Wahlkampf im Wedding:
Warum sollen wir Sie zum Bürgermeister wählen?

Die Kandidaten für das Bezirksbürgermeisteramt beantworten vier Fragen.

Wer wird die Geschi­cke des Bezirks Mit­te in den nächs­ten vier Jah­ren len­ken? Wer wird Bezirks­bür­ger­meis­ter? Die­ser wird nicht direkt gewählt, aber die stärks­te Par­tei in der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung (BVV) hat gute Chan­cen auch den Bezirks­bür­ger­meis­ter benen­nen zu kön­nen (sie­he auch FAQ zur Wahl). Zur Wahl haben im Bezirk vier Par­tei­en einen Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­ten auf­ge­stellt. Wir geben ihnen hier vier­mal 400 Zei­chen Raum, sich dem Wäh­ler zu präsentieren. 

1. Hier ist Ihre Werbefläche. Warum sollte der Bürger Ihre Partei wählen, um die Chance zu erhöhen, dass Sie Bürgermeister von Mitte werden? 

Ste­phan von Das­sel (Grü­ne): Glo­bal den­ken, lokal han­deln – dafür ste­hen wir Grü­nen. Wir den­ken beim Bau­en ganz­heit­lich, d.h. von Öko-Bau­stof­fen, über Ener­gie­ein­spa­rung, Solar­dä­cher bis hin zum kli­ma­scho­nen­den Nut­zer­ver­hal­ten. Wir wol­len Dach­ge­schos­se aus­bau­en, statt Grün­flä­chen zuzu­bau­en, mehr Bäu­me pflan­zen und weni­ger Park­plät­ze. Wir ste­hen für eine Stadt für alle bei gegen­sei­ti­ger Rück­sicht­nah­me. (374 Zeichen)

Ephraim Gothe (SPD): Ich bin Team­play­er und tre­te mit einem enga­gier­ten Team für die Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung an. Dazu gehö­ren Anab Awa­le, Sascha Schug, Susan­ne Fischer und vie­le ande­re, die die Sor­gen und Pro­ble­me der Men­schen in den Kiezen ken­nen. (233 Zeichen)

Chris­toph Kel­ler (Lin­ke): DIE LINKE kämpft für bezahl­ba­re Woh­nun­gen. Die Quo­te an sozia­lem Woh­nungs­bau soll auf 50% stei­gen. Lan­des­ei­ge­ne Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten und Genos­sen­schaf­ten sol­len den Neu­bau bevor­zugt vor­an­trei­ben. Wir wer­den den Milieu­schutz und das bezirk­li­che Vor­kaufs­recht aus­wei­ten. Kitas, Schu­len und Nah­ver­sor­gung müs­sen gestärkt wer­den. Wir sind soli­da­risch mit den Benach­tei­lig­ten in unse­rer Gesell­schaft. (400 Zeichen)

Cars­ten Spal­lek (CDU): Die seit Jah­ren andau­ern­de Situa­ti­on in den Bür­ger­äm­tern ist nicht hin­nehm­bar. Auch der gesetz­li­che Anspruch auf Kita-Plät­ze wird nicht erfüllt. Die Kern­auf­ga­ben des Bezirks­am­tes müs­sen in einer ange­mes­se­nen Zeit geleis­tet wer­den. Funk­tio­nie­ren­de Bür­ger­äm­ter und die Erbrin­gung ele­men­ta­rer Dienst­leis­tun­gen, wie die Aus­stel­lung von zum Bei­spiel Per­so­nal­aus­wei­sen gehö­ren dazu. Dafür wer­de ich sor­gen. (400 Zeichen)

2. Streitfall Verkehr. Welche Straßen wird der Bezirk mit Ihnen in den nächsten fünf Jahren umbauen und wie? 

Ste­phan von Das­sel (Grü­ne): In der Chaus­see- und Mül­ler­stra­ße müs­sen wir die vor­han­de­nen Pla­nun­gen für einen siche­ren Rad­ver­kehr so schnell wie mög­lich umset­zen, zur Not zunächst mit Pro­vi­so­ri­en, wenn es wegen der lau­fen­den U‑Bahnsanierung nicht anders geht. Die Lübe­cker Stra­ße bekommt Bäu­me und viel Platz zum Spie­len. Mit vie­len klei­nen Maß­nah­men wie Kiez­blocks ent­las­ten wir die Wohn­stra­ßen vom Durch­gangs­ver­kehr und Rasern. (400 Zeichen)

Ephraim Gothe (SPD): Auf der Brun­nen­stra­ße, der Bad­stra­ße und der Mül­ler­stra­ße brau­chen wir schnells­tens Rad­strei­fen, eben­so im schma­len Abschnitt der Leip­zi­ger Stra­ße. Am Roten Rat­haus wol­len wir schon bevor die Stra­ßen­bahn kommt, eine fuß­gän­ger­freund­li­che Gestal­tung durch­set­zen. Und wir wol­len, wo immer es geht, neue Stra­ßen­bäu­me pflan­zen. (322 Zeichen)

Chris­toph Kel­ler (Lin­ke): Die Tram auf der Turm­stra­ße wird Moa­bit vom Auto­ver­kehr ent­las­ten. Stra­ßen­raum wol­len wir zuguns­ten des Rad‑, Lie­fer- & Fuß­ver­kehrs umver­tei­len, für mehr Sicher­heit und Auf­ent­halts­qua­li­tät etwa in der Mül­ler- & Beus­sel­stra­ße sowie der Leip­zi­ger Stra­ße! Der Durch­gangs­ver­kehr soll mit­tels Dia­go­nal­sper­ren raus aus den Kiezen. Rad­schnell­we­ge in der Togo‑, Ant­wer­pe­ner- & Ungarn­stra­ße müs­sen kom­men. (396 Zeichen)

Cars­ten Spal­lek (CDU): Poli­tik ist ver­ant­wort­lich, Rah­men­be­din­gun­gen für hin­rei­chen­de ver­kehr­li­che Infra­struk­tur zu gewähr­leis­ten. Die Ver­wal­tung muss sich dabei als Part­ner der Anrai­ner und Anwoh­ner ver­ste­hen und die­se ein­be­zie­hen. Im Dia­log kön­nen Chan­cen für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung ihrer Kieze iden­ti­fi­ziert und genutzt wer­den. Die best­mög­li­che Ver­zah­nung ver­schie­de­ner Ver­kehrs­mit­tel (mul­ti­moda­ler Ver­kehr) gehört dazu. (400 Zeichen)

3. Ausstieg aus der Schule? Schimmelbefall und viel zu wenige Schulhäuser. Welche Investitionen an welchen Standorten nehmen Sie vor? 

Ste­phan von Das­sel (Grü­ne): In der Inves­ti­ti­ons­pla­nung ste­hen 21 Schu­len, die bis 2025 saniert wer­den sol­len. 14 Mio. Euro jähr­lich flie­ßen zusätz­lich in Bau­un­ter­halt, 2022 u.a. in die (Teil)Sanierung der Anna-Lind-GS. An der Schul­stra­ße baut die Howo­ge eine neue Ober­schu­le für uns. Lei­der blo­ckie­ren Frau Sche­res und Herr Scheel die Sanie­rung des alten Dies­ter­weg-Gym­na­si­ums in der Put­bus­ser Stra­ße. Der Anblick schmerzt. (395 Zeichen)

Ephraim Gothe (SPD): Wir haben drei neue Grund­schu­len im Bau, Mül­ler­stra­ße, Rei­ni­cken­dor­fer Stra­ße und Alt-Mit­te. In der Schul­stra­ße am Jüdi­schen Kran­ken­haus ent­steht ein Gym­na­si­um. An der Karl-Marx-Allee wird eine Erwei­te­rung Char­lot­te-Pfef­fer-Schu­le fer­tig. Und wir müs­sen den Senat über­zeu­gen, die denk­mal­ge­schütz­te Dies­ter­weg-Schu­le an der Put­bus­ser Stra­ße zu reak­ti­vie­ren! Bestehen­de Schul­stand­or­te wer­den erwei­tert! (400 Zeichen)

Chris­toph Kel­ler (Lin­ke): Die neue Grund­schu­le in der Rei­ni­cken­dor­fer Str. und der Bau des Gym­na­si­ums in der Schul­str. ver­bes­sern die Situa­ti­on deut­lich. Dass am Stand­ort der Albert-Gutz­mann-Schu­le & der ehe­ma­li­gen Schu­le Pankstra­ße 70 eine Gemein­schafts­schu­le ent­ste­hen soll, begrü­ßen wir. Die Anna-Lindh-GS muss schnells­tens saniert oder neu gebaut wer­den. Auch die Sche­ring-ISS braucht eine Grund­sa­nie­rung gegen Schim­mel. (398 Zeichen)

Cars­ten Spal­lek (CDU): Rund 14,5 Mio € flie­ßen jähr­lich in die Bau­un­ter­hal­tung, zudem wer­den Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen auf Schul­dä­chern instal­liert. Zwei Grund­schu­len in der Rei­ni­cken­dor­fer Str. 60 und Adal­bert­str. 53 wer­den in 3–4 Jah­ren fer­tig sein. Bis 2027 ent­steht ein neu­es Gym­na­si­um in der Schul­str. 97. Die Eigen­ver­ant­wor­tung von Schu­len stär­ke ich durch das bezirks­ei­ge­ne Pro­gramm „BU+“ mit rund 0,5 Mio € pro Jahr. (396 Zeichen)

4. Die Zwischennutzung Gemeinschaftsgarten Himmelbeet endet, ein dringend benötigter Sportplatz kommt. Was tun Sie, um das begleitende Gebäude “Safe Hub” zum Erfolg zu führen? Als Bürohaus, als Haus des Sportes, als Bildungszentrum?

Ste­phan von Das­sel (Grü­ne): Fürs him­mel­beet gibt es zum Glück eine Lösung – aller Vor­aus­sicht nach in der Gar­ten­stra­ße, Ecke Grenz­stra­ße. In Bezug auf das Safe Hub ist mir wich­tig, dass die Ange­bo­te dort die vor­han­de­nen Pro­jek­te für Kin­der und Jugend­li­che im Bezirk gut ergän­zen und allen offen ste­hen. Span­nend wird sein, ob es Syn­er­gien zwi­schen dem Safe Hub und unse­rer neu­en angren­zen­den Jugend­mu­sik­schu­le geben wird. (394 Zeichen)

Ephraim Gothe (SPD): Für das Him­mel­beet konn­te nun ein Ersatz­stand­ort gefun­den wer­den, wei­te­res folgt in Kür­ze! Wir wer­den zeit­nah die Bau­ge­neh­mi­gung für das Aman­dla-Safe­hub aus­rei­chen! Die Bau­kos­ten sind zwar noch nicht kom­plett gedeckt, aber ich bin über­zeugt, dass hier wei­te­re Spon­so­ren gefun­den wer­den. Gera­de hat die städ­ti­sche Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft GESOBAU einen groß­zü­gi­gen Zuschuss zuge­sagt! (381 Zeichen)

Chris­toph Kel­ler (Lin­ke): Die AMANDLA gGmbH und der Bezirk haben vor drei Jah­ren einen Nut­zungs­ver­trag für die Flä­che des Him­mel­beets geschlos­sen. Im unter­ver­sorg­ten Wed­ding sol­len dort Sport­an­ge­bo­te mit ganz­heit­li­cher För­de­rung & Inte­gra­ti­on von Kin­dern und Jugend­li­chen ver­knüpft wer­den, inkl. Bil­dungs- & Kul­tur­pro­gramm. Dass seit Ver­trags­ab­schluss kei­ne Alter­na­tiv­flä­che für das Him­mel­beet gefun­den wur­de, ist ein Skan­dal. (400 Zeichen)

Cars­ten Spal­lek (CDU): Mit dem Betrei­ber habe ich die Nut­zung ver­trag­lich gesi­chert. Es ent­steht eine Platt­form für ganz­heit­li­che För­de­rung und Inte­gra­ti­on von Kin­dern und Jugend­li­chen, die Ver­mitt­lung von Sozi­al­kom­pe­ten­zen und arbeits­markt­re­le­van­ten Fähig­kei­ten. Ergän­zen­de Sport‑, Freizeit‑, Kultur‑, Bil­dungs- und Bera­tungs­an­ge­bo­te wer­den imple­men­tiert. Bei der Umset­zung unter­stüt­ze ich wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. (398 Zeichen)


Ihr wollt den Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­ten selbst eine Fra­ge stel­len? Hier erreicht ihr sie:

Ste­phan von Das­sel (Grü­ne): www.stephanvondassel.de, Face­bookTwit­ter

Ephraim Gothe (SPD): Ins­ta

Chris­toph Kel­ler (Lin­ke): Ins­ta, Face­book, Twit­ter

Cars­ten Spal­lek (CDU): Web­sei­teFace­bookTwit­ter

War­um die vier in die­ser Rei­hen­fol­ge zu Wort kom­men? Das liegt am Wahl­er­geb­nis der Bezirks­wahl 2016. Die Grü­nen hol­ten vor fünf Jah­ren 23,9 Pro­zent, die SPD 23,8 Pro­zent, die Lin­ke 17,9 Pro­zent und die CDU 13,5 Prozent.

Kann man nur die vier Par­tei­en wäh­len? Nein, es tre­ten auch im Bezirk über 30 Par­tei­en an. Dass einer von ihnen den Bezirks­bür­ger­meis­ter stel­len wird, gilt als sehr unwahrscheinlich. 

Ste­phan von Das­sel. Foto: Sascha Bachmann
Ephraim Gothe. Foto: Mat­thi­as Schulz
Chris­toph Kel­ler. Foto: Rico Prauss
Cars­ten Spal­lek. Foto: CDU

Andrei Schnell

Man hat mir versichert, es gäbe keine Vorschrift zu gendern und ich sei in dieser Frage frei, nicht wahr? Außerdem: Mein Hintergrund ist ostdeutsch, das beruht auf Erlebnissen. Und: Politik sehe ich mir an wie Sportwettbewerbe. Plus: Lese ich ein Buch lese, dann möchte ich es gleich besprechen. Ich mag Geschichten und Geschichte. Mister Gum möchte ich abschließend erwähnen.

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