Die Geschichte des Rathauses Wedding

Klassische 1920er Jahre am Rathaus-Altbau
Rathaus Wedding

Durch das Gesetz „Über die Bildung einer Stadtgemeinde“ vom 26. April 1920 wurden 8 Stadt-, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke zu der Stadtgemeinde Berlin in 20 Verwaltungsbezirken zusammengeschlossen. Der „3. Verwaltungsbezirk“ war der Wedding. Dringend benötigt wurde der Bau eines Rathauses, das an der Müllerstraße 146 nach den Plänen des Magistratsoberbaurat Hellwig entstehen sollte.

Zu Besuch in der fremden Mitte von Berlin

In der Friedrichstraße. Foto: Hensel
Runde Ecken. Foto: Hensel

Kolumne Neulich war ich mal wieder in Mitte zu Gast. Das klingt vielleicht merkwürdig, denn ich wohne ja offiziell in Mitte. Genauer gesagt wohne ich, weil es ein Mensch hinter einem Schreibtisch vor fast 20 Jahren so wollte, im Ortsteil Gesundbrunnen. Doch Gesundbrunnen ist nicht meine Heimat, genauso wenig wie Mitte. Ich bin Weddingerin. Warum ich niemals sage, dass ich in Mitte wohne, fiel mir neulich bei meinem Besuch „in der Stadt“ wieder ein.

Weddingmelder-Wochenschau #46/17

Mehr Wohnungen in städtischer Hand – zumindest an der Antonstraße, hinter Karstadt, ist das jetzt der Fall, wie die Berliner Woche meldet. Dort steht auch, dass der Bezirk erstmals von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen könnte: Erstmals soll so ein Mietshaus an der Amsterdamer Ecke Malplaquetstraße vor Miethaien geschützt werden. Hoffentlich macht das Schule.

Gründe für die Stattbad-Schließung

Stattbad FassadeAufgrund einer Mängelanzeige und Veranstaltungsankündigungen im Internet fiel dem Bezirksamt Mitte auf, dass das Stattbad Wedding entgegen der 2012 erteilten Baugenehmigung genutzt wird. Daher wurden die Nutzer aufgefordert, den Zutritt zum Gebäude zu verhindern. Doch wer ist nun eigentlich schuld an der Schließung des Stattbades? Eine unkreative Verwaltung – oder gar Menschen, die dem Stattbad etwas Böses wollen?

Neues Familienzentrum am Nauener Platz

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Cornelia Dette (r.) mit einigen Frauen in der Küche des Familienzentrums.

Am großen Tisch in der Cafeteria faltet eine Frau konzentriert an leuchtend gelben Papierbooten für eine Flüchtlings-Kampagne von Amnesty Interational. Eine zweite Frau kommt hinzu, überlegt nicht lange und macht mit. In einem kleinen Büroraum nebenan tippt ein Mann währenddessen in einen Computer, er arbeitet an der Internetseite des Hauses. In der Küche backen drei Frauen plaudernd und fröhlich lachend Kuchen. Die Leiterin des Familienzentrums am Nauener Platz, Cornelia Dette, hat heute Geburtstag, der duftende Kuchen ist für sie.

Kolumne: Zögern, retten und sparen

Musiktheater und HochschulgebäudeKindermusiktheater Atze hat Zukunft

Diese Woche soll endlich mal versöhnlich ausklingen. Wie jetzt aus der Beantwortung einer Großen Anfrage an die Genossen vom Bezirksamt Mitte zu erfahren war, sind in Sachen Atze Musiktheater alle Weichen in Richtung einer dauerhaften Zukunft gestellt worden. Zumindest aus Sicht unserer Bezirkverwaltung. Die hatte im vergangenen Jahr durch ein Gemisch aus Jammern und Drohen dafür gesorgt, dass im Haus an der Luxemburger Straße und bei all seinen großen und kleinen Fans die komplette Verunsicherung ausbrach, wie es denn nun mit Spiel und Spaß im ehemaligen Max-Beckmann-Saal weitergeht. Am Ende fanden sich dann doch noch ein paar Vernünftige in Bezirksamt und Senat, die die Bedeutung dieses Theaters für die Kulturlandschaft im Wedding, der ganzen Stadt und darüber hinaus erkannten. Jetzt steht fest, dass die Immobilie ab 1. Januar 2015 dem Land Berlin gehört, Atze dafür aber für Betriebskosten und Miete selbst auskommen muss. Dafür allerdings bekommen die Theaterleute vom Senat eine Spielstättenförderung in Höhe von 870.000 Euro. Das Allerschönste aber ist, dass der Bezirksetat durch diese Regelung ab 2015 wahrscheinlich um insgesamt 480.000 Euro entlastet wird. Was beweist: Klug regieren kann auf keinen Fall schaden.
Autor: Ulf Teichert
Die Kolumne erscheint ebenfalls jeden Samstag im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding

Müllerstraße: Großer Boulevard mit Lackschäden

An der Müllerstraße ist der Lack ab

Die Müllerstraße, die über drei Kilometer lange, unangefochtene Hauptschlagader des Wedding, besitzt noch das Format einer Hauptstraße. Ihr bescheidener Anfang als Sandpiste zwischen Tegel und Berlin ist ihr jedenfalls nicht mehr anzusehen, Reste der ländlichen Bebauung vor den Toren Berlins gibt es auch nicht mehr. Wie so viele Magistralen anderer Weltstädte führt sie schnurgerade aus den Vororten direkt ins Herz der Innenstadt.

Weddingwoche #39: Kein Foto mit den Fans

Ein bisschen komisch war ihm schon – dem Bezirksstadtrat Carsten Spallek, als er jüngst zur Einweihung schritt. Mit Absperrband, Schere und vereinzeltem Blitzlichtgewitterchen. Zu eröffnen gab’s die neue Toilettenanlage auf dem Leopoldplatz. Ein Hightech-Teil mit verschließbarer Toilette (15 Minuten für 10 Cent) und angeschlossenem Pissoir (kostenlos).  Das wirklich Schöne: Uns Steuerzahler kostet „die Reduzierung der vorhandenen Nutzungskonflikte auf dem Leopoldplatz“ (Politikersprech) keinen Cent. Weil nämlich der Herr Spallek hart verhandelt und den Stadtmöbelbetreiber und Draußenwerber Stroer AG dazu bekommen hat, alle Kosten für Anlage und Wartung zu übernehmen. Als Gegenleistung darf Stroer einige neue Standorte mit supermodernen Werbeflächen bespielen. Ach ja: Bei der Toiletteneröffnung hatten Spallek und seine Entourage jede Menge Publikum. Vornehmlich Damen und Herren, die gerne mal schon früh einen heben. Deren Freude war groß. Ein gemeinsames Foto mit seinen begeisterten Fans wusste der Stadtrat allerdings zu verhindern.

Autor: Ulf Teichert

Unsere Kolumne “Weddingweisers Woche” erscheint jeden Samstag in der Bezirksausgabe Wedding des Berliner Abendblatts.