Mirage: Die Erscheinung am Nettelbeckplatz

Tisch im Mirage. Foto: Promo
Tisch im Mirage. Foto: Promo

Ein heller, ungewöhnlich geschnittener Raum mit Blick auf den verkehrsberuhigten Nettelbeckplatz, dazu eine ambitionierte französisch inspirierte Küche – wer da glaubt, eine Erscheinung vor sich zu haben, liegt gar nicht so falsch. Das Mirage, französisch für Fata Morgana, wagt das Überfällige an diesem unterschätzten Ort.

Food

Zwei Mal Frühstück im Mirage. Foto: Hensel
Zwei Mal Frühstück. Foto: Hensel

Zwei Deutsche und zwei Franzosen haben sich zusammengetan und den ehemaligen Friseursalon „La Mirage“ übernommen. Statt Haaren wird im neuen Mirage jedoch unter anderem Gemüse geschnitten. Mitbetreiber Damien Sahri erklärt, dass die französische Kochkunst viel mehr als nur die elitäre Sterneküche umfasst. Der 30-jährige Franzose möchte das Einfache, Gute aus der Gastronomie des Nachbarlands, durchsetzt mit anderen Einflüssen, in den Wedding bringen. „Make Wedding French Again“, erklärt Damien augenzwinkernd das Motto, das an die französische Sektorenzeit erinnert. Zwei Köche bereiten morgens Tartines und Sandwiches, mittags Bistrot-Küche und abends Tapas zu. Der Kaffee wird eigens für das Mirage in einer Moabiter Rösterei gemischt: Die Sorten Robusta und Arabica gehen eine klassische Verbindung ein, die es so nur in diesem Café geben wird. Sonntags bietet das Mirage ein Brunch.

Event

Im Mirage. Foto: Hensel
Im Mirage. Foto: Hensel

Doch im Team steckt mehr als nur die Lust auf qualitativ hochwertiges Essen: die Betreiber haben alle einen künstlerischen Hintergrund. Mit Jochen Küpper, ehemaliger Kulturmanager des Stattbad Wedding, kommt viel Event-Erfahrung ins Mirage. Ihm geht es darum, den Platz zu beleben und mit dem Café zu bereichern. Dafür hat der 36-Jährige viele Ideen, angefangen von einem Miet-Picknickkorb samt Decke bis hin zu einem eigenen Kunst- und Designmarkt auf dem Nettelbeckplatz. Dort gibt es zwar viel Gewerbe, aber nur die immer gleiche Mischung aus Casinos, Shishas und Dönerläden. „Hier ist jetzt schon viel los, aber die Leute rauschen nur durch, weil sie ein Café vermissen“, glaubt Küpper. Dabei soll das Mirage den Platz sozusagen „erweitern“ und nicht wie ein UFO wirken. „Wir wünschen uns, dass hier Kiez-Stammtische für Kreative einen Platz finden. Auch eine Kunst-Vitrine mit Exponaten aus dem Umfeld wird hier entstehen.“ Das Bierangebot ist für ihn exemplarisch: Berliner Kindl und belgisches Trappistenbier – Lokalkolorit und Brautradition gehen eine Verbindung ein.

Design

Typisch für das Mirage ist auch das Spiel mit geometrischen Formen, wie sie auch für das ganze Haus aus den 1980er-Jahren typisch sind. Ein originelles Mosaik aus bunten Heraklitplatten schmückt die Wand. Insgesamt aber dominiert die Farbe weiß, zahlreiche Grünpflanzen geben dem Ganzen einen originellen Touch. Überhaupt ist das Café den ganzen Tag sehr hell, bevor es sich abends dann in eine Tapas-Bar verwandelt.

„Das Mirage ist das Gelenk der Gerichtstraße“, sagt Jochen Küpper. Er meint damit die beiden unterschiedlichen Hälften dieser Straße, die mit dem verkehrsberuhigten Nettelbeckplatz eine belebte Mitte benötigen. Die Café-Bar könnte mehr als nur eine Fata Morgana in dieser Wüste sein, nämlich eine echte Oase.

Mirage, Reinickendorfer Straße 110 Ecke Nettelbeckplatz, Website

Öffnungszeiten (Juni 2019)
Schild am Eingang des Mirage. Foto: Hensel
Schild am Eingang. Foto: Hensel

Di & Mi – 10:00-20:00
Do & Fr – 10:00 – 22:00
Sa – 13:00 – 22:00
So – 11:00 – 20:00
(Brunch bis 17:00)


3 Kommentare
  1. Totally terrible. Hatte am Freitag Abend angerufen und einen Tisch für den ersten Besuch reserviert. Das wäre der Zeitpunkt gewesen, mitzuteilen, dass Reservieren unnötig ist und dass es freitags auch nichts zu essen bis auf 3 sog. “Toasties” gibt. Läden viel zu hell beleuchtet für 19:30, schreckliche Akustik, unbequeme Stühle und hässliche Tische. Wir haben dann 9 € für ziemlich ekligen Rosé Wein bezahlt (nur 1 Sorte zur Auswahl), Oliven bestellt, die von den insgesamt 2 Kellnerinnen vergessen wurden und uns gefragt, wozu es zwei Kellnerinnen gibt, wenn sie nichts weiter machen als an der Theke herumzustehen und mit ihren Handys Selfies zu machen oder Gespräche zu führen. Nicht mal eine Käseplatte oder etwas Brot gibt es freitags, vormerken. Tischservice eigentlich ja, in der Realität bin ich schon mal mit wieder angezogenem Mantel zur Tür raus, während mein Freund sich doch dazu entschied, zur Theke zu gehen um zu bezahlen… niemand schien zu bemerken, dass wir gegen wollen. Und das bei insgesamt 10-12 Sitzplätzen in einem winzigen Raum… unmöglich. Never again.

  2. Schöner Ort! Aber ich wünsche mir noch frische Milch im Kaffee!

    1. Selber mitbringen wäre bei der Service Qualität vermutlich die Lösung 🙂

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