Schlagwörter: Berliner Wasserbetriebe

Der Sommerdrink, den ihr wirklich überall bekommt

Der Trinkwasserbrunnen am Vinetaplatz. Foto: HenselANZEIGE Weddinger sind ja von vornherein mit allen Wassern gewaschen. Da trifft es sich gut, dass mit rund 0,5 Cent pro Liter Berliner Trinkwasser erheblich weniger als Flaschenwasser kostet. Nicht nur deswegen ist es, anders als Bierfreunde vielleicht denken, auch das beliebteste Getränk in der Stadt. Ín jeder Wohnung kommt es aus dem Wasserhahn, aber an mehreren Stellen gibt es Trinkwasserbrunnen auch auf Weddinger Plätzen, wie seit Neuestem am Vinetaplatz.

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Trinkwasserbrunnen: 2x geschenkte Erfrischung

Der Trinkwasserbrunnen am Vinetaplatz sprudelt. Foto: Hensel
Der Trinkwasserbrunnen am Vinetaplatz sprudelt. Foto: Hensel

Die Swinemünder Straße ist nicht nur die inoffizielle Fahrrad-Autobahn von Mitte nach Wedding, die autofreie Straße ist außerdem die perfekte Laufstecke. Doch nicht nur deshalb ist der jetzt neu in Betrieb genommene Trinkwasserbrunnen am Vinetaplatz eine wirklich gute Sache. Sportler und Radler können sich ab sofort dort erfrischen, Kinder vom Spielplatz nebenan freuen sich ebenso über das kühle Nass wie die Bewohner des Seniorenwohnhauses am Platze.

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Ausgeufert: so kam es zum Panke-Hochwasser

Panke, Brücke, Fluss, Torbogen, Müll, Sessel, Foto: Sulamith Sallmann
an der schönen Panke – Foto: Sulamith Sallmann

Seit 1980 ist es nicht mehr passiert – doch in der Nacht vom 21. zum 22. August führten starke Niederschläge zu Hochwasser in der Panke. Der Fluss trat ab Pankow bis zur Schulzendorfer Straße in Berlin-Wedding in unterschiedlichem Maße über die Ufer. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt informiert, wie es dazu kommen konnte. 

Große Regenwassermengen führen im dicht besiedelten und entsprechend versiegelten Einzugsgebiet der Panke schnell zu hohen Abflussspitzen und damit zu einer Hochwasserwelle. Die Wassermengen führen Treibgut, Unrat und Pflanzenmaterial mit sich, die vom Rechen in der Schulzendorfer Straße zurückgehalten werden. Die Rechenanlage wird von den Berliner Wasserbetrieben (BWB) seit 1988/1989 betrieben, um den „Pankedüker“ unter der Chausseestraße freizuhalten. Die Menge an Treibgut war jedenfalls so groß, dass das Wasser trotz der Reinigung der Rechenanlage nur verlangsamt abfließen konnte. Dadurch kam es zu einem Rückstau – und damit zu einem Anstieg des Wasserspiegels oberhalb des Rechens. Durch die hohen Wasserspiegelunterschiede zwischen Oberpegel und Unterpegel wurde automatisch die Überwachungszentrale der BWB alarmiert und der Einsatz von BWB-Mitarbeitern vor Ort ausgelöst. Obwohl die BWB reagierten, ließ sich das Ausufern der Panke nicht verhindern.

Simulation des Hochwassers

Das Hochwasserereignis wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, VIII E 2 nachmodelliert, um die Ursachen, die zu den Ausuferungen geführt haben, näher zu analysieren sowie eine Einordnung der Auftrittswahrscheinlichkeit vorzunehmen. Außerdem werden die Funktion der an der Schulzendorfer Straße betriebenen Rechenanlage einschließlich deren Überwachung bewertet und Empfehlungen zur Anlagen- und Betriebsoptimierung erarbeitet.

nach einem Artikel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Mehr über die Panke bei panke.info

Panke-Hochwasser: Weddingern steht das Wasser bis zum Hals

(Artikel im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding vom 1. September 2012:)

Die Nacht zum 22. August werden die Bewohner der Kunkel-, Ravené- und Schönwalder Straße nicht so schnell vergessen: Nachdem es schon einige Stunden geregnet hatte, trat die Panke über ihre Ufer, überflutete die Straßen und Hauseingänge. Keller liefen im Nu voll, Autos standen bis zur Motorhaube unter Wasser. „Wir haben hier einen Mini-Tsunami erlebt. Die Welle rollte knietief durch die Straßen“, berichtet Anwohnerin Anja Aust.

Am nächsten Tag wird das Ausmaß der Schäden sichtbar: In den Kellern ist nichts mehr brauchbar. Hauseigentümer stellen Container bereit, damit die Mieter ihre ruinierten Habseligkeiten ausräumen können. An den Hauswänden ist die Flutlinie zu erkennen, das Wasser stand dort etwa 20 Zentimeter hoch. Die Keller waren bis zur Decke vollgelaufen – nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Flut am Tag gekommen wäre und Mieter im Keller überrascht hätte. Am schlimmsten ist der Gestank“, sagt Manuel Schneider, der beim Aufräumen hilft. „Und vorhin habe ich einen Rattenschwanz gesehen.“

Das verstopfte Gitter sorgte für den Rückstau

Wie konnte es zu der Überflutung kommen? „Die Panke ist das einzige Gewässer in Berlin, das als hochwassergefährdet gilt“, sagt Stefan Natz, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe. In der Nacht vom 21. auf den 22.August habe es im Norden Berlins 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gegeben. „Das ist so viel wie in einem durchschnittlichen August.“ Diesen Wassermassen war die so genannte Rechenanlage in der Schulzendorfer Straße nicht gewachsen. „Rechen bedeutet hier so viel wie Harke. Gitterstäbe sorgen dafür, dass Müll, Zweige und sonstiges Schwemmgut hier hängen bleiben.“ Ein automatischer Räumer schiebt alles in einen Container, der regelmäßig von der BSR abgeholt wird. „Aufgrund des starken Regens war die Rechenanlage binnen Minuten verstopft.Wir hätten auf der Stelle zehn starke Männer gebraucht, um sie wieder freizukriegen“, sagt Natz. Die Rechenanlage in solchen Situationen zu öffnen, sei nicht möglich,weil dann die sperrigen Gegenstände den unterirdischen Südarm der Panke verstopfen könnten, mit noch schlimmeren Folgen, so Natz. Diese Erklärung macht die Anwohner stutzig. Die Südpanke wird nämlich seit fünf Jahren überhaupt nicht mit Wasser beschickt, weil dort, wo sie fließt, riesige Baustellen sind, etwa die für den Bundesnachrichtendienst.

Zweifel an der offiziellen Version

Aus Sicht der Anwohner ist das nicht der einzige Widerspruch in den Erklärungen der Behörden. „Schon Wochen vor dem starken Regen ist mir aufgefallen, dass die Panke immer höheres Wasser führt und langsamer fließt“, sagt Anja Aust. Am 8. Juli hat sie deshalb bereits bei der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nachgefragt. In der Antwort vom 11. Juli hieß es, dass der Pankepegel über ein Wehr in der Schulzendorfer Straße reguliert werde. Dabei handelt es sich um ein „Schlauchwehr“, das bei Starkregen automatisch in sich zusammenfalle. Dann fließe die gesamte Wassermasse Richtung Nordhafen ab.

Ob dieser Mechanismus funktioniert hat, war bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren. Für die Anwohner hängt eine Menge davon ab: Wenn die Regulierungsanlagen nicht funktioniert haben, wäre das Land Berlin schadensersatzpflichtig. Handelt es sich um eine Naturkatastrophe, gehen sie leer aus.

(Artikel im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding vom 1. September 2012)

Mehr zur Südpanke bei panke.info