Neue Orgel in der Kapelle der Versöhnung

Teil der neuen Orgel in der Kapelle der Versöhnung. Foto: Michael BeckerEine Orgel ist ein sehr teu­res Instru­ment. Des­halb sind Kon­zer­te auf einem ganz neu­en Instru­ment auch so sel­ten. Die neue Orgel in der Kapel­le der Ver­söh­nung in der Ber­nau­er Stra­ße mit ins­ge­samt 552 Pfei­fen und 27 Regis­tern hat 230.000 Euro gekos­tet und wird heu­te vor gela­de­nem Publi­kum erst­mals gespielt. Ab mor­gen gibt es wei­te­re Kon­zer­te für die Öffent­lich­keit. Bezahlt wur­de das Instru­ment übri­gens mit einer Spende.

Wilde Romanze mit der Stadtnatur

Führung "Ost-West-Romanze" beim Langen Tag der StadtNatur am 18. Juni 2017. Hier: an der Strelitzer Straße. Foto: Hensel
Lin­den­blü­ten ern­ten an der Stre­lit­zer Stra­ße. Foto: Hensel

Lin­den­blü­ten kann man essen, klar. Da gibt es ja auch Tee, den kennt man. Aber wie ist es mit Ahorn­blät­tern oder jun­gen Rot­bu­chen­trie­ben von der Hecke am Weg? Am Sonn­tag (18.6.) fiel eine Grup­pe von Stadt­er­kun­dern auf dem Mau­er­strei­fen an der Ber­nau­er Stra­ße dadurch auf, dass sie beim unschein­ba­ren Grün­zeug stopp­te und Blü­ten und Blät­ter ver­kos­te­te. Es war Lan­ger Tag der Stadt­na­tur und die Grup­pe war unter­wegs im Rah­men der Füh­rung „Ost-West-Roman­ze“.

Weddinger Gärten: Alles grün zum Frühlingsanfang!

Beet mit Frühblühern auf der Gleim-Oase. Foto: HenselHeu­te ist Früh­lings­an­fang! Wer den Wed­ding­wei­ser auf­merk­sam ver­folgt, ist dar­auf gut vor­be­rei­tet – oder zumin­dest gut infor­miert. Wir haben uns in den ver­gan­ge­nen Wochen in den Wed­din­ger Gär­ten umge­se­hen, waren im Gemein­schafts­gar­ten am Cent­re Fran­cais, im Him­mel­beet und im Mau­er­gar­ten. Heu­te beschäf­ti­gen wir uns in die­sem letz­ten Teil der „Wed­din­ger Gär­ten“ gleich mit fünf Gar­ten­pro­jek­ten. Unglaub­lich, aber sie alle befin­den sich im und am Brunnenviertel.

Hilfe, die Touristen kommen in den Wedding!

Touristen an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße. Foto: Hensel
Tou­ris­ten an der Gedenk­stät­te Ber­li­ner Mau­er in der Ber­nau­er Stra­ße. Foto: Hensel

Tou­ris­mus im Wed­ding, Tou­ris­ten im Brun­nen­vier­tel? Vie­le Bewoh­ner wür­den den Kopf schüt­teln: im Kiezall­tag sind ganz ande­re The­men wich­tig. Doch die drei tou­ris­ti­schen Attrak­tio­nen des sonst ruhi­gen Wed­din­ger Wohn­quar­tiers feh­len in kei­nem Ber­lin-Rei­se­füh­rer: die Gedenk­stät­te Ber­li­ner Mau­er, die Ber­li­ner Unter­wel­ten, der Mau­er­park-Floh­markt. Fast zwei Mil­li­on Men­schen aus aller Welt sehen sich in jedem Jahr im Kiez und an sei­nen Gren­zen um. Wir fas­sen zusam­men, was es da so zu sehen gibt.

Der letzte Sonntag in Mareks Saunahaus

Hier war Mareks Saunahaus. Jetzt sind die Gewerberäume zu vermieten. Foto: Dominique Hensel
Hier war Mareks Sau­nah­aus. Jetzt sind die Gewer­be­räu­me zu ver­mie­ten. Foto: Domi­ni­que Hensel

Es hät­te ein Sonn­tag wie vie­le ande­re in Mareks Sau­nah­aus sein kön­nen, die­ser 29. Novem­ber 2015. Der Chef begrüßt sei­ne ankom­men­den Gäs­te mit einem Hän­de­druck, die bei­den Sau­na­öfen sind auf­ge­heizt und ver­brei­ten woh­li­ge Wär­me. Wie an den meis­ten Wochen­end­ta­gen ist auch Stef­fi, Mareks Frau, mit von der Par­tie. Sie nimmt an der The­ke die Bestel­lun­gen der Gäs­te ent­ge­gen und führt im Wech­sel mit Marek zur vol­len Stun­de die hoch­ge­lob­ten Auf­güs­se durch. Es scheint, alles sei wie immer. Den­noch wis­sen etli­che der anwe­sen­den Gäs­te, dass dies der letz­te Tag des Sau­na-Idylls in der Ber­nau­er Stra­ße sein wird.

Sterben im Wedding

Lazarus-Haus - Foto Andrei Schnell
Laza­rus-Haus. Foto: And­rei Schnell

Oft hört man den Satz: „Wich­tig ist der Blick nach vorn.“ Man will damit aus­drü­cken, es gäbe die (wenn auch unge­wis­se) Chan­ce, dass es in der Zukunft bes­ser sein wird. Man sagt dies so, obwohl doch gewiss ist, das vorn, also in der Zukunft, nur eines sicher war­tet: der Tod. Aber aus­ge­rech­net auf den wird sel­ten geblickt, wenn nach vorn geschaut wird. Öff­net man die Augen, dann sieht man: Auch im Wed­ding wird gestor­ben. Zum Bei­spiel im Laza­rus-Haus in der Ber­nau­er Stra­ße im Brun­nen­vier­tel. In die­sem Text geht es um ein irgend­wie unsicht­ba­res Haus, obwohl es unüber­seh­bar an einer pro­mi­nen­ten Kreu­zung steht.

Wedeln für Fortgeschrittene in Mareks Saunahaus (Update 12/2015: GESCHLOSSEN!)

Mareks Saunahaus: Der Aufgusseimer ist ein wichtiges Utensil von Saunameister Marek Mewitz. Foto: D. Hensel
Mareks Sau­nah­aus: Der Auf­gus­sei­mer ist ein wich­ti­ges Uten­sil von Sauna­meis­ter Marek Mewitz. Foto: D. Hensel

Seit 2008 gibt es in der Ber­nau­er Stra­ße (Wed­din­ger Sei­te) Mareks Sau­nah­aus. Es ist bis heu­te die ein­zi­ge Sau­na im Brun­nen­vier­tel. Die Besu­cher kom­men aus allen Him­mels­rich­tun­gen, um bei  Sauna­meis­ter Marek Mewitz zu schwit­zen. Die Sau­na ist klein, aber sehr charmant.

Roggenernte an der Bernauer Straße

Das Getreidefeld, im Hintergrund die Häuser des Brunnenviertels. Foto: Hensel
Das Getrei­de­feld, im Hin­ter­grund die Häu­ser des Brun­nen­vier­tels. Foto: Hensel

Es ist seit zehn Jah­ren ein Zei­chen des Lebens auf dem ehe­ma­li­gen Todes­strei­fen an der Ber­nau­er Stra­ße: das Getrei­de­feld rund um die Kapel­le der Ver­söh­nung. Nun ist es wie­der so weit, der Rog­gen ist gereift. Sofern es an dem Tag nicht reg­net wird er am Don­ners­tag (30.7.) ab 10 Uhr geerntet.

Auf Linie: Mit dem 247er durchs Brunnenviertel

Busse im WeddingDer Nord­bahn­hof ist mit Reif über­zo­gen, auf den roten Schwing­tü­ren am Ein­gang liegt noch der Nie­der­schlag der Nacht, pen­deln die Eis­kris­tal­le hin und her. An der Bus­hal­te­stel­le vor dem Bahn­hof pus­ten die War­ten­den Wol­ken aus war­mer Atem­luft in den win­ter­kal­ten Tag. Es ist Mon­tag­mor­gen, kurz vor zehn und 15 Men­schen war­ten auf den Bus. Als er kommt, leert sich die Hal­te­stel­le schnell. Der Bus Num­mer 245 wird in Rich­tung Zoo­lo­gi­scher Gar­ten und in den ers­ten Arbeits­tag der Woche fah­ren. Auf den fol­gen­den Bus der Linie 247 hat heu­te kaum jemand gewar­tet. Nur ein jun­ger Mann mit blau­er Funk­ti­ons­ja­cke und Mit­te-Fri­sur hat sich einen Platz am Fens­ter gesucht.