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GESCHLOSSEN IVOOO mit drei „O“ ist ein Krea­tiv­raum in der unte­ren Togo­stra­ße. Unter einem Dach ent­ste­hen hier Foto­gra­fie, Upcy­cling-Lam­pen, Urban Wear und Porzellan.

Als reines Fotostudio fing es an

Ange­fan­gen hat alles im April 2016, als Ivo Hofsté den Laden auf der Flä­che einer frü­he­ren Gale­rie als Foto­ate­lier eröff­ne­te. Der rot­haa­ri­ge Nie­der­län­der, der seit zwölf Jah­ren in Ber­lin lebt, hat das lang­ge­zo­ge­ne Ate­lier zu einem krea­ti­ven Raum mit ver­schie­de­nen Akteu­ren wei­ter­ent­wi­ckelt. „Ursprüng­lich war ich als Bio­che­mi­ker in der Krebs­for­schung tätig“, erzählt der 43-Jäh­ri­ge, der aus der deutsch-nie­der­län­di­schen Grenz­re­gi­on Twen­te stammt. Doch das war ihm auf die Dau­er zu lang­wei­lig, des­halb setz­te er noch ein Foto­gra­fie-Stu­di­um in Ams­ter­dam drauf. Nach einer Zwi­schen­sta­ti­on in Rot­ter­dam beschloss Ivo, sei­nen Lebens­mit­tel­punkt nach Ber­lin zu ver­le­gen. Hier im Wed­ding ein Foto­stu­dio zu betrei­ben, erfor­dert einen lan­gen Atem und auch Fle­xi­bi­li­tät. „Neben Bewer­bungs­fo­tos und Por­träts habe ich mich auf Pro­dukt­fo­to­gra­fie für Künst­ler spe­zia­li­siert“, sagt Ivo. Dass sich der Wed­ding ver­än­dert, hat er am eige­nen Leib erfah­ren – so hat er selbst kei­ne Woh­nung im Kiez gefunden.

Der Upcycling-Spezialist

Im Ivooo-Ate­lier las­sen sich vie­le inter­es­san­te Din­ge ent­de­cken. So hän­gen an der Wand 15 mal 15 Zen­ti­me­ter gro­ße Fotos mit Moti­ven aus dem Ber­li­ner Stra­ßen­bild. Die Qua­dra­te sind aus schwar­zem MDF-Holz, das die gegen­über­lie­gen­de Tisch­le­rei Wild-Werk­stät­ten anfer­tigt. Ein sol­ches Foto­qua­drat gibt es schon für zehn Euro, und meh­re­re davon las­sen sich her­vor­ra­gend kom­bi­nie­ren. Außer­dem fer­tigt Ivo aus allen mög­li­chen Gegen­stän­den indi­vi­du­el­le Lam­pen an – Upcy­cling fas­zi­niert den Nie­der­län­der schon sehr lan­ge. Im Fern­seh­for­mat ‘Schö­nes aus Schrott’ von RTL trat er als einer der Upcy­cler auf, wo er aus angeb­li­chen Schrott­tei­len neue Licht­ob­jek­te bastelt.

Weitere Kreative im IVOOO – Projektraum

Gleich im Vor­der­raum wer­den auch die T‑Shirts von Kussay ver­kauft. Der Syrer hat frü­her Mode­de­sign gemacht und sogar Abend­gar­de­ro­be ent­wor­fen, doch das funk­tio­niert im Wed­ding eher nicht. Daher ver­kauft er jetzt selbst gestal­te­te T‑Shirts mit teil­wei­se auf­wän­dig appli­zier­ten bun­ten Moti­ven. Oder ganz ein­fa­chen Bot­schaf­ten wie „Ich bin ein Ber­li­ner“ bzw. „eine Ber­li­ne­rin“ – auf deutsch und ara­bisch. Alle Shirts sind ori­gi­nel­le Ein­zel­stü­cke und kos­ten ab 39 Euro auf­wärts. Ganz neu ist das Ate­lier von Anna Diek­mann, die das Duo mit selbst ent­wor­fe­nen Por­zel­lan- und Metall­ob­jek­ten ergänzt. Das Por­zel­lan wird im Hin­ter­zim­mer gebrannt.

Das Ate­lier Ivooo passt gut in die Krea­tiv­mei­le an der unte­ren Togo­stra­ße, wo in der Mon­ta­ge­hal­le-Ber­lin auch Mode und mit Mabel­le­vie auch künst­le­risch auf­ge­ar­bei­te­te Möbel ent­ste­hen. Es gibt viel zu ent­de­cken und eini­ge ori­gi­nel­le Geschenk­ideen aus dem Kiez. Und, wenn man „nur“ ein Por­trät braucht, mit IVOOO auch ein Fotostudio.

Fotos: Ivo Hofsté

IVOOO

Togostr. 6

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

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