Quinoa-Schule ist ausgezeichnet

Lehrer an der Quinoa-Schule, die den Preis "Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen" erhielt. Foto Andrei Schnell
Lehrer an der Quinoa-Schule, die den Preis „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ erhielt. Foto Andrei Schnell

Hoher Besuch kam gestern in die entlegene Kühnemannstraße am nördlichen Ende des Weddings. Die freie Quinoa-Schule erhielt am Freitag, 8. Juli, den Preis „Ausgezeichner Ort im Land der Ideen“. Übergeben wurde der Preis von Juliane von Trotha von „Land der Ideen“ und von Franz-Josef Conrad von der Deutschen Bank. Gefeiert wurde mit einer Performance. Die Schüler zeigten biographisches Theater.

Mit dem Preis wird die Arbeit der jungen Schule anerkannt. Für die erst vor zwei Jahren gegründete Schule ist der Preis eine bedeutende Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Biographisches Theater ist nicht die Aufführung eines Stücks. Foto Andrei Schnell.
Biographisches Theater ist nicht die Aufführung eines Stücks. Foto Andrei Schnell.

Für die Schüler der 8. Klasse, die auf der Bühne standen, wurde die Bedeutung des Preises spürbar, als sie vor einem vollem Saal zu spielten. Und vor einem Besuch, „der extra aus Bonn angereist kam“, wie scherzhaft gesagt wurde. Die Schüler führten eine Performance auf. Die szenischen Elemente der Aufführung ergaben kein in sich geschlossenes Theaterstück. Bei der Aufführung, die biographisches Theater heißt, liegt der Schwerpunkt darauf, dass die Schüler ihr eigenes Leben auf die Bühne bringen und darstellen. Für Anna Maria Weber von act e.V., die als Kooperationspartner der Quinoa-Schule das Theaterprojekt in acht Tagen auf die Beine stellte, ist die für Zuschauer manchmal ungewohnte Form des biographischen Theaters so vielversprechend, dass sie ihren „Job als Lehrer an den Nagel hängte, um nur noch auf diese Weise mit Schülern zu arbeiten“.

Zur Übergabe des Preises sagte Juliane von Trotha von „Land der Ideen“: „Wir zeichnen Mut aus; den Mut, sich eine Idee nicht nehmen zu lassen.“ Sie spielte damit auf das ungewöhnliche Konzept der Schule an, mithilfe von Spenden eine anspruchtsvolle, freie Schule für Kinder aus armen Familien zu machen.

Franz-Josef Conrad von der Deutschen Bank schreibt seine Rede spontan um. Foto Andrei Schnell.
Franz-Josef Conrad von der Deutschen Bank schreibt seine Rede spontan um. Foto Andrei Schnell.

Franz-Josef Conrad, der für die Deutsche Bank (einem wichtigen Geldgeber von „Land der Ideen“) sprach, sagte, dass Schule und Schüler ein „Produkt für die Zukunft“ seien. Seine vorbereitete Rede hatte er kurzerhand zur Seite gelegt, um „weniger von Hartz-IV, wie es in den Akten steht, sondern mehr von der außergewöhnlichen Schule zu sprechen“, wie er nach der Veranstaltung dem Weddingweiser sagte.

Der Preis „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ wird von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ verliehen, die 2005 mit Blick auf die Fußball-WM in Deutschland von Staat und Wirtschaft gemeinsam gegründet wurde. Schirmherr sind regelmäßig die amtierenden Bundespräsidenten. Die Urkunde für die Quinoa-Schule wurde von Joachim Gauck unterschrieben.

LINKS
Webseite der Quinoa-Schule.
„Führ Regie in Deinem Leben“ ist Motto von act e.V., die biographisches Theater mit Schülern erarbeiten.
Über den Preis Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen.
Auf dem Weddingweiser erschien über die Quinoa-Schule bislang: Neue Klasse – neue Schultische und Quinoa: Privatschule im Brennpunktkiez eröffnet.

Text und Fotos: Andrei Schnell

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