Turnhalle gegen Wohnungen?

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Bau­stadt­rat Cars­ten Spal­lek wür­de gern auf dem Gelän­de der Vine­ta-Grund­schu­le im Brun­nen­vier­tel eine neue Turn­hal­le bau­en. Die Fian­zie­rung soll nach sei­nen Plä­nen zu einem Teil über die mög­li­chen neu­en Pro­jekt­ent­wick­ler ps wed­ding erfol­gen. Turn­hal­le gegen Woh­nung könn­te man den Han­del zusam­men­fas­sen. Am Ran­de der Spiel­platz­eröff­nung des Lok­spiel­plat­zes am 9. Juli sprach Bau­stadt­rat Cars­ten Spal­lek mit Kiez­re­por­ter And­rei Schnell auch über die Zukunft des ehe­ma­li­gen Dies­ter­weg-Gym­na­si­ums. Die oran­ge Schu­le steht seit 2011 wegen Asbest­pro­ble­men leer. Cars­ten Spal­lek hat hier 1992 sein Abitur abge­legt. Gegen­wär­tig bemüht sich das Pro­jekt ps wed­ding mit finan­zi­el­ler Hil­fe einer gro­ßen Stif­tung, das gesam­te Schul­ge­län­de zu einem Modell­pro­jekt zu ent­wi­ckeln. Es soll ein Nach­bar­schafts­zen­trum, Raum für eine Biblio­thek, ein Gemein­schafts­gar­ten und eine Kita geben. Und außer­dem soll preis­wer­tes Woh­nen mit rund 250 Woh­nun­gen durch Neu­bau ent­ste­hen, wenn es nach Oli­ver Cle­mens, Sabi­ne Hor­litz und Bern­hard Hum­mel, den Men­schen hin­ter ps wed­ding geht.

Carsten Spallek bei der Eröffnung des Lokspielplatzes
Cars­ten Spal­lek bei der Eröff­nung des Lokspielplatzes

Laut Kon­zept von ps wed­ding soll die oran­ge­far­be­ne Sport­hal­le, die übri­gens nach wie vor in Nut­zung ist und von Ver­ei­nen auch stark nach­ge­fragt wird, erhal­ten blei­ben. Cars­ten Spal­lek denkt über eine neue Turn­hal­le im Kar­ree nach, “even­tu­ell auch zwei­stö­ckig”. Die­se soll auf dem Gelän­de der nicht weit ent­fern­ten Vine­ta-Grund­schu­le errich­tet wer­den. Denk­bar wäre eine Finan­zie­rung über Sanie­rungs­mit­tel der bestehen­den Turn­hal­le. Dazu kämen Mit­tel aus dem Bau­fonds des Bezir­kes. Und zudem soll sich der Pro­jekt­trä­ger ps wed­ding an den Kos­ten des Neu­baus betei­li­gen. Denn schließ­lich, so das Argu­ment des Bau­stadt­ra­tes, kön­ne der jewei­li­ge Pro­jekt­trä­ger dann die Turn­hal­le abrei­ßen und den Wohn­an­teil auf dem Schul­ge­län­de erhö­hen und “noch einen Euro verdienen”.

Die oran­ge Schu­le, die nicht mehr Dies­ter­weg Gym­na­si­um heißt, da nun die Schu­le in der Bött­ger­stra­ße die­sen Namen trägt, ist eine archi­tek­to­nisch unge­wöhn­li­ches Gebäu­de. Der Retro-Stil der 70er Jah­re pola­ri­siert, eini­ge sind Fans, ande­re fin­den das Gebäu­de unglaub­lich unschön. Das Pro­jekt ps wed­ding, so sie vom Bezirk den end­gül­ti­gen Zuschlag erhal­ten, will die unge­wöhn­li­che Anmu­tung erhalten.

Das ehemalige Diesterweg Gymnasium
Das ehe­ma­li­ge Dies­ter­weg Gymnasium

Übri­gens: Der Bezirk, kon­kret die Bezirks­ver­ord­ne­ten (BVV), hat beschlos­sen, statt dass das Schul­grund­stück nicht ver­kauft wer­den soll, son­dern in Form eines Erb­bau­rechts­ver­tra­ges an den neu­en Trä­ger über­ge­ben wird.

Autor: And­rei Schnell

Andrei Schnell

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

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