Das Wichtigste der Woche im Wedding

Ist’s bald vorbei mit der über 40 Jahre langen Geschichte von Karstadt an der Müllerstraße? Gerüchteweise will der Konzern Galeria Karstadt-Kaufhof bundesweit 80 Filialen schließen. Ob die Filiale im Wedding diese Schließungsorgie überlebt, ist fraglich. Vielleicht ist es aber auch nur pokern im Streit mit Gläubigern oder Gewerkschaften.

Ob corona-bedingte Couch-Potato oder systemrelevante Krankenschwester – irgendwie sind wir alle auf ein funktionierendes Verkehrssystem angewiesen. Durch Corona ist einiges durcheinandergewirbelt worden, hat sich irgendwie auch wieder eingependelt, aber auf Dauer werden wir um eine Neuverteilung der Verkehrsflächen nicht herumkommen. Zu Fuß Gehende haben nicht genügend Platz auf dem Gehweg, um Abstand zu halten. Die schmalen Radwege, falls überhaupt vorhanden, bieten auch keinen Komfort, um sich sicher zu fühlen und aufs Rad umzusteigen. Und der Autoverkehr, der für viele die einzige Alternative zur Ansteckungsgefahr in den Öffentlichen zu sein scheint, hat auch wieder das Vorkrisen-Niveau erreicht. Wie soll das weitergehen?

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Die zweite Maiwoche war kühl und regnerisch – gut für die Natur! So langsam wird die Stadt wieder in einen gewissen Normalzustand zurückgeführt: Wegen der Corona-Pandemie haben die ersten geplanten Sperrmüll-Aktionstage in diesem Jahr nicht stattfinden können. Nun nimmt die Berliner Stadtreinigung (BSR) die kostenfreie Vorort-Sperrmüllsammlung wieder auf. Heute können die Menschen aus dem Brunnenviertel zwischen 8 und 12 Uhr in der Putbusser Straße 41 ihren Sperrmüll abgeben. Aber auch hier gilt jetzt natürlich: Bitte Abstand halten!

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Auch wenn das Unkraut im Sandkasten sprießt: Die Spielplätze im Wedding sind seit letzter Woche wieder geöffnet. Natürlich nur, wenn sich alle Kinder an den Mindestabstand halten. Und in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften gibt es jetzt eine Maskenpflicht. Beobachtungen zufolge führt das dazu, dass sich viele in falscher Sicherheit wähnen und nicht mehr auf Abstand zum Vordermann oder zur Vorderfrau gehen.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Drive-in Tests für CoronaDie drei Zelte auf dem Zentralen Festplatz haben mit dem Bierzelt auf dem Oktoberfest nichts zu tun. Das fällt nämlich aus. Statt dessen gibt es dort jetzt einen Drive-in-Testplatz für Corona-Fälle des Gesundheitsamts Berlin-Mitte. Klingt verrückt. Ist es aber nicht, wenn man dazu berechtigt ist, vorher einen Termin gemacht hat und mit dem Auto vorfährt, kann man dort einen Abstrich nehmen lassen.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Platz wäre da: MÜllerstraße

Wann, wenn nicht jetzt, ist die beste Zeit, seit Jahren geplante Radwege einmal zu testen? Der Autoverkehr hat abgenommen und das Wetter lädt zum Radfahren ein. Friedrichshain-Kreuzberg hat es vorgemacht, Charlottenburg-Wilmersdorf und Pankow wollen nachziehen: Ganze Fahrspuren, die jetzt den wenigen Autos zur Verfügung stehen, könnten zu temporärer, „pandemiesicherer“ Infrastruktur für den Radverkehr umgewidmet werden. Und nun möchte sich sogar der Bezirk Mitte im Wedding endlich mal etwas trauen, bzw. mal aktiv werden. Sabine Weißler, für das Straßenwesen zuständige grüne Bezirksstadträtin von Mitte, kündigt gelbe Fahrbahnmarkierungen für die Müllerstraße an.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Der Balkon wird grün

Wie geht es euch, wenn ihr die meiste Zeit zu Hause sitzt oder nur noch zu den allernötigsten Gängen und kurzen Spaziergängen aus dem Haus geht? Manch einer kommt gut damit klar, nicht mehr aus unserem schönen Stadtteil herauszukommen. Wieder anderen fällt langsam die (Weddinger) Decke auf den Kopf. Kennt ihr schon unseren Beitrag, der die positiven Nachrichten in dieser Zeit sammelt (und immer weiter fortgeschrieben wird)? Und was war sonst noch in dieser Woche los?

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Osloer Straße Ecke Prinzenallee. Foto: Hensel
Osloer Straße Ecke Prinzenallee

Zwei bemerkenswerte Dinge sind in der abgelaufenen Woche passiert. Sonst hätte man wunderbar über den ersten Schnee des Winters, der uns erst Ende März ereilte und den Wedding für ein paar Minuten in ein kleines Wintermärchen verwandelt hat, schreiben können, doch in diesem Moment wirkte das Ganze wie ein schlechter Aprilscherz. Und von der Zeitumstellung auf Sommerzeit, die uns abends eine Stunde mehr Helligkeit beschert, haben wir auch nicht viel. Nur gut, dass die frostigen Temperaturen nicht gerade Lust aufs Rausgehen gemacht haben – und damit das Zuhausebleiben ein bisschen erträglicher. Hier unser nicht ganz ernst gemeinter Beitrag zum Zeitgefühl im Wedding.

Der Wedding in Zeiten von Corona (13. Woche)

Für manche, die den Wedding nur aus der Ferne be- oder (noch lieber) verurteilen, war ein Gang durch unseren quirlig-bunten Stadtteil, in dem sich Sprachfetzen aus aller Herren Länder mit einem allgemeinen Gefühl von entspanntem Schlendrian vermischen, schon der reinste Horrortrip. Nun, in Zeiten von Corona, wirken die relativ leeren Straßen, geschlossenen Geschäfte und deutlich weniger Passanten auf den Gehwegen endgültig wie eine Szenerie aus einem Science-Fiction-Film. Wer hätte einen so ruhigen Wedding noch vor 4 Wochen für möglich gehalten? Dabei schaut ganz Deutschland täglich in unseren Teil der Stadt. Schließlich befindet sich das Robert-Koch-Institut bei uns am Nordufer, von wo aus über die Nachrichtenkanäle täglich neue Zahlen vermeldet werden. Und dazu auch eine Risiko-Einschätzung, auf der die momentan so gravierenden politischen Entscheidungen basieren.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

In der Nacht vom Sonntag auf Montag kam aus dem  Virchowklinikum die Meldung, dass der erste Patient, der in Berlin durch eine Routineuntersuchung positiv auf das Virus getestet wurde, in der dortigen Isolierstation untergebracht wurde. Die Rettungsstelle der Inneren Medizin war deswegen 24 Stunden lahmgelegt, die Mitarbeiter der betroffenen Schicht bleiben nun erst einmal zu Hause. Nun wurde auf dem Gelände des Klinikums ein eigenes Untersuchungsgebäude für Corona-Verdachtsfälle ausgewiesen, um den restlichen Betrieb nicht zu beeinträchtigen. Ansonsten haben wir ja auf dem Blog schon gesagt: Wedding, bleib gelassen wie immer!