Der perfekte Sommertag nördlich der Seestraße

Auf der Wiese liegen uns lesen: das ist Sommer! Foto: Sulamith Sallmann
Auf der Wie­se lie­gen uns lesen: das ist Som­mer! Foto: Sula­mith Sallmann

Wir könn­te eigent­lich der per­fek­te Som­mer­tag im Wed­ding aus­se­hen? Die ein­ge­fleisch­ten Wed­ding­lieb­ha­ber unter uns, die das Wochen­en­de lie­ber im Park ihres Ver­trau­ens ver­brin­gen, anstatt die Welt­rei­se in ande­re Bezir­ke auf­zu­neh­men, ken­nen den Strugg­le. Hier ein paar Tipps für den per­fek­ten Som­mer­tag nörd­lich der Seestraße.

Der Schäfersee, eine tote Schönheit

Unmit­tel­bar hin­ter der Gren­ze zu Rei­ni­cken­dorf befin­det sich der kreis­run­de Schä­fer­see mit dem ihn umge­ben­den Park. In einer kürz­lich her­aus­ge­ge­be­nen Bro­schü­re erfährt man die viel über die Geschich­te des Sees, die Tier­welt und die äußerst pro­ble­ma­ti­sche öko­lo­gi­sche Situa­ti­on des Gewässers. 

Wedding am Wasser: Fischerpinte – das Prinzip Eckkneipe

Fischerpinte 3Die Boo­te kla­ckern gegen­ein­an­der, das Was­ser plät­schert lei­se am See­ufer, der auf­dre­hen­de Wind säu­selt durch die Blät­ter der Bäu­me– oder ist das der Lärm der nahen Stadt­au­to­bahn? Man sieht sie ja nicht und kann auch nicht glau­ben, dass es sie nur hun­dert Meter weit tat­säch­lich gibt. Die­ser Ort an der Süd­spit­ze des Plöt­zen­sees ist einer der unge­wöhn­lichs­ten von Ber­lin-Mit­te und eine ein­zi­ge Bestä­ti­gung dafür, dass die Kli­schees über den Wed­ding nicht wahr sind. Zumin­dest, was das gän­gi­ge Bild vom grau­en Häu­ser­meer angeht.

Raus aus’m Wedding: Flughafensee und Schäfersee

FlughafenseeWer sich am Plöt­zen­see satt­ge­se­hen hat und bereit ist, Wed­din­ger Gefil­de kurz zu ver­las­sen, kann mühe­los ande­re Seen errei­chen. Zum Bei­spiel im Nach­bar­be­zirk Rei­ni­cken­dorf. Der Flug­ha­fen­see ist in man­cher Hin­sicht ein ganz beson­de­res Gewäs­ser. Mit sei­ner Grö­ße von 30 Hekt­ar allein wäre er im seen­rei­chen Ber­lin sicher kein Rekord­hal­ter. Dafür ist der 1953 – 1978 durch den Abbau von zwei Mil­lio­nen Ton­nen Kies ent­stan­de­ne Bag­ger­see aber das tiefs­te Gewäs­ser Ber­lins – 34 Meter geht es unter der Was­ser­ober­flä­che in den Abgrund. Unge­plant ist hier ein Natur­schutz­ge­biet ent­stan­den, das aber gleich­zei­tig unzäh­li­ge Bade­stel­len bie­tet – ganz in der Nähe des Wedding…

Rehberge und Plötzensee: Rudern inmitten Weddings grüner Lunge

Auf Sand gebaut

(C) Linn Asmuß
© Linn Asmuß

Das heu­ti­ge Park­ge­län­de ist Teil des frü­her aus­ge­dehn­ten Wald­ge­bie­tes Jung­fern­hei­de. Die sprich­wört­li­che mär­ki­sche Streu­sand­büch­se präg­te das Land­schafts­bild auf dem Gebiet des heu­ti­gen Volks­parks Reh­ber­ge und des Goe­the­parks in beson­de­rer Wei­se. Denn in der spä­ten Eis­zeit abge­la­ger­ter Flug­sand hat­te sich dort zu gan­zen Sand­dü­nen for­miert. Dar­auf wuch­sen zum Teil Kie­fern und Eichen, doch spä­tes­tens nach­dem die­se nach dem ers­ten Welt­krieg von der frie­ren­den Bevöl­ke­rung abge­holzt wur­den, lag die Sand­flä­che kom­plett frei. Der Sand beein­träch­tig­te die benach­bar­ten Wohn­ge­bie­te erheb­lich – er war allen­falls als Scheu­er­sand zu gebrau­chen. “Der Volks­aus­druck Ber­li­ner Schnee, womit das Trei­ben des Flug­san­des gemeint ist, schreibt sich von den Reh­ber­gen her”, schrieb der Stadt­rat Ernst Frie­del im Jahr 1899. Es muss­te also etwas mit die­ser Flä­che geschehen.…