Kategorie: Weddingrückblick

Das Jahr aus Sicht der Brauseboys 

Jede Woche sind die Brauseboys mit ihren Texten am Puls der Zeit. Das verschafft Überblick, über das Jahr, über die Welt und den Wedding. Exklusiv für den Weddingweiser hier der traditionelle Wedding-Rückblick der Lesebühne. Wie war das Jahr im Kiez? Was bleibt? Ein paar persönliche Eindrücke aus 2016: Weiterlesen

SOS-Kinderdorf Wedding feiert 20-jähriges mit Pomp und leisem Servus

Kirsten Spiewack vom SOS Kinderdorf Wedding zieht es nach Moabit. Foto Andrei Schnell.
Kirsten Spiewack vom SOS-Kinderdorf im Wedding zieht es nach Moabit. Foto: Andrei Schnell

Da war großer Jahrmarkt im SOS-Kinderdorf im Wedding. Die SOS-ler feierten mit vielen wichtigen Leuten das Jubiläum „20 Jahre Berufsausbildungszentrum“. Der Ausspruch „Kinder wie die Zeit vergeht“ hätte gut das Motto der Feier sein können. Gleichzeitig war es vielleicht auch ein Abschiedsfest des SOS-Kinderdorf vom Wedding. Wesentliche Teile des Standortes ziehen nach Moabit um, wo eine „Botschaft für Kinder“ gebaut wird. Umziehen wird auch die Ausbildungsküche Rossi, die derzeit noch im vierten Stockwerk ihre Gäste bewirtet.
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Die Weddinger Spuren des Architekten Jean Krämer

"Jean Krämer - Architekt. Und das Atelier von Peter Behrens." - Grafik: Verlagshaus Römerweg.
„Jean Krämer – Architekt. Und das Atelier von Peter Behrens.“ – Grafik: Verlagshaus Römerweg.

Das Cover zeigt die Uferhallen. Jean Krämer hat sie von 1926 bis 1931 als Straßenbahnbetriebshof entworfen und gebaut. Krämer (1886 – 1943) war ein Architekt, der heute fast vergessen ist. Das Buch“Jean Krämer – Architekt. Und das Atelier von Peter Behrens“ dokumentiert nun das Werkt des Baumeister, der viele Spuren in Berlin hinterlassen hat – wichtige davon im Wedding. Der Band ist aber noch mehr als ein vollständiges Werksverzeichnis. Den Autoren ist es gelungen, dass Inge Fernando, die Tochter Krämers, ihre Erinnerungen an ihren Vater aufschreibt. Am Rande weist das Buch darauf hin, dass es Krämer war, der die erste Berliner Ampel – am Potsdamer Platz – entworfen hat (heute steht dort eine Nachbildung der historischen Ampel). Weiterlesen

April, April – Oder: Wedding bleibt (vorerst) Wedding

Ortsteil Wedding. Karte: Alexrk2, using Openstreetmap, CC BY-SA 3.0 Wikimedia
Ortsteil Wedding bleibt bis zur nächsten Verwaltungsreform der Ortsteil Wedding. Karte: Alexrk2, using Openstreetmap, CC BY-SA 3.0 Wikimedia

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Mitte hat KEINE Beschlüsse zur Umbenennung von Ortsteilen gefasst. Der Weddingweiser hatte gestern gemeldet, dass der Ortsteil Wedding ab sofort ebenfalls Gesundbrunnen heißen würde. Allerdings war gestern der 1. April. Die Meldung war ein Scherz. Berechtigt ist allerdings die Frage: Wie ist das denn nun genau mit den Ortsteilen Wedding und Gesundbrunnen?

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Der große Wedding-Jahresrückblick der Brauseboys: Winter

Das neue Jahr hat begonnen, der Jahresrückblick der Brausvolker_heikoeboys ist noch da. Schon zum 10. Mal lädt die Weddinger Lesebühne für mehrere Wochen in den Comedyclub Kookaburra, um an die wirklich wichtigsten Themen des vergangenen Jahres mit heiteren Texten und wahnwitzigen Liedern zu erinnern. Für den Weddingweiser fassen sie exklusiv die wichtigsten Weddinger Ereignisse zusammen, hier ist das Finale.

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5 Themen, die den Wedding 2015 bewegten

Wedding, wie haste Dir verändert! Vieles verschwand für immer, manches konnte gerettet werden. Viele neue Nachbarn aus Nah und Fern konnten wir willkommen heißen – dass das nicht immer ohne Konflikte und Anpassungsschwierigkeiten geht, ist klar. Mehr Spielhallen, mehr Bioläden, mehr Einwohner: Wie verändert das uns im Wedding?
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Der große Wedding-Jahresrückblick der Brauseboys: Herbst

Das Jahr geht zu Ende, der Jahresrückblick der Brauseboys kommt. Schon zum 10. Mal lädt die Weddinger Lesebühne für mehrere Wochen in den Comedyclub Kookaburra, um an die wirklich wichtigsten Themen des Jahres mit heiteren Texten und wahnwitzigen Liedern zu erinnern. Für den Weddingweiser fassen sie in diesem Jahr exklusiv die wichtigsten Weddinger Ereignisse zusammen, in die Jahreszeiten unterteilt. Vier Wochen lang jeden Montag.

Herbst 2015

Schutzgebiet Wedding (Heiko Werning)

frank_schild2Der Bezirk Mitte will Teile des Weddings unter Milieuschutz stellen. Die „Berliner Woche“ berichtet: „Bis Ende des Jahres lässt Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) jetzt detailliert die beiden Verdachtsgebiete in Moabit und Wedding-Zentrum rund um den Leopoldplatz untersuchen. Bestätigt sich der Verdrängungsdruck, soll eine soziale Erhaltungsverordnung erlassen werden.“ Eine soziale Erhaltungsverordnung! Aber wie genau soll der soziale Erhalt verordnet werden? So: „In solchen Milieuschutzgebieten kann dann der Bezirk zum Beispiel den Einbau von Fußbodenheizungen und Innenkaminen verbieten, oder Hauseigentümer dürfen keinen zweiten Balkon und keine Gästetoilette einbauen.“ Das sollte funktionieren. Keine Fußbodenheizung, keine Gästetoilette – damit sind praktisch alle draußen, die sonst möglicherweise Hartz-IV-Beziehern, Künstlern oder Studierenden den Wohnraum wegschnappen würden. Denn wer will schon in einer Wohnung ohne Innenkamin leben? Und dann auch noch ohne zwei Balkone? Sollen dann demnächst Raucher und Nichtraucher etwa auf demselben Balkon stehen, oder was? Das mag doch niemand seinen Gästen zumuten, erst recht nicht, wenn es nicht einmal eine Gästetoilette gibt. Wenn sie dann auch noch den Einbau von Whirlpools, Heimsaunen und Hubschrauberlandeplätzen auf dem Dach verbieten, bleiben die Weddinger auch in Zukunft ungestört unter sich. Eines jedenfalls muss man Carsten Spallek lassen: Der Mann denkt konsequent Sachverhalte zu Ende. Erst das Müllerstraßenfest verbieten, um die Gegend um den Leopoldplatz aufzuwerten, um dann umgehend eine soziale Erhaltungsverordnung auszurufen – das hat schon etwas von Ying und Yang.
Ich mag das Müllerstraßenfest ja auch nicht. Wenn wir allerdings alles verbieten würden, was ich nicht mag, dann würde die Welt ein wüster und leerer Ort. So wüst und leer, wie es im Kopf von Spallek & Co. offenbar schon lange aussieht. Und das kann doch wirklich niemand wollen.

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Der große Wedding-Jahresrückblick der Brauseboys: Sommer

Das Jahr geht zu Ende, der Jahresrückblick der Brauseboys kommt. Schon zum 10. Mal lädt die Weddinger Lesebühne für mehrere Wochen in den Comedyclub Kookaburra, um an die wirklich wichtigsten Themen des Jahres mit heiteren Texten und wahnwitzigen Liedern zu erinnern. Für den Weddingweiser fassen sie in diesem Jahr exklusiv die wichtigsten Weddinger Ereignisse zusammen, in die Jahreszeiten unterteilt. Vier Wochen lang jeden Montag.

Sommer 2015

 

Heiße Gemüter, coole Sprüche (Paul Bokowski)

volker_ruegenmesseMontag, kurz vor acht. Müde stehe ich am Bahnhof Leopoldplatz und warte auf die U9 in Richtung Steglitz. Langsam rollt der Zug in die Station, die Türen öffnen sich, ich steige ein. Vom oberen Bahnsteig ist das Rauschen der einfahrenden U6 zu hören. „Zurückbleiben bitte“ schallt es aus den Lautsprechern unseres Waggons und gerade als das Warnsignal ertönt, springt ein Mann die letzten Stufen der Treppe zur U9 hinab und wirft sich, hüftvoran, zwischen die sich schließenden Türen unserer Bahn. Sieben, vielleicht acht Menschen stürmen ihm hinterher und versuchen sich durch den kindskopfbreiten Spalt zwischen den Türen zu zwängen. Es kommt zu tumultartigen Szenen, als plötzlich die nüchterne Stimme des Zugführers aus den Lautsprechern ertönt: „Meene sehr verehrten Damen und Herren, ick bin selbst n’bisschen überrascht, aber wenn ick dit Vahalten unserer neuen Passagiere richtig interpretiere, ist dit hia janz offensichtlich der letzte Personenzug in diese Richtung überhaupt!“

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Der große Wedding-Jahresrückblick der Brauseboys: Frühling

Das Jahr geht zu Ende, der Jahresrückblick der Brauseboys kommt. Schon zum 10. Mal lädt die Weddinger Lesebühne für mehrere Wochen in den Comedyclub Kookaburra, um an die wirklich wichtigsten Themen des Jahres mit heiteren Texten und wahnwitzigen Liedern zu erinnern. Für den Weddingweiser fassen sie in diesem Jahr exklusiv die wichtigsten Weddinger Ereignisse zusammen, in vier Jahreszeiten unterteilt. Vier Wochen lang jeden Montag.

Frühling 2015

Berliner Wildlife (Volker Surmann)

robert_eddingUnser Haus bekommt ein Spechtmanagement. Was für ein komisches Wort. Klingt nach einer dieser neuen Führungsmethoden, wie sie diese Business-Esoteriker alle halbe Jahr auf den Markt schmeißen. Aber nein. Ich wohne an einem Park, und unser Haus hat Spechtbefall. Anfangs habe ich unserem Nachbarn im Seitenflügel gegenüber ja nicht glauben wollen: Jaja, Spechte klopfen an Ihren Wänden, von außen. Ham Sie mal wieder Schnaps getrunken, das kenn ich, da hat man hinterher auch immer das Gefühl, dass da gehörig was am Kopf rumhämmert. Aber nun komme ich nicht umhin, dem Nachbarn recht zu geben: Die rückwärtige, fensterlose Seitenflügelfassade unseres Hauses sieht aus wie ein Schweizer Käse mit gut vierzig aufgehackten Löchern drin. Und in diesem Frühjahr hörte ich es auch erstmals in den frühen Morgenstunden: trrrrrrrrrtt trrrrrrrrt … trrrrrrrt trrrrrrrt – und zwar etwa auf der Höhe meines Kopfkissens. Kein Zweifel: Ein Specht war gerade aushäusig am Werk! Und das schon morgens um sechs! Ja, das ist die wilde Großstadt!
Es ist schon traurig. Ich bin im Teutoburger Wald aufgewachsen. Auf einem Bauernhof. Um uns herum gab es nur Wald und Landschaft, sonst nichts; nur Natur! Doch meinen ersten Fuchs in freier Wildbahn habe ich auf der Gerichtstraße im Berliner Wedding gesichtet. Und mein erstes Wildschein, wie es gerade eine Mülltonne am Schlachtensee plünderte. Aber dit is Berlin! Hier füttern Waschbären ihren Nachwuchs mit Döner extrascharf, betrunkene Marder torkeln über Gehwege, nachdem sie wieder zu tief in die Motorschläuche mit dem Frostschutzmittel geschaut haben und Eichhörnchen fallen benommen vom Baum, weil sie im Görli statt Vorratsnüsschen wieder nur Haschisch ausbuddeln.

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