Rechenwerk: Sanierung nach 30 Jahren

Rechenwerk Panke
Bau­ar­bei­ten am Rechen­werk in der Schul­zen­dor­fer Stra­ße. Foto: And­rei Schnell

18.05.2020 In einem Rechen­werk wird nicht gerech­net, son­dern geharkt. Die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be (BWB) füh­ren gera­de am Rechen­werk der Pan­ke in der Schul­zen­dor­fer Stra­ße 8 Instand­set­zungs­ar­bei­ten durch. Das zwi­schen 1988 und 1989 gebau­te Sieb ist in die Jah­re gekom­men. „Ein Zusam­men­hang mit der Wie­der­be­le­bung der Pan­ke besteht nicht“, sagt ein Pres­se­spre­cher der Was­ser­be­trie­be auf Nach­fra­ge. Das 30 Jah­re alte Werk sei ein­fach hin­fäl­lig und müs­se moder­ni­siert werden.

Panke Hochwasser
Hoch­was­ser in der Pan­ke. Foto: Weddingweiser

Nötig ist die Anla­ge, damit das Pan­ke­was­ser frei von Ästen, Laub und abge­stor­be­nen Pflan­zen unter die nahe Chaus­see­stra­ße hin­durch gedrückt wer­den kann. Düker nen­nen Fach­leu­te eine sol­che Unter­tun­ne­lung für Fließ­ge­wäs­ser. „Wenn der Düker mit Schwemm­gut ver­stop­fen wür­de, dann hät­ten wir ein ech­tes Pro­blem“, so der Pres­se­spre­cher. Neben der Instand­set­zung brin­gen die Bau­ar­bei­ten auch eine Ver­grö­ße­rung der Anla­ge. So soll für das abge­fan­ge­ne Treib­gut bis Okto­ber die­ses Jah­res eine zwei­te Abla­de­flä­che ein­ge­rich­tet wer­den. In der Regel genüg­te in den letz­ten Jah­ren eine ein­zi­ge Con­tai­ner­flä­che. In der Regel heißt aber auch: Es gibt chao­ti­sche Aus­nah­men. So sitzt der Schreck noch tief und wirkt bis heu­te nach, als es im Som­mer 2012 zu einem Hoch­was­ser mit Kel­ler­über­flu­tun­gen kam. Nur vier Jah­re spä­ter trat die Pan­ke 2016 erneut über die Ufer. Pri­va­te Vide­os auf You­Tube zei­gen ein­drück­li­che Hoch­was­ser­stän­de auch für das Jahr 2017. Grund waren hef­ti­ge Regen­fäl­le. Die Was­ser­mas­sen stau­ten sich stets am Rechen­werk. „Die Pan­ke ist Ber­lins ein­zi­ger hoch­was­ser­ge­fähr­de­ter Fluss“, sagt der Pres­se­spre­cher der BWB.

Rechenwerk Baustelle
Bau­stel­le für zwei­te Abla­ge am Rechen­werk. Foto: And­rei Schnell

Ein Blick in die Archi­ve zeigt, dass ein hef­ti­ges Anschwel­len des Flüss­chens ein wie­der­keh­ren­des Ereig­nis ist. Von einem „rei­ßen­den Fluss“ wird zum Bei­spiel im Mai 1952 berich­tet. Am 6. Juli 1980 waren „Sand­sä­cke“ zur Ein­däm­mung nötig. Die neue Anla­ge wird künf­tig bes­ser mit her­an­wel­len­den Flu­ten umge­hen kön­nen. Gleich mit­be­dacht haben die Bau­her­ren, dass aus der Stin­ke-Pan­ke künf­tig wie­der ein leben­di­ger Bach wer­den soll. Ein ent­spre­chen­des Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren ist erle­digt. Der nächs­te Schritt, um aus dem Pan­ke-Kanal einen bei­na­he natür­li­chen Pan­ke-Bach zu machen, wäre nun der Start der Arbei­ten. Das neue Rechen­werk wür­de die Rück­kehr zur Natur nicht ver­sper­ren. „Für die Wan­de­rung grö­ße­rer Fisch­ar­ten wer­den im Rechen­git­ter extra Lücken in Sohl­nä­he vor­ge­se­hen“, heißt es in einer Mit­tei­lung der BWB.

Logo Weddinger Allgemeine ZeitungDer Text stammt aus der Wed­din­ger All­ge­mei­nen Zei­tung, der gedruck­ten Zei­tung für den Wed­ding. Geschrie­ben wur­de er von And­rei Schnell Wir dan­ken dem RAZ-Ver­lag

Andrei Schnell

Man hat mir versichert, es gäbe keine Vorschrift zu gendern und ich sei in dieser Frage frei, nicht wahr? Mein Hintergrund ist ostdeutsch, das beruht auf Erlebnissen. Politik sehe ich mir an wie den Sport. Wenn ich ein Buch lese, möchte ich es gleich besprechen. Ich mag Geschichten und Geschichte. Mister Gum möchte ich noch erwähnen.

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