“Rebel Room Burger”: Frisches im Wedding

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Nach neun Jah­ren Leer­stand wur­de der denk­mal­ge­schütz­te Kiosk aus dem Jahr 1955 am Fried­hof See­stra­ße 2013 zu einem neu­en Anzie­hungs­punkt im Wed­ding. Nicht nur wegen der schö­nen 50er-Jah­re-Archi­tek­tur mit dem geschwun­ge­nen weit aus­kra­gen­den Dach. Son­dern vor allem wegen des Essens.

Geheime Rebel-Sauce

„Der Wed­ding wird essens­tech­nisch ver­nach­läs­sigt, das wol­len wir ändern“, sagt Tol­ga Büyü­ku­zun. Der 37-Jäh­ri­ge und sei­ne Part­ne­rin Jar­mi­la Arnold sind viel im Nacht­le­ben unter­wegs und haben gemerkt, wie vie­le jun­ge Stu­den­ten und Neu­ber­li­ner inzwi­schen im Wed­ding woh­nen. „Doch was sie dort gas­tro­no­misch vor­fin­den, ist meist Döner“, glaubt Tol­ga. Noch woh­nen die bei­den Gas­tro­no­men im Prenz­lau­er Berg, aber wer weiß, wie lan­ge noch? „Lang­sam bekommt man in ganz Ber­lin mit, dass der Wed­ding unter­schätzt wird“, sagt Jarmila.

Das Aus­hän­ge­schild ist der Rebel Bur­ger mit fri­schem Rind­fleisch, der gehei­men Rebel-Sau­ce, Röst­zwie­beln, Papri­ka und Ched­dar-Käse. „Wir berei­ten die Pat­ties jeden Mor­gen mit fri­schem Fleisch vom Groß­markt zu“, erklärt Tol­ga. Fri­sche ist das obers­te Gebot – tief­ge­kühlt ist da gar nichts. Klar, dass man zehn bis zwölf Minu­ten war­ten muss, bis der kna­cki­ge Bur­ger ser­viert wer­den kann. Und auch vege­ta­ri­sche und vega­ne Vari­an­ten sind im Ange­bot. Etwas Beson­de­res sind auch die Süß­kar­tof­fel­chips, die es als alter­na­ti­ve Bei­la­ge gibt.

Der Name Rebel Room bezieht sich übri­gens auf die Zeit der Ras­sen­tren­nung in den USA, als sich die Schwar­zen in eige­nen Loka­len tra­fen, um Musik zu machen. „Eigent­lich woll­ten wir nur Rock’n Roll spie­len“, berich­tet Tol­ga. Doch der Ort hat auch so viel Ber­lin-Flair – total ame­ri­ka­nisch soll­te der Bur­ger­la­den nicht wir­ken. Und man muss sich ihm auch nähern, um zu sehen, was dort ver­kauft wird. Wem die Bur­ger schme­cken, kann auch den Lie­fer-Ser­vice in Anspruch neh­men, für den extra ein eige­ner Laden ange­mie­tet wur­de. Und wer ger­ne vor Ort essen möch­te, kann sich im Som­mer in den klei­nen Bier­gar­ten neben dem Imbiss set­zen. Im Win­ter sind ein paar Plät­ze hin­ter einer trans­pa­ren­ten Schutz­fo­lie vor­han­den, damit man nicht im Kal­ten sit­zen muss.

Gastro-Kritik unseres Lesers Clemens

“Als wir an einem Som­mer­abend nach län­ge­rer Zeit mal wie­der auf der See­stra­ße fla­nier­ten, ent­deck­ten wir ein frisch eröff­ne­tes Bur­ger-Restau­rant. Neu­gie­rig und hung­rig ent­schlos­sen wir uns, die­ses auch gleich zu tes­ten. Optisch anspre­chend prä­sen­tiert sich Rebel Room Bur­ger nach außen. Vor dem Laden befin­den sich Steh­ti­sche mit inte­grier­ten Son­nen­schir­men. Links dane­ben befin­det sich klei­ner Podest mit Bier­gar­ten. Die­ser ist mit Bier­tisch­ga­ri­tu­ren aus­ge­stat­tet und lädt mit dem frisch gestri­che­nem Zaun, der den Bier­gar­ten ein­grenzt, zum Ver­wei­len ein.

Wir bestell­ten jeweils ein Menü bei dem jun­gen Mann, der uns begrüß­te: ein Cheese­bur­ger Menü und ein BBQ-Bur­ger Menü. Das Menü beinhal­tet den Bur­ger, ein klei­nes Soft­ge­tränk sowie eine Por­ti­on Pom­mes bzw. Twis­ted Fries mit Ketch­up oder Mayon­nai­se. Die Prei­se sind mit ca. sechs Euro für ein Menü mode­rat. Nach­dem wir bezahlt hat­ten, beka­men wir den Kas­sen­bon, auf dem unse­re Bestell­num­mer ver­merkt war. Die kur­ze War­te­zeit über­brück­ten wir in dem Bier­gar­ten mit unse­rem Soft­ge­tränk. Wenn das Essen fer­tig zube­rei­tet ist, wird die Bestell­num­mer auf­ge­ru­fen und man kann sich sein Mahl abho­len. Net­ter­wei­se brach­te eine jun­ge Mit­ar­bei­te­rin unser Essen zum Tisch.

Die Por­ti­on, die uns ser­viert wur­de, war sät­ti­gend. Die Fries waren heiß und knusp­rig, der Ketch­up war extra in einem klei­nem Plas­tik­be­hält­nis ver­packt. Dafür gab es schon mal einen Plus­punkt, jedoch habe ich euch das Bes­te bis jetzt vor­ent­hal­ten, den Burger.

Burger im Rebel RoomVor­weg ist zu sagen, alles ist frisch, das Pat­tie wird aus fri­schem Rind­fleisch selbst her­ge­stellt. Der Salat, der den Bur­ger in den gut getoas­te­ten Bröt­chen zier­te, war eben­falls frisch. Nach den ers­ten Bis­sen stand unser Urteil schon fest. Neun von zehn Punk­ten. Uns über­zeug­te der sehr gute Geschmack des Bur­gers. Nach­dem wir unser Mahl genüss­lich ver­tilgt haben, ent­schlos­sen wir uns noch auf ein Bier zu bleiben.

Zusam­men­fas­send über­zeug­te uns das Ambi­en­te, die freund­li­chen Mit­ar­bei­ter, aber vor allem das gute Essen. Jedem Wed­din­ger, der ein Fan von guten Bur­gern ist, kann ich guten Gewis­sens einen Besuch bei Rebel Room Bur­ger ans Herz legen.”

Autor: Cle­mens Hering

Rebel Room Burger
See­str. 93
13347 Berlin
U See­str. U6, Tram M13, 50, Bus 106

Öff­nungs­zei­ten:
Mo-So  11.00 – 23:00 Uhr

bei Face­book

Lie­fer­ser­vice

Über das Imbiss-Gebäude

 

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

17 Comments

  1. Als Ich Kind war, war dies über­haupt die Umstei­ge­sta­ti­on für Bus­fah­rer. Am Kiosk tob­te das Leben und ab und zu spen­dier­te mir mei­ne Oma eine Klei­nig­keit von eben die­sem Kiosk.
    Nach gefühl­ten Jahr­zehn­ten des Leer­stands erfreut mich die Wie­der­be­le­bung. Nicht nur Denk­mal­schutz son­dern auch ein Stück Lebens­er­in­ne­rung. Susan­ne Peetz

  2. […] In einem denk­mal­ge­schütz­ten Kiosk aus den Fünf­zi­gern wer­den seit 2013 Bur­ger gebra­ten – und mit Sicher­heit nicht die schlech­tes­ten. Auch der Name Rebel Room bezieht sich auf das Ame­ri­ka der Fünf­zi­ger. Also, mit Hüft­schwung unter das geschwun­ge­ne Dach und genießt eure Bur­ger! > mehr dazu […]

  3. Ich lie­be den rebel room, aller­dings sind die pom­mes por­ti­on halb so groß wenn sie gelie­fert wer­den als wenn man vor ort isst.
    Sonst gei­ler laden!!

  4. Ja, es gibt einen Gemü­se­bur­ger. Erwäh­nen soll­te man auch das es als wei­te­re Alter­na­ti­ve Chi­cken­bur­ger gibt.

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