Cozymazu: Das Taiwan-Gefühl

reisgericht im Cozymazu
Reis­ge­richt im Cozymazu

Schon mal tai­wa­ne­sisch geges­sen? Was in Ber­lin bis­her kaum mög­lich war, lässt sich im Cozy­ma­zu  in der Wed­din­ger Spren­gel­stra­ße 39 ent­de­cken: hoch­wer­ti­ge Tee­sor­ten, haus­ge­mach­te Spei­sen und Geträn­ke und ein lie­be­voll gestal­te­ter Gast­raum mit nost­al­gisch-tai­wa­ne­si­schem Charme.

guabao im Cozymazu
Guabao im Cozymazu

Nein, Inha­be­rin Wei-En Chan ist nicht auf der Insel im Chi­ne­si­schen Meer gebo­ren. Ihre Eltern sind Anfang der 80er-Jah­re von Tai­wan nach Wien aus­ge­wan­dert und gin­gen dann nach Bre­mer­ha­ven. Trotz­dem kennt die 33-jäh­ri­ge Wei-En die Hei­mat ihrer Eltern von vie­len Besu­chen und hat ihr Tee­haus-Bis­tro nach ihrem ganz per­sön­li­chen Ein­drü­cken, die sie aus Tai­wan mit­ge­bracht hat, ein­ge­rich­tet: „Hier geht es um ein Tai­wan­ge­fühl“ sagt die jun­ge Frau, die das Kochen sowohl in der Fami­lie als auch in ver­schie­de­nen Restau­rants in Tai­wan gelernt hat. Fes­ter Bestand­teil der monat­lich wech­seln­den Spei­se­kar­te sind Guabao, Dampf­bröt­chen gefüllt mit Erd­nüs­sen, Kori­an­der, Röst­zwie­beln und einer Fleisch‑, Tofu- oder Soja­fül­lung. Eigent­lich ist das Street-Food, denn es gibt Guabao nor­ma­ler­wei­se nicht im Restau­rant. Trotz­dem dür­fen sie als typisch tai­wa­ne­si­sche Spe­zia­li­tät nicht auf der Spei­se­kar­te fehlen.

Keine China-Pfanne auf der Karte

teeset im Cozymazu
Tee­set im Cozymazu

„Unser Essen hat kei­ne Geschmacks­ver­stär­ker nötig“, erklärt die Bis­tro­be­trei­be­rin. Ihr ist wich­tig: Das Essen soll gesund sein, Fleisch steht nicht im Vor­der­grund, die Zuta­ten sind nach Mög­lich­keit sai­so­nal und regio­nal. Wer Gerich­te wie die “Chi­na-Pfan­ne” oder gro­ße Fleisch­ge­rich­te sucht, wird auf der fein auf­ein­an­der abge­stimm­ten Spei­se­kar­te wohl nicht fün­dig wer­den. Die meis­ten Gerich­te sind ohne­hin vege­ta­risch oder vegan. Das Essen kommt auch nicht aus dem Wok, son­dern wird haupt­säch­lich im Dämp­fer gegart. Frit­tiert wird jeden­falls nichts. Die Kar­te ist bewusst klein gehal­ten, denn Wei-En berei­tet alles selbst zu und legt gro­ßen Wert auf sorg­sam aus­ge­wähl­te und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Spei­sen. Genannt sei­en Taro-Tapio­ka-Klö­ße, “Hungry Mazu” mit Reis-Por­ridge und – kuchen, roten Boh­nen-Buns, viel Gemü­se, Obst und Yakult oder “Tau­send­jäh­ri­ge Eier­auf Seidentofu”.

Die glei­che Auf­merk­sam­keit wird den Geträn­ken gewid­met: Neben selbst her­ge­stell­ter Cashew‑, Soja- oder Man­del­milch wird Tee auf tai­wa­ne­si­sche Art zube­rei­tet, heiß oder als Eis­tee. Auch eine aus Matcha selbst her­ge­stell­te Limo­na­de ist im Ange­bot, eben­so Gebäck und Des­serts mit Matcha. Der fei­ne Oolong-Tee ist sen­sa­tio­nell lecker.

Gemütlich und durchdacht eingerichtet

guabao im Cozymazu
Guabao im Cozymazu

Der Name Cozy­ma­zu bezieht sich auf die in Tai­wan all­seits bekann­te und ver­ehr­te Gott­heit Mazu, die Schutz­pa­tro­nin der See­fah­rer und Rei­sen­den der dao­is­ti­schen Reli­gi­on. Eine Mazu-Sta­tue ziert auch das Regal hin­ter dem Tre­sen. Und „cozy“, also gemüt­lich, ist das mit vie­len – ziem­lich erklä­rungs­be­dürf­ti­gen – Details ein­ge­rich­te­te Bis­tro alle­mal. „Hier flie­ßen ver­schie­dens­te Ele­men­te der tai­wa­ne­si­schen Kul­tur zusam­men“, erklärt Wei-En. Eine lan­ge Holz­bank nimmt die gesam­te Län­ge der Wand ein, dar­über hän­gen gro­ße Bil­der mit Fotos der Fami­lie Chan. Eini­ge Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de, wie der gro­ße höl­zer­ne Lam­pen­schirm, hat die hand­werk­lich begab­te Che­fin selbst gebaut. Die vier lan­gen Stoff­ban­ner mit chi­ne­si­schen Schrift­zei­chen sind ver­grö­ßer­te Glück­s­amu­let­te, die auf den in Tai­wan sehr ver­brei­te­ten Dao­is­mus zurück­ge­hen und dort eigent­lich in Tem­peln aus­ge­ge­ben wer­den. Dar­auf abge­bil­det sind u.a. Glück­wün­sche, Befeh­le an die Geis­ter, aber auch Ver­wün­schun­gen. Bleibt zu hof­fen, dass die neu­gie­ri­gen Besu­cher ein Stück von die­sem Glück abbe­kom­men und ein außer­ge­wöhn­li­ches Geschmacks­er­leb­nis haben werden.

gastraum im Cozymazu
Cozy­ma­zu

Cozy­ma­zu

Spren­gel­str. 39

Diens­tag bis Frei­tag von 12–15 + 18–22 Uhr,
Sams­tag und Sonn­tag von 10–22 Uhr
(Wochen­end-Brunch 10–15 Uhr)

0151 5214 7750

 


6 Kommentare
  1. alles lei­der zu wenig auf dem tel­ler!! lei­der nichts für schwergewichte.wir gehen lie­ber wie­der zur balkanplatte!!

  2. Ich bin vol­ler Vor­freu­de da gewe­sen – und etwas ent­täuscht wie­der gegan­gen. Klar darf asia­ti­sche Küche mini­ma­lis­tisch und fein sein, das wird dort zele­briert. Aber wenn auf der Spei­se­kar­te aus­ge­wie­se­ne Zuta­ten feh­len, das Essen anders kommt als aus­ge­wie­sen und dann auch noch nicht nach­voll­zieh­bar ein­ge­preist wird, man zudem von Vor- und Haupt­spei­se schwer­lich wirk­lich satt wird – dann ist mir das im Jah­re 2016 im Spren­gel­kiez zu wenig. Schade!

    1. Lie­ber Leon, es tut mir leid, dass es dir bei dei­nem letz­ten Besuch nicht gefal­len hat. Auch wir sind nicht feh­ler­frei und es kann mal pas­sie­ren, dass etwas ver­ges­sen wird. In die­sem Fall möch­te ich mich im Namen des Teams ent­schul­di­gen. Was genau hat­test du bei dei­nen Spei­sen ver­misst? Da ich selbst eigent­lich immer im Laden bin, hät­test du dich gern direkt an mich wen­den kön­nen. Das nur so als Ermu­ti­gung für ein even­tu­el­les nächs­tes Mal 🙂
      Gruß,
      Weien

  3. Bin zu Besuch in Ber­lin und bin ganz zufäl­lig ins cozy­ma­zu gestol­pert. Ich war extrem ange­tan vom super net­ten Ser­vice, der schö­nen Atmo­sphä­re und vor allem dem geschmack­lich und opti­schen High­lights aus der Küche!!!
    Sehr sehr empfehlenswert!!

  4. Ich habe hier mei­nen Geburts­tag “began­gen” und mich sehr wohl gefühlt. Sowohl die Freund­lich­keit als auch das Essen haben mir den Nach­mit­tag ver­schö­nert. Vie­len Dank nochmal.

  5. Hal­lo alle zusam­men, lei­der ist unse­re Web­sei­te noch nicht ganz fer­tig­ge­stellt. Daher möch­ten wir allen Inter­es­sier­ten fol­gen­den Link ans Herz legen: http://www.facebook.com/cozymazu
    Dort gibt es wei­te­re Infos, Bil­der und Ankün­di­gun­gen zu Cozymazu.

    Dan­ke für die Aufmerksamkeit
    Weien

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