Kundgebung gegen Abriss der alten Schule

Plakate bei der Kundgebung von der ehemaligen Schule. Foto: Hensel
Plakate bei der Kundgebung von der ehemaligen Schule. Foto: Hensel

Am ehemaligen Standort des Diesterweg-Gymnasiums im Brunnenviertel hat es am Sonntag (14.10.) eine Kundgebung gegeben. Die etwa 150 Teilnehmer richteten sich gegen den Leerstand und den in der vergangenen Woche durch das Bezirksamt Mitte ins Gespräch gebrachten Abriss des markanten orangenen Schulgebäudes. Eingeladen hatte die lokale Initiative pswedding, die sich seit sieben Jahren um eine neue Nutzung an dem Standort bemüht.

Kundgebung für Soziokultur und gegen Abriss

Diesterweg
Das ehemalige Schulhaus des Diesterweg-Gymnasiums. Foto: Weddingweiser

Die einen sind von der Architektur des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums in der Swinemünder Straße begeistert, die anderen wollen das orangefarbene Ufo im Brunnenviertel so schnell wie möglich abreißen. Zum Beispiel Stadtrat Carsten Spallek (CDU), der wegen Wassereinbruch von einem „Totalschaden“ spricht. Die Initiative ps wedding ruft nun für den 14. Oktober zu einer Kundgebung auf. Sie sehen in einem Abriss einen „politischen Totalschaden“. Hier erklären sie warum:

Nehmt den Finger von der Stopptaste!

Schon lange weg: das Diesterweg-Gymnasium. Foto: Sulamith Sallmann
Schon lange weg: das Diesterweg-Gymnasium. Foto: Sulamith Sallmann

Meinung Berlin wächst und entwickelt sich rasant, auch im Wedding wird an allen Ecken gebaut. Im Fall des Grundstücks in der Putbusser Straße 12 sollte das eigentlich ebenfalls so sein. 2011 hatte der Bezirk Mitte den dortigen Schulstandort aufgegeben, das Diesterweg-Gymnasium zog in die Böttgerstraße um. Seitdem ist klar, dass sich die Stadt auch hier, im Brunnenviertel entwickeln soll. An Vorschlägen dafür mangelt es nicht. Und was hat hier nicht schon alles entstehen sollen! Jetzt gibt es eine neue Idee.

Diesterweg-Gelände: Dornröschen schläft weiter

Hier war mal das Diesterweg-Gymnasium. Seitdem es weg gezogen ist, steht das markante Gebäude leer. Foto: Ostertag

Das geplante Bauprojekt in der ehemaligen Schule in der Putbusser Straße kommt nur langsam voran. Hier will die Degewo zusammen mit den Architekten der Non-Profit-Initiative von ps wedding Wohnungen und ein soziokulturelles Zentrum bauen. Zum 1. Juli sollte die Degewo Eigentümerin des Grundstücks werden und damit eine ungewöhnliche Kooperation beginnen. Doch bis jetzt wurde der Schlüssel nicht übergeben.

Eine maßgeschneiderte Schule für den Wedding

Ein oranges Treppenhaus verbindet die drei Etagen. Foto: Christian Kloss, urbanophil
Ein oranges Treppenhaus verbindet die drei Etagen. Foto: Christian Kloss, urbanophil

Ursprünglich war zwischen Putbusser und Swinemünder Straße eine damals völlig neuartige Schulform geplant: das Oberstufenzentrum (OSZ) Wedding. Doch dann kam alles anders. Die Bürgerredaktion aus dem Brunnenviertel hat sich in der neuesten Ausgabe des Kiezmagazins brunnen mit dem alten Schulstandort beschäftigt und eine Reihe von Beiträgen veröffentlicht, die wir teilweise übernehmen.

Alte Schule: Erst gingen die Schüler, dann die Bücher

Die Schule wächst zu und verfällt langsam. Foto: Stefanie Ostertag
Die Schule wächst zu und verfällt langsam. Foto: Stefanie Ostertag

Zwischen Putbusser und Swinemünder Straße, im Herzen des Brunnenviertels, liegt ein Gelände seit 2011 im Dornröschenschlaf. An dem ehemaligen Schulstandort war zunächst das Ranke-Gymnasium, später das Diesterweg-Gymnasium untergebracht. Die Bürgerredaktion aus dem Brunnenviertel hat sich in der neuesten Ausgabe des Kiezmagazins brunnen mit der alten Schule beschäftigt und eine Reihe von Beiträgen veröffentlicht, die wir teilweise übernehmen.

Kooperation von Degewo und ps.wedding ist „Zukunftsmodell“

Zeichnung
ps.wedding möchte aus einem orangefarbenden Schulgebäude ein Kulturzentrum machen. Zeichnung: Rochus Wiedemer.

Information 325 Wohnungen und ein soziales Zentrum könnten auf dem Gelände des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums im Brunnenviertel entstehen. Bauen wollen die Initiative ps.wedding und die Degewo. Die Zahl 325 wäre selbst für den regen Neubau, der im Viertel zu beobachten ist, sehr hoch. Der Stadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe (SPD), ist von der Zusammenarbeit der beiden Partner überzeugt. Er spricht von einem Zukunftsmodell.