Ausbau Toilettenstandorte:
Frische Toiletten

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Ob Net­tel­beck­platz oder Vineta­platz – gefühlt an jeder Ecke errich­tet die Fir­ma Wall zur­zeit neue Toi­let­ten­häus­chen. Grund für die Auf­stel­lung der zahl­rei­chen neu­en Bedürf­nis­an­stal­ten ist ein Toi­let­ten­ver­trag zwi­schen dem Land Ber­lin und der Fir­ma Wall. Der sieht vor, alle bis­he­ri­gen Wall-Stand­or­te bis 2021 aus­zu­tau­schen. Zusätz­lich wird das Netz seit dem Jahr 2021 erweitert.

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Ber­li­ner Toi­let­te auf dem Net­tel­beck­platz. Foto: And­rei Schnell

Stan­den in Ber­lin frü­her 280 Anla­gen, wer­den nun Schritt für Schritt 86 zusätz­li­che Stand­or­te hin­zu­kom­men. Die Orts­tei­le Wed­ding und Gesund­brun­nen wer­den am Ende 17 Wall-Häus­chen besit­zen. Hier die Standorte:

  • Hum­boldt­hain, Gustav–Meyer–Allee seit 28.03.2019
  • Rei­ni­cken­dor­fer Stra­ße, Fenn­stra­ße seit 21.06.2019
  • Oslo­er Stra­ße, Prin­zen­al­lee seit 01.10.2019
  • Mül­ler­stra­ße, See­stra­ße seit 27.03.2020
  • Ungarn­stra­ße, Indi­sche Stra­ße seit 11.09.2020
  • Leo­pold­platz, Mül­ler­stra­ße, Naza­reth­kirch­stra­ße seit 11.09.2020
  • Brun­nen­stra­ße, Stral­sun­der Stra­ße 61 seit 27.11.2020
  • Plansch­be­cken am Schil­ler­park seit 18.12.2020
  • Schil­ler­park, Edin­bur­ger Stra­ße 38, Bar­fus­stra­ße seit 23.04.2021
  • U‑Bahnhof Oslo­er Stra­ße seit 09.09.2021
  • Sol­di­ner­stra­ße 77a seit 01.10.2021
  • Net­tel­beck­platz seit 15.10.2021
  • Swi­ne­mün­der­stra­ße 34 seit 10.12.2021
  • Ost­ender­stra­ße / Zep­pe­lin­platz seit April 2022 (noch nicht in Betrieb)
  • Afri­ka­ni­sche Stra­ße 90 seit April 2022 (noch nicht in Betrieb)
  • Sel­ler­park seit April 2022 (noch nicht in Betrieb)
  • Grün­ta­ler Stra­ße 64 seit März oder April 2022 (noch nicht in Betrieb)

Wo die neu­en Toi­let­ten auf­ge­stellt wer­den, das ent­schei­det der Bezirk. Vor­aus­set­zung sind die nöti­gen Was­ser- und Stromleitungen. 

Manche Standorte bereiten Probleme

Neu­es Toi­let­ten­haus ver­ur­sacht Eng­stel­le. Foto: And­rei Schnell

Nicht alle Stand­or­te sind per­fekt gewählt. An der Kreu­zung Max­stra­ße Ecke Naza­reth­kirch­stra­ße wird eine frisch auf­ge­stell­te Bedürf­nis­an­stalt wie­der geschlos­sen. Der Senat will die im Sep­tem­ber 2021 auf­ge­stell­te Toi­let­te in den kom­men­den Wochen wie­der ent­fer­nen. Sie sei miss­bräuch­lich genutzt wor­den und wer­de auf­grund einer Ent­schei­dung des Bezirks abge­baut, sagt ein Pres­se­spre­cher der Senatsverwaltung. 

Auch auf der Grün­ta­ler Pro­me­na­de steht das neue Toi­let­ten­haus ungüns­tig. Zusam­men mit einem alten Tra­fo­bau­werk und einer am 12. Juli 2019 errich­te­ten Büh­ne behin­dert es nun den Fuß- und Rad­weg. Es kommt zu einer Eng­stel­le und freie Sicht ist nicht mehr gege­ben. Die Pro­me­na­de wur­de vor drei Jah­ren durch ein Pro­jekt des Quar­tiers­ma­nage­ments neu gestaltet.

Neuer Name Berliner Toilette

Die stil­len Ört­chen hei­ßen nun nicht mehr City-Toi­let­te, son­dern Ber­li­ner-Toi­let­ten. Am Ran­de notiert: Die ers­te Ber­li­ner-Toi­let­te wur­de im Hum­boldt­hain auf­ge­stellt. Neu ist auch, dass vie­le der neu­en Häus­chen ein unver­schlos­se­nes, kos­ten­lo­ses Uri­nal haben. Damit soll in bestimm­ten Gegen­den das „Wild­pin­keln‟ ver­hin­dert wer­den, wie das Toi­let­ten­kon­zept for­mu­liert. Die Fir­ma Wall erhält vom Land Ber­lin den Kauf­preis der Häus­chen erstat­tet, sodass das Land Ber­lin zum Eigen­tü­mer wird. Zum finan­zi­el­len Teil sagt der Pres­se­spre­cher der Senats­ver­wal­tung: „Ins­ge­samt wer­den für den Betrieb jähr­lich etwa 12 Mio. Euro aus­ge­ge­ben.‟ Die Ein­nah­men aus der Wer­bung, die an man­chen der neu­en Ber­li­ner Toi­let­ten ange­bracht ist, flie­ßen in den Landeshaushalt.

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Der Text stammt aus der Wed­din­ger All­ge­mei­nen Zei­tung (–> E‑Paper), der gedruck­ten Zei­tung für den Wed­ding. Geschrie­ben wur­de er von And­rei Schnell. Wir dan­ken dem RAZ-Verlag!

Andrei Schnell

Meine Feinde besitzen ein Stück der Wahrheit, das mir fehlt.

6 Comments

  1. Hät­te man mit einem Bruch­teil der jähr­li­chen 12 Mil­lio­nen und vor allem ohne wei­ter­hin Grün­flä­chen und Sicht­ach­sen zuzu­bau­en lösen kön­nen… eine ein­fa­che Aus­schil­de­rung und Ver­gü­tung der Toi­let­ten­nut­zung von bestehen­den Knei­pen etc…

    • Voll­kom­men kor­rekt, wenn es bei uns Brauch und Sit­te wäre. Ich zumin­dest ern­te böse Bli­cke, wenn ich in einer Knei­pe statt “einem Hel­len” sage “ein­mal Toi­let­te bitte”.

  2. Die Peti­ti­on ist kei­ne Peti­ti­on, die ich über ein öffent­li­ches Peti­ti­ons­sys­tem gemacht habe, son­dern beim Peti­ti­ons­aus­schuss des Abge­ord­ne­ten­hau­ses selbst. Ich habe eine Ein­gangs­be­stä­ti­gung und eine Peti­ti­ons­num­mer, aber sonst noch kei­ne wei­te­re Ant­wort erhalten.

  3. Es gab in der Ver­gan­gen­heit – es wur­de dar­über berich­tet – vie­le Auf­brü­che der Münz­spei­cher der Ber­li­ner Toi­let­ten. Der ent­stan­de­ne Scha­den ist weit­aus grö­ßer im Ver­gleich zur Beute.
    Es gibt an die­sen Toi­let­ten auch die Mög­lich­keit der bar­geld­lo­sen Zah­lung, ein­schließ­lich der Zah­lung durch einen App, die immer wie­der mit 0,50 EUR über eine Kre­dit­kar­te auf­ge­la­den wer­den kann.
    Ich habe Sen­UMVK vor­ge­schla­gen, daß man die Zah­lung mit Bar­geld abschafft und voll­stän­dig auf bar­geld­lo­se Zah­lung umstellt. Als wei­te­re Zah­lungs­mit­tel soll­te nach mei­nem Ver­ständ­nis hier­bei die Gut­ha­ben­kar­te genutzt wer­den, die die BVG ein­ge­führt hat zur bar­geld­lo­sen Zah­lung in Bus­sen und die an unter­schied­li­chen Stel­len gekauft und auch an den Auto­ma­ten der BVG wie­der auf­ge­la­den wer­den kann.
    Ich habe die­sen Vor­schlag auch als Peti­ti­on ins Abge­ord­ne­ten­haus eingebracht.

    • Dan­ke für den Hin­weis auf die Peti­ti­on. Gibt es einen Link?
      Im Toi­let­ten­kon­zept fin­det sich auf Sei­te 30 unter der Über­schrift Nut­zungs­ent­gelt der Satz: ” In den Vor­ge­sprä­chen der Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz wur­de ent­schie­den, zur Ver­mei­dung von Fehl­nut­zun­gen wei­ter­hin eine Gebühr zu erhe­ben.” Die Gebühr hat Ber­lin auf 50 Cent fest­ge­legt. Gleich­zei­tig argu­men­tie­ren die Autoren des Kon­zep­tes, dass das Pis­soir für Män­ner kos­ten­los sein kann, um “Wild­pin­keln” (Wort­wahl sie­he dort) zu bekämp­fen. Die Ent­schei­dung kos­ten­los ver­sus gebüh­ren­pflich­tig scheint mir eine Fra­ge zu sein, die aus mei­ner Sicht, nicht für die gan­ze Stadt gleich zu beant­wor­ten ist, son­dern für jeden Stand­ort individuell.
      Eine digi­ta­le Zahl­mög­lich­keit haben die Autoren des Kon­zep­tes ver­mut­lich 2017 ein­fach nicht für mög­lich gehal­ten. Ob das eine Gut­ha­ben­kar­te der BVG sein muss, weiß ich per­sön­lich nicht. Sie könn­te neben App und EC-Kar­te eine drit­te Mög­lich­keit sein. Das Argu­ment, mit digi­ta­len Zahl­mög­lich­kei­ten mut­wil­li­ge Zer­stö­rung zu ver­rin­gern und auch um die Kos­ten für die Bar­geld­ver­wal­tung zu sen­ken, hal­te ich für unbe­diingt beden­kens­wert. Vie­len Dank für die Überlegung.

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