Neue Orgel in der Kapelle der Versöhnung

Teil der neuen Orgel in der Kapelle der Versöhnung. Foto: Michael BeckerEine Orgel ist ein sehr teu­res Instru­ment. Des­halb sind Kon­zer­te auf einem ganz neu­en Instru­ment auch so sel­ten. Die neue Orgel in der Kapel­le der Ver­söh­nung in der Ber­nau­er Stra­ße mit ins­ge­samt 552 Pfei­fen und 27 Regis­tern hat 230.000 Euro gekos­tet und wird heu­te vor gela­de­nem Publi­kum erst­mals gespielt. Ab mor­gen gibt es wei­te­re Kon­zer­te für die Öffent­lich­keit. Bezahlt wur­de das Instru­ment übri­gens mit einer Spende.

Mar­tin Schwarz von der Ber­li­ner Orgel­bau­werk­statt Karl Schu­ke leg­te bis kurz vor der Ein­wei­hung des Instru­ments an der Ber­nau­er Stra­ße letz­te Hand an die Mon­ta­ge der neu­en Orgel. Sie wird die Walcker-Orgel in der Kapel­le der Ver­söh­nung ablö­sen. Die­se war 1965 als Not­be­helf im Gemein­de­haus Ber­nau­er Stra­ße auf­ge­stellt wor­den, da die Ver­söh­nungs­kir­che durch den Mau­er­bau ver­sperrt war.

Teil der neuen Orgel in der Kapelle der Versöhnung. Foto: Michael BeckerDie Kapel­le der Ver­söh­nung ist ein ova­ler Lehmstampf­bau. Für die neue Orgel muss­ten sorg­sa­me sta­ti­sche Berech­nun­gen ange­stellt wer­den. Grö­ße und Gewicht unter­la­gen stren­gen Vor­ga­ben. Aber es gab noch eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung: Das Instru­ment soll­te in ihrem Klang­bild auch dem beson­de­ren Ort der Kapel­le ent­spre­chen. Die vier Alli­ier­ten hat­ten 1945 die Stadt durch Tei­lung in Sek­to­ren poli­tisch-kul­tu­rell geprägt. So wur­den dem Regis­ter der neu­en Orgel vier Pfei­fen­fa­mi­li­en hin­zu­ge­fügt. Sie geben die lan­des­ty­pi­schen Klang­far­ben von Russ­land, den USA, Eng­land und Frank­reich wie­der. Russ­land ist mit dem Regis­ter “Bajan”, die USA mit “Vox Coeles­tris”, Eng­land mit “Open Dia­pa­son” und Frank­reich mit “Bas­son – Haut­bo­is” vertreten.

Teil der neuen Orgel in der Kapelle der Versöhnung. Foto: Michael BeckerDie bis­he­ri­ge Orgel der Ver­söh­nungs­ge­mein­de aus dem Jahr 1965 geht laut Gemein­de­pfar­rer Tho­mas Jeut­ner als Geschenk an eine Musik­schu­le im rus­si­schen Sankt Peters­burg. Freun­de der Orgel­mu­sik kön­nen sich auf das Eröff­nungs­kon­zert heu­te und wei­te­re Ter­min freu­en. Der Ein­tritt zu den Kon­zer­ten ist frei, Spen­den wer­den aber erbeten.

Kon­zer­te in der Kapel­le der Ver­söh­nung, Ber­nau­er Stra­ße 4:

  • Sams­tag, 30. Sep­tem­ber, 17 Uhr
    Wer­ke von Bach, Muf­fat und Grieg
    mit Dom­or­ga­nist Andre­as Sie­ling (Ber­lin)
  • Diens­tag, 3. Okto­ber, 15 Uhr
    Impro­vi­sa­tio­nen, Orgel: Dirk Else­mann (Ber­lin)
  • Sams­tag, 14. Okto­ber, 17 Uhr
    Roman­ti­sche Musik für Vio­li­ne und Orgel
    Wer­ke von Rhein­ber­ger, Web­ber u.a.
    Orgel: Annet­te Diening, Vio­li­ne: The­re­sia May
  • Sams­tag, 28. Okto­ber, 15 Uhr
    Orgel­wer­ke über Lutherlieder
    Orgel: Annet­te Diening

Text und Fotos: Micha­el Becker


1 Kommentar
  1. […] An der Kapel­le der Ver­söh­nung ist im Dun­keln natür­lich nie­mand. Aber die Holz­la­mel­len, die eine nahe ste­hen­de Later­ne belich­tet, machen im Vor­bei­fah­ren eine schö­ne Erschei­nung. Die nächs­ten Kon­zer­te mit der letz­te Woche neu eröff­ne­ten Schu­ke-Orgel, die mit vier lan­des­ty­pi­schen Klang­far­ben der Sie­ger­mäch­te aus dem Kal­ten Krieg aus­ge­stat­tet ist, sind am 14. (17 Uhr, Roman­ti­sche Musik) und 28. Okto­ber (15 Uhr, Luther-Lie­der). Gespielt wird das Instru­ment von Annet­te Diening. weddingweiser.de […]

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