Nähcafé: Eine Verabredung mit Nadel und Faden

Beim Nähcafé. Foto: D. Hensel
Beim Nähcafé. Foto: D. Hensel

Aus der alten Bluse wird eine Tasche, der Rock wird gekürzt und der Kopfkissenbezug wird upgecycled und verbringt seine Tage zukünftig als Lunchbeutel. Was sonst vielleicht im Altkleidercontainer gelandet wäre, wird donnerstags in der Fabrik Osloer Straße beim Nähcafé einfach umgeschneidert. Das Motto des Nähcafés ist schließlich „Aus alt mach neu“. Eine Teilnehmerin erzählt von ihrer wöchentlichen Verabredung mit Nähmaschinen, Stoffen und Modedesignerin Cora Lie. | Den Beitrag gibt es auch als Hörversion.

Irgendwann war meine Lust da, mich mit anderen kreativ beim Nähen auszutauschen. Also machte ich mich auf zum Nähcafé „Aus alt mach neu“ in der NachbarschaftsEtage der Fabrik Osloer Straße. Cora Lie, die Seele des Nähcafés, ist Modedesignerin und führt uns im Nähcafé mit Fachwissen, Charme und Humor durch die Welt der Stoffe, Nadeln und kreativen Ideen. Vor allen Dingen macht es immer wieder Spaß, aus alten Kleidungsstücken Neues zu gestalten, zum Beispiel aus einer alten abgenutzten Jeans eine selbst designte Umhängetasche zu nähen.

Zuscheiden mit der Schneiderschere. Foto: D. Hensel
Zuscheiden mit der Schneiderschere. Foto: D. Hensel

Neben individuellen Nähprojekten wie Flickarbeiten, Verkürzen oder Verlängern von Kleidungsstücken sowie Kleidung selbst entwerfen, haben wir Gemeinschaftsnähprojekte. Wir nähten Wimpelketten aus Stoff für die Jubiläumsfeier zum 30-jährigen Bestehen der Nachbarschaftsetage, Stoffbanner für den Nähcaféstand oder Umhängetaschen für Schulanfänger. Wir haben das alles mit viel Spaß und Begeisterung zusammen kreiert. Bei frischem Kaffee und leckerem Kuchen von Renates Tresen, wir nähen im Nachbarschafts- und Familiencafé, werden (textile) Inspirationen, Fragen und der tägliche Wahnsinn ausgetauscht. Hier entstehen Kontakte, die sich manchmal auch weiter ins Private entwickeln.

Eine Teilnehmerin des Nähcafés mit einem selbstgenähten Lunch Bag. Foto: D. Hensel
Eine Teilnehmerin des Nähcafés mit einem selbstgenähten Lunch Bag. Foto: D. Hensel

Das Nähcafé gibt es seit drei Jahren. Es ist offen für alle Nählustigen jeden Alters und Geschlechts: Menschen mit oder ohne Näherfahrung und auch Profis, die in der geselligen Runde Textilien flicken, designen, schneidern oder upcyclen möchten, sind herzlich willkommen. Kinder sind jedoch ausgenommen – für sie gibt es einen separaten, auf sie zugeschnittenen Nähkurs. Es stehen Nähmaschinen zur Verfügung, eine professionelle Overlockmaschine und ein kleines Arsenal an Stoffen, Garnen, Stecknadeln und Kurzwaren. Über Spenden von Stoffen, Kurzwaren (Garne, Stecknadeln, Nähnadeln, Schneiderkreide und vieles andere), Geldspenden, aber auch Sponsoren freuen wir uns sehr! Die Teilnahme am Nähcafé „Aus alt mach neu“ ist übrigens kostenlos.

Das Nähcafé findet außerhalb der Sommerferien an jedem Donnerstag von 10.30 bis 13 Uhr statt. Zu finden sind wir in der NachbarschaftsEtage der Fabrik Osloer Straße in der Osloer Straße 12. Das Nachbarschafts- und Familiencafé befindet sich im 2. Innenhof, Aufgang B in der 1. Etage. Es gibt eine Treppe und einen Fahrstuhl. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer (030) 493 90 42.

Der Text ist unter der Überschrift „Ein Nähschätzchen mit Seele“ im „Soldiner – Das Magazin vom Kiez an der Panke“ erschienen. Der Soldiner hat uns den Beitrag im Rahmen einer Medienpartnerschaft zur Verfügung gestellt. Autorin ist Katrin Balk.

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