Tonbank Berlin: Die Bank, die spricht

Die beiden Podcaster Stefan & Stephan
Die beiden Podcaster Stefan & Stephan

Der Podcast-Boom ist wahrscheinlich für die meisten unübersehbar, oder eher unüberhörbar. Überall sprießen neue Formate aus den Mikrofonen, von Abenteuer-Podcast, Technik-Podcasts, bis zu den Podcasts der ZEIT, erlebt dieses schon lange existierende Unterhaltungsformat gerade einen Boom. Aber Stopp! Auch aus dem Wedding kommt seit letztem Sommer ein Podcast. Tonbank-Berlin heißt er und an den Mikrofonen sind die beiden Weddinger Stefan und Stephan.

Flüchtlingskind Lana wohnt jetzt im Wedding

Lana aus Syrien (rechts) mit Svenja und ihrem Bruder Layth. Foto: Oertel
Lana aus Syrien (rechts) mit Svenja und ihrem Bruder Layth. Foto: Oertel

Wo sind eigentlich die vielen Flüchtlinge, die in den vergangenen zwei Jahren zu uns gekommen sind? Laut Statistik kamen in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 1,2 Millionen Asylsuchende nach Deutschland, doch wenn ich durch meinen Kiez laufe, sehe ich keinen von ihnen. Vielleicht, weil Wedding multikulturell ist und die Geflüchteten im Straßenbild nicht auffallen? Ich mache mich auf die Suche nach den Neuankömmlingen und lerne die 17-jährige Lana aus Syrien kennen.

Wie afrikanisch ist das Afrikanische Viertel?

Alles Mögliche hat hier einen Afrikabezug....
Alles Mögliche hat hier einen Afrikabezug….

In den Medien geistern immer wieder abenteuerliche Zahlen herum, wie viele Afrikaner angeblich im Afrikanischen Viertel leben sollen. So war beispielsweise im Tagesspiegel des 10. Juli von 2.500 Afrikanern (»vor allem aus Ghana, Kamerun und Nigeria«) zu lesen, die dort inzwischen gemeldet seien. Insgesamt hat das Afrikanische Viertel 20.722 Einwohner – inklusive der »Cité Joffre« südlich der Julius Leber-Kaserne, die zum selben statistischen Gebiet gehört. Von denen müsste demnach fast jeder Achte aus Afrika stammen. So viele sind es aber bei weitem nicht.

Wedding.hilft: Wer will Pate für einen Flüchtling werden?

Ein Flüchtling und ein Pate unterhalten sich bei einem Kennenlerntreffen. Foto: Martin Reischke
Ein Flüchtling und ein Pate unterhalten sich bei einem Kennenlerntreffen. Foto: Martin Reischke

Mit einem Patenschaftsprogramm will das Netzwerk Wedding.hilft Geflüchtete und Menschen aus dem Wedding zusammenbringen. Seit Beginn vergangenen Jahres wurden schon mehr als 30 Patenschaften vermittelt. Am Mittwoch, den 15. Februar sind alle, die sich für eine Patenschaft interessieren, zum Infotisch eingeladen. Zwischen 19 und 21 Uhr will die Initiative im Café der NachbarschaftsEtage in der Fabik Osloer Straße informieren und neue ehrenamtliche Helfer gewinnen.

bi’bak: Über das Schicksal der Kofferkinder

Screenshot von der Webseite des bi'bak-Projektraums.
Screenshot von der Webseite des bi’bak-Projektraums.

Sie heißen Kofferkinder, Pendelkinder oder auch Eurowaisen. Es handelt sich dabei um Kinder, die mindestens ohne ein Elternteil aufwachsen oder von ihren Tanten und Großeltern großgezogen werden, weil die Eltern im Ausland arbeiten. Der Projektraum bi’bak in der Prinzenallee 59 befasst sich im Februar mit einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Zurückgelassen, entwurzelt, versteckt: Eltern- und Kinderschicksale der Arbeitsmigration“ mit den Schicksalen der Gastarbeiter und ihren Kindern. In fünf Filmen und drei Lesungen (in Anwesenheit von Regisseuren und Betroffenen) werden Geschichten von zerrissenen Familien beleuchtet.

 

Huckepack: Geflüchteten Kindern Zeit schenken

Logo der Initiative für geflüchtete KinderMit dem Projekt HUCKEPACK vermittelt eine Weddinger Initiative gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk e.V. persönliche Patenschaften für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Berlin. Gegründet wurde die Initiative im Januar 2016. Im Sommer letzten Jahres konnte die Initiative HUCKEPACK sogar den Integrationspreis 2016 der BVV in Mitte gewinnen.

Paten für Flüchtlinge: Ein Abend der Begegnung

Beim Begegnungsabend im Café der NachbarschaftsEtage. Foto: Sulamith Sallmann
Beim Begegnungsabend im Café der NachbarschaftsEtage. Rechts im Bild ist Projektleiterin Carmen Troppa. Foto: Sulamith Sallmann

Unter dem Dach der NachbarschaftsEtage Fabrik Osloer Straße gibt es ein neues Angebot. Das Projekt „Paten für Flüchtlinge“ lädt geflüchtete Menschen und Engagierte aus dem Viertel regelmäßig zum Begegnungscafé ein. Anfang Oktober fand der erste dieser Abende statt. Der nächste ist Anfang Januar.

Zwischen Willkommenskultur und Ärger im Bauch

Auf dem Platz vor der Stephanuskirche im Soldiner Kiez halten sich regelmäßig Roma-Familien auf. Das gefällt nicht allen. Foto: Hensel
Auf dem Platz vor der Stephanuskirche im Soldiner Kiez halten sich regelmäßig Roma-Familien auf. Das gefällt nicht allen. Foto: Hensel

Flüchtlinge gibt es nicht erst seit vorletztem Sommer. Schon seit neun Jahren leben zum Beispiel im Umfeld der Stephanuskirche im Soldiner Kiez mehrere Roma-Familien aus Rumänien. Sie sind Armutsflüchtlinge aus Bukarest, Sofia, Paris oder Mazedonien. Sie leben in den Autos an der Soldiner Straße und halten sich oft auf dem Platz vor der Kirche auf. Während manche Anwohner ihnen mit Verständnis begegnen, ärgern sich andere über die Probleme, die auch aus ihrer Anwesenheit entstehen.

bi’bak: Zwischen den Kulturen in einem alten Ford Transit

Die Ausstellung SILA YOLU („Heimatweg“) wird in einem alten Ford Transit gezeigt. Bis Anfang Oktober steht der vor dem bi'bak und an anderen Orten im Wedding. Foto: Malve Lippmann
Die Ausstellung SILA YOLU („Heimatweg“) wird in einem alten Ford Transit gezeigt. Bis Anfang Oktober steht der vor dem bi’bak und an anderen Orten im Wedding. Foto: Malve Lippmann

An verschiedenen Orten im Wedding ist derzeit eine Austellung in einem alten Ford Transit Bus zu sehen. SILA YOLU („Heimatweg“) hält bis Ende der Woche vor dem bi’bak in der Prinzenallee, im himmelbeet und in der Galerie Wedding. Es gibt ein Begleitprogramm mit Filmen, Lesungen und Vorträgen. Im März endet die Schau das bi’bak-Projektes mit einem einmonatigen Aufenthalt in Istanbul. Ein Interview mit den Machern erscheint in der nächsten Ausgabe des Kiezmagazins Soldiner und hier bereits vorab.