Ex-Diesterweg: Runder Tisch soll vermitteln

Sabine Horlitz
Sabine Horlitz vom Non-Profit ps.wedding verteidigt ihr Projekt. Foto: Andrei Schnell

Wieder eine neue Wendung beim Ex-Diesterweg-Gymnasium im Brunnenviertel: Bei einer Infoveranstaltung am 2. Mai stimmten die Stadträte für Schule, Carsten Spallek (CDU), und für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe (SPD), einem Runden Tisch zu. Wieder einmal ist offen, wie es mit dem Gelände weitergeht. Aktuell wird gestritten, ob Abriss und Schulneubau kommen soll oder ob es doch noch eine Möglichkeit gibt, das alternative, gemeinwohlorientierte Projekt von ps wedding auf der Fläche unterzubringen.

Kundgebung für Soziokultur und gegen Abriss

Diesterweg
Das ehemalige Schulhaus des Diesterweg-Gymnasiums. Foto: Weddingweiser

Die einen sind von der Architektur des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums in der Swinemünder Straße begeistert, die anderen wollen das orangefarbene Ufo im Brunnenviertel so schnell wie möglich abreißen. Zum Beispiel Stadtrat Carsten Spallek (CDU), der wegen Wassereinbruch von einem „Totalschaden“ spricht. Die Initiative ps wedding ruft nun für den 14. Oktober zu einer Kundgebung auf. Sie sehen in einem Abriss einen „politischen Totalschaden“. Hier erklären sie warum:

Europawahl: Ein Weddinger will antreten

Carsten Spallek
Stadtrat Carsten Spallek (CDU) zieht es nach Europa. Foto: Andrei Schnell

Europa und gar Europapolitik sind weit weg? Zumindest Weddinger könnten durch die Europawahl im Mai nächsten Jahres mehr als sonst berührt werden, tritt doch einer aus ihrem Kiez an. Carsten Spallek, aktuell Schulstadtrat im Bezirk, will sich zur Wahl stellen. „Der Leo war meine Hood“, sagt er augenzwinkernd. Auch die anderen Parteien basteln an ihren Listen für die Europawahl 2019.

Himmelbeet: Einigung im Streit um Gartenfläche

Ruheplatzstraße 12. Diese Adresse wird der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet noch bis Oktober 2018 haben. Dann zieht er um.
Ruheplatzstraße 12. Diese Adresse wird der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet noch bis Oktober 2018 haben. Dann zieht er um.

Der Hilferuf des Gemeinschaftsgartens Himmelbeet in der Ruheplatzstraße 12 hat einigen Wirbel ausgelöst. Das Projekt hatte befürchtet, zugunsten eines Fußballbildungszentrums für benachteiligte Kinder und Jugendlichen vertrieben zu werden (Beitrag: Himmelbeet befürchtet Kündigung). Nach einer Petition, vielen Artikeln in den Tageszeitungen und einem Gespräch mit dem Bezirk und dem Träger der künftigen Fußballschule gibt es nun einen Kompromiss.

Alarmstufe Rot im Himmelbeet

Schilder im Himmelbeet. Foto: HenselMeinung Vor einem Monat war die Welt des Gemeinschaftsgartens Himmelbeet noch in Ordnung. Die neue Saison stand unmittelbar bevor, Vorfreude mischte sich mit Zuversicht. Viele neue Ideen sollten wachsen und den Garten mit weiterem Leben erfüllen. Mehr Grün, mehr Kultur im Garten, mehr nachhaltige Projekte. Doch jetzt, nur einem Monat später, befürchten die engagierten Gemeinschaftsgärtner, dass das Projekt vor dem Aus steht (Gemeinschaftgarten Himmelbeet befürchtet Kündigung).

Viel Geld für Weddings Schulen

Gesundbrunnen Grundschule
Die Gesundbrunnen Grundschule steht auf Platz 1 der Baumaßnahmeplanung. Foto Samuel Orsenne.

Information Bereits am 24. Januar haben die fünf Stadträte im Bezirk Mitte beschlossen, beim Bau vor allem an die Schulen zu denken. Stadtrat Carsten Spallek (CDU), zuständig für Schule und Sport, Immobilien sowie Ausschreibungen, hatte einen entsprechenden Beschluss formuliert: die sogenannte Baumaßnahmeplanung. Anders als in der Vergangenheit hat der Bezirk vom Senat mehr Geld zur Verfügung bekommen als ursprünglich abzusehen war, wie Stadtrat Carsten Spallek sagt. Carsten Spallek warnt allerdings davor, von dem Geldregen zu hohe Erwartungen abzuleiten: „Wir, der Bezirk, sind nicht darauf ausgelegt, in kurzer Zeit viel Geld zu verbauen“, erklärte der Stadtrat bei einem Pressegespräch.

Machtablösung im Bezirk

Vier von fünf Stadträten. Von links Ephraim Gothe, Stephan von Dassel, Sabine Weißler, Carsten Spallek. Foto Andrei Schnell.
Vier von fünf Stadträten. Von links Ephraim Gothe, Stephan von Dassel, Sabine Weißler, Carsten Spallek. Foto: Andrei Schnell

Die Kämpfe um die Posten im Bezirk Mitte sind fast beendet. Am 27. Oktober wurde das neue Bezirksamt gewählt. (Das Bezirksamt, das grob als eine Art Bezirksregierung verstanden werden kann, ist nicht zu verwechseln mit dem landläufigen Begriff vom „Amt“.) Es besteht aus fünf Stadträten, die die Bezirkspolitik in Mitte maßgeblich beeinflussen. Welcher der fünf Stadträte den größten Einfluss haben wird, wird sich in den nächsten Jahren erweisen. Hier eine Vorstellung der zukünftig politisch fünf einflussreichsten Menschen in Mitte.

Zwei gegensätzliche Pläne für die Liesenbrücken

Plakat Humboldthain Liesenbrücke
Plakat mit Zukunftstext: Hier geht es zum Humboldthain. Foto: Andrei Schnell.

„Hier geht es zum Humboldthain“ titelte ein Plakat im Sommer 2015. Es hing am nördlichen Ende des Parks am Nordbahnhof an einem Zaun, der den Weg über die Liesenbrücken versperrt. Das Bündnis „Grünzüge für Berlin“ will die Absperrung öffnen. Antje Henning vom Bündnis sagt: „Wir setzen uns seit sechs Jahren für eine Restaurierung und Erhaltung der Liesenbrücken und eine Grünverbindung vom Park am Nordbahnhof zum Volkspark Humboldthain über die Liesenbrücken ein“. Gleichzeitig will ein Investor seit 2009 ein Hotel auf den eindrucksvollen Brücken zwischen Alt-Mitte und Wedding einfügen.

Gezielte Provokation

Baustadtrat Carsten Spallek - Foto: Andrei Schnell
Baustadtrat Carsten Spallek – Foto: Andrei Schnell
Das Café Leo und seine Rettung

Es besteht aus einem schon etwas in die Jahre gekommenen Imbisswagen und einem länglichen Zelt, unter das sich ein paar schrabblige Plastikstühle und –Tische drängen. Fast scheint es so, als ob der Kampf, der in und außerhalb des benachbarten Rathauses Wedding um seine Zukunft tobte, auch äußerlich Spuren hinterlassen hat. Die Rede ist vom Café Leo. Und von seiner– vorläufigen Rettung. Doch nicht die soll an dieser Stelle interessieren.