wird es im Bereich der Müllerstraße nördlich der Seestraße im Afrikanischen und Englischen Viertel  schon in den nächsten Monaten geben. (zwischenzeitlich realisiert) Dieser wird aus einem anderen Projekt finanziert, für das die Planung schon abgeschlossen ist.